Bernhard Beer

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Bernhard Beer

Bernhard Beer (* 20. Juli 1801 in Dresden; † 1. Juli 1861 ebenda) war der erste Gemeindevorsteher der 1837 gegründeten Jüdischen Religionsgemeinde zu Dresden, Gelehrter und Gründer des Moses-Mendelssohn-Vereins.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er war ein wichtiger jüdischer Gelehrter und bekam für seine Forschungsarbeiten von der Leipziger Hochschule die Ehrendoktorwürde. Von 1837 bis 1848 und von 1853 bis 1861 war er Gemeindevorsteher der Jüdischen Gemeinde zu Dresden.[1] Er war auch Gründer des Moses-Mendelssohn-Vereins, wobei seine zum 100. Geburtstag von Moses Mendelssohn gehaltene Predigt als Stiftungsurkunde des gegründeten Vereins gilt.[2]

Beer setzte sich sehr für die Emanzipation der Juden in Sachsen ein. So fragte er am 15. Mai 1837 bei der zweiten Kammer der Ständeversammlung an, ob „Sachsen für seine Glaubensgenossen ein Vaterland“ sei.[3] Beer kritisierte, dass „ein Land, welches die volle Staatsangehörigkeit der Juden nicht anerkennt, ihren Aufenthalt auf zwei Orte beschränkt, sie von jedem Grundbesitz ausschließt und ihnen alle ehrenvollen Ämter und Gewerbe untersagt, die nötige Freiheit gewährt, um die im Gesetzentwurf geforderten wesentlichen Veränderungen in Hinblick auf Bildung und Religion vornehmen zu können.“[4] Beer publizierte seine Forschungsarbeit „Das Buch der Jubiläen und sein Verhältnis zu den Midraschim. Ein Beitrag zur orientalischen Sagen- und Alterthumskunde“ (Leipzig, Verlag von Wolfgang Gerhard). Weiter analysierte Beer die jüdische Literatur und ihre halachischen Schriften, die mystisch-kabbalistischen Werke, Erzählungen, Sagen, moralischen Lehrbücher und die hebräische Poesie bis zum Jahr 1840.[5]

Sein Grab befindet sich auf dem Alten jüdischen Friedhof in Dresden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hagemeyer, S. 79.
  2. Hagemeyer, S. 79, 80.
  3. Hagemeyer, S. 90
  4. Hagemeyer, S. 90
  5. Hagemeyer, S. 92, 94

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]