Berlin Alexanderplatz (Roman)

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Döblin – Berlin Alexanderplatz, Originalschutzumschlag (Georg Salter) der Erstausgabe von 1929

Berlin Alexanderplatz ist ein Roman von Alfred Döblin. Das Buch erschien 1929 im S. Fischer Verlag mit dem Untertitel Die Geschichte vom Franz Biberkopf.

Döblin erzählt die Geschichte des Lohnarbeiters Franz Biberkopf, der nach seiner Haftentlassung eine neue Existenz aufbauen möchte. Im Sog der anynonymen und unübersichtlichen Großstadt findet er keinen Anschluss, taucht bald wieder in die Kleinkriminalität ab und erliegt den Reizen des modernen Lebens. Schließlich scheitert er im stilisierten Kampf gegen die Metropole Berlin.

Das erfolgreichste Buch Döblins zählt zu den deutschen Schlüsselromanen der Moderne, dass sich durch einen innovativen Aufbau, einer expressiven Sprache und poetischen Erzähltechnik auszeichnet[1][2]. Der Großstadtroman ist ein wichtiges Zeitzeugnis des frühen 20. Jahrhunderts, besonders der Weimarer Republik. Als Äquivalent gelten die experimentelle Werke Ulysses und Manhattan Transfer[3]. Walter Benjamin erkannte darin Die äußerste, schwindelnde, letzte, vorgeschobenste Stufe des alten bürgerlichen Bildungsromans.[4]

Entstehung[Bearbeiten]

Döblin begann im Herbst 1927 an seinem Roman zu arbeiten und vollendete ihn zwei Jahre später. Der Untertitel Die Geschichte vom Franz Biberkopf geht auf den Vorschlag seines Verlegers Samuel Fischer zurück, da Berlin Alexanderplatz für eine Verwechslung innerhalb der Leserschaft hätte sorgen können.[5] Der Roman sollte der einzige finanzielle Erfolg des Avantgardisten Döblin werden.[6]

Inwiefern James Joyces Ulysses auf die Konzeption des Romans wirkte, bleibt teilweise umstritten. Hermann Wiegmann weist auf die Parallelität im Erzählstil sowie in der Kompositionstechnik hin.[7] So gehe dem Roman ein Prolog voraus, fünf Sprachebenen seien zu unterscheiden und der innere Monolog sei für die Erzählweise gleichermaßen prägend. Dagegen betont Helmuth Kiesel die Eigenständigkeit von Berlin Alexanderplatz; auch wenn Döblin durch den Ulysses einige Anregungen gefunden haben möge, so sei trotzdem ein beträchtliche[s] Innovationsvermögen[8] innerhalb des Romans enthalten. Maren Jäger sieht lediglich eine katalysatorische Wirkung des Iren auf Döblins Arbeit an Berlin Alexanderplatz.[9]

Döblin rezensierte den Ulysses bereits 1928 und lobte ihn als Experimentwerk.[10] Als einige Kritiker jedoch einen überwältigenden Einfluss auf Döblin, überdies eine Nachahmung erkennen wollten,[11] wehrte er sich gegen die Diskreditierung.

Letztlich darf von einer Gleichzeitigkeit der Ideen ausgegangen werden; so gehörte Döblin bereits in seinen frühen Jahren zur literarischen Avantgarde und spätestens ab 1913 zu den führenden Expressionisten. Darüber hinaus kam Döblin lange vor Joyce in Kontakt mit der literarischen Moderne und ihren zahlreichen Strömungen wie dem Futurismus und dem Dadaismus, trug zudem auch als Theoretiker dazu bei.[12]

Ebenfalls wurde darüber spekuliert, ob der experimentelle Dokumentarfilm Berlin – Die Sinfonie der Großstadt einen Einfluss auf Döblin hatte, da die Uraufführung des Films September 1927 stattfand.

Inhalt[Bearbeiten]

Handlungszeitraum ist ein gutes Jahr, zwischen Herbst 1927 und dem ungefähren Jahresende 1928. Romanheld ist der etwas über 30-jährige Proletarier Franz Biberkopf, ein Möbelpacker und Zementarbeiter, der auch schon Zuhälter war.

Zu Beginn wird er aus der Strafanstalt Tegel entlassen. Er verbüßte dort eine vierjährige Gefängnisstrafe wegen Totschlags, weil er nach einem Eifersuchtsanfall im Affekt seine Freundin Ida erschlagen hatte. Döblin schildert im Folgenden Biberkopfs Weg durch Berlin, dessen Ziel es ist, Arbeit und Wohnung zu finden und „ein guter Mensch“ zu werden. Allerdings verlangt er mehr vom Leben „als nur das Butterbrot“.

Biberkopf gerät bereits auf der Straßenbahnfahrt von Tegel ins Stadtinnere in einen merkwürdigen Zustand. Nach der Monotonie und starren Ordnung des Gefängnislebens ist er von seiner wiedergewonnenen Freiheit in der Großstadt Berlin wie erschlagen. Das Gewimmel der Menschen, Veränderungen, Lärm, Verkehr und verschiedenste, verwirrende Eindrücke überrollen ihn förmlich. Er meint, Dächer müssten auf ihn herabstürzen. Zunächst weiß er nichts mit sich anzufangen. Biberkopf irrt in der Gegend des Rosenthaler Platzes umher, fängt im Hinterhof zu singen an. Ein Passant, Ostjude, bemerkt, dass Biberkopf Probleme hat, redet ihm zu und nimmt ihn in die Wohnung seiner Familie mit. Durch Geschichtenerzählen versucht er, Biberkopf moralisch aufzurichten. Besser gelaunt und gestärkt, verabschiedet sich schließlich der Strafentlassene mit Handschlag von den Juden. Im Kino auf den Geschmack gebracht, verlaufen seine ersten sexuellen Aktivitäten mit Prostituierten nach jahrelanger erzwungener Abstinenz unbefriedigend.

