Beschlagwerk

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Beschlagwerk in der Giebelzone

Das Beschlagwerk ist ein Dekorationselement für Räume oder Gebäude.

Beschreibung[Bearbeiten]

Es ist ein schwachplastisches, reliefartiges Flächenornament der Renaissance, das durch imitierte Nagelköpfe angeheftet erscheint. Das bandartige Ornament (aus dem Rollwerk abgeleitet) ahmt in symmetrischer Anordnung aufgenietete metallene Beschlag nach.

In Verbindung mit eingerollten Bändern erscheint es beim Rollwerk, es wird meist von Rollwerk gerahmt, oft auch mit diesem gemischt. So schmücken Beschlag- und Rollwerk, Knorpel- und Ohrmuschelwerk Wände, Altäre und Kanzeln. Zusammen mit Obelisken und Voluten bilden sie das Schweifwerk.

Das Beschlagwerk geht auf den Antwerpener Bildhauer, Baumeister und Ornamentstecher Cornelis Floris zurück. Er entwickelte zahlreiche neue Ornamentformen, die durch die Musterbücher von Vredeman de Vries verbreitet, aber auch verfälscht werden und prägte Mitte des 16. Jahrhunderts aus dem Beschlagwerk den nach ihm benannte Florisstil.

Im späten 16. Jahrhundert wurde es in den Niederlanden entwickelt und verbreitete sich dann vor allem in Deutschland.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilfried Koch: Baustilkunde - Europäische Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart, Orbis-Verlag, München 1988, ISBN 3-572-05927-5, S. 398 [Beschlagwerk […] in Verbindung mit eingerollten Bänder = Rollwerk, 222*, mit Voluten = Schweifwerk*, 232*, Deutsche und niederländische Renaissance nach 1570.→ Floris-Stil.]
  • Wilfried Koch: Baustilkunde - Europäische Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart, Orbis-Verlag, München 1988, ISBN 3-572-05927-5, S. 217 [Renaissance, Manierismus]