Bertil Haase

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Medaillenspiegel
Olympic rings with white rims.svg
SchwedenSchweden Schweden
Olympische Spiele
Bronze 1948 Winter–Fünfkampf

Bertil Robert Herman Vidarsson Haase (* 5. Juni 1923 in Uppsala; † 7. Juli 2014 in Fagersta) war ein schwedischer Moderner Fünfkämpfer. Er war Teilnehmer bei Olympischen Winter– und Sommerspielen.

Schon als Jugendlicher war Bertil Haase ein begeisterter Allround-Sportler, der außer im Skilauf auch im Schwimmen und Laufen aktiv war.[1] Als Freiwilliger bei der schwedischen Armee besuchte er eine Unteroffiziersschule (schwedisch: volontär-, konstapel- och furirskola, Furir)[2] und konnte dort seine sportlichen Aktivitäten intensivieren. Er verließ die Armee später als Kapten.[1] Im Jahr 1948 nahm er dann mit Claes Egnell, William Grut und Gustaf Lindh im Winter–Fünfkampf bei den Olympischen Winterspielen in St. Moritz teil.[3] Nach zwei Disziplinsiegen im Abfahrts- und Langlauf belegte er im Schlussklassement hinter Lindh und Grut den dritten Platz und gewann die Bronzemedaille.[4]

Da der Winter-Pentathlon eine einmalige Erscheinung bei Olympischen Spielen blieb, wandte sich Haase dem Modernen Fünfkampf zu. Er war zwar ein mäßiger Schütze, aber ein guter Fechter, Laufen und Schwimmen gehörten ebenfalls zu seinen Stärken. 1956 wurde er für die Olympischen Sommerspiele in Melbourne nominiert und trat im Modernen Fünfkampf an.[5] Im Einzel belegte er den siebzehnten Platz. Zusammen mit dem Olympiasieger im Einzel, Lars Hall und Björn Thofelt bildete er auch die schwedische Mannschaft, die nach drei Disziplinen in Führung lag. Nachdem aber Thofelt beim Reiten nach zwei Stürzen – der Sattel hatte sich zweimal nach unten gedreht – mit einer Gehirnerschütterung aufgeben musste, kam das schwedische Team nicht in die Wertung und Haase blieb der Gewinn einer zweiten Olympiamedaille verwehrt.[1]

Auch bei Weltmeisterschaften im Modernen Fünfkampf war Haase erfolgreich. In der Mannschaft sicherte er sich 1950 in Bern den Titel gemeinsam mit Lars Hall und Thor Henning, 1954 in Budapest wurde er mit Åke Julin und Björn Thofelt Dritter. Seine Karriere beendete er im Jahre 1957 und heiratete im selben Jahr seine Frau Ann Marie.[1]

Haases Heimatverein war Stockholms Studenternas Idrottsförening. Er schloss ein Ingenieurstudium an der KTH Stockholm mit dem Schwerpunkt Metallurgie ab und arbeitete danach in der Hüttenindustrie in Fagersta, wo er auch heute noch wohnt.

Bertil Haase nahm 1979 wie alle schwedischen Teilnehmer des Winter-Pentathlon und viele der Modernen Fünfkampfer aus den 1950er Jahren an einem Seniorenwettkampf in Budapest teil. Er hat nach wie vor Kontakt zu Hall, Grut, Lindh, Thofelt und Egnell.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Bertil Haase in der Datenbank von Sports-Reference.com (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Telefoninterview mit Bertil Haase am 2. September 2008
  2. Furir im schwedischen Militär
  3. Guldolympier från Boda (schwedisch)
  4. Rapport Général sur les Ves Jeux Olympiques d’hiver St-Moritz 1948 PDF, Seite 72–74 (französisch)
  5. Schwedisches Olympisches Komitee Portrait von Bertil Haase