Bald darauf zieht es ihn zur Stätte seiner Tat zurück. Er läuft in das Haus, trifft dort Idas verheiratete Schwester Minna und vergewaltigt sie. Durch kleine Geschenke versucht er, mit ihr in Kontakt zu bleiben. Obwohl Biberkopf aus Berlin ausgewiesen wurde, setzt sich die Gefangenenfürsorge für ihn ein. Wochenlang bleibt er anständig und verdient sich seinen Lebensunterhalt als ambulanter Gewerbetreibender für Textilwaren und Zeitungen. Abends geht er regelmäßig in die Kneipen um den Alexanderplatz und im Scheunenviertel, wo er seine spätere polnische Freundin Lina und Otto Lüders kennenlernt. Im stark politisierten Klima des Jahres 1928 birgt Kneipengerede ein starkes Konfliktpotential; der eher unbedarfte Biberkopf ist Kriegsveteran, hatte sich aber, wie auch andere seiner gleichaltrigen Kneipenkumpane, gegen Kriegsende abgesetzt. Offenbar enttäuscht vom Resultat der Jahre 1918/1919, ist er von einer linken Einstellung abgerückt und kehrt nun eine eher kleinbürgerlich-rechte, hausbackene Mentalität hervor. Hitzköpfige junge Linke versuchen ihn in seinem Stammlokal zu provozieren und verlangen die Herausgabe seiner Hakenkreuz-Armbinde – Biberkopf verkauft auch Zeitungen der Nazis. Er weicht einer handgreiflichen Auseinandersetzung aber aus und setzt sich nur mit Gebrüll zur Wehr. Biberkopf muss die Kneipe wechseln, obwohl er mit dem Wirt gut stand.

Lüders bereitet Franz eine schwere Enttäuschung: Als Franz beim Hausieren sehr rasch das Herz einer Witwe gewinnt, prahlt er damit vor seinem Freund. Dieser verschafft sich daraufhin auf dreiste Weise Zutritt bei der Witwe, erpresst Geld und raubt einige Gegenstände aus der Wohnung der mittlerweile Ohnmächtigen, bevor er verschwindet. Franz ist erschüttert von diesem Vertrauensbruch.

Nach kurzer Erholung lernt er Reinhold kennen, durch den er über die Einbrecherkolonne des Bandenchefs Pums in das Berliner Verbrechermilieu gerät. Reinhold zieht den etwas schlichten Biberkopf auf eigenartige Weise in seinen Bann. Äußerlich relativ unauffällig, eher abgezehrt und abgerissen bis kränklich wirkend, verbirgt sich hinter Reinhold ein brutaler Berufsverbrecher von enormer Körperkraft. Zudem tritt Reinhold als Alkoholabstinenzler auf, der nur billigen Kaffee und Brause zu sich nimmt, was zwar den Eindruck eines Leidenden verstärkt („der wird keine 50“), aber ebenfalls nicht der Wirklichkeit entspricht. Doch vertraut er Franz immerhin seine Seelennöte an und geht mit ihm einmal sogar zur Heilsarmee. Denn Reinhold ist ein Sexbesessener. Mehrmals fordert Reinhold Biberkopf auf, ihm seine Mädchen – deren er überdrüssig geworden ist – abzunehmen. Weil dieser sich weigert, macht ihn Reinhold durch Geschenke gefügig, und schließlich wird Franz ihm so hörig, dass ein regelrechter Kettenhandel mit leichten Mädchen entsteht.

Eines Tages bietet Reinhold ihm eine lohnende Gelegenheitsarbeit an, bei der Franz angeblich Obst verladen soll. In Wirklichkeit soll Franz bei einem Raubzug Schmiere stehen. Da Franz unbedingt ehrlich bleiben will, versucht er wieder auszuweichen, doch Reinhold rächt sich an ihm und stößt ihn bei der Rückfahrt brutal aus dem Wagen vor ein nachfolgendes Auto. Biberkopfs alter Freund, der Zuhälter Herbert, sorgt für erste Hilfe durch einen dem Milieu verbundenen Arzt und lässt Franz in eine Klinik nach Magdeburg bringen. Der rechte Arm muss ihm abgenommen werden. Obwohl Biberkopf dadurch zum Krüppel geworden ist, bewahrt er über alle Vorgänge Stillschweigen, tritt als Dulder auf und deckt somit die Täter.

Nach seiner Genesung erlebt Franz Biberkopf Berlin zum dritten Mal. Wieder ist er Gast in den Kneipen um den Alexanderplatz. Er kauft sich ein Eisernes Kreuz und täuscht eine Kriegsbeschädigung vor. Franz Biberkopf beschließt, seinen Eid zu brechen und als Zuhälter zu „arbeiten“. Bald lernt er durch Eva, die eine Freundin aus der Zeit vor seiner Gefängnisstrafe ist, Mieze kennen, die Tochter eines Straßenbahnschaffners aus Bernau. Sie ist von ihren Eltern wegen ihres Lebenswandels verstoßen worden, da sie sich ihr Geld durch Prostitution verdient. Durch das allzu leichte Leben mit Mieze sinkt Franz wieder tiefer. Er lebt teils von Miezes Geld – die einen gutsituierten Gönner hat, der ihr eine Wohnung im Berliner Westen eingerichtet hat – und ist gleichzeitig Geschäftemacher, Schieber und Hehler.

