Berliner Schlittschuhclub

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Logo des Berliner Schlittschuhclubs

Der Berliner Schlittschuh-Club (kurz BSchC) ist ein Sportverein aus Berlin, der heute in die Abteilungen Curling, Eisschnelllauf, Eisstock, Eiskunstlauf, Shorttrack und Tennis aufgegliedert ist.

Die bis 2007 existierende Eishockeyabteilung ist Deutscher Eishockey-Rekordmeister. Die im neugegründeten Verein Eissport und Schlittschuh-Club 2007 Berlin organisierte Eishockeyabteilung startet seit der Saison 2008/09 in der Sachsenliga.

Geschichte[Bearbeiten]

Der BSchC wurde 1893 gegründet. Da seit Ende des Zweiten Weltkriegs das eigene Vereinsgelände zunächst nicht mehr und in der Folgezeit nur noch eingeschränkt zur Verfügung stand, zog der Verein 1974 wieder auf das heutige Vereinsgelände an der Glockenturmstrasse in Berlin um.

Nostalgiespiel des Berliner Schlittschuhclubs gegen ein Team DDR im Jahr 1997

Die Jahre bis zur ersten Meisterschaft[Bearbeiten]

1908 wurde erstmals der Eishockeyspielbetrieb im Berliner Schlittschuh-Club aufgenommen. Im November 1908 bestritt der BSchC sein erstes offizielles Eishockeyspiel im Rahmen eines internationalen Turniers im Eispalast an der Lutherstraße. Gegner war der SC Charlottenburg, der mit 9:2 Toren bezwungen wurde. 1910 und 1911 erreichte die Mannschaft zweimal in Folge das Finale um die Berliner Stadtmeisterschaft und unterlag jeweils dem BFC Preussen. 1912 wurde der Verein erstmals Deutscher Meister. In den folgenden Jahrzehnten kamen 19 weitere Meisterschaften hinzu, eine davon in einer Kriegsspielgemeinschaft mit dem SC Brandenburg.

Die Nachkriegsjahre bis Ende der 1960er Jahre[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte die Mannschaft des BSchC zunächst unter dem Namen EG Berlin-Eichkamp, da der Verein erst 1951 wieder unter seinem ursprünglichen Namen ins Vereinsregister eingetragen werden durfte. Als EG Berlin-Eichkamp gewann der Verein 1947 die Deutsche Vizemeisterschaft sowie 1949 den Meistertitel des Berliner Eissportverbandes. In den Qualifikationsspielen zur neu gegründeten Eishockey-Oberliga scheiterte der Schlittschuhclub im selben Jahr am Münchner EV.

In der Saison 1957/58 gelang dem Verein der Aufstieg in die Oberliga, jedoch wurde er mit der Einführung der Eishockey-Bundesliga wieder in die – nun zweitklassige – Oberliga zurückgestuft. In der Oberliga verblieb der BSchC bis auf ein kurzes Zwischenspiel in der Bundesligasaison 1966/67, bevor sich der Verein ab der Spielzeit 1972/73 im Eishockey-Oberhaus etablierte.

Anfang der 70er bis Ende des Jahrtausends[Bearbeiten]

Im Sommer 1971 wurden in Berlin die Eishockeymannschaften von BFC Preussen und Hertha BSC aufgelöst, sodass die bisherigen Führungsspieler dieser Mannschaften den Kader des BSC verstärkten. Sowohl in der Saison 1973/74, als auch der Saison 1975/76 wurde der Club mit dem Trainer Xaver Unsinn Deutscher Meister. Herausragende Spieler waren z.B. Lorenz Funk sr. und die Vozar-Brüder. Im Jahr 1981 wurde die Eishockeyabteilung schließlich in den Berliner Schlittschuh-Club Eishockey e. V. ausgegliedert, was aber nicht den Rückzug aus der Eishockey-Bundesliga 1982 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten verhinderte. Aus Teilen der zurückgezogenen Mannschaft bildete sich im Anschluss der BSC Preussen. 1983 nahm der BSchC den Spielbetrieb in der Regionalliga Nord wieder auf und spielte nach ihrer Auflösung 1987 in der Oberliga Nord.

