Berstadt

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50.4263888888898.8644444444444143Koordinaten: 50° 25′ 35″ N, 8° 51′ 52″ O

Berstadt
Gemeinde Wölfersheim
Höhe: 143 m ü. NN
Einwohner: 1750
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 61200
Vorwahl: 06036
Licher Straße

Berstadt ist ein Ortsteil der Gemeinde Wölfersheim im Wetteraukreis in Hessen und hat ca. 1.750 Einwohner.

Lage[Bearbeiten]

Berstadt befindet sich nordöstlich von Wölfersheim, dem größten Ortsteil der gleichnamigen Gemeinde an der Bundesstraße 455. Der Ort liegt direkt an der Anschlussstelle Wölfersheim der Bundesautobahn 45 (Sauerlandlinie).

Ortsansicht aus östlicher Richtung

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name „Berstadt“[Bearbeiten]

Berstadt wird in fuldischen Urkunden in der Zeit um 800 als Berthenstat bezeichnet.[1] Der althochdeutsche Name beraht bedeutet niederhochdeutsch hell glänzend, prächtig, also ein prächtiger Ort.[2] Reuter sieht im Namen Bezüge zur „Lagekunst und Bodenqualität“ des Ortes.[3] Dass sich hier in vorgeschichtlicher Zeit ein Heiligtum einer germanischen Gottheit befand, wird verschiedentlich behauptet.[4] Das ist aber nach dem heutigen Stand der Ortsnamenforschung nicht mehr haltbar. Statt dessen ist die Deutung von Steen[5] massgeblich. Eine Darstellung der unterschiedlichen Deutungen findet sich bei Rieß/Roth.[6]

Weitere historische Formen des Ortsnamens sind:

  • Berhtenstat (817[7])
  • Berhtdenstat (1056[8])
  • Berchtenstat (1056[9])
  • Berthenstat (1068[10])
  • Berstationes (1073[11])
  • Berstat (1150 - 1165)
  • de Berstat (1232)[12]

Ersterwähnung[Bearbeiten]

Der Ortsteil Berstadt wird in der Amtszeit des fuldischen Abtes Ratgar von 802 bis 817 erstmals als Berhtenstat urkundlich erwähnt: Im Codex Eberhardi heißt es (lat.): "Wigo tradidit deo et sancto Bonfatio predia sua." ‚Wigo schenkt Gott und dem Heiligen Bonifatius seinen Besitz.‘[13] Nach den Gepflogenheiten des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt wird als "sicherer Terminus ad quem" das Jahr 817 angenommen. Das bedeutet, dass 2017 die 1200-Jahr-Feier der Ersterwähnung gefeiert werden kann. Die dem Mönch Eberhard in der bisherigen Forschung unterstellten Fälschungen[14] wurden dahingehend revidiert, dass die Fälschungen in erster Linie auf die Kaiser- und Königsurkunden sowie die der Päpste zu beziehen sind. Die Schenkungen zu Berstadt waren aber privater Natur. Auch Meyer zu Ermgassen hält Eberhards Fälschungen für "inhaltlich geringfügig".[15] Das Jahr 817 ist gleichzeitig auch das Datum der Ersterwähnung für einen anderen Wölfersheimer Ortsteil, nämlich Melbach, sowie für die östliche Nachbargemeinde Grund-Schwalheim, in denen auch private Schenkungen an das Kloster Fulda gemacht wurden.

Das historische Dorf[Bearbeiten]

Der Zingelbach fließt aus nordwestlicher Richtung zum Ort und umschließt ihn in westlicher und südlicher Richtung. Diesen Teil des Dorfes nennt man Zingeldorf. Nachdem der Zingelbach im Bereich der ehemaligen Brücke von der Straße überquert wird, wechselt er seinen Namen. Vor dem Anwesen Brückenstraße 22 fließt er weiter in südöstlicher Richtung und heißt von hier an Wäschbach.[16]

Südlich des Unterdorfes umschloss er die Wasserburg, von der bis ins 19. Jahrhundert Reste vorhanden waren. Im westlichen Verlauf des Zingelbachs zeigt sich ein deutlicher Höhenanstieg. Den Hang nutzte man im Bereich der Oberpforte im 18. und 19. Jahrhundert zur Anlage von Felsenkellern. Das ursprüngliche, dreigliedrige mittelalterliche Dorfbild wird im nördlichen Teil durch das Oberdorf komplettiert. Die Denkmaltopographie bezeichnet[17] diesen Bereich als Kirchberg.

Die Kirche, erbaut in der ersten Hälfte 11. Jahrhunderts, und ihr mächtiger Turmhelm prägen noch immer das Ortsbild, verstärkt durch Geländesprung an der Oberpforte, der sich weiter bis zur Kirche fortsetzt und erneut 5 m – 10 m überwindet.[18] Die Kirche wurde im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt. Nördlich an Kirche und Pfarrhof liegt der Mainzer Hof. Er bildete zusammen mit der Kirche und dem Tanzhof den historischen Ortskern.[19] Daran grenzt seit dem Spätmittelalter im Westen das ehemalige Gemeindewirtshaus an der Oberpforte. Bis ins 18. Jahrhundert bildeten Pfarrhof und Gemeindewirtshaus eine bauliche Einheit. Am Beispiel neuer Familiennamen zeigt sich gewisse Attraktivität Berstadts für die Bewohner umliegender Orte in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Diese Familiennamen weisen auf ihre Herkunftsorte hin, z.B. Echzell[20] Bessingen, den 4. April 1368: „Contze Beszunger scheffen zu Berstad.“[21] Seit 1371 lässt sich die ursprünglich niederadelige Familie Rode in Berstadt nachweisen, die aus Wohnbach nach Berstadt zog: „ampmann Johan Rode".[22] Auch aus dem später wüst gegangenen Ort Feldheim bei Hungen kamen neue Einwohner: 19. Mai 1391 Heincze Feltheim.[23] Der starke Zuzug adliger Familien, die hier große Höfe als Lehen besaßen, bestimmte über Jahrhunderte das Dorfbild. „Im 14. Jahrhundert sind es mehr als ein Dutzend, wobei mindestens die Hälfte hier auch dauerhaft residierte.“[24]

Seit dem 14. Jahrhundert wurde der Mainzer Hof immer wieder unter neuen Besitzern aufgeteilt. Es bildeten sich bis zu vier Einzelhöfe, deren Grundbesitz aber zusammen immer wieder die ursprüngliche Größe von fünf Hufen ergaben. Im späten 19. Jahrhundert teilte man den Hof weiter. „neben dem heutigen Hof Reuter auch noch den Hof Wolff sowie die beiden heutigen Grundflächen der ehemaligen Schmiede Größer.“[25]

Das Dorf in der frühen Neuzeit

Die Errichtung einer bedeutsamen Lateinschule beschleunigt die wirtschaftliche und soziale Entwicklung wieder. In dieser Zeit ist sicherlich erstmals der noch heute erkennbare Siedlungsrand des mittelalterlichen Ortes gesprengt worden, nachweisbar die Mühle vor der Zingelpforte, aber auch andere Gebäude entstanden in diesem Bereich. Später wird außerdem hier das Brauhaus erbaut, so dass der Zingelplatz ein Gegenstück zum Tanzhof darstellt. Mühle und Brauhaus unterlagen der landgräflichen Herrschaft. Rathaus, Kirche und Schule, Gemeindewaage etc. repräsentierten ein Stück dörflicher Autonomie.

