Bernhard (Funkfeuer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Einsatzbereites FuSAn 724 im besetzten Dänemark

Die UKW-Drehfunkfeueranlage FuSAn 724/725, Deckname „Bernhard“, war eine Entwicklung von Telefunken und diente während des Zweiten Weltkrieges Flugzeugen zur Bestimmung der eigenen Position.

Die große Sendeantenne rotierte auf einem Schienenkranz von über 22 Metern Durchmesser zweimal pro Minute und sendete ein entsprechend ihrer Drehposition moduliertes Signal aus. An Bord des Flugzeuges wurde außer einem Hellschreiber (FuG 120 Bernhardine) keine zusätzliche Ausrüstung benötigt, da der erforderliche UKW-Empfänger für 30–33 MHz (Typ FuG 16) bereits Bestandteil der Bordausrüstung für den Sprechfunk war. Der Hellschreiber zeichnete die empfangenen Signale auf einem Papierstreifen auf.

Wichtigster Teil des „Bernhard“ waren zwei an der Schmalseite miteinander verbundene Antennen, die aber keine durchgehende Fläche bildeten, sondern in einem leichten Winkel zueinander angeordnet waren. Durch diese Bauform erzeugten die beiden Antennen zwei sich überlappende Richtkeulen. Das scharfe Minimum dazwischen zeigte die exakte Hauptstrahlrichtung der Anlage. Mit dem Empfang der Strahlrichtungen zweier „Bernhard“-Drehfunkfeuer konnte der Bordnavigator seine eigene momentane Position in der Karte bestimmen.

Standorte dieser Anlagen befanden sich in Trebbin, Ot.Glau, Den Helder, Bergen-Belveder und Hundborg/Dänemark.

Technische Daten[Bearbeiten]

Anlage im Bau befindlich. Noch fehlen die Speiseleitungen zwischen den Dipolgruppen
Rückseite, Baustand August 1941
  • Frequenz: 30 bis 33 MHz
  • Sendeleistung: 2 × 500 W (5000 W ERP)
  • Reichweite: 400 km bei Flughöhe 5000 m
  • Genauigkeit +/– 0,5°
  • Baujahr: ab 1941
  • Höhe: 28 m
  • Breite 35 m
  • Masse: 120 t
  • Schienenkranzdurchmesser: 22,6 m

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]