Berthelsdorf
51.02777777777814.758333333333290Koordinaten: 51° 1′ 40″ N, 14° 45′ 30″ O
| Berthelsdorf
Stadt Herrnhut
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|---|---|---|
| Höhe: | 290 m ü. NN | |
| Fläche: | 22,24 km² | |
| Eingemeindung: | 1. Januar 2013 | |
| Postleitzahl: | 02747 | |
| Vorwahl: | 035873 | |
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Lage von Berthelsdorf in Sachsen |
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Berthelsdorf ist ein Ortsteil der ostsächsischen Stadt Herrnhut im Landkreis Görlitz. Bis zum 31. Dezember 2012 bildete es eine eigenständige Gemeinde mit dem Ortsteil Rennersdorf/O.L.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Berthelsdorf wurde erstmals 1317 als „Bertoldistorf“ erwähnt. Es wurde als Waldhufendorf mit Gutsblöcken angelegt.
Der Name des Ortes wandelte sich im Laufe der Jahre. So war 1390 erstmal Bertoldisdorff belegt, bevor 1408 der Ort als Bertoltsdorf bekannt ist. Nach den Jahren 1495 und 1678, in denen erstmals die Namensformen Bertelßdorff und Bertelsdorff zu finden sind, ist ab 1719 erstmals eine Bezeichnung ohne den Buchstaben „r“ im ersten Namensbestandteil zu finden: Bettelsdorf. Ab 1791 ist der Ort allerdings als Berthelsdorf bekannt.
Schon damals, ab 1777 gehörte er dem Görlitzer Kreis an. Die Verwaltungsbezirke wechselten im Laufe der 19. Jahrhunderts noch dreimal, 1843 war Berthelsdorf dem Landgerichtsbezirk Löbau zugeordnet, 1856 dem Gerichtsamt Herrnhut und 1875 der Amtshauptmannschaft Löbau. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts änderte sich diese Zuordnung erneut mehrmals. Berthelsdorf wurde 1952 zunächst Kreis Löbau zugerechnet, bevor es 1994 dem Landkreis Löbau-Zittau und schließlich 2008 dem Landkreis Görlitz verwaltungsmäßig unterstellt wurde.
Rennersdorf wurde am 1. März 1994 nach Berthelsdorf eingemeindet, das zum Anfang des Jahres 2000 Teil der Verwaltungsgemeinschaft Herrnhut wurde. Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 erfolgte die Eingliederung beider Orte in die Stadt Herrnhut.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner[1] |
| 1777 | 10 besessene Mann, 40 Gärtner, 82 Häusler |
| 1834 | 1684 |
| 1871 | 1902 |
| 1890 | 1775 |
| 1910 | 1985 |
| 1925 | 1928 |
| 1939 | 1869 |
| 1946 | 2173 |
| 1950 | 2265 |
| 1964 | 1902 |
| 1990 | 1347 |
| 2000 | 1939 |
| 2009 | 1677 |
| 2011 | 1638 |
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
Das Schloss Berthelsdorf wird auch „Zinzendorfschloss“ genannt nach Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, der dem österreichischen Uradel entstammte (Adelsgeschlecht Zinzendorf) und das Gut Berthelsdorf 1722 von seiner Großmutter, Henriette Catharina von Gersdorff geb. von Friesen, erworben hatte. Im selben Jahr nahm er Böhmische Brüder auf und gründete die Kolonie Herrnhut, aus der die evangelische Brüder-Unität, Herrnhuter Brüdergemeine, hervorging.
Das Zinzendorfschloss wird seit mehreren Jahren restauriert und neu aufgebaut. Ein im Jahr 1998 gegründeter Verein von Mitgliedern aus Deutschland, der Schweiz und den USA hat die Gebäude sowie das zugehörige Areal des alten Zinzendorfschlosses in Berthelsdorf erworben, um den drohenden Verfall des Anwesens zu stoppen, den historischen Gebäudekomplex zu restaurieren und ihn einer künftigen Nutzung im Sinne Zinzendorfs (Ausstellungen zu Glaubensfragen, geistliche Konzerte, Begegnungsstätte) zuzuführen.
Wie in fast allen Dörfern der südlichen Oberlausitz ist das Ortsbild durch eine Vielzahl von Umgebindehäusern geprägt. Besonders hervorzuheben sind die Häuser der nach Kaspar Schwenckfeld benannten aus Schlesien stammenden Glaubensgemeinschaft der Schwenkfeldianer, denen Graf Zinzendorf 1725 in Berthelsdorf Asyl gewährte. Die einstigen Gemeindehäuser der Schwenkfelder befinden sich an der Oberen Dorfstraße 10 und 12. Beide Häuser sind heute leer und verfallen. Einige der Schwenkfelder konnte Zinzendorf für seine Gemeinde gewinnen, andere wanderten nach Amerika aus.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Karl Gustav Kreischer (1834–1891), Professor für Bergbau und Aufbereitungskunde
- Martin Rade (1857–1940), Professor der Theologie
Der aus dem thüringischen stammende August Gottlieb Spangenberg (1704–1792) schloss sich um 1733 der Brüdergemeine an und wurde 1762 Zinzendorfs Nachfolger.
Quellen und weiterführende Literatur [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Gottlieb Korschelt: Geschichte von Berthelsdorf. Berthelsdorf bei Herrnhut: Selbstverlag des Herausgebers, 1852; digitale Volltextausgabe (Wikisource)
- Zwischen Löbau und Herrnhut. 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1996, ISBN 3-7400-0935-7 (Werte der deutschen Heimat. Band 56). S. 188–196.
- Moritz Grimmel: Berthelsdorf. In: Gustav Adolf Poenicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. III. Section: Markgrafenthum Oberlausitz, Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser: Leipzig 1859, S. 110–112 (Volltext in Wikisource, Digitalisat der SLUB Dresden)
- Cornelius Gurlitt: Berthelsdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 47.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Berthelsdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
Weblinks [Bearbeiten]
- Berthelsdorf
- Infoportal über Berthelsdorf
- Zinzendorfschloss-Verein
- Ehemalige Kleinbahn durch Berthelsdorf mit vielen historischen und aktuellen Vergleichsdarstellungen
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