Bernger von Horheim

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Bernger von Horheim war ein Minnesänger des späten 12. Jahrhunderts. Er ist ein Vertreter des rheinischen Minnesangs und wird der Hausenschule um Friedrich von Hausen zugeordnet.

„Bernger von Horheim“ (Codex Manesse, Anfang 14. Jahrhundert)

Leben[Bearbeiten]

Möglicherweise stammt Bernger von Horheim aus Horrheim bei Vaihingen an der Enz. Die Forschung hat aber auch eine Herkunft aus Horheim (heute Harheim) bei Frankfurt in Betracht gezogen. Bernger von Horheim ist als „Berengerius de Orehem“ urkundlich im Jahre 1196 im Gefolge Philipps von Schwaben in Italien bezeugt, wo er wohl am Apulienzug Heinrichs VI. teilnahm (vgl. auch Berngers Ritterklage in Lied IV).

Werke[Bearbeiten]

In Handschrift C, der Manessischen Liederhandschrift, sind unter dem Namen Bernger von Horheim sechs Lieder mit siebzehn Strophen überliefert. Handschrift B (die Weingartner Liederhandschrift) enthält nur dreizehn Strophen. Die ersten vier Strophen von C, die Lieder V und VI, fehlen in Handschrift B.

Berngers Werk weist ihn als Schüler Friedrichs von Hausen aus. Seine Lieder sind hauptsächlich Minneklagen, als originelle Leistung gilt sein sogenanntes „Lügenlied“ (Lied II). In vier Strophen schildert der Sänger Glück und erfüllte Liebe, jede Strophe endet mit dem Bekenntnis, dass das zuvor geschilderte erlogen war. Die Form des „Lügenliedes“ griffen später Tannhäuser und Der Marner auf.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Hugo Moser und Helmut Tervooren (Bearb.): Des Minnesangs Frühling, 38., erneut revidierte Auflage Stuttgart 1988 ISBN 3-7776-0448-8
  • Günther Schweikle: Mittelhochdeutsche Minnelyrik I. Frühe Minnelyrik. Texte und Übertragungen, Einführung und Kommentar, Darmstadt 1977, S.272–283 und 516–523 ISBN 3-534-04746-X

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]