Obgleich ihn Reinhold töten wollte, übt dieser immer noch eine solche Anziehungskraft auf Franz aus, dass er sich ihm wieder nähert. Einmal sucht er Reinhold direkt auf. Der Verbrecher ist an sich völlig perplex – er vermutet einen ausgeklügelten Racheplan Biberkopfs –, lässt sich aber nichts anmerken und verhöhnt den Krüppel, der sich alles gefallen zu lassen scheint, unter beiläufigem Gerede nach Kräften, indem er ihm Socken in den leeren Arm stopft. Ein andermal will Biberkopf, wiederum aus Prahlsucht, Reinhold in seiner Wohnung verstecken, damit er heimlich Zeuge seiner Intimitäten mit Mieze werden kann. Daraus wird jedoch nichts. An diesem Abend kommt es zu einer Eifersuchtsszene zwischen Franz und seiner Freundin. Er verprügelt sie schwer; nachdem Reinhold aus seinem Versteck auftaucht, geht die Szene in Chaos und Gebrüll auf. Biberkopf verschwindet, Reinhold verabschiedet sich ebenfalls. Allerdings ist Reinhold nun überzeugt, dass er Biberkopf endgültig fertigmachen muss. Denn nach wie vor befürchtet er, der Krüppel wolle ihn beseitigen oder auffliegen lassen.

Reinhold fasst nun den Entschluss, Biberkopf Mieze wegzunehmen. Es gelingt ihm, sie mit Hilfe seines Verbrecherkollegen Karl, des Schlossers der Pumsbande, nach Bad Freienwalde zu locken. Nachdem er sie längere Zeit auf einem Waldspaziergang umgarnt hat, versucht er auf rüde Weise, mit Mieze intim zu werden. Nachdem dies fehlschlägt, ermordet er die Zwanzigjährige und verscharrt ihre Leiche mit Karls Hilfe im Wald. Franz ist über Miezes Ausbleiben zunächst nicht besonders besorgt, da er glaubt, sie sei mit einem vornehmen Kavalier verreist. Bei der Pumsbande läuft es nun schlecht, Fehler werden gemacht, die Meinungsverschiedenheiten der Mitglieder wachsen sich zu gefährlichen Streitereien aus. Reinhold wird es zu heiß, er taucht mit dem falschen Pass eines polnischen Taschendiebs absichtlich zu einer kürzeren Gefängnisstrafe im Zuchthaus Brandenburg unter. Trotzdem fliegt er wegen seiner widersprüchlichen Identität schließlich auf, die Polizei kommt ihm auf die Spur.

Obwohl Franz an dem Verschwinden Miezes nicht beteiligt ist und ihr Schicksal erst später aus der Zeitung erfährt, zieht er es wegen seines Vorlebens doch vor, nach Wilmersdorf zu verschwinden. Franz und Reinhold werden nun steckbrieflich gesucht. Da Franz das Kneipenleben nicht lassen kann, zieht es ihn zum Alexanderplatz zurück. Dort sucht er ein Lokal auf, in dem gerade eine Razzia stattfindet. Als er von einem Polizisten angesprochen wird, schießt er auf ihn. Franz wird zum Polizeipräsidium gebracht, doch in der Untersuchungshaft verweigert er die Nahrung. Halb verhungert, wird er in die Irrenanstalt Buch gebracht, wo er eine spirituelle Begegnung mit dem Tod erlebt, was ihn einsehen lässt, dass er die Schuld an all seinen Missetaten wie dem Spiel mit Reinhold oder dem Tod Miezes trägt. Durch diese Einsicht „stirbt“ der alte Biberkopf, und er kann ein neues Leben beginnen. Er wird aus der Anstalt entlassen. Reinhold, der als Mörder von Mieze entdeckt und angeklagt wird, wird zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Franz wird nicht angeklagt. Nochmals versucht er, sein Leben in den Griff zu bekommen. Nachdem er an Miezes Grab war, nimmt er eine Stelle als Hilfsportier in einer Fabrik an.

Der Roman endet mit scheinbar naiven Worten, die aber dennoch eindrucksvoll die Stadterfahrung des Franz Biberkopf widerspiegeln. Auf der einen Seite ein dämonischer Ort, in dem der Mensch nur als Masse existiert und durch beständige Gewalt das Leben des Individuums zerstört wird, auf der anderen Seite aber auch ein Ort der Möglichkeiten, in dem durch das Bekenntnis zur Reue eine Umkehr und „Wiedergeburt“ möglich ist. So ist es letztlich doch immer der Mensch selbst, der Antworten auf den Umgang mit dem Leben in der Großstadt finden muss.

