Berndt Röder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Berndt Röder (* 3. Dezember 1948 in Lünen) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von Oktober 1984 bis Februar 2011 durchgängig Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft.

Leben[Bearbeiten]

Röder ging in Lünen, Hamburg und Athen zur Schule. 1968 verließ er die Albert-Schweitzer-Schule in Hamburg mit dem Abitur. Im Anschluss absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg. Seit 1977 ist Röder als Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Zeitungsverlegerverbandes Hamburg sowie des Verbandes der Zeitungsverlage Norddeutschland tätig.

Er ist zum zweiten Mal verheiratet und hat drei Kinder.

Politik[Bearbeiten]

Röder trat 1968 in die CDU ein und war von 1974 bis 1984 Bezirksabgeordneter der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. 1982 kurzzeitig und wiederum seit Oktober 1984 ist er Mitglied der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Von 1997 bis 2004 war er ihr Erster Vizepräsident und von März 2004 bis Februar 2010 ihr Präsident.

Im Juni 2004 geriet Röder in die Kritik, nachdem er in den Räumen der Bürgerschaftskanzlei einen eigens eingerichteten Alarmknopf gedrückt hatte, um die Zeit bis zum Eintreffen der Polizei zu messen. Die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes und die Staatsanwaltschaft ermittelten daraufhin wegen Missbrauchs von Notrufeinrichtungen gegen ihn. Das Verfahren ist gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 2500 € eingestellt worden. Er musste darüber hinaus der Stadt die Hälfte der wegen des Missbrauchs entstandenen Kosten erstatten.[1][2][3][4][5]

Im Februar 2010 kam erneut Kritik an Röder auf, nachdem er sich an die Staatsräte der Innen- und der Umweltbehörde wandte und damit Druck auf die Hamburger Stadtreinigung ausübte, um seine abgelegene Wohnstraße vom Eis räumen zu lassen. Gleichzeitig wiesen alle Hamburger Nebenstraßen einen dicken, spiegelglatten Eispanzer auf, da sich die Stadtreinigung lediglich in Lage sah, die Hauptstraßen zu räumen.[6] Röder gab als Grund für diese Sonderbehandlung an, ihm sei es um ein benachbartes Veranstaltungszentrum gegangen.[7] Am 20. Februar 2010 erklärte er daraufhin seinen Rücktritt als Präsident der Hamburgischen Bürgerschaft.[8]

Mit Ablauf der 19. Wahlperiode im Februar 2011 schied Röder als Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft aus.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG), Presseerklärung vom 16. Juni 2004
  2. Die Welt, Artikel Klingelstreich hat ein Nachspiel. vom 17. Juni 2004
  3. Hamburger Morgenpost, Artikel Das Protokoll des Notruf-Skandals. vom 17. Juni 2004
  4. Der Tagesspiegel, Artikel Bei Anruf Test. vom 19. Juni 2004
  5. Hamburger Morgenpost, Artikel Röder hat 2500 Euro Buße bezahlt. vom 10. Dezember 2004
  6. Hamburger Morgenpost, Artikel Der Skandal um eine geräumte Nebenstraße. vom 9. Februar 2010
  7. Hamburger Morgenpost, Artikel Röder rief den Katastrophenschutz. vom 12. Februar 2010
  8. Welt Online, Artikel Bürgerschaftspräsident Berndt Röder tritt zurück. vom 20. Februar 2010
  9. Hamburgische Bürgerschaft Fraktionen, abgerufen am 8. August 2011