Berlin Alexanderplatz (Roman)

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Döblin – Berlin Alexanderplatz, Originalschutzumschlag (Georg Salter) der Erstausgabe von 1929

Berlin Alexanderplatz ist ein Roman von Alfred Döblin. Das Buch erschien 1929 im S. Fischer Verlag mit dem Untertitel Die Geschichte vom Franz Biberkopf.

Döblin erzählt die Geschichte des Lohnarbeiters Franz Biberkopf, der nach seiner Haftentlassung eine neue Existenz aufbauen möchte. Im Sog der anonymen und unübersichtlichen Großstadt findet er keinen Anschluss, taucht bald wieder in die Kleinkriminalität ab und erliegt den Reizen des modernen Lebens. Schließlich scheitert er im stilisierten Kampf gegen die Metropole Berlin.

Das erfolgreichste Buch Döblins zählt zu den Hauptwerken der deutschen Moderne und zeichnet sich durch einen innovativen Aufbau, eine expressive Sprache und poetische Erzähltechnik aus.[1][2] Der Großstadtroman ist daneben ein wichtiges Zeitzeugnis des frühen 20. Jahrhunderts, besonders der Weimarer Republik. Als Äquivalent gelten die experimentellen Werke Ulysses und Manhattan Transfer.[3]

Entstehung[Bearbeiten]

Döblin begann im Herbst 1927 an seinem Roman zu arbeiten und vollendete ihn zwei Jahre später. Der Untertitel Die Geschichte vom Franz Biberkopf geht auf den Vorschlag seines Verlegers Samuel Fischer zurück, da Berlin Alexanderplatz für eine Verwechslung innerhalb der Leserschaft hätte sorgen können.[4] Der Roman sollte der einzige große finanzielle Erfolg des Avantgardisten Döblin werden.[5]

Inwiefern James Joyces Ulysses auf die Konzeption des Romans wirkte, bleibt teilweise umstritten. Hermann Wiegmann sieht im Erzählstil sowie in der Kompositionstechnik Parallelen.[6] So gehe dem Roman ein Prolog voraus, fünf Sprachebenen seien zu unterscheiden, und der innere Monolog sei für die Erzählweise gleichermaßen prägend. Dagegen betont Helmuth Kiesel die Eigenständigkeit von Berlin Alexanderplatz; auch wenn Döblin durch den Ulysses einige Anregungen gefunden haben möge, so sei trotzdem ein „beträchtliche[s] Innovationsvermögen“[7] innerhalb des Romans enthalten. Bereits 1930 machte Walter Benjamin darauf aufmerksam, dass der der innere Monolog in Döblins Roman eine ganz andere Funktion besitzt als bei Joyce.[8] Maren Jäger sieht lediglich eine katalysatorische Wirkung des Iren auf Döblins Arbeit an Berlin Alexanderplatz.[9]

Döblin rezensierte den Ulysses 1928 und lobte ihn als „Experimentwerk“.[10] Als einige Kritiker jedoch einen überwältigenden Einfluss auf Döblin, überdies wenige gar eine Nachahmung erkennen wollten,[11] wehrte er sich gegen die Diskreditierung. Ein Viertel des Romans wurde schon geschrieben, ehe Döblin überhaupt mit dem Ulysses in Kontakt kam.

Letztlich darf von einer Gleichzeitigkeit der Ideen ausgegangen werden; so gehörte Döblin bereits in seinen frühen Jahren zur literarischen Avantgarde und spätestens ab 1913 zu den führenden Expressionisten. Darüber hinaus kam Döblin lange vor Joyce in Kontakt mit der literarischen Moderne und ihren zahlreichen Strömungen wie dem Futurismus und dem Dadaismus, trug zudem auch als Theoretiker dazu bei.[12]

Ebenfalls wurde darüber spekuliert, ob der experimentelle Dokumentarfilm Berlin – Die Sinfonie der Großstadt einen Einfluss auf Döblin hatte,[13] da die Uraufführung des Films im September 1927 stattfand. Die Wahl der Stoffe ging auf Alfred Döblins Erfahrungen als Arzt zurück.[14]

Inhalt[Bearbeiten]

Der Alexanderplatz, 1903

Der Roman „berichtet von einem ehemaligen Zement- und Transportarbeiter Franz Biberkopf in Berlin. Er ist aus dem Gefängnis, wo er wegen älterer Vorfälle saß, entlassen und steht nun wieder in Berlin und will anständig sein“[15]

Erstes Buch[Bearbeiten]

Franz Biberkopf wird aus der Strafanstalt Tegel entlassen. Nachdem er aus Eifersucht seine Freundin Ina erstochen hatte, musste er dort eine vierjährige Haftstrafe wegen Totschlags verbüßen. Vom großstädtischen Alltag überfordert, reagiert Biberkopf auf seine neue Umgebung mit einer verzerrten Wahrnehmung, so verschmelzen die leblos gewordenen Passanten mit den Gebäuden, am Rosenthaler Platz erschrickt er sich vor einem speisenden Paar und sucht wegen der angenehmen Dunkelheit, die ihn an den Gefängnisaufenthalt erinnert, eine schmale Straße auf. Dort fürchtet sich Biberkopf vor herunterrutschenden Dächern und sucht in einem Hausflur Schutz. Ein rotbärtiger Ostjude eilt dem erschöpften und sichtlich angeschlagenen Biberkopf herbei und nimmt ihn in der Stube eines Rabbiners auf. Im Zimmer angekommen streitet sich Nachum mit einem Alten über Biberkopfs Anwesenheit. Um Biberkopf zu beruhigen erzählt Nachum die Geschichte des Stefan Zannowich, Sohn eines Betrügers und Falschspielers. In Padua soll jener Stefan sich das Verhalten von den Adeligen abgeschaut haben. Später gab er sich als ein gewisser Baron Warta aus und nannte sich selbst Skanderbeg, oder, wo der Tod des Herrschers bekannt war, als Nachfahren des albanischen Nationalhelden, ein Prinz Castriot von Albanien. Er sei nach Deutschland und Montenegro gereist und hätte sich mit dem sächsischen Kurfürsten, den Kronprinzen von Preußen und Kaiserin Therese angefreundet. In Wien ging die Zuneigung sogar so weit, dass die Kaiserin den Hochstapler vor mögliche Verfolgung bewahrte. Als Biberkopf sich endlich vom Boden erhebt und auf dem Sofa Platz nimmt, betritt ein weiterer Mann das Zimmer. Eliser, ein junger, braunhaariger Jude erzählt die Geschichte zu Ende, demnach Stefan Zannochwich hochverschuldet war und in Brüssel angezeigt wurde. Mit dreißig Jahren starb dieser schließlich im Gefängnis durch Selbstmord. Sie verabschieden Biberkopf, der erst einmal einen Cognac trinken möchte. Nach einem nicht jugendfreien Film im Kino verlangt es ihm nach Beischlaf, sodass er sich für drei Mark anschließend mit einer dicken kleinen Frau amüsiert: „Sie knöpfte sich von oben die Bluse auf. Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb. Wenn der Hund mit der Wust übern Rinnstein springt. Sie griff ihn, drückte ihn an sich. Putt, putt, putt, mein Hühnchen, putt, putt putt, mein Hahn“. Der Geschlechtsverkehr verläuft enttäuschend. In den nächsten Tagen säuft und isst er reichlich. Biberkopf besucht Idas Schwester Minna und vergnügt sich mit ihr. Er sucht die beiden Juden auf und schwört anständig zu bleiben.

Zweites Buch[Bearbeiten]

Biberkopf treibt sich auf dem Rosenthaler Platz um („Der Rosenthaler Platz unterhält sich“). In einer Versammlung gelingt es ihm von einem aufgebrachten Redner Papiere zu bekommen, die ihn als ambulanter Gewerbetreibender für Textilwaren ausweisen. Später entscheidet er sich für den Verkauf von Zeitungen, darin er auch durch seine neue Freundin, die Polin Lina Przyballa unterstützt wird. In einer Kneipe trifft er auf einen betrunkenen Invaliden und beginnt dessen Einstellung zu teilen. Biberkopf, der eigentlich nichts gegen Juden hat und lediglich für Ordnung ist, beginnt völkische Zeitungen zu handeln. Als er eines mittags in seiner Stammkneipe eintreten will, wird er von einigen Linken beobachtet. Im Lokal ziehen ziehen sie seine Hakenkreuz-Armbinde hervor und machen sich über Franz lustig. Der ehemalige Häftling, offenbar von der gescheiterten der Jahre 1918/1919 enttäuscht und jetzt scheinbar zum feindlichen Lager übergewechselt, erinnert die aufgebrachten Gäste vergeblich an Arras. Am Abend sitzt Biberkopf wieder in seiner Kneipe und wird diesmal von einigen Linken angegriffen. Wegen der drohenden Schlägerei fordert Wirt Henschke Biberkopf zum Verlassen seines Lokals auf. Biberkopf tobt und brüllt seine Gegner nieder.

Drittes Buch[Bearbeiten]

Pünktlich zu Weihnachten verlagert Franz sein Verkauf auf Schnürsenkel. Er hat Erfolg („Zwanzich Märker“) und gewinnt das Herz einer Witwe, die ihm allerhand abkauft. In einer Kneipe prahlt Franz vor Lüders damit, der am nächsten Vormittag die Witwe besucht und vorgibt, im Auftrag Biberkopfs die Ware abzuholen. Auch raubt er ihr das Geld, eine gestickte Tischdecke, zwei Sofakissen und wühlt noch in den Tischkästen. Die Frau verliert das Bewusstsein und Lüders verschwindet. Der ahnungslose Franz besucht an einem anderen Tag die Witwe, doch sie schlägt die Tür zu und schiebt den Riegel vor. Aus der Rücksendung erfährt Franz von Otto Lüders Betrug und verlässt am gleichen Tag seine angemeldete Stube. Nach vierundzwanzig Stunden wendet sich die besorgte Lina an Meck, der Lüders niederschlägt und ihn somit zwingt, Biberkopf aufzusuchen.

Viertes Buch[Bearbeiten]

Franz verkriecht sich in seiner Bude und verbringt seine Zeit mit Trinken und Schlafen, während das großstädtische Leben seinen Lauf nimmt. Er denkt über seine Leben nach, doch die Fragerei führt ihn nicht aus der Auswegslosigkeit heraus. Also sucht er einen Pastor auf, der ihn jedoch nicht weiter helfen kann, sodass er zu den Juden in der Münzstraße geht und sich dort mit ihnen unterhält. Es folgt die Schlachthofszene, die mit der Lage des berliner Schlachthofes im Nordosten der Stadt beginnt, über die Darstellung der Schlachtung selbst, bis zur Auslegung der Fleischware im Metzgerladen. Zahlreiche Informationen, wie die Zahl des Viehs, Größe und Lage des Hofes werden dem Leser unterbreitet.[16] Die Allegorie wird mit dem Gespräch Hiobs fortgesetzt, worin eine unbekannte „Stimme“ (Gott, Satan, Engel) dem schwer gepeinigten Hiob offenbart, dass er nur sich selbst helfen könne. Nachdem Hiob die ganze Nacht schreit wird er von seinen ersten Geschwüren geheilt.

Im Berliner Zentralhof finden die zahlreichen Schlachtszenen statt

Anschließend wird ein Kalb geschlachtet, womit die Schlachthofzsene endet: „Der Körper auf der Bank wirft sich. Die Beine zucken, stoßen, kindlich dünne, knotige Beine. Aber die Augen sind ganz starr, blind. Es sind tote Augen. Das ist ein gestorbenes Tier.“[17] An einem Februar wird Franz Zeuge eines Diebstahls. Franz gibt dem Zimmerer Gerner zwar an, dass er die Diebe erkannt hat und das nächste mal erwischen werde, doch weigert er sich trotz Belohnung sie zu denunzieren. Bei einem weiteren Einbruch verbünden sich die Eheleute Gerner mit den Dieben. Das Paar wird an nächsten Tag verhaftet. Er kommt aus seinem Trott heraus und trifft in Minnas Wohnung auf Karl, Idas Schwager und Minnas Gatte. Eine Versöhnung scheitert, worauf Franz Karl beleidigt und zufrieden das Gebäude verlässt.

Fünftes Buch[Bearbeiten]

Franz Biberkopf bleibt anständig. Am Alexanderplatz verkauft er Zeitungen, wenn auch die Zahl seiner Abnehmer klein bleibt. Am Abend des 9. Februar trifft er den kleinen Meck, der ihn in einer Kneipe lockt. Dort fragt ihn ein gewisser Pums, ob er nicht einmal mit „Obst“ handeln möchte. Biberkopf verneint, wird aber von Meck auf einen „Gelben“ aufmerksam gemacht. Es ist Reinhold, der aufgrund seiner Physiognomie und das Gebaren eines Kranken, Mitleid in Biberkopf erregt. Franz findet zwar Gefallen an Reinhold, distanziert sich aber weiterhin von Pums Bande. Eines Abends kommt Reinhold zu Biberkopf und erzählt ihn von einer Kutscherfrau, die er gerne loshaben möchte. Statt sie einfach selbst fortzuschicken, übernimmt Biberkopf seine Freundin. Biberkopf erfährt von Reinholds Hypersexualität, so muss dieser alle vier Wochen eine neue Freundin haben und nimmt nun dessen Cilly an. Als Reinhold wieder eine Freundin an Franz abgeben will, weigert er sich, denn er liebt Cilly tatsächlich. Ohne es zu wissen, hat sich Biberkopf dadurch einen erbitterten Feind gemacht, denn Reinhold träumt schon von Mord. Als die beiden wieder mal Meck treffen und Meck versucht Biberkopf zu überreden, kann er sich noch nicht dazu entschließen, aber er ist nah dran. An einem Aprilsonntag mischt sich Franz in einer Prügelei zwischen zwei Pums-Leuten. Er verletzt dabei einen Jungen so schwer, dass er ihn später ersetzen muss. Franz springt für fünf Mark ein und merkt nicht, wie er zu einem Raubzug mitgenommen wird. Daraufhin versucht er zu fliehen, wird aber von Reinhold aufgehalten. Letztes Endes wird Franz Biberkopf von Reinhold und dessen Komplizen brutal aus dem fahrenden Fluchtauto gestoßen. Ein hinterher fahrender Wagen überrollt Franz.

Sechstes Buch[Bearbeiten]

Reinhold ist glücklich, er verprügelt seine Freundin Trude, womit es ihm gelingt sie loszuweden. Franz Biberkopf wird nach Magdeburg gefahren, der rechte Arm wird ihm abgesägt. Der Zuhälter Herbert und dessen Freundin Eva besuchen Biberkopf im Krankenhaus, doch auf Anfragen reagiert er nicht, er schweigt. In Berlin zurückgekommen, offenbaren ihn die Freunde Herbert, Eva und Emil, dass es sich bei Pums um einen ausgekochten Betrüger handelt, doch Franz hält daran fest, er gibt die Namen der Täter nicht preis. Nachdem der Pums-Band klar wurde, dass Franz überlebt hat, verlangt Reinhold seine Tötung.

