Besenbüren

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Besenbüren
Wappen von Besenbüren
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Muriw
BFS-Nr.: 4226i1f3f4
Postleitzahl: 5627
Koordinaten: 668592 / 24088547.315278.345834455Koordinaten: 47° 18′ 55″ N, 8° 20′ 45″ O; CH1903: 668592 / 240885
Höhe: 455 m ü. M.
Fläche: 2,38 km²
Einwohner: 577 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 242 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 5,0 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.besenbueren.ch
Besenbüren 095.jpg

Karte
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Besenbüren (in einheimischer Mundart: [ˈb̥æsiˌb̥ʏːɾə])[3][4] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Muri im Südosten des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt im mittleren Bünztal.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Rande der Bünzebene an Ausläufern des Wagenrains, rund anderthalb Kilometer östlich der Bünz und zweieinhalb Kilometer westlich der Reuss. Der grösste Teil des Gemeindegebiets ist weitgehend flach, nur ganz im Nordwesten und Nordosten wird das Gelände hügelig.[5]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 238 Hektaren, davon sind 47 Hektaren bewaldet und 29 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 498 Metern am nordwestlichen Dorfrand, der tiefste auf 436 Metern an der südlichen Gemeindegrenze.

Nachbargemeinden sind Bremgarten im Norden, Rottenschwil im Osten, Aristau im Südosten, Boswil im Südwesten und Bünzen im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Forenmoos an der südlichen Gemeindegrenze entdeckte man verschiedene Gegenstände aus der Alt- und Mittelsteinzeit, unter anderem Steinbeile und Faustkeile. Aus der Bronzezeit stammen diverse Lanzenspitzen, die am selben Standort gefunden wurden.

Der Ort Besenbüren ist in Urkunden des 14. Jahrhunderts mehrfach bezeugt (1303–1308 ze Bessembuͥrron, Bessenbuͥron; nach 1312 von Besembúren, ze Besembúrren; 1361 ze Besenbüren), und auch die auf die Zeit um 1160 zurückgehenden Acta Murensia erwähnen ihn: in Besenbürren mansum. Beim Ortsnamen handelt es sich um eine althochdeutsche Zusammensetzung aus dem Personennamen Baso und dem Bestimmungswort būria/būrrea/būrra «Behausung, Wohnstätte», das auf eine alamannische Gründung des 6. bis 8. Jahrhunderts hinweist.[3][4]

Grundherren im Mittelalter waren die Klöster Muri und Engelberg. Besenbüren lag im habsburgischen Amt Muri. Während die Habsburger die hohe Gerichtsbarkeit ausübten, lag die niedere Gerichtsbarkeit bei den Herren von Heidegg, die im Schloss Heidegg oberhalb von Gelfingen residierten.

Ehemals Postgebäude, später Dorfladen

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau, und Besenbüren war nun ein Teil des Amtes Boswil in den Freien Ämtern, einer Gemeinen Herrschaft. Die Herren von Heidegg behielten ihre Rechte auch unter den Eidgenossen. 1471 verkauften sie diese an das Kloster Muri und kauften sie wenige Jahre später zurück, um sie dann 1617 definitiv dem Kloster zu veräussern. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein und riefen die Helvetische Republik aus. Besenbüren wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden, seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau.

Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Einwohnerzahl um über 30 Prozent ab. Zahlreiche Häuserbrände, Armut und Bodenknappheit zwangen zur Auswanderung. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein blieb die Gemeinde landwirtschaftlich geprägt. Um 1980 war mit 280 Einwohnern der Tiefststand erreicht; dann setzte jedoch eine rege Bautätigkeit ein, und das Dorf wuchs innerhalb von 25 Jahren auf die doppelte Einwohnerzahl.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Gelb auf grünem Hügel grün belaubte Birke mit weissem Stamm, beseitet von zwei roten Moosbeerblüten mit schwarzen Butzen und grünen beblätterten Stängeln.» Birken und Moosbeeren gehören zur typischen Flora von Besenbüren. Das Motiv erschien erstmals 1811 auf dem Gemeindesiegel, die Form wurde 1961 definitiv festgelegt. Das Wappen ist allerdings heraldisch nicht ganz korrekt: So ist der Hügel gezackt statt rund, und die Anzahl der Blätter am Stängel der Moosbeerblüte ist nicht symmetrisch (richtig wären vier statt fünf). Den Vorschlag des Staatsarchivs, das Wappen dahingehend leicht zu ändern, lehnte der Gemeinderat im Jahr 2002 jedoch ab.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 417 289 327 322 320 302 280 387 496 592

Am 31. Dezember 2013 lebten 577 Menschen in Besenbüren, der Ausländeranteil betrug 5 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 55,8 % römisch-katholisch und 26,8 % reformiert; 2,2 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 97,2 % gaben Deutsch als ihre Hauptsprache an.[9]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre, er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Muri zuständig. Besenbüren gehört zum Friedensrichterkreis Boswil.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Besenbüren gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 100 Arbeitsplätze, davon 39 % in der Landwirtschaft, 18 % in der Industrie und 43 % im Dienstleistungssektor.[10] Die Mehrheit der Erwerbstätigen sind jedoch Wegpendler und arbeiten in den umliegenden Gemeinden im Bünztal (vor allem Wohlen und Muri), teilweise aber auch in der Agglomeration Zürich.

Verkehr[Bearbeiten]

Ortseingang von Besenbüren

Die Gemeinde liegt zwar abseits des Durchgangsverkehrs, befindet sich aber nur etwa einen halben Kilometer westlich der Kantonsstrasse zwischen Bremgarten und Sins. Etwa drei Kilometer westlich, bei Boswil, verläuft die Hauptstrasse 25 zwischen Lenzburg und Sins. Eine Postautolinie führt von Wohlen über Besenbüren nach Muri.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule können in Boswil besucht werden, die Bezirksschule in Muri. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Wohlen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Besenbüren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. Historische Quellen und sprachwissenschaftliche Deutungen. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau. Band 100/II, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 84 f. Angegebene Lautschrift: bé͈sibǖ̀rə.
  4. a b Gabrielle Schmid: Besenbüren AG (Muri) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 145. Angegebene Lautschrift: [ˈbɛrkχə].
  5. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1110, Swisstopo
  6.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 117.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Hrsg.: Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Hrsg.: Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Hrsg.: Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  10. Betriebszählung 2008. Hrsg.: Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.