Beserlpark

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Der Beserlpark ist eine aus Wien stammende Bezeichnung für eine Kleinparkanlage.

Das aus dem Wiener Dialekt stammende und inzwischen sowohl in der Umgangssprache als auch manchmal in der Schriftsprache verwendete Wort bezeichnet eine kleine städtische Parkanlage vom Ausmaß einer größeren Verkehrsinsel oder einem begrünten und öffentlichen Vorplatz eines Gebäudes bis zur maximalen Größe eines Häuserblocks[1] und ist von Häusern umgeben. Seit einigen Jahren werden auch immer wieder Baulücken im sehr dicht verbauten Gebiet innerhalb des Wiener Gürtels in kleine Parkanlagen umgewandelt. Begrünt ist er vor allem mit Sträuchern und wenigen Bäumen, hat Bänke zum geselligen Beisammensein und je nach Platzangebot oft einen Kleinkinderspielplatz oder/und einen umzäunten Ballspielplatz für die größeren Kinder und Jugendlichen. Einige Beserlparks erhielten auch eigene Namen und bis Mitte der 1950er Jahre waren viele, wie auch die großen Parks, eingezäunt.[2]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Brehmpark in Simmering, ein wenige hundert Quadratmeter großer Beserlpark

Für das Wort existieren zwei mögliche Herleitungen[3]:

  • Nach einer Version soll das Wort aus der Gründerzeit stammen, wo viele neue Stadtgebiete entstanden und im Rasterviertel Parks aus Kostengründen mit Sträuchern und nur jungen, schwachen Bäumen bepflanzt wurden, die aufgrund ihrer meist geringen Höhe an Besen erinnerten und mitunter auch so genannt wurden.
  • Eine andere Version erklärt es aus der kleinen Größe der Parks, für dessen Reinigung man sogar nur ein „Beserl“ (kleiner Besen, Handfeger) bräuchte.

Verwendung außerhalb Wiens[Bearbeiten]

Inzwischen ist das Wort auch in städtischen Gebieten Niederösterreichs – wo es zum Beispiel in Mank seit 1994 ein „Beserlpark-Festival“ stattfindet[4] und in St. Pölten ein mittelgroßer Park an der Ecke Julius Raab Promenade / Radetzkystraße diese Bezeichnung als offiziellen Namen trägt[5]Oberösterreichs, Salzburgs, Kärntens und in weniger starkem Maße auch in der Steiermark sowie in Innsbruck bekannt und wird von Bevölkerungsteilen aktiv für die Bezeichnung bestimmter Parkanlagen verwendet. Im zum alemannischen Sprachraum zählenden Vorarlberg und auch in Bayern ist der Begriff wenigen bekannt.[6][7]

Rezeption in Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Im Wienerlied widmet ihm das Duo Czapek das Lied „A klaner Beserlpark“, im Nachlass von Ernst Waldbrunn findet sich die Lyrik „Das Grabgespenst vom Beserlpark“ sowie im Nachlass von Peter Herz die Konzepte zu „Liebe im Beserlpark“ und „Sommer im Beserlpark“. Bestimmte Vorgänge sind oft zu beobachten und werden immer wieder angesprochen. So füttern vor allem die alten Leute aus der Umgebung die Tauben, was unter anderem in Ludwig Hirschs schaurigem Lied über den Sexualstraftäter „Der Herr Haslinger“ vorkommt. Weitere angesprochene Themen sind das Problem mit dem liegengebliebenen Hundekot in der kleinen städtischen Grünoase und die Fußballspiele der Jungen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Arbeitsgemeinschaft der Hochschulpressestellen in Deutschland - Jahrestagung 2004 an der TU Wien: Wienerisch (Version aus dem Internet Archive, da Original nicht mehr verfügbar)
  2. Arbeiterzeitung: Parkanlagen ohne Gitter, 26. April 1956
  3. Margit Grassinger: Parks und Gärten in Wien - Landschaftsarchitektur zwischen Tradition und Stadterweiterungsprogrammen in: Landschaftsarchitekten, 4/2006, Verbandszeitschrift des Bund Deutscher Landschaftsarchitekten
  4. www.beserlpark.at
  5. Bürgerservice St. Pölten: Parkanlagen im Stadtgebiet, 23. Februar 2006
  6. ostarichi.org: Beserlpark, Stand 13. Jänner 2007
  7. Geregor Retti: Datenbank zur deutschen Sprache in Österreich - Beserlpark, Stand 11. Juli 2006