Es geht in die Freiheit, die Freiheit hinein, die alte Welt muß stürzen, wach auf, die Morgenluft. Und Schritt gefaßt und rechts und links und rechts und links, marschieren, marschieren, wir ziehen in den Krieg, es ziehen mit uns hundert Spielleute mit, sie trommeln und pfeifen, widebumm widebumm, dem einen gehts gerade, dem einen gehts krumm, der eine bleibt stehen, der andere fällt um, der eine rennt weiter, der andere liegt stumm, widebumm widebumm.[13]

Epochenzuordnung[Bearbeiten]

Als Berlin Alexanderplatz 1929 erschien, hatten sich zahlreiche Dichter längst vom Expressionismus distanziert und folgten einem kühlen, objektiven wie dokumentarischen Stil, der als Neue Sachlichkeit in die Literaturgeschichte eingehen sollte. Dennoch sprechen Stilmerkmale des Expressionismus, wie eine personifizierte Natur und die Dämonisierung wie Mystifizierung der Stadt, gegen eine klare Zuordnung zur Neuen Sachlichkeit,[14] ferner der Roman innerhalb der deutschen Literatur beispiellos ist. Aufgrund des Auseinandergehens von zeitlicher Einordnung und Stilmerkmalen ist vorerst eine Einordnung innerhalb der Literatur der Weimarer Republik befriedigend.[15]

Form[Bearbeiten]

Der Roman ist in je neun Büchern aufgebaut, die wiederum in einzelne Geschichten eingeteilt sind, welche von an Schlagzeilen erinnernde Kapitelüberschriften[16] wie Mit der 41 in die Stadt, Noch immer nicht da und Belehrung durch das Beispiel des Zannowich angekündigt werden. Der eigentlichen Handlung des Romans wird ein Prolog vorangestellt, darin wird von der Gefängnisentlassung und anschließenden Gewaltkur berichtet, die Franz Biberkopf sehr verändert, ramponiert, aber doch zurechtgebogen am Alexanderplatz zurücklassen wird. Im Epilog beobachtet Franz Karl den Aufmarsch der Soldaten. Die Erzählperspektive ist dezidiert modern, da sie sich vom auktorialen Erzähler verabschiedet, ohne die Position des Kommentators und Beobachters aufzugeben.[17] Hierbei greift der Erzähler auf den Bänkelsang zurück.[18] Die einzelnen Prologe stellen eine Verkündung der daraufhin folgenden Ereignisse dar, wodurch Döblin auch eine einzig auf Spannung basierende Erzählung verhindert.

Erstes Buch
Hier im Beginn verläßt Franz Biberkopf das Gefängnis Tegel,
in das ihn ein früheres sinnloses Leben geführt hat.
Er faßt in Berlin schwer wieder Fuß,
aber schließlich gelingt es ihm doch,
worüber er sich freut, und er tut nun den Schwur, anständig zu sein.[19]

Die Geschichte des Antihelden Biberkopf wird dabei lediglich von einem Erzähler angekündigt, während die Handlung mit Hilfe der Montagetechnik in eine Fülle von Stimmen aufgeht. Nebenbei ist der Roman durch die Erzähltechnik des Bewusstseinsstroms, inneren Monologs und erlebten Rede charakterisiert.[20]

Antichronologisches und simultanes Erzählen[Bearbeiten]

Der Erzähler verzichtet auf eine lineare Erzählung der Handlung. Beispielsweise wird Biberkopfs Rauswurf aus einer Kneipe gleich zu Beginn angeführt: Am Abend wird Franz richtig bei Henschke rausgeschmissen. Er tippelt allein an um 9, kuckt nach dem Vogel, der hat schon den Kop unter dem Flügel, sitzt in der Ecke auf der Stange, [...].[21] Im Verlauf wird eine Streiterei zwischen Biberkopf und politischen Gegnern erzählt, die dazu führt, dass Franz Biberkopf die Kneipe verlassen muss. Er ist draußen in der Kälte.[22]

Das simultane Erzählen, Narration und Erzählung verlaufen hier gleichzeitig, lassen den Leser unmittelbar am Geschehen teilnehmen. Obwohl die einzelnen Handlungen nacheinander niedergeschrieben sind, erkennt er eine Einheit: Heimlich hat Reinhold seine Hand an den Türdrücker dicht neben Franz geschoben. Sie sausen in eine breite Allee ein. Franz sieht noch nach rückwärts. Er wird mit einmal an der Brust gepackt, nach vorn gezerrt. Er will aufstehen, er schlägt in Reinholds Gesicht.[23] Des Weiteren wird durch die Collage unterschiedlichster Textfragmente das chaotische Großstadtgeschehen wiedergegeben.

Versatzstücke[Bearbeiten]

Versatzstücke aus der Hochliteratur durchsetzen den gesamten Roman.[24] Beispielsweise die Ermordung des mykenischen Königs Agamemnon durch Klytaimnestra und seinen Cousin Aigisthos, den Geliebten seiner Ehefrau: Er ächzt: „Weh mir, getroffen!“ Draußen fragen sie: „Wer schreit da über sich?“ „Weh mir und wieder!“ Die antike Bestie murkst ihn ab, zuckt nicht mit der Wimper, sie reißt noch draußen das Maul auf: „Vollendet hab ichs, ein Fischnetz war ich ihm um und schlug zweimal, und mit zwei Seufzern streckte er sich, und dann schickte ich ihm noch einen dritten Hieb zum Hades nach.“[25] Die Schlange war vom Baum geraschelt. Verflucht sollst du sein mit allem Vieh, auf dem Bauch sollst du kriechen, Staub fressen zeitlebens.,[26] sowie weitere biblische Anspielungen sind im Roman enthalten. Döblin bedient sich somit bewusst eines gängigen Mittels der Trivialliteratur, ironisiert dies aber durch die gezielte Verwendung hochliterarischer Texte.