Der dominierende Hof des Unterdorfs, Licher Straße 17, war der ehemalige Vogteihof, der später in den Besitz der Landgrafen von Hessen überging.
Ortsbefestigung und Pforten

Der spätmittelalterliche Ort war befestigt. Ein Schanzengraben wird am 14. August 1380 erstmals erwähnt: „uff des dorffis graben."[26] Die Befestigung der Dörfer in der Wetterau hängt mit dem Fehde- und Kriegswesen des 14. und 15. Jahrhunderts zusammen.[27] :Als Besitz der Grafen von Ziegenhain wurde Berstadt durch den Landgrafen Hermann II. am 30. November 1401 verbrannt, sechs Gefangene verschleppte man nach Grünberg.[28] Im folgenden Jahr fielen erneut landgräfliche Truppen in die Fuldische Mark ein, ein Angriff auf Berstadt am 10. August 1402 ist belegt.[29] Auch die Urfehde des Henne des Jüngeren von Berstadt am 30. Januar 1413 gegenüber dem Erzbischof Werner von Trier und dessen Grafschaft Falkenstein, auf alle Ansprüche wegen Schaden, Verlusten, Diensten, Zehrung, Hengsten und Pferden zu verzichten, gehört in diesen Zusammenhang.[30]

Ebenso belegt der Wortstamm Zingel in Zingelbach, Zingeldorf, Zingelpforte, Zingelgärten die Befestigung des Ortes. 1811 wurde im Rahmen des Chausseebaus eine Brücke über den Zingelbach errichtet. Zuvor war hier eine Furt. Durch den Straßenbau wurden große Teile des Schanzengrabens zerstört.[31] Für jeden der drei Dorfteile gab es eine Pforte. "Die drei ursprünglichen Zugänge zum Ortskern (sind noch immer) siedlungstopographisch besonders prägnant.“[32] Die Oberpforte diente zeitweise als Hirtenhaus.1811 wurde sie auf Abbruch versteigert und 1814 abgerissen. Hier befand sich das alte Gemeindewirtshaus. Die Unterpforte am Ende der Untergasse war zugleich Gemeindearmenhaus. Sie wurde 1854 abgerissen. An der Zingelpforte befand sich die Zollstation. Der Pfortenzehnte, der hier erhoben wurde, war fuldischer Besitz. Der Pfortenzehnte betrug im 17. Jahrhundert ½ Meste Getreide. Er war seit 1664 ein fuldisches Lehen der Löw zu Steinfurth. Das Kloster Fulda verpfändete den Pfortenzehnten zu Berstadt am 26. Juli 1354, „han wir zu undirphande gesetzt ... unsir Pforten zehenden in ... Berstat" an „Johan Crige von Voytzberg."[33]

Dem Kloster Fulda wurde 1356 durch den Kaiser Karl IV. die Erhebung eines Zolls gestattet. Von jedem Pferd, „daz dafur mit laste oder mit koufmannschaft get oder zuhet“, durfte ein Schilling alter Heller verlangt werden. Durch die günstige Verkehrslage Berstadts war das ein sehr einträgliches Geschäft.[34]. Weil die Zollstelle neben der Neumühle lag, war der Mühlenpächter auch häufig Zollverwalter und Zehender. Die Ämter wurde oft über Generationen in der gleichen Familie vererbt. Vor der Zingelpforte und damit außerhalb der Ortsbefestigung entstand 1561 die Neumühle. Später wurde hier das gemeinschaftliche Brauhaus errichtet. Der dortige Brunnen war im 16. Jahrhundert Eigentum der Grafen von Nassau-Saarbrücken. In der gleichen Zeit bestand hier vor der Zingelpforte ein Glashütte. Mit der Ansiedlung der Blaufärberei Acker am Zingelplatz in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die weitere Ausdehnung des Ortes in Richtung Wohnbach, welche durch den Eisenbahnanschluss am Ende dieses Jahrhunderts noch erheblich verstärkt wurde. Die Straße außerhalb Oberpforte verläuft schnurgerade. Hier kann man eine planmäßige Ortserweiterung erkennen, die bereits vor 1500 begonnen wurde. Dendrochronologische Untersuchungen ergaben, dass ein Ständerbau vor 1480 im Bereich der Hofreite Oberpforte 15 errichtet wurde. Diese kann als nordwestlicher Teil des Mainzer Hofes angesehen werden.[35]

Mittelalter[Bearbeiten]

Berstadt besitzt seit dem frühen Mittelalter eine kontinuierliche Siedlungsgeschichte.

