Bernhard Romberg

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Bernhard Heinrich Romberg 1767-1841

Bernhard Heinrich Romberg (* 11./12. November 1767 in Dinklage; † 13. August 1841 in Hamburg) war ein deutscher Cellist und Komponist.

Als eines der bedeutendsten Mitglieder der Musikerfamilie Romberg machte sich Bernhard Romberg auf seinen Konzertreisen durch ganz Europa als Cellovirtuose und Komponist einen Namen. Seine Schule für Violoncello zählt noch heute zur Standardliteratur für den Cellounterricht.

Leben[Bearbeiten]

Bernhard Romberg wurde am 11. oder 12. November 1767 in Dinklage als Sohn des Fagottisten Bernhard Anton Romberg in eine Musikerfamilie geboren. Er verbrachte seine Jugend in Münster und begann schon in jungen Jahren eine Ausbildung als Cellist.

Es ist nicht eindeutig geklärt, von wem Romberg Unterricht im Violoncellospiel erhielt, unterschiedliche Quellen nennen den deutschen Cellisten Johann Konrad Schlick, den Wiener Cellisten Franz Marteau oder Bernhard Rombergs eigenen Vater, der auch Cello spielte. Es ist auch möglich, dass Romberg von einem Violinisten unterrichtet wurde, da sein späteres Cellospiel für die Violine typische Elemente enthielt.

Zusammen mit seinem etwa gleichaltrigen Cousin Andreas Romberg (1767–1821), der Violine spielte, trat Bernhard Romberg schon im Alter von sieben Jahren in Münster vor Publikum auf. In den folgenden Jahren unternahmen die beiden einige Konzertreisen durch Europa, wurden dabei jedoch fälschlich als „die jüngeren Brüder Romberg“ bezeichnet. 1776 besuchten sie die Niederlande, 1782 Frankfurt am Main und 1784 und 1785 Paris. Der französische Musiker François-André Danican Philidor war von den Vettern beeindruckt und stellte sie dem herausragenden Violinisten Giovanni Battista Viotti vor. In Paris lernte Bernhard Romberg die Werke Haydns und die Opern Glucks kennen.

Aufgrund ihrer erfolgreichen Auftritte in Pariser Salons wurden die Vettern 1785 für das Concert Spirituel engagiert.

In Münster widmete sich Bernhard Romberg weiter intensiv dem Cellospiel. Zusammen mit seinem Cousin Andreas spielte er in der Hofkapelle in Münster. Dort schloss er sich der Freimaurerloge "Zu den drei Balken" an. 1790 wechselten sie in die Kurkölnische Hofkapelle in Bonn. Dort trafen die Vettern auf viele bekannte Musiker, darunter Christian Gottlob Neefe (mit dem sie seit 1782 bekannt waren), Ludwig van Beethoven, den Geiger Franz Anton Ries (dessen Sohn Ferdinand von Bernhard Cellounterricht erhielt), und den tschechischen Cellisten Joseph Reicha mitsamt seinem Neffen Anton. Für die Anekdote, Beethoven habe Romberg die Komposition und Widmung eines Cellokonzertes angeboten und Romberg habe erwidert, er spiele ausschließlich eigene Werke, gibt es keinen Beleg.[1]

Zusammen mit Franz Anton Ries (Violine) und Ludwig van Beethoven (Bratsche) traten die beiden Rombergs als Quartett auf. Im Jahr 1799 trennten sich ihre Wege. Bernhard Romberg ging auf Konzertreise nach Spanien, dozierte am Konservatorium in Paris und wurde Mitglied der Königlichen Kapelle in Berlin.

1820 zog Bernhard Romberg nach Hamburg, wo er bis zu seinem Tod am 13. August 1841 wohnte.

Werk[Bearbeiten]

Über das Cellospiel hinaus war Bernhard Romberg Komponist von Opern, Sinfonien und kammermusikalischen Werken. Er verfasste eine bedeutende Celloschule; sie erschien 1840 und zählt bis heute zur Standardliteratur im Cellounterricht.[2]

Seine Sinfonien 1 bis 3 wurden 2007 erstmals eingespielt; 2008 erschien beim Musiklabel 'Ars' eine CD (genauer: SACD) :[3]

  • Trauersinfonie auf den Tod der Königin Luise von Preußen c-moll op. 23
  • Sinfonie Nr. 2 Es-Dur op. 28
  • Sinfonie Nr. 3 C-Dur op. 53
  • Flötenkonzert op. 17

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Grimmer: Bernhard Romberg, Versuch einer kritischen Würdigung. Oder: Warum Beethoven uns kein Cellokonzert hinterlassen hat. Vorlesung an der HMT Zürich 2002. (PDF)
  2. Bernhard Romberg: Violoncell-Schule. 1. Auflage. Verlag Katzbichler, München/ Salzburg 2005, ISBN 3-87397-177-1. (Reprint der Erstausgabe, Trautwein 1840)
  3. (Ars Nr. 5217076) Kölner Akademie, Michael Alexander Willens

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernhard Romberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien