Berstadt

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50.4263888888898.8644444444444143Koordinaten: 50° 25′ 35″ N, 8° 51′ 52″ O

Berstadt
Gemeinde Wölfersheim
Höhe: 143 m ü. NN
Einwohner: 1750
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 61200
Vorwahl: 06036
Licher Straße

Berstadt, früher Berthenstadt, ist ein Ortsteil der Gemeinde Wölfersheim im Wetteraukreis, in Hessen und hat ca. 1.750 Einwohner.

Lage[Bearbeiten]

Berstadt befindet sich nord-östlich von Wölfersheim, dem größten Ortsteil der gleichnamigen Gemeinde. Er liegt an der Bundesstraße 455. Berstadt liegt direkt an der BAB-Anschlussstelle Wölfersheim der A45 (Sauerlandlinie).

Ortsansicht von Berstadt. Blickrichtung: Osten

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsteil Berstadt wird zwischen 802 und 817 erstmals als Berhtenstat urkundlich erwähnt und besitzt eine seit dem frühen Mittelalter recht kontinuierliche Geschichte. In späterer Zeit sind ein Königshof, eine Wasserburg (Burg Berstadt) (Nähe Burggasse, nicht sichtbar) nachweisbar, sowie Besuche der Kaiser Heinrich III. und Heinrich IV. Zu erwähnen wäre auch, dass Berstadt früher zur Grafschaft Nidda gehörte. Später, ab 1651, gehörte Berstadt zu Hessen-Bingenheim und um 1682 zu Hessen-Darmstadt.

2006 wurde bei Erschließungsarbeiten des Neubaugebiets Über den Holdergärten östlich von Berstadt ein großes Gräberfeld der Merowingerzeit entdeckt. Daraufhin legten Archäologen mittels Blockbergung rund 400 Gräber frei,[1] die später vorwiegend dem 5. bis 7. Jahrhundert zugeordnet werden konnten. Nach zwei Jahren Grabungen und einem halben Jahr Dokumentation übergaben Grabungsleiter Sascha Piffko und Kreisarchäologe Dr. Lindenthal einen umfangreichen Grabungsbericht an die Gemeinde.[2] Die Restaurierung der freigelegten Funde und die Analyse sichergestellter DNA-Proben durch das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden hält noch an. Ein Teil der bisher restaurierten Fundstücke wurde bereits im Wölfersheimer Rathaus ausgestellt.[3]

Am 31. Dezember 1971 wurde Berstadt in die Gemeinde Wölfersheim eingegliedert.[4]

Der Name „Berstadt“[Bearbeiten]

Berstadt hieß früher Berthenstadt. Dieser Name bedeutet „Zur Stätte der Berchte“ und lässt vermuten, dass sich dort in vorgeschichtlicher Zeit ein Heiligtum einer germanischen Gottheit befand.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die evangelisch-lutherische Kirche
  • Der Wasserturm, enthält heute ein Volkskundemuseum, betreut vom Verein „Arbeitskreis Dorfentwicklung“
  • Der Brunnen auf dem Zingelplatz
  • Der Brunnen auf dem Tanzhof
  • Berstädter Markwald
  • Der Karlsteich im Berstädter Markwald

Vereine[Bearbeiten]

  • Turnverein TV 1906 Berstadt
  • Arbeitskreis Dorfentwicklung Berstadt
  • Berstädter Zwiebelzuchtverein BZV
  • Berstädter Carnevalsverein
  • Fußballverein KSV 1922 (Kultur- und Sportverein 1922 Berstadt)
  • Schläferclub
  • Schiclub Berstadt
  • Bauwagen Berstadt

Verkehr[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Berstadt-Wohnbach lag an der Bahnstrecke Friedberg–Mücke. Der Güterverkehr endete am 31. Dezember 1997; der Personenverkehr endete am 4. April 2003. Seitdem wird die Strecke in diesem Bereich nicht mehr befahren.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Wie jeder Ortsteil der Gemeinde Wölfersheim, sorgt die Freiwillige Feuerwehr Berstadt hier für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe.
  • In Berstadt gibt es ein Industrie- und Gewerbegebiet, das in den 1980er Jahren aufgebaut wurde. Seine heutige Größe beträgt 400.000 m².

Bilder[Bearbeiten]

Industriegebiet Berstadt. Blickrichtung: Osten

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Von alten und modernen Grabräubern. In: Gießener Allgemeine Zeitung, 6. Februar 2009. Abgerufen am 7. Juni 2012. 
  2. Grabungsbericht wurde an Gemeinde übergeben (Pressemeldung) hallo-wetterau.de. 26. Juni 2008. Abgerufen am 7. Juni 2012.
  3. Merowinger zu Gast im Rathaus. woelfersheim.de. 14. Oktober 2010. Abgerufen am 7. Juni 2012.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien