Berndt Heydemann

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Berndt Heydemann 2013

Berndt Heydemann (* 27. Februar 1930 in Kiel) ist ein deutscher Biologe. Er war Professor der Christian-Albrechts-Universität Kiel und mehrere Jahre Umweltminister von Schleswig-Holstein. Weiterhin tritt er als Autor von Sachbüchern in Erscheinung.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach dem Abitur machte Heydemann eine praktische Ausbildung im Gartenbau. Ab 1948 studierte er Zoologie, Botanik, Biologie, Chemie, Physik und Ökologie und wurde 1953 über Agrarökologische Problematik promoviert. Von 1956 bis 1962 etablierte er am Zoologischen Institut der Kieler Universität das Gebiet „Biologische Küstenforschung/Angewandte Ökologie“. 1964 habilitierte er sich mit der Arbeit Die Entwicklung von Meer und Land - Freiland- und Laborexperimente zur Adaption der Organismen im Ebbe- und Flut-Bereich. Mehrere Forschungsaufenthalte führten ihn dabei nach Frankreich, Spanien, Polen und in die Tschechoslowakei. Unterstützt von der Volkswagen-Stiftung war Heydemann 1964-1966 am Aufbau der Forschungsinstitution „Ökologische Küstenforschung“ beteiligt. 1970 bis 1988 war er Direktor am Biologiezentrum der Universität Kiel.

Nach dem Wahlerfolg der SPD 1988 bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein wurde Heydemann als Minister für Natur, Umwelt und Landesentwicklung parteiloses Mitglied im Kabinett von Björn Engholm. Nachdem er in der nächsten Regierungsperiode unter Heide Simonis nicht mehr ausreichend Unterstützung erhielt, trat Heydemann 1993 zum Jahresende als Minister zurück und arbeitete wieder als Professor an der Universität in Kiel.[1]

1998 gründete er die Nieklitzer Ökologie- und Ökotechnologie-Stiftung (NICOL), deren Hauptprojekt das Zukunftszentrum Mensch - Natur - Technik - Wissenschaft (ZMTW) in Nieklitz ist. Dafür erhielt er 2005 den Umweltpreis der Bundesstiftung Umwelt. Da das ZMTW troz Fördermitteln von mehr als sechs Millionen Euro statt der geplanten 200.000 nur 12.000 Besucher pro Jahr erreichte und nach Auffassung des Landwirtschaftsministers Till Backhaus "keine nützlichen wissenschaftlichen Ergebnisse" erzielte, wurde Anfang 2013 bekannt, dass Heydemann ein neues Ausstellungs-Projekt in Schleswig-Holstein plane, das auch Exponate des ZMTW aufnehmen soll.[2]

Werke[Bearbeiten]

  • Elementare Kunst in der Natur. Form - Farbe - Funktion". Mit Jutta Müller-Karch. Wachholtz, Neumünster 1989, ISBN 978-3-529-05403-7.
  • Neuer Biologischer Atlas. Ökologie von Schleswig-Holstein und Hamburg. Wachholtz, Neumünster 1997, ISBN 3-529-05404-6.
  • Ökologie der Schönheit. Wachholtz, Neumünster 2008, ISBN 978-3-5290-5424-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Berufliches: Berndt Heydemann. In: Der Spiegel. Nr. 45, 1993, S. 300 (online).
  2. Peter Höver: "Krach um teures Umwelt-Zentrum: Ex-Minister Heydemann scheitert in Mecklenburg-Vorpommern - jetzt will er nach Mölln", Ostholsteiner Anzeiger vom 11. Januar 2013, S. 14