Berthold Kempinski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Berthold Kempinski

Berthold Kempinski (* 10. Oktober 1843 in Raschkow, heute Raszków (Posen); † 14. März 1910 in Berlin) war ein deutsch-jüdischer Weinhändler und Gastronom. Er ist der Namensgeber für die heute weltweit vertretenen „Kempinski Hotels“.

Leben[Bearbeiten]

Berthold Kempinski absolvierte das katholische Gymnasium in Ostrowo. Nach dem Abitur trat er in die von seinem Bruder Moritz 1862 gegründete Weinhandlung in Breslau ein, die unter dem Namen M. Kempinski & Co. firmierte.

1872 zog er mit seiner Frau Helene nach Berlin. Er ließ mit Genehmigung seines Bruders unter demselben Namen eine Weinhandlung ins Handelsregister eintragen. Das Ladenlokal mit angeschlossener Weinstube, das zum „Stammhaus“ wurde, befand sich in der Friedrichstraße 178/Ecke Taubenstraße. Schnell stellte sich der Erfolg ein und der Name „Kempinski“ war weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Man konnte expandieren und später auch das Unternehmen in Breslau übernehmen.

In der Leipziger Straße 25 wurde im Juli 1889 in einem viergeschossigen Haus ein Restaurant mit mehreren Sälen eröffnet, das seinerzeit das größte in Berlin war. Alle Schichten gingen hier ein und aus, weil Kempinski die Idee der „Sozialisierung des Luxus“ verfolgte. Es gab halbe Portionen zum halben Preis. An manchen Tagen zählte man bis zu 10.000 Gäste.

Weil das Ehepaar keine männlichen Nachkommen hatte, trat sein Schwiegersohn Richard Unger in die Firma ein und übernahm bald die Geschäfte, die weiterhin unter dem Namen Kempinski liefen.

1910 starb Berthold Kempinski – lange bevor sein Unternehmen von den Nationalsozialisten „arisiert“ wurde. Sein Name wurde 1970 von der Hotelbetriebs AG übernommen, die seitdem unter Kempinski firmiert und weltweit zahlreiche Luxushotels managt.

Berthold Kempinskis Ehrengrab befindet sich im Feld T2 auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Martin Sprungala: Berthold Kempinski in der Ostdeutschen Biographie (Kulturportal West-Ost)