Berner Oberland

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Landesteilfahne Oberland

Als Berner Oberland werden die höher gelegenen Teile des Kantons Bern in der Schweiz bezeichnet. Es sind dies die Region um Thuner- und Brienzersee und die südlich davon gelegenen Täler. Das Berner Oberland ist ein beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff Berner Oberland geht zurück auf die Schaffung des Kantons Oberland durch Napoleon mit der Hauptstadt Thun im Jahr 1798. Bereits fünf Jahre später, im Jahr 1803 wurde mit der Mediationsakte der Kanton Oberland durch Napoleon selbst wieder mit dem Kanton Bern vereinigt. Allerdings blieb das Gefühl der Zusammengehörigkeit der "Oberländer" bestehen.

Landesteilfahne Oberland[Bearbeiten]

Die Landesteilfahne Oberland wurde vom Architekten B. von Rodt entworfen und am 29. Mai 1953 vom Regierungsrat des Kantons Bern offiziell anerkannt.[1]

Tourismus[Bearbeiten]

Blick vom Niederhorn auf Thun und den Thunersee
Blick vom Faulhorn auf die Bergkette des Berner Oberlandes

Thun bildet das Tor zum Berner Oberland. Ausgangspunkte sind vor allem aber Spiez und Interlaken. Der Tourismus begann schon früh und war anfänglich eng mit der wissenschaftlichen Erschliessung des Gebirges verknüpft, wurde dann aber auch literarisch angeregt und verbreitet, so durch Albrecht von Hallers Monumentalgedicht Die Alpen und durch Trivialliteratur, wie die Erzählung Mimili von Heinrich Clauren.

Einige Touristenorte liegen im Talgrund oder -kessel (Grindelwald, Kandersteg, Adelboden, Zweisimmen, Lenk), andere auf Talterrassen, so zum Beispiel Hasliberg, Wengen, Mürren oder Beatenberg. Weitere Ortschaften liegen an den Ufern des Brienzer- oder Thunersees: Brienz, Bönigen, Iseltwald, Gunten, Merligen.

Der Hauptkamm der Berner Alpen stellt eine weitgehend unüberwindliche Barriere bei Reisen nach Süden dar, so dass es hier nur wenige Verkehrsverbindungen gibt. Im Strassenverkehr spielen die nur im Sommer befahrbaren Pässe Susten und Grimsel eine wichtige Rolle, die das Berner Oberland mit dem Urner Reusstal bzw. dem Goms (Oberwallis) verbinden. Der ganzjährig geöffnete Brünigpass stellt eine direkte Verbindung in die Innerschweiz her.

Das Gebiet um Thuner- und Brienzersee ist über die Autobahn 6 von Bern her gut erreichbar. Bei Thun geht die Autobahn 6 in die Autobahn 8 über, die am Südufer der Seen entlang nach Brienz und weiter über den Brünigpass in Richtung Luzern führt.

Der Eisenbahn-Fernverkehr bedient Thun und Spiez von Bern aus über die Hauptstrecke der Lötschberglinie. Die Montreux-Oberland-Bahn (MOB) verbindet das Saanenland mit der Genferseeregion, während die Brünigbahn die Bahnverbindung in die Zentralschweiz herstellt.

Der Bahnverkehr durchquert die Berner Alpen zwischen Kandersteg und Goppenstein im Kanton Wallis im Lötschbergtunnel und seit 2007 im tiefer gelegenen Lötschberg-Basistunnel zwischen Frutigen und Visp. Diese beiden Tunnel stellen die einzigen ganzjährig befahrbaren Verkehrsverbindungen, die den Hauptkamm der Berner Alpen queren, dar, da der Grimselpass im Winter geschlossen ist.

Im Zusammenhang mit dem Tourismus wurden viele Gipfel schon früh durch Bergbahnen erschlossen, z.B. Niesen, Brienzer Rothorn, Schilthorn. Das durch eine Zahnradbahn erschlossene Jungfraujoch (Top of Europe) ist eines der populärsten Touristenziele in der Region. In neuerer Zeit sind zahlreiche Luftseilbahnen, Gondelbahnen und Sessellifte hinzugekommen. Von Grindelwald aus führt die längste Gondelbahn der Welt, die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen, auf den Männlichen.

