Bernardo Pasquini

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Bernardo Pasquini

Bernardo Pasquini (* 8. Dezember 1637 in Massa in Val di Nievole, (Toskana); † 22. November 1710 in Rom) war ein italienischer Organist, Cembalist, Kapellmeister und Komponist des Barock.

Leben[Bearbeiten]

Bernardo Pasquini erhielt ersten Unterricht durch Mariotto Bocciantini. Ab 1650 lebte er bei einem Onkel, der Priester war, in Ferrara und erhielt bei örtlichen Musikern weiteren Unterricht. Von Anfang 1654 bis November 1655 war er Organist an der „Accademia della morte“ in Ferrara. Danach ließ er sich in Rom nieder, wo er Schüler Marc'Antonio Cestis und Loreto Vittori wurde. Ab 1667 war er Diensten des Fürsten Giovan Battista Borghese, Principe di Sulmona und ab 1691 in den Diensten dessen Sohnes. Später wurde er Organist an verschiedenen römischen Kirchen, darunter auch Santa Maria Maggiore (1665 bis 1667). 1664 reiste er im Gefolge des Kardinals Flavio Chigi nach Frankreich. Pasquini war Komponist für zahlreiche Vertreter des römischen Hochadels, darunter Königin Christina von Schweden, zu deren Ehren seine Oper Dov'è amore è pietà 1679 aufgeführt wurde. Er war ein gesuchter Cembalist und Lehrer und wurde oft von bedeutenden Adelshäusern engagiert.

Während Alessandro Scarlattis zweitem Aufenthalt in Rom (1703 bis 1708) arbeiteten er und Arcangelo Corelli oft an Aufführungen mit diesem zusammen, insbesondere in Zusammenhang mit der Accademia degli Arcadi, in der alle drei Mitglied waren. Er arbeitete auch für das Oratorium Santissimo Crocifisso.

Zu seinen Schülern zählten, Giovanni Maria Casini, Giuseppe Fabbrini, Francesco Gasparini, Johann Philipp Krieger und Georg Muffat.

Pasquini veröffentlichte etliche bedeutende Werke für Tasteninstrumente, darunter Toccaten, Suiten und Partiten. Er war der Erste, der in Italien Suiten komponierte, und machte diese Gattung in seiner Heimat bekannt. Neben zahlreichen Vokalwerken verschiedener Art schuf er 14 Opern, die zu seiner Zeit sehr erfolgreich waren.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in Riemanns Musiklexikon 1961