Fränkische Besiedlung

2006 wurde bei Erschließungsarbeiten des Neubaugebiets Über den Holdergärten östlich von Berstadt ein großes Gräberfeld der Merowingerzeit entdeckt. Daraufhin legten Archäologen mittels Blockbergung rund 400 Gräber frei,[36] die später vorwiegend dem 5. bis 7. Jahrhundert zugeordnet werden konnten. Nach zwei Jahren Grabungen und einem halben Jahr Dokumentation übergaben Grabungsleiter Sascha Piffko und Kreisarchäologe Dr. Lindenthal einen umfangreichen Grabungsbericht an die Gemeinde.[37] Die Restaurierung der freigelegten Funde und die Analyse sichergestellter DNA-Proben durch das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden hält noch an. Ein Teil der bisher restaurierten Fundstücke wurde bereits im Wölfersheimer Rathaus ausgestellt.[38]

Der erste Bericht über einen fränkischen Gräberfund stammt aus dem Jahre 1845.[39] Eine weitere Ausgrabung fand 1934 durch den damaligen Berstädter Pfarrer Kullmann im Chor der Kirche statt. Die nicht genehmigte Grabung wurde bis in eine Tiefe von 2,40 m durchgeführt. Dabei wurde u. a. ein merowingerzeitliches Knickwandtopf gefunden.[40] In karolingischer Zeit findet sich hier ein großer Herrenhof, der spätere Mainzer Hof.[41] Einen Königshof gab es lediglich im benachbarten Echzell.

Hochmittelalter

Eine Wasserburg (Burg Berstadt) (Nähe Burggasse, nicht sichtbar) stammt aus der Salierzeit. Die mehrmaligen Besuche der Kaiser Heinrich III. und Heinrich IV. sind die herausragenden Ereignisse des Hochmittelalters.[42] Während Beranek und Kropat als Grund für die Kaiserbesuche noch die Existenz eines Königshofes vermuteten,[43] sieht man das inzwischen in der verkehrsgünstigen Lage des Ortes begründet.[44] Noch im Bingenheimer Weistum von 1434 wird die Pflicht zu Kaisergastung und zur Beherbergungspflicht für die fuldischen Bischöfe für die Burg Bingenheim, für Echzell oder Berstadt festgehalten.[45]

  • 1056 Juli 10/11

Kaiser Heinrich III. beurkundete am 10. Juli , "actum in Berhdtenstat,[46] /Bertdenstat,[47]" für die Bischofskirche St. Stephan in Passau Gebiete im Nordosten von Niederösterreich und am folgenden Tag für die Abtei Burtscheid bei Aachen ein Gut im Gau Maasland. Anwesend sind die Kaiserin Agnes, König Heinrich IV., der Bischof Egibert von Passau und Kanzler Winither. Iternar: Zuvor war Heinrich III. am 7. Juli in Worms, reiste dann weiter nach Fulda und war am 2. August in Goslar.

  • 1068 August 12

Kaiser Heinrich IV.bestätigte an disem Tag "actum in Berthanstad" dem Bischof Hermann zu Bamberg Schenkungen für das Bistum, nämlich Grafschaften im Saalegau, Ratzengau, Volkfeld und Gropfeld. Zugegen waren die Königin Berta, Bischof Hermann von Bamberg und der Kanzler Pibo.[48] Iternar: Heinrich IV. war zuvor am 5. August in Goslar, dann am 8. September in Augsburg.

  • 1070 Juni 7

Kaiser Heinrich IV. urkundet, "actum Berthestad" an diesem Tag der Abtei Hersfeld die Schenkung des Klosters Ebrinvirst. Anwesend sind der Abt Ruthard von Hersfeld und der Kanzler Adalbero.[49] Iternar: Heinrich IV. war am 23. Mai in Merseburg, anschließend am 9. Juni in Mainz und am 15. Juni in St. Goar.

