Berndt Seite

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Berndt Seite (2009)

Berndt Seite (* 22. April 1940 in Hahnswalde bei Trebnitz, Provinz Schlesien), ist ein deutscher Politiker (CDU), der 1990 in die CDU eintrat und von 1992 bis 1998 Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern war.

Leben[Bearbeiten]

Berndt Seite besuchte die Landesschule Pforta[1], studierte anschließend Tiermedizin und war lange Zeit als Tierarzt tätig.

Politik[Bearbeiten]

Von 1990 bis 1992 war Berndt Seite Generalsekretär der CDU in Mecklenburg-Vorpommern.

Nach dem von der CDU-Landtagsfraktion per Misstrauensvotum erzwungenen Rücktritt von Alfred Gomolka als Ministerpräsident wurde Seite zu dessen Nachfolger gewählt und führte die schwarz-gelbe Koalition fort. Gleichzeitig übernahm er Gomolkas Amt als Bundesratspräsident, welches er bis zum 31. Oktober 1992 ausübte.

Im ersten Jahr seiner Amtszeit kam es zu den Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen. Als deren Konsequenz forderte Seite eine Ergänzung des Asylrechts, wie sie damals bereits von Bundespolitikern der CDU gefordert und ein Jahr später per Grundgesetzänderung vollzogen wurde. Damit sollte der Zustrom von Asylbewerbern drastisch reduziert werden.[2]

Bei der Landtagswahl 1994, welche parallel zur Bundestagswahl stattfand, konnte die CDU ihre Position behaupten (37,7 %, -0,5 Prozentpunkte), während die SPD leicht zulegte (29,5 %, + 2,5 Prozentpunkte). Da die FDP aus dem Landtag ausschied (3,8 %) und ansonsten nur noch die PDS im Landtag vertreten war, wurde eine Große Koalition gebildet, der Seite als Ministerpräsident vorstand.

Bei der Landtagswahl 1998, welche wiederum parallel zur Bundestagswahl stattfand, erlitt die CDU herbe Verluste (30,2 %, -7,5 Prozentpunkte), während die SPD unter Harald Ringstorff stärkste Kraft wurde (34,3 %) und zusammen mit der PDS die erste rot-rote Koalition bundesweit bildete.

Seite erklärte noch in der Wahlnacht seinen Rückzug aus der Landespolitik. Am 3. November 1998 wurde Harald Ringstorff zu Seites Nachfolger gewählt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Weißer Rauch. Erzählung. Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.,Sankt Augustin 2004, ISBN 3-937731-30-X.
  • nimmt die windbraut doch den schleier. Gedichte. Selbstverlag 2005.
  • miszellen. Selbstverlag 2006.
  • neues vom mond. Gedichte. Selbstverlag 2007.
  • strandgut. Inseltagebuch. Selbstverlag 2008.
  • Schneeengel frieren nicht. Eine Biographie. Verlag Theater der Zeit, Berlin 2009, ISBN 978-3-940737-59-5 (Autobiographie).
  • hypomnemata. Notizen am Ende eines Tages. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2011, ISBN 978-3-8448-8206-3.
  • Strandgut. Ein Inseltagebuch. Bertuch Verlag, Weimar 2013, ISBN 978-3-86397-021-5.
  • Die Rampe oder An der Lethe wachsen keine Bäume.Verlag Theater der Zeit, Berlin 2013, ISBN 978-3-943881-45-5.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Landesschule_Pforta#Alumni
  2. http://carava.net/2007/06/15/123/