Berthold Markgraf von Baden

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Berthold von Baden mit seinen Eltern und der Schwester Marie Alexandra, um 1914, Hoffotografen Gebr. Hirsch
Ehrenbürgerurkunde der Gemeinde Salem für „ihren Markgrafen“ Berthold Friedrich von Baden, ausgestellt am „24. Hornung 1934“

Berthold Markgraf von Baden, eigentlich Berthold Friedrich Wilhelm Ernst August Heinrich Karl von Baden (* 24. Februar 1906 in Karlsruhe; † 27. Oktober 1963 bei Spaichingen) war von 1928 bis 1963 Chef des Hauses Baden.

Leben[Bearbeiten]

Berthold war der einzige Sohn des letzten Reichskanzlers des Deutschen Kaiserreichs, des Prinzen Maximilian von Baden (1867–1929), und dessen Gemahlin Maria-Luise von Hannover-Cumberland (1879–1948), Tochter von Ernst August, Kronprinz von Hannover und der Prinzessin Thyra von Dänemark.

Er hatte eine ältere Schwester, Prinzessin Marie Alexandra von Baden (1902–1944).

Am 8. August 1927 wurde Berthold von Friedrich II. und seiner Ehefrau Hilda adoptiert. Grund hierfür war der Umstand, dass die Ehe des ehemaligen Großherzogs kinderlos geblieben war. Das Hausvermögen wäre nach seinem Tod ansonsten gemäß dem Abfindungsvertrag vom 7. Mai 1919 an die Republik Baden gefallen, weil es nur im ehelichen Mannesstamm des großherzoglichen Hauses vererbbar war.[1]

Berthold heiratete am 17. August 1931 in Konstanz Theodora Prinzessin von Griechenland (1906–1969), eine Tochter des Prinzen Andreas von Griechenland und der Prinzessin Alice von Battenberg und somit Schwester des britischen Prinzgemahls Philip Mountbatten, Duke of Edinburgh. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:

  • Margarete Alice Thyra Viktoria Marie Louise Scholastica (1932–2013)
∞ 1957 Tomislav von Jugoslawien
∞ 1966 Valerie Isabella Habsburg-Lothringen
  • Ludwig Wilhelm Georg Ernst Christoph (* 1937)
∞ 1967 Anna Maria Prinzessin von Auersperg-Breunner

Berthold von Baden und Kurt Hahn[Bearbeiten]

Tatiana Metternich berichtet über einen Besuch Berthold von Badens bei einem Empfang Hitlers 1933, der zum Ziel hatte, sich für Kurt Hahn einzusetzen:

„Obwohl er Hitler aus Instinkt, Überzeugung und Tradition verabscheute, war er gekommen, um die Erlaubnis zu erlangen, Dr. Hahn als Leiter der berühmten Schule in Salem, die sein Vater, Prinz Max, gegründet hatte, zu behalten: seine schüchterne Art täuschte über innere Entschlossenheit hinweg. Er gehörte zu jener klassenlosen ‚Aristokratie der Feinfühligen, Rücksichtsvollen und Schneidigen‘, die ihre besondere Kraft aus der Verbundenheit mit ihrem Boden zogen. Den Nazis blieben sie ebenso unbegreiflich wie jene ihnen.
Jeder Augenblick dieser Unterredung war ihm zuwider, doch Prinz Berthold blieb entschlossen, sie durchzustehen. Unseligerweise gebrauchte er mit Bezug auf Hahn die traditionelle Wendung: ‚Er ist unserem Haus sehr verbunden.‘ Das gab Hitler den Vorwand, auf den er gewartet hatte. Die Anwesenden wurden nun Zeugen eines jener öffentlichen unbeherrschten (oder beabsichtigten) Wutanfälle:

‚Jeder scheint seinen Hausjuden zu haben! Das muss jetzt aufhören! Ich dulde keine Ausnahmen!‘

Prinz Berthold, bleich vor Zorn und Abscheu, versuchte erst, seinen Standpunkt zu verteidigen, doch als er merkte, wie zwecklos es war, drehte er sich auf dem Absatz um und ging. Von da an unternahm er alles, um seinen Schützling aus dem Land zu bringen und ihm in England neue Möglichkeiten zu schaffen. Dort gründete Hahn die Schule von Gordonstoun.“[2]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lothar Machtan: Prinz Max von Baden: Der letzte Kanzler des Kaisers. Suhrkamp Verlag. Berlin 2013. ISBN 978-3-518-42407-0. S. 513–514.
  2. Tatiana Metternich: Bericht eines ungewöhnlichen Lebens. Augsburg 1984, ISBN 3-442-03922-3, S. 120f (Erstausgabe: London 1976).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berthold, Margrave of Baden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich II. Chef des Hauses Baden
1928–1963
Maximilian Andreas von Baden