  • 1073 August

Kaiser Heinrich IV.bestätigt, actum Bertestations" auf Bitten des Kanzlers, Bischof Gregor von Vercelli, Besitzungen des Klosters der heiligen Maria in Florenz. Neben den beiden vorgenannten Personen ist auch der Abt Petrus des Klosters der heiligen Maria anwesend. Iternar: Zuvor ist der Kaiser am 12./13. Aug. in Eschwege, Hersfeld und Grebenau, dann Ende August in Trebur.[50]

Im Spätmittelalter gehörte Berstadt zur Grafschaft Nidda gehörte. Später, ab 1651, gehörte Berstadt zu Hessen-Bingenheim und um 1682 zu Hessen-Darmstadt. Am 31. Dezember 1971 wurde Berstadt in die Gemeinde Wölfersheim eingegliedert.[51]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Bildstock oder Heiligenstock, mundartlich: Helgestetzel, am südlichen Ortseingang stammt sehr wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert.[52]. Als eine Besonderheit ist anzusehen, dass sich über eine lange Zeit ein vorreformatorisches Flurdenkmal in einer protestantischen Gegend erhalten hat. Der Bildstock wurde aus rotem Sandstein gefertigt. Reste einer Verbleiung verweisen darauf, dass eine Ädikula aufgesetzt war. 2005 wurde von der ev. Kirchengemeinde Berstadt ein Heiligenhäuschen gestiftet, das eine einheimischen Bildhauerin geschaffen hat. Ursprünglich stand der Heiligenstock ca. 10 m näher am Dorf. Im Rahmen der Flurbereinigung von 1906 wurde der Heiligenstock auf Betreiben der katholischen Freiherren von Frankenstein an seinen heutigen Platz versetzt.

  • Mittelalterliche Grabplatte an der Nordostseite der Kirche
  • Barocker Grabstein des Pfr. Johannes Meles

Der Grabstein wurde bei Umbauarbeiten in einem privaten Anwesen gefunden und war als Treppenstufe genutzt worden. Die Bildsprache des Grabsteins symbolisiert Tod und Auferstehung: oben links und rechts zwei Engelgesichter mit Flügeln, als Gegenstücke finden sich unten links und rechts je ein Totenkopf. Während die Inschrift in lateinischer Sprache den Lebenslauf des Pfarrers Johannes Meles in lateinischer Sprache wiedergibt, betont die deutschsprachige Umschrift den den festen Glauben des Pfarrers, Die Umschrift ist oben teilweise zerstört. GEKEMPFFT ICH HAB DEN LAUF VOLLENDET ICH HAB DEN GLAUBEN GEHALTEN. Inschrift: M.JOHAN MELES 4 FEBR AO 1600 MITLAVIAE YSENB NAT VIXIT ANOS MINISTERIT OPPENH IN SCHOLA ET SUGGESTU Z ECHELLIS IN DIACONA TU JO HIC BERSTADIEN IN PATORATU 47 CONIUGII CUM ANNA STEPHANIA LANIN 54 AETATIS 83 BEATE OBIIT 23 JAN ANNO 1683 ANNA STEPHANIA MELESIN NATA AO 1609 IN MENSE X DERIATIA 1687; V FEBR AETAT 77 AN V SEPTIM VIXIT IN CONJUGIO 54 IN VIDATU 4 AN 14 DIES TEXT 9 ex CANTU ACH ICH HABE SCHON ERBLICKET.[53]

  • Der Mainzer Hof
  • Ehemaliges historisches Wirtshaus zum Löwen
  • Historisches Fachwerkhaus in Ständerbauweise an der Oberpforte
  • Der Wasserturm, enthält heute das Archiv des Arbeitskreises Dorfentwicklung und ein Volkskundemuseum, betreut vom gleichen Verein.
  • Der Brunnen auf dem Zingelplatz
  • Der Brunnen auf dem Tanzhof
  • Der Brunnen auf dem Friedhof
  • Markwald Berstadt mit Karlsteich

Das moderne Berstadt[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 trat Berstadt der Großgemeinde Wölfersheim bei.