Der Wetterhorn-Aufzug zum Wetterhorn war die erste Seilbahn der Schweiz. Von vier ursprünglich geplanten Stationen wurde nur die erste gebaut. Seit 1918 ist sie nicht mehr in Betrieb.

Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist Blausee, ein von einem Naturpark umgebener Bergsee mit Forellenzucht im Kandertal.

Einzelne Regionen und Orte[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Das Berner Oberland ist geprägt durch eine Reihe von Tälern, die vom Hauptkamm der Berner Alpen gegen Norden abfallen. Alle diese Täler entwässern in die Aare, die, entspringend im Osten des Berner Oberlands, im Norden des Berner Oberlands den Brienzersee und den Thunersee speist. Im Nordwesten hebt sich die Stockhornkette schroff vom Berner Mittelland ab. Von Gletschern bedeckt ist nur der Hauptkamm der Berner Alpen.

Das Berner Oberland umfasst das Fluss- und Talgebiet der alpinen Aare und ihrer Zuflüsse im Süden des Kantons Bern sowie das westlich anschliessende Saanenland (Gstaad, Saanen), dessen Tallinie nicht zum Aaregebiet, sondern in die Kantone Waadt und Freiburg geöffnet ist. Eine Linie von Gental über Meiringen, Grosse und Kleine Scheidegg, Sefinenfurgge, Hohtürli, Kandersteg, Adelboden bis Lenk teilt das Berner Oberland in eine nördliche voralpine Zone, in der kein Gipfel höher als 3'000 m ü. M. ist, und eine südliche hochalpine Zone, deren höchster Gipfel, das Finsteraarhorn (4'274 m ü. M.) erreicht. Weitere bekannte Gipfel dieser Zone sind Eiger (3'970 m), Mönch (4'107 m), Jungfrau (4'158 m, auf der Grenze zum Kanton Wallis), Schreckhorn (4'078 m), Wetterhorn (3'701 m) und Blüemlisalp (3'664 m ü. M.).

Für die Berner Seite der Alpen charakteristisch ist der Steilabfall nach Norden, besonders ausgeprägt an der Eiger-Nordwand, die auf einer Distanz von nur 5 km ca. 3000 m Gefälle aufweist. Die meisten hochalpinen Gipfel gehören dem autochthonen Aarmassiv an, das etwa bei der Blüemlisalp sein westliches Ende findet. Nördlich davon schliesst sich eine schmale Kalkzone an. Die Berge am Brienzersee und die voralpine Zone gehören zu den Helvetischen Decken und bestehen teils aus Kreide, teils aus Flysch. Die Berge Niesen und Stockhorn, westlich des Thunersees, zählen zu den Freiburger Voralpen (Klippen- und Brekziendecke).

Das Berner Oberland ist durch eiszeitliche Gletscher modelliert und in einzelne Abschnitte zerlegt worden. U-förmige, von Terrassen begleitete Täler, z. B. das Lauterbrunnental, streben dem Brienzer- und dem Thunersee zu, die ihrerseits ihre Entstehung dem Aaregletscher verdanken. Sein Zungenbecken reichte anfänglich von Innertkirchen/Meiringen bis in die Gegend von Bern, ist dann aber durch schuttreiche Zuflüsse teilweise wieder aufgefüllt worden (Ebenen zwischen Meiringen und Brienz, bei Interlaken sowie zwischen Thun und Bern). Keines der Quertäler des Berner Oberlandes führt aber durch die Hochalpen hindurch, so dass sie für den Durchgangsverkehr kaum eine Rolle spielen.

Folgende Berge befinden sich in der südlichen alpinen Zone (Berner Alpen):

Die folgenden Berge gehören zu der nördlichen voralpinen Zone, sind damit Teil der Berner Voralpen:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G. Zeugin: Eine Landesteilfahne für das Berner Oberland. In: Archivum heraldicum. Bd. 68 (1954), S. 19.