Bernard Squarcini

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Bernard Squarcini (alias Le Squale) (* 12. Dezember 1955 in Rabat, Französisch-Marokko) ist ein hoher französischer Verwaltungsfunktionär.

Berufliche Karriere[Bearbeiten]

Squarcini war ab 2007 Chef des französischen Inlandsgeheimdienstes Direction de la surveillance du territoire (DST), der zusammen mit der Direction centrale des renseignements généraux zum neuen französischen Inlandsgeheimdienst (Direction centrale du renseignement intérieur, DCRI) verschmolzen wurde. Der französische Präsident Sarkozy ernannte ihn am 2. Juli 2008 zum ersten Chef des DCRI.[1] Er bekleidete diese Position bis zur Abberufung durch den nachfolgenden Präsidenten Hollande am 30. Mai 2012.[2]

Am 17. Oktober 2011 wurde Squarcini in Zusammenhang mit der Überwachung eines Journalisten der Zeitung Le Monde als „Zeuge mit Rechtsbeistand“, einer Mischung zwischen Zeuge und Beklagter, geladen. Ihm wurde vorgeworfen zusammen mit Polizeichef Frederic Pechenard die Telefonate des Journalisten ausgewertet zu haben.[3] Ziel sollen die Informanten in der Bettencourt-Affäre gewesen sein.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Olivia Recasens, Christophe Labbé, Didier Hassoux: L'espion du président, au coeur de la police politique de Sarkozy. Editions Robert Laffont, 2012, ISBN 978-2221129838.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Décret du 2 juillet 2008 portant nomination d'un directeur des services actifs de la police nationale - M. Squarcini (Bernard). In: Legifranc.gouv.fr. 2. Juli 2008, abgerufen am 27. November 2012 (französisch).
  2. Hollande macht Front gegen Manager. In: Spiegel. 30. Mai 2012, abgerufen am 27. November 2012.
  3. Stefan Brändle: Geheimdienst "betreut" angeblich Journalisten. In: Frankfurter Rundschau. 3. November 2010, abgerufen am 3. November 2010.
  4. Spitzelaffäre: Frankreichs Geheimdienstchef verhört. In: ORF. 1. Oktober 2011, abgerufen am 17. Oktober 2011.