Montage[Bearbeiten]

Döblin montierte unterschiedlichste Texte in seinem Roman, diese reichen von Anzeigen, Nachrichten, Werbetexten, Praxisschildern über Artikel aus Sachbüchern, Schlagertexten und Liedern bis hin zur Literatur.[27] Dennoch unterscheidet sich die Montage erheblich vom simplen Einfügen von Texten, um dadurch die Authentizität oder Veranschaulichung des Erzählten zu erhöhen. Döblins Montage ist an Motive geknüpft, dient so der Struktur des Romans.

In einem Lokal geht Lina Przyballa auf Franz zu. Ihr eigenmächtiger Vorstoß wird mit dem des Prinzen von Homburg verglichen. Nun, o Unsterblichkeit bist du ganz mein, Lieber, was für ein Glanz verbreitet sich, Heil, Heil, dem Prinz von Homburg, dem Sieger in der Schlacht von Fehrbellin, Heil![28]

Der Prinz von Homburg: Nun, o Unsterblichkeit, bist Du ganz mein!
Du strahlst mir durch die Binde meiner Augen,
Mit Glanz der tausendfachen Sonne zu! (10. Auftritt)

Kottwitz: Heil, Heil dem Prinz von Homburg!
Die Offiziere: Heil! Heil! Heil!
Alle: Dem Sieger in der Schlacht bei Fehrbellin! (11. Auftritt)

Leitmotiv[Bearbeiten]

Als Leitmotiv dienen neben einzelnen Versen wie Mit den Händchen klapp, klapp, mit den Füßchen trapp, trapp [...][29] besonders die Verse des Schnitterliedes[30]: Es ist ein Schnitter, der heißt Tod, hat Gewalt vom großen Gott. Heut wetzt er das Messer, es schneidt schon viel besser, bald wird er drein schneiden, wir müssens erleiden.[31] Daneben werden die Motive Hiob, Tod und die biblische Allegorie Hure Babylon stark variiert.

Sprache[Bearbeiten]

Der Roman zeichnet sich durch mehrere Sprachen, Sprachebenen, Slang und Dialekte aus.[32] Beispielsweise streiten sich die zwei Juden Nachum und Eliser auf Jiddisch. Seht euch den an, das ist ein Mann für die Welt, er wird nicht zwanzick Jahr wie ich mit den Bauern handeln, er ist seinem Vater um zwanzick Jahr voraus.,[33] oder [...], denkt an ä Pferd, an ä Hund, an Singvögel [...].[34] Der Protagonist Franz Biberkopf selbst sowie die sonstigen Figuren berlinern, und aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Unterschicht, der Halbschattenwelt und dem Zuhältermilieu ist die Sprache der Figuren durchsetzt vom Rotwelsch. Die Allmächtigkeit der Großstadt wird besonders deutlich, wenn die Hure Babylon und auch der Tod berlinern.

Sarkasmus und Ironie[Bearbeiten]

Idas Tötung wird durch physikalische Formeln vermittelt. Daneben ist die Waffe nichts Geringeres als ein Sahnenschläger. Gleichzeitig wird der Tod minutiös, zudem mechanisch beschrieben.[35] Auch die Figuren neigen zum Sarkasmus, so wandelt ein Rufer die ersten zwei Verse der Hymne Heil dir im Siegerkranz in Heil dir im Siegerkranz, Kartoffeln mit Heringsschwanz.[36] Weiterhin ist die Erzählhaltung durchgehend sarkastisch oder ironisch.

Kalauer, Witze und Wortspiele[Bearbeiten]

Zu guter Letzt enthält der Roman viele Wortspiele und teilweise auch Kalauer oder Witze.

  • Das erste Newtonsche (njutensche) Gesetz, welches lautet: Ein jeder Körper verharrt im Zustande der Ruhe, solange keine Kraftwirkung ihn veranlaßt, seinen Zustand zu ändern (bezieht sich auf Idas Rippen).[37]
  • Kikeriki. Es gibt viele Sorten von Hühnern. Wenn man mich aber auf Ehre und Gewissen fragt, welche ich am meisten liebe, so antworte ich frei und unumwunden: Brathühner.[38]
  • Breiten wir, werte Brüder und Brüderinnen.[39]
  • Sag mir oui, mein Kind, das ist französisch, Sag mir ja, na und auch auf chinesisch, Wie du willst, das ist ganz egal, Die Liebe ist doch international.[40]

Die Figuren[Bearbeiten]

Nahezu alle Figuren sind Außenseiter der bürgerlichen Gesellschaft, ob sie verurteilte Straftäter, Verbrecher, Prostituierte, Hehler, Zuhälter oder Juden und Kommunisten sind.

Franz Biberkopf[Bearbeiten]

Franz Biberkopf, nach seiner Läuterung Franz Karl Biberkopf, ist ein ehemaliger Zement- und Transportarbeiter. Nach der Tötung seiner Freundin Ida wird er zu vier Jahren Haft verurteilt, die er in Tegel absitzt. Biberkopf ist Anfang 30 und überdurchschnittlich groß, hat blondes Haar und abstehende Ohren. Seine Kraft nimmt selbst durch die spätere Amputation des Armes nicht ab. Zeitweise wiegt er fast zwei Zentner und ist Mitglied eines Athletenklubs. Außerdem hat er hervortretende Augäpfel. Überwiegend wird sein Charakter positiv gezeichnet. Immer wieder gilt Franz als gutmütig, treuherzig, friedfertig und naiv. Andererseits ist er wehleidig und verhält sich gegenüber Frauen oft grob, so besucht er nach seiner Haftentlassung Idas Schwester Minna und nötigt sie zum Geschlechtsverkehr oder lässt seine Freundin Cilly jene Stiefel putzen, die ein Geschenk Reinholds waren, um gerade Cilly loszuwerden. Auch scheint er apolitisch zu sein, dennoch lässt sich Biberkopf leicht für politische Propaganda missbrauchen und wirbt als Verkäufer mit seinem arischen Aussehen für nationalsozialistische Propaganda. Gegenüber Reinhold steigert sich seine Naivität allerdings zu blinder Ergebenheit. Ein Charakterzug, der besonders auffällt, ist die Treue, die Franz Freunden hält, so denunziert er beispielsweise seine Komplizen nicht. Schon im Vorwort ist jedoch von einer negativen Entwicklung Biberkopfs die Rede, der als hochmütig und ahnungslos, frech, dabei feige und voller Schwäche umschrieben wird. Er gibt gern vor seinen Kumpanen an, zugleich hat er Angst, sie könnten ihn verspotten, wenn ihm etwas Unangenehmes passiert. Sein größtes Problem ist eine regelmäßig auftretende Indolenz. Ein Hang zum Alkohol sowie seine komplizierten Beziehungen zu Frauen bringen ihn ins Zuchthaus und in die Irrenanstalt.

Reinhold[Bearbeiten]

Reinhold macht zu Beginn auf Franz einen kränklichen Eindruck, er stottert und trinkt statt Alkohol lediglich dünnen Kaffee. Reinhold ist hypersexuell, so fleht er Biberkopf an, dass dieser doch die ihm überdrüssigen Frauen abnehmen solle, was Franz auch tut. Nachdem Franz den Mädchenhandel zu unterbinden versucht, indem er von vornherein keine weiteren Frauen an Reinhold herankommen lässt, sieht dieser einen Vertrauensbruch darin. Für Reinhold ist Franz allein ein kolossaler Dussel. Sein Verhalten gegenüber Franz ist von Sadismus geprägt, er will Sonja verführen, um Franz zu erniedrigen. Anders als Franz denunziert er seine Partner, beispielsweise werden zwei davon bei einem späteren Einbruch verhaftet. Später tötet er Mieze, nachdem sie sich dem Beischlaf mit ihm verweigert hat. Nicht nur sein schlankes Aussehen unterscheidet ihn von Franz, sondern auch seine Schläue, so war das Stottern nur Tarnung, denn im Fluchtauto gibt er das Kommando an. Er ist ein geschickter Intrigant.

Mieze[Bearbeiten]

Sonja, eigentlich Emilie Parsunke, wird von Eva, die tatsächlich ebenfalls Emilie heißt, an Franz Biberkopf weitergegeben. Sie ist noch minderjährig und wird Franz’ Freundin. Das Aussehen erinnert ihn an ein Schulmädchen, und Franz tauft sie Miezeken, weil er fremde Namen nicht akzeptieren kann und eine Marie unter seinen Freundinnen noch nicht hatte. Eigentlich ist sie nur zweite Wahl, doch Franz gewinnt sie später lieb. Gegenüber Eva ist Sonja servil, will sich ihr auch sexuell unterwerfen. Dies geht gar so weit, dass sie Eva ein Kind von Franz wünscht. Sonja hat viele Verehrer, die ihr regelmäßig Briefe zusenden, doch erst ein vermutetes Verhältnis zwischen Sonja und Reinhold führt zu einem ernsthaften Konflikt, so verprügelt Franz sie schwer, erst Reinholds Einmischung kann lebensgefährliche Verletzungen oder gar ihre Tötung durch Franz verhindern. Dennoch kehrt Sonja zu Franz zurück.

Eva[Bearbeiten]

Eva ist eine frühere Freundin von Franz Biberkopf, auf deren Engagement Franz angewiesen ist. Sie hat weiterhin Beischlaf mit Franz und wird von ihm auch geschwängert. Franz lebt nach seinem Krankenhausaufenthalt bei Eva und Herbert, doch spätestens nach Miezes Tod zerbricht die Beziehung. Sie ermuntert Franz vergeblich zu einer Schadensersatzforderung. Ihr Lebensgefährte Herbert Wischow ist Zuhälter und zählt ebenfalls zu den besten sowie ehrlichen Freunden Biberkopfs.

Pums[Bearbeiten]

Pums gibt sich als Obsthändler aus, doch sein Geld verdient er als Hehler. Zu seinen Leuten zählen Reinhold, Karl Matter, Emil und später Franz. Gottlieb Meck, ein weiterer Freund Biberkopfs, handelt mit Pums Stoffe.

Otto Lüders[Bearbeiten]

Otto Lüders, der Arbeitgeber von Franz Biberkopf und die augenscheinlich einzige Verbindung außerhalb der Halbschattenwelt, stellt sich später als Erpresser einer Witwe heraus.

Die zwei Juden[Bearbeiten]

Der erste Jude trägt einen roten Vollbart; dies und seine Kleidung (langer Mantel und schwarzer Velourshut) lassen ihn in der Öffentlichkeit als Juden erkennen. Dieser Rote, Nachum, lädt auch den hilflosen Franz Biberkopf in der Wohnung eines Rabbiners ein, wo er ihm gleich die Geschichte von einem gewissen Stefan Zannowich erzählt. Daraufhin erzählt ein Brauner, Eliser, die Erzählung zu Ende, wobei sich das Glück des einst erfolgreichen Zannowich umkehrt.

