Bernhard Klein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Komponisten Bernhard Klein. Für den Renaissance-Bildhauer siehe Bernhard Klein (Bildhauer).
Portrait um 1830, Bernhard Klein

Bernhard Joseph Klein (* 6. März 1793 in Köln; † 9. September 1832 in Berlin) war ein deutscher Komponist.

Familie[Bearbeiten]

Klein heiratete Lili Parthey (* 2. Oktober 1800 in Berlin; † 13. August 1829). Sie war die Schwester von Gustav Parthey (1798–1872) und die Enkelin des Berliner Aufklärers Friedrich Nicolai (1733–1811). Ihre Tochter Elisabeth Klein (1828–1899) heiratete am 5. Juli 1846 den Ägyptologen Carl Richard Lepsius (1810–1883). Die Hochzeitsreise führte nach Rom; hier studierte Klein, von Santini gefördert, eifrig die A-cappella-Musik.

Werdegang[Bearbeiten]

Klein wurde nach dem Besuch des Conservatoire in Paris Musikdirektor am Kölner Dom. 1819 kam er auf Betreiben Carl Friedrich Zelters nach Berlin, wo er im selben Jahr in die Sing-Akademie zu Berlin eintrat, der er bis zu seinem Tod 1832 angehörte und 1820 Kompositionslehrer am Königlichen Institut für Kirchenmusik und Musikdirektor an der Universität Berlin wurde. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Musikschriftsteller und -kritiker Ludwig Rellstab, gehörte der Zelter-Schüler zu den Begründern der Zweiten Berliner Liedertafel.

Klein komponierte Oratorien, eine Messe, ein Magnificat, ein Kantate, Psalmen, Hymnen und Motetten sowie drei Opern, Lieder und Klaviermusik. Sein konservativer Kompositionsstil war durch die Ideen des Musikschriftstellers Anton Friedrich Justus Thibaut geprägt.

Er ruht auf dem Friedhof der St.-Hedwigs-Gemeinde.

Zitat[Bearbeiten]

Über Klein schreibt Heinrich Heine in seinen Reisebildern I (Briefe aus Berlin, zweiter Brief, 16. März 1822): „Von den hiesigen Komponisten erwähne ich gleich nach Spontini unsern Bernhard Klein, der sich schon längst durch einige schöne Kompositionen rühmlichst bekannt gemacht hat und dessen große Oper »Dido« vom ganzen Publikum mit Sehnsucht erwartet wird. Diese Oper soll, nach dem Ausspruche aller Kenner, denen der Komponist einiges daraus mitteilte, die wunderbarsten Schönheiten enthalten und ein geniales deutsches Nationalwerk sein. Kleins Musik ist ganz original. Sie ist ganz verschieden von der Musik der oben besprochenen zwei Meister [= Weber und Spontini], so wie neben den Gesichtern derselben das heitere, angenehme, lebenslustige Gesicht des gemütlichen Rheinländers einen auffallenden Kontrast bildet. Klein ist ein Kölner und kann als der Stolz seiner Vaterstadt betrachtet werden.“[1]

Werke[Bearbeiten]

  • Ariadne, Oper, 1824
  • Der 23. Psalm für 4stimmigen gemischten Chor
  • Dido nach Ludwig Rellstab, Oper, 1821 (UA: Berlin, 1823)
  • Irene, Oper (unvollendet)
  • Hiob, Oratorium (Kantate), 1820
  • Jephtha op. 29, Oratorium, 1828
  • David op. 34, Oratorium, 1829
  • Athalia, Oratorium

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Heinrich Heine: Werke und Briefe in zehn Bänden. Band 3: Briefe aus Berlin (1822). Berlin und Weimar 1972, S. 520. Zweiter Brief. Bei: Zeno.org.