Berthold Leibinger

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Berthold Leibinger (2004)

Berthold Leibinger (* 26. November 1930 in Stuttgart) ist Gesellschafter der Trumpf GmbH + Co. KG und Mäzen.

Leben[Bearbeiten]

Berthold Leibinger wurde in Stuttgart als Sohn des Kunsthändlers für ostasiatische Antiquitäten Anton Leibinger geboren. Berthold Leibinger machte 1950 sein Abitur am Ulrich-von-Hutten-Gymnasium in Korntal (Landkreis Ludwigsburg) und begann danach eine Mechanikerlehre bei der Firma Trumpf, einem Unternehmen für Werkzeugmaschinenbau. Leibinger studierte sodann Maschinenbau an der Technischen Hochschule Stuttgart. Seine erste Anstellung als Entwicklungsingenieur hatte er 1958 bei Cincinnati Milling Machines in Cincinnati (USA). Nach seiner Rückkehr 1961 zur Firma Trumpf übernahm er die Leitung der Konstruktionsabteilung und entwickelte 1968 die erste Stanz- und Konturnibbelmaschine mit numerischer Steuerung. Der kinderlose Firmeninhaber Christian Trumpf, der Mann seiner Patentante, bestimmte ihn zu seinem Nachfolger. Sukzessive übernahm er Anteile am Unternehmen und wurde ab 1962 Gesellschafter der Firma und ab 1966 Technischer Geschäftsführer.[1] Von 1978 bis 2005 war er Vorsitzender der Geschäftsführung. Am 18. November 2005 übergab Berthold Leibinger den Vorsitz der Geschäftsführung von Trumpf an seine Tochter Nicola Leibinger-Kammüller. Bis 2012 war er Vorsitzender der Aufsichtsgremien der Trumpf Gruppe. Im Sommer 2014 wurde Leibinger an der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften der Technischen Universität Wien zum Dr. technicae promoviert.

Öffentliche Funktionen[Bearbeiten]

Berthold Leibinger ist Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der BASF, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Universität Stuttgart, Ehrenpräsident der IHK Region Stuttgart, Mitglied im Hauptvorstand des VDMA, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e. V. (VDW) und Mitglied des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Von 1985-1990 war er Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart und von 1989 bis 1992 Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer e. V. (VDMA). Seit 1998 war er Mitglied im Aufsichtsrat der BASF und von 1999 bis 2003 dessen Vorsitzender. Berthold Leibinger war Ratgeber der Landesregierung von Baden-Württemberg, von 1994 bis 2001 als Vorsitzender des Innovationsbeirats und von 2002 bis 2005 als Vorsitzender des Innovationsforums.[1]

Kulturelles und soziales Engagement[Bearbeiten]

Berthold Leibinger ist Vorstandsvorsitzender der Internationalen Bachakademie Stuttgart, Vorsitzender des Freundeskreises des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs e. V. sowie Mitglied im Beirat der Vereinigung Gegen Vergessen - Für Demokratie.[2]

Berthold Leibinger Stiftung[Bearbeiten]

Die Berthold Leibinger Stiftung wurde 1992 als gemeinnützige Stiftung gegründet und führt ihre Erträge kulturellen, wissenschaftlichen, kirchlichen und wohltätigen Zwecken zu. Sie schreibt seit dem Jahr 2000 den Berthold Leibinger Innovationspreis für angewandte Lasertechnologie aus. Seit dem Jahr 2006 vergibt die Stiftung zusätzlich den Berthold Leibinger Zukunftspreis für Lasertechnologie.

Ehrungen[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Wer wollte eine andere Zeit als diese. Ein Lebensbericht, Murmann Verlag, Hamburg 2010 ISBN 978-3-86774-103-3

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b Süddeutsche Zeitung, Personalien am 25. November 2000: Maschinen, Laser, Bach und Schiller. Ein Portrait Leibingers anl. dessen 70. Geburtstages
  2. Beirat (10. Juli 2010)
  3. Leibinger in Ringträger-Archiv auf Webpräsenz der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring
  4. Bild: Ringträger Leibinger mit Bundespräsident Horst Köhler und PTB-Präsident Ernst O. Göbel bei Preisverleihung am 13. Dezember 2006 (PDF; 2,0 MB)
  5. Hall of Fame
  6. ICALEO Advance Programme (PDF, 2,8 MB) bei lia.org; abgerufen am 11. September 2011
  7. Preis für Verständigung und Toleranz
  8. http://www.rwth-aachen.de/go/id/gnof/?