Bernhard Weiß (Theologe)

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Bernhard Weiß, 1907. Foto von Eduard Frankl.

Bernhard Weiß (* 20. Juni 1827 in Königsberg i. Pr.; † 14. Januar 1918 in Berlin) war ein deutscher evangelischer Theologe. Er war Exeget und Textkritiker des Neuen Testaments.

Leben[Bearbeiten]

Weiß begann das Theologiestudium an der Albertus-Universität Königsberg und wurde 1844 Mitglied der Hochhemia.[1] Er wechselte an die Friedrichs-Universität Halle und später an die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin.

1852 wurde er a.o. Professor in Königsberg. 1862 folgte er dem Ruf der Christian-Albrechts-Universität Kiel auf ihren Lehrstuhl. 1876/77 war er Rektor der CAU.[2] 1877 nach Berlin, in die Hauptstadt des Königreichs Preußen und des Deutschen Kaiserreichs. 1880 wurde er zum Oberkonsistorialrat ernannt.

1902 veröffentlichte Weiß seine Übersetzung des Neuen Testaments, wobei er die Übersetzung Martin Luthers an die zwischenzeitlich gewonnenen textkritischen und sprachlichen Erkenntnisse anpasste. Seine textkritischen Arbeiten sind heute weitgehend in Vergessenheit geraten. In jahrelanger Arbeit untersuchte er Tausende von Varianten in den Unzialhandschriften des griechischen Neuen Testaments und bewertete sie nach textkritischen und exegetischen Grundsätzen. Trotz unterschiedlicher Methodik ist der resultierende Text bemerkenswerterweise dem von Brooke Foss Westcott und Fenton John Anthony Hort sehr ähnlich. In seinem Novum Testamentum Graece benutzte Eberhard Nestle den griechischen Weiß-Text (neben dem von Westcott und Hort und Konstantin von Tischendorf) als Grundlage.

Sein Sohn Johannes war ebenfalls neutestementlicher Exeget.

Werke[Bearbeiten]

  • Lehrbuch der biblischen Theologie des Neuen Testaments, 1868; 7., verb. Auflage 1903
  • Das Leben Jesu, 1882, 4. Aufl. 1902
  • Lehrbuch der Einleitung in das Neue Testament, 1886; 3. Aufl. 1897
  • Das Neue Testament: Berichtigter Text, 3 Bde., 1902
  • Die Quellen des Lukasevangeliums, 1907

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Burschenschaftliche Blätter. XIV. Jg., Berlin 1900, S. 281
  2. Rektoratsrede (HKM)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]