„Döblin hat die Hauptfiguren von Berlin Alexanderplatz in deutliche typologische Bezüge gestellt, und dies nicht nur beiläufig durch gelegentliche Verweise auf biblische Exempel, sondern durch eine bündig in den Verlauf der Biberkopf-Handlung eingefügte Vergegenwärtigung bedeutender heilsgeschichtlicher Figuren und durch die namentliche Einreihung wichtiger Romanfiguren in den heilsgeschichtlichen Zusammenhang.[41]

Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne

Rezeption[Bearbeiten]

Der Roman verkaufte sich in den ersten zwei Monaten 20.000-mal, 1932 erreichte er die Zahl von 50.000 Exemplaren.[42] Nach der Machtergreifung wurden die Werke des Asphaltliteraten Döblin verboten, erst 1947 verlegte der Schleber Verlag den Roman in Westdeutschland, 1955 konnte das Buch auch innerhalb der DDR erscheinen. Die Popularität des Romans führte zu einer Gleichsetzung von Roman und Autor.[43] Ist von Döblin die Rede, so wird zuerst Berlin Alexanderplatz genannt, obwohl der Autor vor seinem Welterfolg schon mehrere Romane veröffentlicht hatte. Der Schriftsteller selbst kommentierte die ungeheuerliche Wirkung des Romans auf sein übriges Werk: Wenn man meinen Namen kannte, so fügte man Berlin Alexanderplatz hinzu. Aber mein Weg war noch lange nicht beendet.[44]

Als Klassiker der Moderne wurde Berlin Alexanderplatz zur Referenzgröße für nachfolgende Großstadtromane deutscher Sprache.[45] Der Germanist Volker Klotz erklärte die literarische Bedeutung des Romans: Berlin Alexanderplatz ist der erste und bis heute einzige belangvolle Roman in deutscher Sprache, der vorbehaltlos die zeitgenössische Großstadt zu seiner Sache macht.[46]

Berlin Alexanderplatz wurde in die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

Textausgaben[Bearbeiten]

  • Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf. S. Fischer, Berlin 1929 (Erstausgabe).
  • Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf. Roman. dtv, München 1972, ISBN 3-423-00295-6.
  • Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-10-015552-8.
  • Bernd Matzkowski: Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Königs Erläuterungen und Materialien (Bd. 393). Bange Verlag, Hollfeld 2013, ISBN 3-8044-1793-0.
  • Gabriele Sander: Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. (RUB 16009.) Erläuterungen und Dokumente. Reclam, Stuttgart 1998, ISBN 3-15-016009-X.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Michael Baum: Kontingenz und Gewalt. Semiotische Strukturen und erzählte Welt in Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, ISBN 3-8260-2419-2.
  • Peter Bekeš: Berlin Alexanderplatz – Interpretation. Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-637-88673-5.
  • Ursula Elm: Literatur als Lebensanschauung – Zum ideengeschichtlichen Hintergrund von Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“. Aisthesis, Bielefeld 1991, ISBN 3-925670-40-8.
  • Sonja Gong: Studien zu Alfred Döblins Erzählkunst am Beispiel seiner Berliner Romane: „Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine“ und „Berlin Alexanderplatz“. Lang, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-631-38853-5.
  • Otto Keller: Döblins „Berlin Alexanderplatz“. Die Großstadt im Spiegel ihrer Diskurse. Lang, Bern 1990, ISBN 3-261-04207-9.
  • Armin Leidinger: Hure Babylon: Großstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, ISBN 978-3-8260-4211-9.
  • Gabriele Sander: „Tatsachenphantasie“. Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach am Neckar 2007, ISBN 978-3-937384-30-6.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Der Roman wurde 1931 von Piel Jutzi unter dem Titel Berlin – Alexanderplatz erstmals verfilmt. Heinrich George spielte den Franz Biberkopf. Weitere berühmte Darsteller waren: Bernhard Minetti, Albert Florath, Hans Deppe und Käthe Haack.

1979/1980 drehte Rainer Werner Fassbinder nach dem Döblin-Stoff eine Fernsehserie in 13 Episoden und einem Epilog (ca. 930 Min., siehe Berlin Alexanderplatz (Fernsehverfilmung)). Sie wurde 1980 erstmals ausgestrahlt[47]. Günter Lamprecht ist Franz Biberkopf. Auf der Berlinale 2007 wurde erstmals eine aufgehellte restaurierte Fassung gezeigt. In der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz wurde der gesamte Film, mit lediglich drei etwa 15-minütigen Pausen, vorgeführt. Außerdem brachte die Süddeutsche Zeitung eine DVD-Edition der restaurierten Fassung heraus.