Verkehr

Der Haltepunkt Berstadt-Wohnbach lag an der Bahnstrecke Friedberg–Mücke. Der Güterverkehr endete am 31. Dezember 1997; der Personenverkehr endete am 4. April 2003. Seitdem wird die Strecke zwischen den Haltestellen Wölfersheim und Berstadt nicht mehr befahren. Die Verkehrsanbindung geschieht mit Linienbussen.

Trotzdem verfügt Berstadt über beste Voraussetzungen für Industrie- und Gewerbeansiedlungen sowie als Wohngemeinde. Unmittelbar am Industrie- und Gewerbegebiet Berstadt befindet sich die Autobahnanschlussstelle Wölfersheim an der A 45. Das nahe Gambacher Kreuz bildet den Schnittpunkt der Bundesautobahnen A 5 und A 45. Hinzu kommt, dass die B 455 direkt an Berstadt vorbeiführt.[54]

Wirtschaft

In Berstadt gibt es ein Industrie- und Gewerbegebiet, das in den 1980er Jahren aufgebaut wurde. Seine heutige Größe beträgt 400.000 m². Im Mai 1975 stellte die Gemeinde den Bebauungsplan für ein Industrie- und Gewerbegebiet „Auf der Kaulbahn“ auf. Die ursprüngliche Größe betrug ca. 20 Hektar. Als erster Gewerbebetrieb eröffnete am 9. Oktober der Fachmarkt einer ortsansässigen Firma. Nach zögerlichem Beginn siedelten sich seit 1989 immer mehr Industrie- und Gewerbebetriebe an, so dass 1999 das Gebiet um 10 Hektar in der Flur „An der Friedberger Chaussee erweitert wurde. Bereits ein Jahr später erfolgte eine erneute Vergrößerung der Fläche um 3 Hektar. Heute umfasst das Gewerbegebiet ca. 400.000 m². In dem Gebiet siedeln heute eine Großbäckerei, ein Hersteller von Rohren, und seit 2005 das Produktionswerk eines Großunternehmens für Ventiltechnik eines Stuttgarter Konzerns. 2012 wurde die Biogasanlage eines Energieversorgers in Betrieb genommen. Ein Discounter sowie ein großer Supermarkt eröffneten und viele weitere Gewerbe. Die Ansiedlung zweier Fachmärkte im Baugebiet „Holdergärten“ scheiterte an dem Widerspruch der Stadt Hungen.

Wohngebiete

Zeitgleich mit dem Ausbau des Industrie- und Gewerbegebiets wurden neue Wohngebiete erschlossen.

  • „Holdergärten am östlichen Ortsrand 1997
  • „Am Teich“ im Westen des Dorfes in Richtung Wohnbach[55]

Vereine[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Industriegebiet Berstadt. Blickrichtung: Osten