Franz konsumiert nun apolitische Zeitungen, Herbert und Eva übernehmen seinen Unterhalt. Allerdings begibt er sich wieder in berliner Kneipen und plant gar auf eigene Beine stehen zu wollen. Dem neugierigen Meck erzählt er von eine Schießerei mit Polizisten. Über Willi kommt er zur Hehlerei. Biberkopft kleidet sich neu, er trägt einen Sommeranzug und das Eiserne Kreuz an seiner Brust erklärt die Verletzung. Als Franz Räcker gelingt ihn das große Geschäft. Nachdem Eva Biberkopf ein Mädchen besorgt, obwohl sie selbst in ihm verliebt ist, scheint seine Welt in Ordnung zu sein. Kurzfristig politisiert er sich wieder und plädiert auf einer Veranstaltung für die unanständige Arbeit. Den Verlust seines Armes konnte Franz nicht überwinden, er wendet sich dem Alkohol zu und lehnt jede Hilfe ab. Er sucht Reinhold auf und erfährt aus dessen Munde, dass Cilly mit ihm zusammen ist. Reinhold gibt vor die Wunde sehen zu wollen und als Biberkopf ihm den Stumpf zeigt ekelt er sich davor. Dann verhöhnt er ihn mit banalen Fragen und schlägt Biberkopf einen falschen Arm vor. Auf Biberkopfs Ablehnung hin greift Reinhold nach Taschentücher und Strümpfe die er in den leeren Ärmel stopft. Der Gedemütigte muss sich von Reinhold noch anhören, dass dieser Krüppel nicht leiden könne, ihm gleich ihre völlige Beseitigung lieber ist. Augenscheinlich hat Franz das alles nichts ausgemacht, denn er besucht schließlich noch einmal Reinhold und tanzt vor Freude die Nacht durch.

Siebentes Buch[Bearbeiten]

Im Wald von Bad Freienwalde ermordet Reinhold Biberkopfs Freundin Mieze

Es beginnt mit Stadtszenen; einem Bericht über die kriminelle Karriere eines Fliegers, Reisende aus Amerika, Vergleiche und Tagebucheinträge eines Mädchens. Franz selbst schließt sich der Pums-Bande an, die ihn trotz anfänglichen Widerwillen annimmt. Da Pums stiller Teilhaber von fünf Pelzwarengeschäften ist, stehlen sie an einem September Tuchballen. Biberkopf wird mit 200 Mark bezahlt, die er seiner Freundin Mieze geben will. Sie vermutet, dass ihr Franz sie verlassen will und bricht plötzlich in Tränen aus. Sie erinnert sich an Evas Bitte, auf Franz zu achten und informiert daraufhin Eva, die wiederum ihrem Freund Herbert von Franz und der Pums-Bande erzählt. Als Franz gerade mit einem Kollegen die Gegend nach den nächsten Einbruch absucht, trifft Reinhold Mieze und erzählt ihr vom Frauenhandel. Auf Reinholds Drängen stellt Franz ihm seine Mieze vor. Dafür versteckt er Reinhold in seinem Bett. An der Haustür lässt er Mieze schwören, dass sie sich nicht in das Bett legen wird, weil er dort eine Überraschung für sie versteckt habe. Mieze hält ihr Versprechen und erzählt Franz von einem jungen Schlosser, den sie liebt. Voller Eifersucht verprügelt er seine Freundin schwer, sodass Reinholds eingreifen muss. Am Abend vertragen sich Franz und und seine verletzte Mieze wieder. Reinhold fasst nun den Entschluss, Biberkopf Mieze wegzunehmen. Es gelingt ihm, sie mit Hilfe seines Verbrecherkollegen Karl, des Schlossers der Pumsbande, nach Bad Freienwalde (Oder) zu locken. Nachdem er sie längere Zeit auf einem Waldspaziergang umgarnt hat, versucht er auf rüde Weise, mit Mieze intim zu werden. Nachdem dies fehlschlägt, ermordet er die Zwanzigjährige und verscharrt ihre Leiche mit Karls Hilfe im Wald.

Achtes Buch[Bearbeiten]

Biberkopf ist über Miezes Ausbleiben zunächst nicht besonders besorgt, da er glaubt, sie sei mit einem vornehmen Kavalier verreist. Als Eva drei Wochen später ihn endlich dazu drängt, nach Mieze zu sehen, versteckt er sich, da er glaubt, seine Freundin sei ihm fortgelaufen. Die Mitglieder der Pumsbande beginnen sich zu zerstreiten, denn sie fühlen sich von ihrem Hehler überlistet. Nachdem auch der Einbruch in einer Verbandstoffabrik scheitert machen sie Klempnerkarl dafür verantwortlich, der über den Mörder Reinhold in Wut gerät. Karl, von seinen ehemaligen Partnern enttäuscht, gründet daraufhin seine eigene Bande und wird prompt von Reinhold verraten. Bei der Vernehmung erzählt er dem Richter von der Leiche. Die tote Mieze wird ausgegraben und die Polizei beginnt gegen Reinhold, der ausgerechnet noch Franz Biberkopf in die Sache hereinzieht, zu ermitteln. Aus der Zeitung erfährt Eva von Miezes Ermordung und teilt dies Franz mit, der nun vom Tod seiner Freundin erfährt. Von Miezes Tod hart getroffen, leidet Franz an Halluzinationen und will aufgeben. Auf Herberts Anraten will er sich an Reinhold rächen. Erneut besucht Biberkopf die Kneipen am Alexanderplatz und gerät dort in einer Razzia; er wird von einem Polizisten angesprochen, zieht eine Waffe und schießt. Franz, der sich schon länger der Meldepflicht entzogen hatte und als Tatverdächtiger im Fall Emilie Parsunke gilt, wird festgenommen.

Neuntes Buch[Bearbeiten]

Aufgrund von Plakaten erfährt Reinhold von der Fahndung nach ihm. Um sich zu tarnen führt er polnische Papiere mit sich und überfällt eine Dame, womit sein Plan gelingt, in Moabit inhaftiert zu werden. Dagegen kommt Franz ins Zuchthaus, wo er gemeinsam mit dem Polen Dluga in der Mattenweberei arbeitet. Reinholds Tarnung droht aufzufallen, denn der Pole beginnt den falschen Moroskiewicz zu erpressen. Reinhold verprügelt Dluga, woraufhin er seine Haftzeit in einer Einzelzelle verbringen muss. Nachdem er einige Wochen alleine zugebracht hatte, begeht Miezes Mörder den entscheidenden Fehler. Er schläft mit einem jungen Mithäftling, der nach seiner Entlassung vor einem Arbeitslosen mit Reinhold prahlt. Kurz darauf wird Reinhold verhaftet und nach Berlin verlegt. Franz Biberkopf, der währenddessen im Polizeipräsidium zwangsernährt wurde, wird halb verhungert in die Irrenanstalt Buch überführt. Unter Wasserschwellungen und Hungerödom leident, begegnet Franz Biberkopf hier schließlich den Tod und die Hure Babylon, die um ihn kämpfen; Biberkopf nimmt seine Schuld an und wird als Franz Karl wiedergeboren. Reinhold wird zu zehn Jahren Zuchthaus wegen Totschlag im Affekt verurteilt. Nach dem Gerichtsprozess nimmt Biberkopf eine Stelle als Hilfsportier in einer Fabrik an.

Es geht in die Freiheit, die Freiheit hinein, die alte Welt muß stürzen, wach auf, die Morgenluft. Und Schritt gefaßt und rechts und links und rechts und links, marschieren, marschieren, wir ziehen in den Krieg, es ziehen mit uns hundert Spielleute mit, sie trommeln und pfeifen, widebumm widebumm, dem einen gehts gerade, dem einen gehts krumm, der eine bleibt stehen, der andere fällt um, der eine rennt weiter, der andere liegt stumm, widebumm widebumm.[18]

Form[Bearbeiten]

Aufbau[Bearbeiten]

Der Roman ist in je neun Büchern aufgebaut, die wiederum in einzelne Geschichten eingeteilt sind, welche von an Schlagzeilen erinnernde Kapitelüberschriften[19] wie „Mit der 41 in die Stadt“, „Noch immer nicht da“ und „Belehrung durch das Beispiel des Zannowich“ angekündigt werden. Der eigentlichen Handlung des Romans wird ein Prolog vorangestellt, darin von der Gefängnisentlassung und anschließenden Gewaltkur berichtet wird, die Franz Biberkopf „sehr verändert, ramponiert, aber doch zurechtgebogen“ am Alexanderplatz zurücklassen wird. Im Epilog beobachtet Franz Karl den Aufmarsch der Soldaten. Die erzählte Zeit beträgt cirka achtzehn Monate.[20] Die Erzählperspektive ist dezidiert modern, da sie sich vom auktorialen Erzähler verabschiedet, ohne die Position des Kommentators und Beobachters aufzugeben.[21] Hierbei greift der Erzähler auf den Bänkelsang zurück.[22] Die einzelnen Prologe stellen eine Verkündung der daraufhin folgenden Ereignisse dar, wodurch Döblin auch eine einzig auf Spannung basierende Erzählung verhindert.