Hörbücher und Hörspiele[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. dhm.de
  2. Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki nahm 2001 den Roman in seinen Kanon auf.
  3. Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache, Ästhetik, Dichtung im Zwanzigsten Jahrhundert. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51145-7, S. 325.
  4. Walter Benjamin: Krisis des Romans. Zu Döblins Berlin Alexanderplatz. In: Gesammelte Schriften. Bd. III, Frankfurt am Main 1972.
  5. Vgl. Sabine Schneider: Alfred Döblin. Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf. In: Sabine Schneider (Hrsg.): Lektüren für das 21. Jahrhundert. Klassiker und Bestseller der deutschen Literatur von 1900 bis heute. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S. 37.
  6. Michael Baum: Kontingenz und Gewalt. Semiotische Strukturen und erzählte Welt in Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, S. 11.
  7. Hermann Wiegmann: Und wieder lächelt die Thrakerin. Zur Geschichte des literarischen Humors. Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, S. 286.
  8. Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache, Ästhetik, Dichtung im Zwanzigsten Jahrhundert. C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51145-7, S. 325.
  9. Maren Jäger: Die Joyce-Rezeption in der deutschsprachigen Erzählliteratur nach 1945. Niemeyer, Tübingen, 2009, S. 428.
  10. Alfred Döblin: Ulysses von James Joyce. In: Wilhelm Füger (Hrsg.): Kritisches Erbe. Dokumente zur Rezeption von James Joyce im deutschen Sprachbereich zu Lebzeiten des Autors. Amsterdam, Atlanta 2000, S. 212.
  11. Kai Luehrs-Kaiser: "Ulysses" für alle – Vierzig Stunden Schweinereien. Die Welt, 1. August 2013, abgerufen am 11. März 2013. Die Hartnäckigkeit solcher Behauptungen zeigt sich in der Unterstellung, der Ulysses habe Döblin gar zu seinem Roman inspiriert, obwohl Döblin schon 1927 daran schrieb.
  12. Vgl. Marcel Reich-Ranicki: Sieben Wegbereiter: Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts. DVA, Stuttgart/München 2002.
  13. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 519.
  14. Johannes Roskothen: Überrollt. Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz als neusachlicher Verkehrsroman. In: Gerhard Rupp (Hrsg.): Klassiker der deutschen Literatur. Epochen-Signaturen von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Königshausen & Neumann, Würzburg 1999, S. 217.
  15. Hermann Wiegman listet in seiner Monographie Die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts Döblins Roman unter Die Literatur der Weimarer Republik 1919-1932.
  16. Vgl. Hermann Wiegmann: Die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 2005, S.173.
  17. Vgl. Armin Leidinger: Hure Babylon: Grossstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 19.
  18. Vgl. Armin Leidinger: Hure Babylon: Grossstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 19.
  19. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 11.
  20. Jutta Schlich: Faszination und Faschismus in Alfred Döblins "Epos" der Moderne. Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf (1929). In: Matthias Luserke-Jaqui (Hrsg.): Deutschsprachige Romane der klassischen Moderne. Gruyter, 2008, S. 281.
  21. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 96.
  22. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 105.
  23. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 240.
  24. Christer Petersen: Der postmoderne Text. Rekonstruktion einer zeitgenössischen Ästhetik am Beispiel von Thomas Pynchon, Peter Greenaway und Paul Wühr. Ludwig Verlag, Kiel 2003, S. 289–290.
  25. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 111–112.
  26. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 148.
  27. Vgl. Peter Sprengel: Geschichte der deutschen Literatur 1900-1918. Von der Jahrhundertwende bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Band IX. C.H. Beck, München 2004, S. 143.
  28. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 84.
  29. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 51, 106 und 131.
  30. Armin Leidinger: Hure Babylon: Grossstadtsymphonie oder Angriff auf die Landschaft? Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz und die Großstadt Berlin: eine Annäherung aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 46.
  31. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 208, 273 und 393.
  32. Christer Petersen: Der postmoderne Text. Rekonstruktion einer zeitgenössischen Ästhetik am Beispiel von Thomas Pynchon, Peter Greenaway und Paul Wühr. Ludwig Verlag, Kiel 2003, S. 263.
  33. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 23.
  34. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 24.
  35. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 109.
  36. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 105.
  37. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 109.
  38. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 149.
  39. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 245.
  40. Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz. Roman. Werke Band III. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, S. 388.
  41. Helmuth Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne. Sprache Ästhetik Dichtung im Zwanzigsten Jahrhundert. C. H. Beck, 2004.
  42. Stepahn Füssel: Belletristische Verlage. Die Kulturverleger in der Weimarer Republik. In: Historische Kommission (Hrsg.): Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Band 2: Weimarer Republik. Teil 2. Gruyter 2010, S. 11.
  43. Jutta Schlich: Faszination und Faschismus in Alfred Döblins "Epos" der Moderne. Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf (1929). In: Matthias Luserke-Jaqui (Hrsg.): Deutschsprachige Romane der klassischen Moderne. Gruyter, 2008, S. 263.
  44. Franke Hamann: Schwieriges Werk und schweres Leben. Wilfried F. Schoellers Biografie Alfred Döblins. In: Frankfurter Hefte. (online auf: frankfurter-hefte.de)
  45. Vgl. Wiebke Porombka: Ein Roman, der schaudern macht . Deutschlandfunk, 11. September 2013, abgerufen am 12. März 2013. Der Rezensent vergleicht das Werk eines zeitgenössischen Autors mit Berlin Alexanderplatz.
  46. Volker Klotz: Die erzählte Stadt. Ein Sujet als Herausforderung des Romans von Lesage bis Döblin. Hanser 1969, S. 372.
  47. Die Zeit schrieb am 10. Oktober 1980: … ist nicht nur die längste deutsche Fernsehserie, die es je gab, und eine der teuersten, sie ist Fassbinders größtes und schönstes, ein erschreckendes und hinreißendes, ein wildes und zugleich äußerst diszipliniertes Werk, und sie gehört zum besten, was je im deutschen Fernsehen gesendet, im deutschen Film produziert wurde.