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Aledter, Das historische Berstadt von 852 - 1972, Wölfersheim 1980.
  • Franz J. Beranek, Kaiserbesuche in Berstadt = Wetterauer Geschichtsblätter (WGBll) 11, 1962, S. 7 - 21
  • Wilhelm Butte, Statisch=politische und kosmopolitischen Blicke in die Hessen=Darmstädtischen Lande; 2 Bde, Gießen 1804.
  • Ingo Kattenberg, Markwald Berstadt, Diplomarbeit Göttingen, 1994.
  • Eugen Rieß, Willy Roth, Berstadt. Menschen und Geschichte. 2 Bde, Verlag Bingel, Rockenberg 2005, ISBN 3-923907-08-7
  • Herta Wolf-Beranek, Lundendorf in Südmähren und Berstadt in der Wetterau in einer Kaiserurkunde aus dem Jahre 1056 = Büdinger Geschichtsblätter 1974/75, S. 176 -181.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et Antiquitates Fuldenses 1844, (TAF) ND 1966, cap. 42. Nr. 140, 159
  2. Eugen Rieß, Willy Roth: Berstadt. Menschen und Geschichte, Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit, S. 35 ff
  3. Reinhard Reuter: Dörfer in Hessen, Bd. 3, S. 118
  4. Christian Aledter: Chronik Berstadt oder Ernst Förstemann: Althochdeutsches Namenbuch I: Personennamen, Nachdruck der 2. völlig überarbeiteten Auflage, München 1966, S. 281. Förstemann stellt einen falschen Bezug zum Personennamen „Berht“ auf und deutet den Ortsnamen als „Stätte des Berhto“
  5. Jürgen Steen, Königtum und Adel in der frühmittelalterlichen Siedlungs-, Sozial- und Agrargeschichte der Wetterau, Ffm 1917 = Schriften des Historischen Museums Frankfurt am Main, S. 92 f
  6. Eugen Rieß, Willy Roth, Berstadt, Bd. 1, S. 36 ff
  7. TAF cap. 42; Nr. 140, 159
  8. D H III Harry Bresslau/Paul Fridolin Kehr Bearb., Die Urkunden Heinrichs III. = Monumenta Germaniae Historica. Die Urkunden der deutschen Kaiser 5, 1926 - 1931, Nachdruck 1993
  9. D H III, 376
  10. D H IV = Dietrich von Gladiß/Alfred Gawlik, Bearb., Die Urkunden Heinrichs IV. = Monumenta Germaniae Historica. Die Urkunden der deutschen Kaiser 6, 1941 - 1978, 208, or
  11. D H IV 232 or
  12. Albert Huyskens, Studien zur Geschichte der heiligen Elsabeth, Landgräfin von Thüringen. Marburg 1908, Nr. 55, S. 20
  13. zitiert nach: Heinrich Meyer zu Ermgassen: Der Codex Eberhardi des Klosters Fulda. Bd. 2, Nr. 140, S. 210
  14. Das gilt vor allem für Edmund Ernst Stengel: Urkundenbuch des Klosters Fulda, Bd. I,2, S. XXXII
  15. Meyer zu Ermgassen: Codex Eberhardi, Bd. 1, S. X
  16. vgl. insgesamt Eugen Rieß, Willy Roth, "Berstadt - Menschen und Geschichte. 2 Bde. Rockenberg 2005", Bd. 1: Von den Anfängen bis zur Neuzeit. Bd. 2: Neue Zeiten. Hier: Bd. 1, S. 341 – 361
  17. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis II, Spangenberg 1999, S. 1034
  18. Reinhard, Reuter, Christoph Beck, "Dörfer in Hessen". Bd. 3: "Zwischen Taunus, Vogelsberg und Main", (Hrsg.) Landesamt für Denkmalpflege, Wiesbaden 2004; S. 118
  19. Reinhard Reuter, Christoph Beck, Dörfer in Hessen, S. 119
  20. 3. März 1353: „Heinrich Echzilere scheffene zu Berstad,“ genannt", Baur, AUB, Nr. 801, S. 494f
  21. Baur, AUB, Nr. 801, S. 495, Fußnote
  22. Baur, AUB, Nr. 995, S. 608
  23. Baur, AUB, Nr. 1100, S. 669
  24. Eugen Rieß, Willy Roth, "Berstadt". Bd. 1; S. 349
  25. Eugen Rieß, Willy Roth, Berstadt. Bd. 1, S. 349
  26. Ludwig Baur, Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau (AUB), Darmstadt 1851, Nr. 1041, S. 631
  27. Dieter Wolf, ma. Befestigungen, S. 89
  28. Waldemar Küther, Grünberg. Grünberg 1972, S. 105
  29. Dieter Wolf, ma. Befestigungen, S. 90
  30. Friedrich Battenberg, Solmser Urk. Bd. I.: Urkundenregesten, Darmstadt 1981, Nr. 790
  31. Eugen Rieß, Willy Roth, Berstadt, Bd. 1, S. 344
  32. Denkmaltopographie Berstadt, S. 1034
  33. Ludwig Baur, Hess. Urk. I, Nr. 892, S. 602
  34. Johann Friedrich Schannat, Historia Fuldensis. Codex Probantionum, Frankfurt 1729, Nr. 176
  35. Eugen Rieß, Willy Roth, Berstadt, Bd. 1, S. 341 – 348
  36. Von alten und modernen Grabräubern. In: Gießener Allgemeine Zeitung, 6. Februar 2009. Abgerufen am 7. Juni 2012. 
  37. Grabungsbericht wurde an Gemeinde übergeben (Pressemeldung) hallo-wetterau.de. 26. Juni 2008. Abgerufen am 7. Juni 2012.
  38. Merowinger zu Gast im Rathaus. woelfersheim.de. 14. Oktober 2010. Abgerufen am 7. Juni 2012.
  39. Johann Philipp Dieffenbach: Zur Urgeschichte der Wetterau, in Archiv für Hessische Geschichte, Bd. IV, S. 12, außerdem ders., Auszug aus dem Tagebuch einer im Auftrag des historischen Vereins unternommenen Reise. III. Abtheilung, den südlichen und westlichen Theil der Provinz Oberhessen betr., in: Archiv für Hessische Geschichte (AHG) 5, 1848, S. 135. Siehe außerdem Niddaer Kreisblatt Nr. 24 von 1845. Zur fränkischen Siedlungsgeschichte Berstadts vgl. insgesamt Eugen Rieß, Willy Roth, Berstadt Bd. 1, S. 31–35
  40. Germania. Anzeiger der römisch-germanischen Kommission des deutschen archäologischen Instituts. Sonderdruck 19, 1935, H. 2, S. 169
  41. Zur Siedlungsgeschichte der merowingerzeitlichen Franken in der Wetterau vgl. Andreas Thiedmann,Die Grabfunde der Merowingerzeit in der Wetterau, 2 Bde, Marburg 1995
  42. Gesamtdarstellung bei Eugen Rieß, Willy Roth, Berstadt, Bd. 1, S. 50 - 52, erstmals ausführlich bei Franz J. Beranek, Kaiserbesuche in Berstadt im 11. Jahrhundert, in: Wetterauer Geschichtsblätter (WGBll) 11, 1961; S. 7 -21
  43. Beranek, Kaiserbesuche, S. 13 ff, Wolf-Arno Kropat, Reich, Adel und Kirche in der Wetterau = WGB ll, 15, 1965, S. 116
  44. Michael Gockel, Berstadt (B) Ortsteil von Wölfersheim (Wetteraukreis) in: Die deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte im deutschen Reich des Mittelalters; Bd. 1, Hessen, 1. Lieferung Berstadt-Eschwege, Göttingen 1983, S. 1–15
  45. Waldemar Küther, 1200 Jahre Echzell, S. 55
  46. D H III 376 MGH DD, S. 518
  47. D H III 377
  48. D H IV 208 or. St. 2717
  49. D H IV 232 or. 2734
  50. D H IV 262b or. St. 2781
  51.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360.
  52. Eugen Rieß, Willy Roth, Ein vorreformatorisches Flurdenkmal zu Berstadt, Berstadt, Bd. 1, S. 178–181
  53. abgedruckt in: Eugen Rieß, Willy Roth, Berstadt, Bd. 1, S. 227; siehe auch Eugen Rieß, Ein Berstädter Grabstein erzählt ein Kapitel Kirchengeschichte der Großgemeinde nach der Reformation, in: Wölfersheimer Anzeiger 12, 2000, Nr. 1 vom 7. Januar 2000, S. 1 und 15
  54. Eugen Rieß, Willy Roth, Berstadt. Bd. 2, S. 349
  55. vgl. insgesamt: Eugen Rieß, Willy Roth, Berstadt. Bd. 2, S. 349 f