Erstes Buch
Hier im Beginn verläßt Franz Biberkopf das Gefängnis Tegel,
in das ihn ein früheres sinnloses Leben geführt hat.
Er faßt in Berlin schwer wieder Fuß,
aber schließlich gelingt es ihm doch,
worüber er sich freut, und er tut nun den Schwur, anständig zu sein.[23]

Die Geschichte des Antihelden Biberkopf wird dabei von einem Erzähler nicht nur angekündigt, sondern dieser richtet sich im Verlauf auch selbst an den Leser. Die Montagetechnik lässt die Handlung in eine Fülle von Stimmen aufgehen. Nebenbei ist der Roman durch die Erzähltechnik des Bewusstseinsstroms, inneren Monologs und der erlebten Rede charakterisiert.[24]

Antichronologisches und simultanes Erzählen[Bearbeiten]

Der Erzähler verzichtet auf eine lineare Erzählung der Handlung. Beispielsweise wird Biberkopfs Rauswurf aus einer Kneipe gleich zu Beginn angeführt: „Am Abend wird Franz richtig bei Henschke rausgeschmissen. Er tippelt allein an um 9, kuckt nach dem Vogel, der hat schon den Kop unter dem Flügel, sitzt in der Ecke auf der Stange, […].“[25] Im Verlauf wird eine Streiterei zwischen Biberkopf und politischen Gegnern erzählt, die dazu führt, dass Franz Biberkopf die Kneipe verlassen muss. „Er ist draußen in der Kälte.“[26]

Das simultane Erzählen, Narration und Erzählung verlaufen hier gleichzeitig, lassen den Leser unmittelbar am Geschehen teilnehmen. Obwohl die einzelnen Handlungen nacheinander niedergeschrieben sind, erkennt er eine Einheit: „Heimlich hat Reinhold seine Hand an den Türdrücker dicht neben Franz geschoben. Sie sausen in eine breite Allee ein. Franz sieht noch nach rückwärts. Er wird mit einmal an der Brust gepackt, nach vorn gezerrt. Er will aufstehen, er schlägt in Reinholds Gesicht.“[27] Des Weiteren wird durch die Collage unterschiedlichster Textfragmente das chaotische Großstadtgeschehen wiedergegeben.

Versatzstücke[Bearbeiten]

Versatzstücke aus der Hochliteratur durchsetzen den gesamten Roman.[28] Beispielsweise die Ermordung des mykenischen Königs Agamemnon durch Klytaimnestra und seinen Cousin Aigisthos, den Geliebten seiner Ehefrau: Er ächzt: „Weh mir, getroffen!“ Draußen fragen sie: „Wer schreit da über sich?“ „Weh mir und wieder!“ Die antike Bestie murkst ihn ab, zuckt nicht mit der Wimper, sie reißt noch draußen das Maul auf: „Vollendet hab ichs, ein Fischnetz war ich ihm um und schlug zweimal, und mit zwei Seufzern streckte er sich, und dann schickte ich ihm noch einen dritten Hieb zum Hades nach.“[29] Die Schlange war vom Baum geraschelt. Verflucht sollst du sein mit allem Vieh, auf dem Bauch sollst du kriechen, Staub fressen zeitlebens.,[30] sowie weitere biblische Anspielungen sind im Roman enthalten. Döblin bedient sich somit bewusst eines gängigen Mittels der Trivialliteratur, ironisiert dies aber durch die gezielte Verwendung hochliterarischer Texte. Auch Paraphrasierungen jener Werke sind im Roman zahlreich enthalten.[31] In einem Lokal geht Lina Przyballa auf Franz zu. Ihr eigenmächtiger Vorstoß wird mit dem des Prinzen von Homburg verglichen. „Nun, o Unsterblichkeit bist du ganz mein, Lieber, was für ein Glanz verbreitet sich, Heil, Heil, dem Prinz von Homburg, dem Sieger in der Schlacht von Fehrbellin, Heil!“[32]

Der Prinz von Homburg: Nun, o Unsterblichkeit, bist Du ganz mein!
Du strahlst mir durch die Binde meiner Augen,
Mit Glanz der tausendfachen Sonne zu! (10. Auftritt)

Kottwitz: Heil, Heil dem Prinz von Homburg!
Die Offiziere: Heil! Heil! Heil!
Alle: Dem Sieger in der Schlacht bei Fehrbellin! (11. Auftritt)

Montage[Bearbeiten]

Döblin montierte unterschiedlichste Texte in seinem Roman, diese reichen von Anzeigen, Nachrichten, Werbetexten, Praxisschildern über Artikel aus Sachbüchern, Schlagertexten und Liedern bis hin zur Literatur.[33] Als Biberkopf im zweiten Buch Berlin betritt, sind es sogar Piktogramme. Dennoch unterscheidet sich die Montage erheblich vom simplen Einfügen von Texten, um dadurch die Authentizität oder Veranschaulichung des Erzählten zu erhöhen. Döblins Montage ist an Motive geknüpft, dient so der Struktur des Romans.[34] Mit Hilfe der Montage gelingt die Poetisierung der Großstadt. „Diese Stadt ist indifferent gegenüber dem persönlichen Schicksal des Einzelnen. In ihrer puren Faktizität, in ihren Gegebenheiten und Verläufen führt sie ein eigenes Dasein und beansprucht auch ein eigenes episches Gewicht.“[35]

Leitmotiv[Bearbeiten]

Als Leitmotiv dienen neben einzelnen Versen wie „Mit den Händchen klapp, klapp, mit den Füßchen trapp, trapp […]“[36] besonders die Verse des Schnitterliedes:[37] „Es ist ein Schnitter, der heißt Tod, hat Gewalt vom großen Gott. Heut wetzt er das Messer, es schneidt schon viel besser, bald wird er drein schneiden, wir müssens erleiden.“[38] Daneben werden die Motive Hiob, Tod und die biblische Allegorie Hure Babylon stark variiert.

Sprache[Bearbeiten]

Der Roman zeichnet sich durch mehrere Sprachen, Sprachebenen, Slang und Dialekte aus.[39] Beispielsweise streiten sich die zwei Juden Nachum und Eliser auf Jiddisch. „Seht euch den an, das ist ein Mann für die Welt, er wird nicht zwanzick Jahr wie ich mit den Bauern handeln, er ist seinem Vater um zwanzick Jahr voraus.,[40] oder […], denkt an ä Pferd, an ä Hund, an Singvögel […]“.[41] Der Protagonist Franz Biberkopf selbst sowie die sonstigen Figuren berlinern, und aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Unterschicht, der Halbschattenwelt und dem Zuhältermilieu ist die Sprache der Figuren durchsetzt vom Rotwelsch. Die Allmächtigkeit der Großstadt wird besonders deutlich, wenn die Hure Babylon und auch der Tod berlinern.

Sarkasmus und Ironie[Bearbeiten]

Ein Grundprinzip des Romans liegt in dessen grotesk-sarkastischer Sprachgewalt, die sich immer wieder und immer stärker gegen den Helden wendet.[42] Beispielsweise wird Idas Tötung durch physikalische Formeln vermittelt und nichts Geringeres als ein Sahnenschläger ist das Tatwerkzeug. Gleichzeitig wird ihr Tod minutiös, zudem mechanisch beschrieben.[43] Viele Figuren neigen zum Sarkasmus, so wandelt ein Rufer die ersten zwei Verse der Hymne Heil dir im Siegerkranz in „Heil dir im Siegerkranz, Kartoffeln mit Heringsschwanz“.[44] Weiterhin ist die Erzählhaltung durchgehend sarkastisch oder ironisch.

Kalauer, Witze und Wortspiele[Bearbeiten]

Zu guter Letzt enthält der Roman viele Wortspiele[45] als auch Kalauer und Witze.

  • Das erste Newtonsche (njutensche) Gesetz, welches lautet: Ein jeder Körper verharrt im Zustande der Ruhe, solange keine Kraftwirkung ihn veranlaßt, seinen Zustand zu ändern (bezieht sich auf Idas Rippen).[46]
  • Kikeriki. Es gibt viele Sorten von Hühnern. Wenn man mich aber auf Ehre und Gewissen fragt, welche ich am meisten liebe, so antworte ich frei und unumwunden: Brathühner.[47]
  • Breiten wir, werte Brüder und Brüderinnen.[48]
  • Sag mir oui, mein Kind, das ist französisch, Sag mir ja, na und auch auf chinesisch, Wie du willst, das ist ganz egal, Die Liebe ist doch international.[49]

Interpretation[Bearbeiten]

Die Figuren[Bearbeiten]

Nahezu alle Figuren sind Außenseiter der bürgerlichen Gesellschaft, ob sie verurteilte Straftäter, Verbrecher, Prostituierte, Hehler, Zuhälter, Verhaltensgestörte, Homosexuelle, Kriegsversehrte oder Juden und Kommunisten sind.[50]

Franz Biberkopf[Bearbeiten]

Franz Biberkopf, nach seiner Läuterung Franz Karl Biberkopf, ist ein ehemaliger Zement- und Transportarbeiter. Nach der Tötung seiner Freundin Ida wird er zu vier Jahren Haft verurteilt, die er in Tegel absitzt. Biberkopf ist Anfang 30 und überdurchschnittlich groß, hat blondes Haar und abstehende Ohren. Seine Kraft nimmt selbst durch die spätere Amputation des Armes nicht ab. Zeitweise wiegt er fast zwei Zentner und ist Mitglied eines Athletenklubs. Außerdem hat er hervortretende Augäpfel. Überwiegend wird sein Charakter positiv gezeichnet. Immer wieder gilt Franz als gutmütig, treuherzig, friedfertig und naiv. Andererseits ist er wehleidig und verhält sich gegenüber Frauen oft grob, so besucht er nach seiner Haftentlassung Idas Schwester Minna und nötigt sie zum Geschlechtsverkehr oder lässt seine Freundin Cilly jene Stiefel putzen, die ein Geschenk Reinholds waren, um gerade Cilly loszuwerden. Auch scheint er apolitisch zu sein, dennoch lässt sich Biberkopf leicht für politische Propaganda missbrauchen und wirbt als Verkäufer mit seinem arischen Aussehen für nationalsozialistische Propaganda. Gegenüber Reinhold steigert sich seine Naivität allerdings zu blinder Ergebenheit. Ein Charakterzug, der besonders auffällt, ist die Treue, die Franz Freunden hält, so denunziert er beispielsweise seine Komplizen nicht. Schon im Vorwort ist jedoch von einer negativen Entwicklung Biberkopfs die Rede, der als hochmütig und ahnungslos, frech, dabei feige und voller Schwäche umschrieben wird. Er gibt gern vor seinen Kumpanen an, zugleich hat er Angst, sie könnten ihn verspotten, wenn ihm etwas Unangenehmes passiert. Sein größtes Problem ist eine regelmäßig auftretende Indolenz. Ein Hang zum Alkohol sowie seine komplizierten Beziehungen zu Frauen bringen ihn ins Zuchthaus und in die Irrenanstalt.

Reinhold[Bearbeiten]

Reinhold macht zu Beginn auf Franz einen kränklichen Eindruck, er hat ein hohes, gelbliches Gesicht und starke Querfalten an der Stirn. Dazu stottert er und trinkt statt Alkohol lediglich dünnen Kaffee. Reinhold ist hypersexuell, so fleht er Biberkopf an, dass dieser doch die ihm überdrüssigen Frauen abnehmen solle, was Franz auch tut. Nachdem Franz den Mädchenhandel zu unterbinden versucht, indem er von vornherein keine weiteren Frauen an Reinhold herankommen lässt, sieht dieser einen Vertrauensbruch darin. Für Reinhold ist Franz allein ein kolossaler Dussel. Sein Verhalten gegenüber Franz ist von Sadismus geprägt, er will Sonja verführen, um Franz zu erniedrigen. Anders als Franz denunziert er seine Partner, beispielsweise werden zwei davon bei einem späteren Einbruch verhaftet. Später tötet er Mieze, nachdem sie sich dem Beischlaf mit ihm verweigert hat. Nicht nur sein schlankes Aussehen unterscheidet ihn von Franz, sondern auch seine Schläue, so war das Stottern nur Tarnung, denn im Fluchtauto gibt er das Kommando an. Er ist ein geschickter Intrigant.

Mieze[Bearbeiten]

Sonja, eigentlich Emilie Parsunke, wird von Eva, die tatsächlich ebenfalls Emilie heißt, an Franz Biberkopf weitergegeben. Sie ist noch minderjährig und wird Franz’ Freundin. Das Aussehen erinnert ihn an ein Schulmädchen, und Franz tauft sie Miezeken, weil er fremde Namen nicht akzeptieren kann und eine Marie unter seinen Freundinnen noch nicht hatte. Eigentlich ist sie nur zweite Wahl, doch Franz gewinnt sie später lieb. Gegenüber Eva ist Sonja servil, will sich ihr auch sexuell unterwerfen. Dies geht gar so weit, dass sie Eva ein Kind von Franz wünscht. Sonja hat viele Verehrer, die ihr regelmäßig Briefe zusenden, doch erst ein vermutetes Verhältnis zwischen Sonja und Reinhold führt zu einem ernsthaften Konflikt, so verprügelt Franz sie schwer, erst Reinholds Einmischung kann lebensgefährliche Verletzungen oder gar ihre Tötung durch Franz verhindern. Dennoch kehrt Sonja zu Franz zurück.

Eva[Bearbeiten]

Eva ist eine frühere Freundin von Franz Biberkopf, auf deren Engagement Franz angewiesen ist. Sie hat weiterhin Beischlaf mit Franz und wird von ihm auch geschwängert. Franz lebt nach seinem Krankenhausaufenthalt bei Eva und Herbert, doch spätestens nach Miezes Tod zerbricht die Beziehung. Sie ermuntert Franz vergeblich zu einer Schadensersatzforderung. Ihr Lebensgefährte Herbert Wischow ist Zuhälter und zählt ebenfalls zu den besten sowie ehrlichen Freunden Biberkopfs.

Pums[Bearbeiten]

Pums gibt sich als Obsthändler aus, doch sein Geld verdient er als Hehler. Zu seinen Leuten zählen Reinhold, Karl Matter, Emil und später Franz. Gottlieb Meck, ein weiterer Freund Biberkopfs, handelt mit Pums Stoffe.

Otto Lüders[Bearbeiten]

Otto Lüders, der Arbeitskollege von Franz Biberkopf und die augenscheinlich einzige Verbindung außerhalb der Halbschattenwelt, vertreibt gemeinsam mit Franz Schnürsenkel. Er ist Linas Onkel und seit zwei Jahren arbeitslos gewesen. Später stellt er sich als Erpresser einer Witwe heraus.

Die zwei Juden[Bearbeiten]

Der erste Jude trägt einen roten Vollbart; dies und seine Kleidung (langer Mantel und schwarzer Velourshut) lassen ihn in der Öffentlichkeit als Juden erkennen. Dieser Rote, Nachum, lädt auch den hilflosen Franz Biberkopf in der Wohnung eines Rabbiners ein, wo er ihm gleich die Geschichte von einem gewissen Stefan Zannowich erzählt. Daraufhin erzählt ein Brauner, Eliser, die Erzählung zu Ende, wobei sich das Glück des einst erfolgreichen Zannowich umkehrt.

„Döblin hat die Hauptfiguren von Berlin Alexanderplatz in deutliche typologische Bezüge gestellt, und dies nicht nur beiläufig durch gelegentliche Verweise auf biblische Exempel, sondern durch eine bündig in den Verlauf der Biberkopf-Handlung eingefügte Vergegenwärtigung bedeutender heilsgeschichtlicher Figuren und durch die namentliche Einreihung wichtiger Romanfiguren in den heilsgeschichtlichen Zusammenhang.[51]

Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne

Motive[Bearbeiten]

Erzählung vom Paradies[Bearbeiten]

Die Erzählung vom Paradies erfährt im Roman mehrere Variationen.[52] Gleich im zweiten Buch folgt die kurze Nacherzählung des paradiesischen Daseins vor dem Sündenfall. „Es lebten einmal im Paradies zwei Menschen, Adam und Eva. Sie waren vom Herrn hergesetzt, der auch Tiere und Pflanzen und Himmel und Erde gemacht […], das war eine einzige Freude den ganzen Tag im Paradies.“[53] Analog hält Franz Biberkopf an einem geordneten, somit paradiesischen Leben fest, was durch die Anstellung bei Lüders gesichert werden soll. Nachdem sich Franz Biberkopf in einer Kneipe mit ehemaligen Bekannten verworfen hat, verlässt er das Lokal. Hier taucht das Motiv erneut auf.[54] Jedoch wird ihm seine Naivität und Redseligkeit zum Verhängnis, er hat sich verführen lassen: „Da raschelte es in einem Baum. Eine Schlange, Schlange, Schlange streckte den Kopf vor, eine Schlange lebte im Paradies, und die war listiger als alle Tiere des Feldes, und fing an zu sprechen, zu Adam und Eva zu sprechen.“[55] Lüders nutzt Biberkopfs Gesprächigkeit aus und überfällt die Witwe. „Seine Dummheit, Prahlsucht und Unvorsicht haben ihn zu Fall gebracht. Dieser Sündenfall verlangt nach weiteren Konsequenzen.“[56] Franz Biberkopfs Vertreibung aus dem Paradies hat längst stattgefunden: „Verflucht sollst du sein mit allem Vieh, auf dem Bauch sollst du kriechen. […] Mit Schmerzen sollst du gebären, Eva. Adam, verflucht soll der Erdboden sein um deinetwillen.“[57]

Hiob[Bearbeiten]

Satan schüttet die Plagen über Hiob aus (Gemälde von William Blake)

Der Werdegang Franz Biberkopfs ist an der alttestamentarischen Figur Hiob angelehnt. Anders als Hiob, ein gottesfürchtiger und moralisch integrer Mann, handelt es sich beim Proleten Biberkopf um einen verurteilten Totschläger. Dennoch wird Biberkopf wie der biblische Hiob geprüft, Verluste sind zu verzeichnen, und der Erkenntnisweg ist nicht frei von Leid. Beide gehen zudem von einer Welt aus, die ihnen wohlwollend gegenübersteht.[58] Weitaus bedeutender ist ihre Fixierung auf das eigene Ich,[59] wodurch sie sich jeder Erkenntnis widersetzen und ihr Leid letztendlich nur vergrößern. Im vierten Buch, unter dem Kapitel „Gespräch mit Hiob, es liegt an dir, Hiob, du willst nicht“, wird Biberkopfs Lebensweg vorweggenommen, wie Hiob muss Biberkopf erst alles verlieren, bis er in der Irrenanstalt Buch geheilt wird.

Der Tod[Bearbeiten]

Der Tod begleitet Biberkopf seit seiner Entlassung. Anders als der distanzierte Erzähler appelliert er:[60] „Franz du möchtest dich doch nicht verstecken, du hast dich schon die vier Jahre versteckt, habe Mut, blick um dich, einmal hat das Verstecken doch ein Ende.“[61] Der Tod hat Franz Biberkopf durchschaut, dennoch wendet er sich immer wieder an ihn, mahnt den Ignoranten an das Schicksal des biblischen Hiob: „Wieviel hat Hiob, der Mann aus dem Land Uz, gelitten, bis er alles erfuhr, bis nichtsmehr auf ihn fallen konnte.“[62] In Bruch erscheint der Tod endlich selbst, er offenbart sich Biberkopf: „Es ist Zeit für mich, zu erscheinen bei dir, weil ja schon aus dem Fenster die Samen fliegen und du deine Laken ausschüttelst, als wenn du dich nicht mehr hinlegst.“[63]

Die Hure Babylon[Bearbeiten]

„Die große Hure, die Hure Babylon, die da am Wasser sitzt. Und du siehst ein Weib sitzen auf einem scharlachfarbenen Tier. Das Weib ist voll Namen der Lästerung und hat 7 Häupter und 10 Hörner. Es ist bekleidet mit Purpur und Scharlach und übergüldet mit Gold und edlen Steinen und Perlen und hat einen goldenen Becher in der Hand. Und an ihrer Stirn ist geschrieben ein Name, ein Geheimnis: die große Babylon, die Mutter aller Greul auf Erden.[64]

Obwohl Franz aus dem fahrenden Fluchtwagen gestoßen wurde, verfällt er weiterhin den Verlockungen der Großstadt.[65] Die Hure Babylon folgt Biberkopf, scheint seinen Niedergang zu begleiten. Als der Erzähler feststellt, dass Biberkopf Hehler geworden ist, drängt sie sich vor.[66] Auch freut sie sich über die schmerzlichen Erinnerungen Biberkopfs, als dieser an seine Verletzung denken muss.[67]

Der Schlachthof als Gewaltmetapher[Bearbeiten]

Ursprünglich war der Schlachthof eine symbolische Kritik an der Großstadt.[68] Biberkopf wird, ähnlich den Tieren in der Schlachthalle, durch die gewalttätige Stadt getrieben. Dabei kommt Biberkopfs Scheitern in ihrer Mechanik der Tötung jener Tiere gleich. Daneben ist das Motiv des Schlachthofes ein Teil der Gewaltmetaphorik. Schon im Prolog ist die Rede vom „Kampf“, „stößt und schlägt“, „torpediert“, „zur Strecke gebracht“. Franz Biberkopf selbst wird dreimal geschlagen, zuerst erfährt er die Rohheit seiner Mitmenschen, Otto Lüders missbraucht Biberkopfs Naivität. Später verliert Biberkopf seinen Arm, nachdem ihn die eigenen Leute aus einem fahrenden Wagen gestoßen haben. Der dritte Schlag ist der Verlust seiner Freundin Mieze.

Epochenzuordnung[Bearbeiten]

Als Berlin Alexanderplatz 1929 erschien, hatten sich zahlreiche Dichter längst vom Expressionismus distanziert und folgten einem kühlen, objektiven wie dokumentarischen Stil, der als Neue Sachlichkeit in die Literaturgeschichte eingehen sollte. Folglich weist Johannes Roskothen darauf hin, dass Stilmerkmale des Expressionismus, wie eine personifizierte Natur und die Dämonisierung wie Mystifizierung der Stadt, gegen eine klare Zuordnung zur Neuen Sachlichkeit sprechen würden,[69] ferner der Roman innerhalb der deutschen Literatur beispiellos ist.[70] Aufgrund des Auseinandergehens von zeitlicher Einordnung und Stilmerkmalen ist vorerst eine Einordnung innerhalb der Literatur der Weimarer Republik befriedigend.[71]

Rezeption[Bearbeiten]

Der Roman verkaufte sich in den ersten zwei Monaten 20.000-mal, 1932 erreichte er die Zahl von 50.000 Exemplaren.[72] Bis 1933 wurde die 50 Auflage verkauft. Während die literarische Innovation der Collage wie die Bewältigung der Großstadt als Sujet moderner Literatur anerkennend erkannt wurden,[73] stießen sich besonders politisch orientierte Kritiker an Döblins Roman.[74] Walter Benjamin erkannte darin „die äußerste, schwindelnde, letzte, vorgeschobenste Stufe des alten bürgerlichen Bildungsromans“[75] sowie eine „Éducation sentimentale"[75]. Konservative Kritiker fanden besonders an der Stoffwahl keinen Gefallen, sodass sie selbst vor Schmähungen nicht zurückschreckten.[76] Trotz alledem zählten zu den schärfsten Kritikern des Romans weder linke Intellektuelle noch rechte Kulturrevolutionäre, sondern die Linkskurve, eine Parteizeitung der KPD, und der Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller, welche im Roman einen „reaktionären und konterrevolutionären Angriff auf die These des organisierten Klassenkampfes"[77] sahen. Dieses literaturpolitische Vorgehen sollte ein Auftakt zum Angriff auf alle linksbürgerlichen Intellektuellen seitens der extremen Linken werden.

Nach der Machtergreifung wurden die Werke des Asphaltliteraten Döblin verboten, erst 1947 verlegte der Schleber Verlag den Roman in Westdeutschland, 1955 konnte das Buch auch innerhalb der DDR erscheinen. Die Popularität des Romans führte zu einer Gleichsetzung von Roman und Autor.[78] Ist von Döblin die Rede, so wird zuerst Berlin Alexanderplatz genannt, obwohl der Autor vor seinem Welterfolg schon mehrere Romane veröffentlicht hatte. Der Schriftsteller selbst kommentierte die ungeheuerliche Wirkung des Romans auf sein übriges Werk: „Wenn man meinen Namen kannte, so fügte man Berlin Alexanderplatz hinzu. Aber mein Weg war noch lange nicht beendet.“[79]

Als Klassiker der Moderne wurde Berlin Alexanderplatz zur Referenzgröße für nachfolgende Großstadtromane deutscher Sprache[80] sowie stilbildend für spätere Schriftsteller.[81] Der Germanist Volker Klotz erklärte die literarische Bedeutung des Romans: „Berlin Alexanderplatz ist der erste und bis heute einzige belangvolle Roman in deutscher Sprache, der vorbehaltlos die zeitgenössische Großstadt zu seiner Sache macht.“[82]

Der Roman wurde 1931 von Piel Jutzi unter dem Titel Berlin – Alexanderplatz erstmals verfilmt. Heinrich George spielte den Franz Biberkopf. Weitere berühmte Darsteller waren: Bernhard Minetti, Albert Florath, Hans Deppe und Käthe Haack. 1979/1980 drehte Rainer Werner Fassbinder nach dem Döblin-Stoff eine Fernsehserie in 13 Episoden und einem Epilog (ca. 930 Min., siehe Berlin Alexanderplatz (Fernsehverfilmung)). Sie wurde 1980 erstmals ausgestrahlt.[83] Günter Lamprecht ist Franz Biberkopf. Auf der Berlinale 2007 wurde erstmals eine aufgehellte restaurierte Fassung gezeigt. In der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz wurde der gesamte Film, mit lediglich drei etwa 15-minütigen Pausen, vorgeführt. Außerdem brachte die Süddeutsche Zeitung eine DVD-Edition der restaurierten Fassung heraus.

Berlin Alexanderplatz wurde in die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

Textausgaben[Bearbeiten]

  • Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf. S. Fischer, Berlin 1929 (Erstausgabe).
  • Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf. Roman. dtv, München 1972, ISBN 3-423-00295-6.
  • Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. S. Fischer, Frankfurt am Main 1999, ISBN 978-3-10-015550-4.
  • Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-10-015552-8.

Hörbücher und Hörspiele[Bearbeiten]

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Michael Baum: Kontingenz und Gewalt. Semiotische Strukturen und erzählte Welt in Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, ISBN 3-8260-2419-2.
  • Hans-Peter Bayerdörfer: Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. In: Interpretationen. Romane des 20. Jahrhunderts (= Universal-Bibliothek Nr. 8808). Reclam, Stuttgart 1993, ISBN 3-15-008808-9, S. 158–194.
  • Peter Bekeš: Berlin Alexanderplatz – Interpretation. Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-637-88673-5.
  • Ursula Elm: Literatur als Lebensanschauung – Zum ideengeschichtlichen Hintergrund von Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“. Aisthesis, Bielefeld 1991, ISBN 3-925670-40-8.
  • Sonja Gong: Studien zu Alfred Döblins Erzählkunst am Beispiel seiner Berliner Romane: „Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine“ und „Berlin Alexanderplatz“. Lang, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-631-38853-5.
  • Otto Keller: Döblins „Berlin Alexanderplatz“. Die Großstadt im Spiegel ihrer Diskurse. Lang, Bern 1990, ISBN 3-261-04207-9.
  • Armin Leidinger: Hure Babylon: Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, ISBN 978-3-8260-4211-9.
  • Matthias Prangel: Materialien zu Alfred Döblin „Berlin Alexanderplatz“. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-518-06768-0.
  • Gabriele Sander: „Tatsachenphantasie“. Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach am Neckar 2007, ISBN 978-3-937384-30-6.
  • Christian Schärf: Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“. Roman und Film zu einer intermedialen Poetik der modernen Literatur, Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07955-6.

Lektürehilfen[Bearbeiten]