Frauenmannschaft[Bearbeiten]

Im Jahr 1983 wurde das Angebot im Eishockeybereich um eine Frauenmannschaft erweitert, die sich im Jahr 1988 dem OSC Berlin anschloss. Nach dem 1991 erfolgten Beitritt der Ost-Berliner Eishockeymannschaft des Berliner SV AdW, die 1990/91 als Teilnehmer an der letzten Bestenermittlung in der DDR in die Regionalliga Nord aufgenommen wurde, übernahm die Eishockeymannschaft die Einstufung des BSV AdW in der Regionalliga Nord. Nachdem 1992 die Eishockeyabteilung in den wiederbelebten Berliner Schlittschuhclub Eishockey ausgelagert wurde, spielte sie bis zur Saison 1993/94 wieder in der Oberliga Nord. 1996 stieg der Verein sogar für eine Spielzeit in die 2. Liga Nord auf. In der Folgezeit wurde die Eishockeyabteilung wieder in den Hauptverein eingegliedert.

Kooperation zwischen dem Schlittschuhclub und den Preussen[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 schloss der Berliner Schlittschuh-Club nach der Insolvenz der Berlin Capitals eine Kooperation mit der neu gegründeten Berliner Schlittschuh-Club Preussen GmbH (Siehe BSchC Preussen), die jedoch nach der Insolvenz des BSchC Preussen 2005 nach einem Jahr beendet wurde. Wie in der Saison 2005/06 spielte die erste Herrenmannschaft des BSchC bis 2007 in der fünftklassigen Verbandsliga Nord-Ost, die zweite Auswahl trat in der sechstklassigen Landesliga Berlin an. Anfang Juli 2007 wurde die Eishockeyabteilung vom Verein Berliner Schlittschuh-Club 1893 ausgeschlossen. Um den Mitgliedern der ausgeschlossenen Abteilung die Fortführung des Spielbetriebs zu ermöglichen, wurde ein neuer Verein, der Berliner Schlittschuh-Club 2007 Eissport gegründet. Die erste Mannschaft nahm an der Regionalliga Nord/Ost teil und schaffte mit zwei Siegen in 16 Spielen knapp den Klassenerhalt. Diese Saison war auch die letzte im BSchC 1893 e.V.

Der Berliner Schlittschuhclub heute[Bearbeiten]

Eissport & Schlittschuh-Club Berlin

Nachdem der Club in die fünftklassige Berliner Landesliga abstieg, wurde zeitgleich eine zweite Mannschaft in der Sachsenliga gemeldet. Seitdem wechselten viele ältere Spieler zum Verein zurück, die vor Jahren noch in der Oberliga aktiv waren. Neben vielen Akteuren, die 2007 in der Regionalliga spielten, gehören auch einige Junioren des ECC Preussen Berlin dem Kader an, da diese ihre Jugendbundesligamannschaft aus finanziellen Gründen aufgeben mussten.

Aktuell umfasst der Verein 100 Mitglieder und trägt seine Heimspiele unter anderem im Wellblechpalast aus. Wie in der Saison 2009/10 traten auch 2010/11 zwei Teams für den Schlittschuhclub an. Die erste Mannschaft spielt nach dem Gewinn der Vizemeisterschaft erneut um den Aufstieg in die nun nächsthöhere Spielklasse, der Oberliga. Die zweite Mannschaft spielt in der Berliner Landesliga. Highlight im Jahr 2010 war ein Ligaspiel des Clubs in der O2 World vor über 1000 Zuschauern.

Größte Erfolge[Bearbeiten]

Deutscher Meister[Bearbeiten]

Der Berliner Schlittschuh-Club erreichte insgesamt 20 Deutsche Meisterschaften und ist damit Rekordmeister im deutschen Eishockey. 1912, 1913, 1914, 1920, 1921, 1923, 1924, 1925, 1926, 1928, 1929, 1930, 1931, 1932, 1933, 1936, 1937, 1974, 1976 sowie 1944 als Spielgemeinschaft mit dem SC Brandenburg.

Spengler Cup-Sieger[Bearbeiten]

In den Jahren 1924, 1926 und 1928 gewann der Berliner Schlittschuh-Club den Spengler Cup und ist damit auch hier der erfolgreichste deutsche Eishockeyverein.

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Der ehemalige DDR-Nationaltorhüter René Bielke beim BSchC, 1997

Bekannte ehemalige Trainer[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]