Berlinische Galerie

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Berlinische Galerie
Berlinische Galerie in der Alten Jakobstraße

Berlinische Galerie in der Alten Jakobstraße

Daten
Ort Berlin-Kreuzberg
Baujahr 1965
Koordinaten 52° 30′ 15″ N, 13° 23′ 56″ O52.50416666666713.398888888889Koordinaten: 52° 30′ 15″ N, 13° 23′ 56″ O

Die Berlinische Galerie (Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Stiftung Öffentlichen Rechts) liegt in der Alten Jakobstraße im Berliner Ortsteil Kreuzberg. Sie sammelt in Berlin seit 1870 entstandene Kunst mit einem regionalen und internationalen Schwerpunkt. Die Sammlung besteht aus Bildender Kunst, Fotografie, Architektur, Grafik und Künstlerarchiven. Direktor des Museums ist seit September 2010 der Kunsthistoriker Thomas Köhler, bis dahin stellvertretender Direktor, als Nachfolger von Jörn Merkert.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Berlinische Galerie wurde im Jahr 1975 als Verein gegründet, um in Berlin entstandene Kunst zu präsentieren. In den ersten Jahren residierte sie in einem Charlottenburger Büro, Ausstellungen wurden unter anderem in der Akademie der Künste oder der Neuen Nationalgalerie gezeigt. 1978 zog die Galerie in das Landwehr-Kasino in der Jebensstraße am Bahnhof Zoo und 1986 in den Martin-Gropius-Bau.

Die Sammlung wurde 1994 zur Stiftung öffentlichen Rechts, aus dem Trägerverein entstand später der Förderverein Berlinische Galerie e. V. Im Jahr 1998 musste die Berlinische Galerie den Martin-Gropius-Bau wegen Umbauarbeiten verlassen. Nach Jahren ohne Domizil wurde am 22. Oktober 2004 ein eigenes Haus in einer umgebauten Industriehalle mit 4600 m² Ausstellungsfläche in der Alten Jakobstraße eröffnet. Der Umbau des 1965 errichteten Gebäudes dauerte ein Jahr; ursprünglich befand sich dort ein Glaslager. Im Nachbargebäude wird noch heute das Glaserhandwerk gelehrt.

Vor dem Museumsgebäude steht unter anderem eine Metallskulptur des Bildhauer-Ehepaars Matschinsky-Denninghoff.[2] Daneben gibt es aus Platzgründen in den Straßen rund um das Museum einen öffentlichen Skulpturenpark mit der Bezeichnung Kunst – Stadt – Raum.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Zentrale Ausstellungshalle

Auf zwei Ebenen werden die Dauerausstellung sowie Sonderausstellungen gezeigt. Darüber hinaus gibt es einen Vortragssaal, ein Archiv, eine Bibliothek, einen Studiensaal, ein Café, einen Museumsshop sowie eine Kunstschule für Kinder und Erwachsene.

Im Obergeschoss präsentiert die Galerie in chronologischer Folge eine Auswahl der Meisterwerke ihrer Sammlung, aktualisiert durch Entdeckungen und Neuerwerbungen. Schwerpunkt sind Dada Berlin, die Neue Sachlichkeit und osteuropäische Avantgarde. Außerdem zeigt die Galerie die Kunst des geteilten und wiedervereinten Berlins.

Das Sonderausstellungsprogramm im Erdgeschoss reicht von der Klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst in Berlin. Es wird ergänzt durch Veranstaltungsreihen mit Filmen, Konzerten, Künstlergesprächen, Kuratorenführungen und Vorträgen.

Die ältesten Werke des Bestandes stammen aus dem Jahr 1870. Im Bereich Bildende Kunst besitzt die Sammlung des Museums unter anderem Werke der Berliner Secession (Max Liebermann, Lovis Corinth, Franz Skarbina, Hans Baluschek), der Neuen Sachlichkeit und des Expressionismus (Otto Dix, George Grosz, Hannah Höch) und Gemälde von Georg Baselitz, Werke von Wolf Vostell, Ursula Sax und den Jungen Wilden, sowie zeitgenössische Installationen. Dazu kommen die große Grafische Sammlung (rund 15.000 Arbeiten), Fotografien und Architekturmodelle.