  • Helmut Bernsmeier: Lektüreschlüssel. Alfred Döblin Berlin Alexanderplatz. Reclam, Stuttgart 2010, ISBN 3150153174.
  • Bernd Matzkowski: Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Königs Erläuterungen und Materialien (Bd. 393). Bange Verlag, Hollfeld 2013, ISBN 3-8044-1793-0.
  • Boris Prem: Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz: Inhalt - Hintergrund - Interpretationen. Mentor, 2010, ISBN 3580658050.
  • Gabriele Sander: Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. (RUB 16009.) Erläuterungen und Dokumente. Reclam, Stuttgart 1998, ISBN 3-15-016009-X.
  • Timotheus Schwake: Einfach Deutsch verstehen. Alfred Döblin Berlin Alexanderplatz. Schöningh, Paderborn 2012, ISBN 978-3-14-022535-9
  • Thomas Siepmann: Lektürehilfen. Alfred Döblin Berlin Alexanderplatz. Klett, Stuttgart 2004, ISBN 312-9-223-614.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1918–33. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Geschichte vom Franz Biberkopf, Deutsches Historisches Museum
  2. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki nahm 2001 den Roman in seinen Kanon auf.
  3. Vgl. Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache, Ästhetik, Dichtung im Zwanzigsten Jahrhundert. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51145-7, S. 325.
  4. Vgl. Sabine Schneider: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf. In: Sabine Schneider (Hrsg.): Lektüren für das 21. Jahrhundert. Klassiker und Bestseller der deutschen Literatur von 1900 bis heute. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 37.
  5. Vgl. Michael Baum: Kontingenz und Gewalt. Semiotische Strukturen und erzählte Welt in Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, S. 11.
  6. Vgl. Hermann Wiegmann: Und wieder lächelt die Thrakerin. Zur Geschichte des literarischen Humors. Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, S. 286.
  7. Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache, Ästhetik, Dichtung im Zwanzigsten Jahrhundert. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51145-7, S. 325.
  8. Vgl. Walter Biedermann: Die Suche nach dem dritten Weg. Linksbürgerliche Schriftsteller am Ende der Weimarer Republik. Heinrich Mann, Alfred Döblin, Erich Kästner (Dissertation). Frankfurt am Main 1981 S. 108.
  9. Maren Jäger: Die Joyce-Rezeption in der deutschsprachigen Erzählliteratur nach 1945. Niemeyer, Tübingen 2009, S. 428.
  10. Alfred Döblin: Ulysses von James Joyce. In: Wilhelm Füger (Hrsg.): Kritisches Erbe. Dokumente zur Rezeption von James Joyce im deutschen Sprachbereich zu Lebzeiten des Autors. Amsterdam, Atlanta 2000, S. 212.
  11. Kai Luehrs-Kaiser: „Ulysses“ für alle – Vierzig Stunden Schweinereien. In: Die Welt. 1. August 2013, abgerufen am 11. März 2013. Die Hartnäckigkeit solcher Behauptungen zeigt sich in der Unterstellung, Ulysses habe Döblin gar zu seinem Roman inspiriert, obwohl Döblin schon 1927 daran schrieb.
  12. Vgl. Marcel Reich-Ranicki: Sieben Wegbereiter: Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts. DVA, Stuttgart/München 2002.
  13. Vgl. Friedhelm Marx: Kino im Roman der Weimarer Republik. In: Wolf Gerhard Schmidt und Thorsten Valk (Hrsg.): Literatur intermedial. Paradigmenbildung zwischen 1918 und 1968. Gruyter, Berlin 2009, S. 150.
  14. Vgl. Matthias Prangel: Materialien zu Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975, S. 43.
  15. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 9.
  16. Vgl. Helmut Bernsmeier: Lektüreschlüssel. Alfred Döblin Berlin Alexanderplatz. Reclam, Stuttgart 2010, S. 11.
  17. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 164.
  18. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 519.
  19. Vgl. Hermann Wiegmann: Die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 173.
  20. Vgl. Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache, Ästhetik, Dichtung im Zwanzigsten Jahrhundert. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51145-7, S. 325.
  21. Vgl. Armin Leidinger: Hure Babylon: Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 19.
  22. Vgl. Armin Leidinger: Hure Babylon: Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 19.
  23. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 11.
  24. Jutta Schlich: Faszination und Faschismus in Alfred Döblins „Epos“ der Moderne. Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf (1929). In: Matthias Luserke-Jaqui (Hrsg.): Deutschsprachige Romane der klassischen Moderne. Gruyter, 2008, S. 281.
  25. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 96.
  26. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 105.
  27. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 240.
  28. Christer Petersen: Der postmoderne Text. Rekonstruktion einer zeitgenössischen Ästhetik am Beispiel von Thomas Pynchon, Peter Greenaway und Paul Wühr. Ludwig Verlag, Kiel 2003, S. 289–290.
  29. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 111–112.
  30. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 148.
  31. Vgl. Gabriele Sander: Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz ein Text aus Texten. In: Marily Martínez-Richter (Hrsg.): Moderne in den Metropolen. Roberto Arlt und Alfred Döblin. Königshausen & Neumann, Würzburg 2007, S. 122.
  32. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 84.
  33. Vgl. Peter Sprengel: Geschichte der deutschen Literatur 1900–1918. Von der Jahrhundertwende bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Band IX. C. H. Beck, München 2004, S. 143.
  34. Vgl. Peter Bekeš: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. In: Klaus-Michael Bogdal und Clemens Kammler (Hrsg.): Oldenbourg Interpretationen. Band 74. Oldenbourg 1997, S. 35.
  35. Peter Bekeš: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. In: Klaus-Michael Bogdal und Clemens Kammler (Hrsg.): Oldenbourg Interpretationen. Band 74. Oldenbourg 1997, S. 58.
  36. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 51, 106 und 131.
  37. Vgl. Armin Leidinger: Hure Babylon: Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 46.
  38. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 208, 273, 393 und 508.
  39. Vgl. Christer Petersen: Der postmoderne Text. Rekonstruktion einer zeitgenössischen Ästhetik am Beispiel von Thomas Pynchon, Peter Greenaway und Paul Wühr. Ludwig Verlag, Kiel 2003, S. 263.
  40. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 23.
  41. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 24.
  42. Vgl. Burkhard Meyer-Sickendiek: Was ist literarischer Sarkasmus? Ein Beitrag zur deutsch-jüdischen Moderne. Fink Verlag, Paderborn/München 2009, S. 413–483.
  43. Vgl. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 109.
  44. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 105.
  45. Vgl. Michael Baum: Kontingenz und Gewalt. Semiotische Strukturen und erzählte Welt in Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, S. 116.
  46. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 109.
  47. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 149.
  48. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 245.
  49. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 388.
  50. Vgl. Gabriele Sander: Alfred Döblin „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf“. Nachwort zum Roman. In: Kindlers Literatur Lexikon. S. 527.
  51. Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache, Ästhetik, Dichtung im Zwanzigsten Jahrhundert. C. H. Beck, 2004.
  52. Peter Bekeš: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. In: Klaus-Michael Bogdal und Clemens Kammler (Hrsg.): Oldenbourg Interpretationen. Band 74. Oldenbourg 1997, S. 74.
  53. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 51.
  54. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 104.
  55. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 122.
  56. Peter Bekeš: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. In: Klaus-Michael Bogdal und Clemens Kammler (Hrsg.): Oldenbourg Interpretationen. Band 74. Oldenbourg 1997, S. 75.
  57. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 148.
  58. Vgl. Peter Bekeš: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. In: Klaus-Michael Bogdal und Clemens Kammler (Hrsg.): Oldenbourg Interpretationen. Band 78. Oldenbourg 1997, S. 77–78.
  59. Vgl. Peter Bekeš: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. In: Klaus-Michael Bogdal und Clemens Kammler (Hrsg.): Oldenbourg Interpretationen. Band 78. Oldenbourg 1997, S. 75.
  60. Vgl. Peter Bekeš: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. In: Klaus-Michael Bogdal und Clemens Kammler (Hrsg.): Oldenbourg Interpretationen. Band 74. Oldenbourg 1997, S. 82.
  61. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 18.
  62. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 433.
  63. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 490.
  64. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 269.
  65. Vgl. Peter Bekeš: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. In: Klaus-Michael Bogdal und Clemens Kammler (Hrsg.): Oldenbourg Interpretationen. Band 74. Oldenbourg 1997, S. 70.
  66. Vgl. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 288.
  67. Vgl. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 331–332.
  68. Vgl. Armin Leidinger: Hure Babylon: Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 332.
  69. Vgl. Johannes Roskothen: Überrollt. Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz als neusachlicher Verkehrsroman. In: Gerhard Rupp (Hrsg.): Klassiker der deutschen Literatur. Epochen-Signaturen von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, S. 217.
  70. Vgl. Gernot Jochheim: Der Berliner Alexanderplatz. Ch. Links Verlag, Berlin 2006, S. 144.
  71. Hermann Wiegman listet in seiner Monographie Die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts Döblins Roman unter Die Literatur der Weimarer Republik 1919–1932.
  72. Vgl. Stepahn Füssel: Belletristische Verlage. Die Kulturverleger in der Weimarer Republik. In: Historische Kommission (Hrsg.): Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Band 2: Weimarer Republik. Teil 2. Gruyter 2010, S. 11.
  73. Vgl. Armin Leidinger: Hure Babylon: Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 192–193
  74. Vgl. Armin Leidinger: Hure Babylon: Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 193–195.
  75. a b Walter Benjamin: Krisis des Romans. Zu Döblins Berlin Alexanderplatz. In: Gesammelte Schriften. Bd. III, Frankfurt am Main 1972.
  76. Vgl. Armin Leidinger: Hure Babylon: Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 197. Der Kritiker Emanuel Bin Gorion verglich den Roman mit einem umgeworfenen Müllkasten.
  77. Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache, Ästhetik, Dichtung im Zwanzigsten Jahrhundert. C. H. Beck, München 2004, S. 260.
  78. Vgl. Jutta Schlich: Faszination und Faschismus in Alfred Döblins „Epos“ der Moderne. Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf (1929). In: Matthias Luserke-Jaqui (Hrsg.): Deutschsprachige Romane der klassischen Moderne. Gruyter, 2008, S. 263.
  79. Franke Hamann: Schwieriges Werk und schweres Leben. Wilfried F. Schoellers Biografie Alfred Döblins. In: Frankfurter Hefte (online auf: frankfurter-hefte.de).
  80. Vgl. Wiebke Porombka: Ein Roman, der schaudern macht. Deutschlandfunk, 11. September 2013, abgerufen am 12. März 2013. Der Rezensent vergleicht das Werk eines zeitgenössischen Autors mit Berlin Alexanderplatz.
  81. Vgl. Gabriele Sander: Alfred Döblin „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf“. Nachwort zum Roman. In: Kindlers Literatur Lexikon. S. 528.
  82. Volker Klotz: Die erzählte Stadt. Ein Sujet als Herausforderung des Romans von Lesage bis Döblin. Hanser 1969, S. 372.
  83. Die Zeit schrieb am 10. Oktober 1980: … ist nicht nur die längste deutsche Fernsehserie, die es je gab, und eine der teuersten, sie ist Fassbinders größtes und schönstes, ein erschreckendes und hinreißendes, ein wildes und zugleich äußerst diszipliniertes Werk, und sie gehört zum besten, was je im deutschen Fernsehen gesendet, im deutschen Film produziert wurde.
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