Bernhard (Sachsen-Jena)

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Bernhard von Sachsen-Jena

Bernhard von Sachsen-Jena (* 21. Februar 1638 in Weimar; † 3. Mai 1678 in Jena), war der erste Herzog des unabhängigen Herzogtums Sachsen-Jena.

Leben[Bearbeiten]

Bernhard war der Sohn von Herzog Wilhelm von Sachsen-Weimar und Eleonore Dorothea, einer Prinzessin von Anhalt und wurde als siebtes von insgesamt neun Kindern in Weimar geboren.

Er besuchte vom Februar 1654 bis November 1657 die Universität Jena. Anschließend zog der Prinz erstmals nach Frankreich, wo er nach den Plänen seines Vaters am französischen Hofe einheiraten sollte, um die Beziehungen der Ernestiner zum Sonnenkönig Ludwig XIV. zu stärken. Der französische König ließ den jungen Prinzen jedoch dessen Bedeutungslosigkeit spüren, indem er ihn anderthalb Jahre auf eine Audienz warten ließ.

Die Aufenthalte in Frankreich führten 1662 schließlich zu seiner Eheschließung mit Marie Charlotte (1630–1682), Tochter des Henri de La Trémoille, duc de Thouars. Bernhard und seine prunkliebende Gemahlin bezogen das vom Herzog errichtete Residenzschloss in Jena (welches 1905 abgerissen wurde), holten die Weimarer Hofkapelle dorthin und privilegierten die erste Zeitung in Thüringen.

Unter dem Gesellschaftsnamen Der Nachfolgende wurde er als Mitglied in die literarische Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen.

1672 teilte er mit seinen beiden Brüdern das väterliche Erbe, Sachsen-Jena wurde als eigenständiges Herzogtum von Sachsen-Weimar abgetrennt und an Bernhard übergeben. Die Ehe des Herzogs blieb wohl von Glücklosigkeit, nicht aber von Kinderlosigkeit gezeichnet.

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus seiner Ehe hatte Bernhard folgende Kinder:

  • Wilhelm (1664–1666)
  • Bernhard (1667–1668)
  • Charlotte Marie (1669–1703)
∞ 1683 Herzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar (1662–1728)

zusätzlich hatte Bernhard eine außerehelich geborene Tochter mit Marie Elisabeth von Kospoth:

  • Emilie Eleonore (1674–1709), „Gräfin von Alstädt“ 1676
∞ 1692 Otto Wilhelm von Tümpling (* 1660; † 28. Juni 1730)

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Eckold: Das Herzogtum Sachsen-Jena (1672–1690), in: Walter Lehmann: Jena. Thüringens Universitätsstadt in Vergangenheit und Gegenwart. Bd. 5. Gustav-Fischer-Verlag, Jena 1940
  • Friedrich Buelau, Geheime Geschichten und räthselhafte Menschen, Sammlung verborgener oder vergessener Merkwürdigkeiten, S. 317ff., Digitalisat Die Gräfin von Allstädt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernhard von Sachsen-Jena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar Herzog von Sachsen-Jena
16721678
Johann Wilhelm