Sonderausstellungen[Bearbeiten]

  • 2010/2011: Nan Goldin – Berlin Work. Fotografien 1984–2009.
  • 2010/2011: Susanne Kriemann – GASAG-Kunstpreis 2010.
  • 2010/2011: Arno Fischer – Fotografien 1953–2006. Hannah-Höch-Preis 2010.
  • 2011/2012: Eva Besnyö – Fotografin 1910–2003. Budapest – Berlin – Amsterdam.
  • 2011/2012: J. Mayer H.RAPPORT. Experimentelle Raumstrukturen.
  • 2011/2012: 12×12. Die IBB-Videolounge in der Berlinischen Galerie.
  • 2011/2012: Friedrich Seidenstücker – Fotografien 1925–1958.
  • 2012: Boris Mikhailov: Time is out of joint. Fotografien 1966–2011.
  • 2012: Aus der Sammlung: Straßen und Gesichter 1918–1933.
  • 2012: Michael SailstorferForst. Vattenfall Contemporary 2012
  • 2012: Manifesto Collage. Die About Change, Collection zu Gast in der Berlinischen Galerie.
  • 2012/2013: Geschlossene Gesellschaft – Künstlerische Fotografie in der DDR 1949–1989
  • 2012/2013: GASAG Kunstpreis 2012
  • 2013: Vattenfall contemporary: Katja Strunz – Drehmoment (Viel Zeit, wenig Raum), 26. April bis 2. September
  • 2013: Tobias Zielony Jenny Jenny, 21. Juni bis 30. September
  • 2013/2014: 12×12 Die IBB-Videolounge in der Berlinischen Galerie, 5. Juni 2013 bis 5. Mai 2014
  • 2013/2014: Ari Benjamin Meyers. Chamber Music (Vestibule)
  • 2014: Dorothy Iannone: This Sweetness Outside of Time. Gemälde, Objekte, Bücher 1959–2014.

Kunstpreise[Bearbeiten]

GASAG-Kunstpreis[Bearbeiten]

Seit 2010 wird der GASAG-Kunstpreis in Kooperation mit der Berlinischen Galerie verliehen. Alle zwei Jahre zeichnet der Preis eine „künstlerische Position an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik“ aus. Der GASAG-Kunstpreis ist mit rund 10.000 Euro dotiert und schließt einen Kunstankauf in Höhe von 4.000 Euro ein.[3]

  • 2010 erhielt den Preis die in Rotterdam und Berlin lebende und arbeitende Künstlerin Susanne Kriemann.
  • 2012 bekam Tue Greenfort den Preis.[4]

Vattenfall Contemporary[Bearbeiten]

Der Preis Vattenfall Contemporary ist Nachfolger der Auszeichnung Vattenfall Kunstpreis Energie, der seit 1992 jährlich verliehen wird. 2009 hat Vattenfall Europe den Kunstpreis zusammen mit der Berlinischen Galerie neu ausgerichtet. Neben Malerei und Zeichnung wird er seither auch für Medienkunst, Performance und Skulptur an international renommierte Künstler verliehen, die in Berlin leben und arbeiten. Der Preis beinhaltet eine Ausstellung in der Berlinischen Galerie, die Produktion eines Kataloges und den Ankauf einer Arbeit für die Sammlung Vattenfall. Die bisherigen Preisträger sind Julian Rosefeldt (2010) und Angela Bulloch (2011). 2012 ging der Preis an Michael Sailstorfer, 2013 wird er Katja Strunz (* 1970) verliehen.[5]

Hannah-Höch-Preis[Bearbeiten]

Seit 1996 wird von der Kulturverwaltung des Berliner Senats der Hannah-Höch-Preis für ein hervorragendes künstlerisches Lebenswerk verliehen. Zielgruppe des Preises sind bildende Künstler, die ihr 60. Lebensjahr vollendet haben und deren Lebens- und Arbeitsschwerpunkt von Berlin geprägt ist. Entscheidend für die Auswahl ist eine kontinuierlich hochwertige künstlerische Leistung, die bisher noch nicht öffentlich gewürdigt wurde. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch die Förderkommission Bildende Kunst der Kulturverwaltung des Berliner Senats, wobei Eigenbewerbungen nicht möglich sind.

Die Preissumme beträgt 15.000 Euro. Die Ehrung ist verbunden mit einem künstlerischen Projekt oder einer Ausstellung sowie einem Katalog. Diese werden nach Möglichkeit durch die Stiftung Berlinische Galerie, die Stiftung Stadtmuseum Berlin, das Kupferstichkabinett oder den Neuen Berliner Kunstverein durchgeführt. Die Preisverleihung findet in Anlehnung an den Geburtstag von Hannah Höch im November des jeweiligen Jahres statt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlinische Galerie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Köhler gibt für die Berlinische Galerie alles.In: Der Tagesspiegel, 1. April 2010.
  2. Website Berlinische Galerie
  3. GASAG-Kunstpreis. Website Berlinische Galerie, abgerufen am 3. Oktober 2012.
  4. Tue Greenfort. Website Berlinische Galerie, abgerufen am 3. Oktober 2012.
  5. Ausstellungs-Vorschau Vattenfall Contemporary 2013 auf der Website der Berlinischen Galerie, abgerufen am 15. April 2013.