Besigheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Besigheim
Besigheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Besigheim hervorgehoben
48.9988888888899.1413888888889202Koordinaten: 49° 0′ N, 9° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Höhe: 202 m ü. NHN
Fläche: 16,83 km²
Einwohner: 11.787 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 700 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74354
Vorwahl: 07143
Kfz-Kennzeichen: LB, VAI
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 007
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 12
74354 Besigheim
Webpräsenz: www.besigheim.de
Bürgermeister: Steffen Bühler
Lage der Stadt Besigheim im Landkreis Ludwigsburg
Erdmannhausen Erdmannhausen Remseck am Neckar Schwieberdingen Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Marbach am Neckar Oberstenfeld Oberstenfeld Mundelsheim Mundelsheim Affalterbach Asperg Benningen am Neckar Besigheim Besigheim Bönnigheim Erligheim Freudental Gemmrigheim Großbottwar Großbottwar Hessigheim Löchgau Murr (Gemeinde) Murr (Gemeinde) Pleidelsheim Pleidelsheim Steinheim an der Murr Tamm Walheim Ingersheim Freiberg am Neckar Bietigheim-Bissingen Bietigheim-Bissingen Ditzingen Eberdingen Kornwestheim Möglingen Oberriexingen Sersheim Vaihingen an der Enz Sachsenheim Korntal-Münchingen Ludwigsburg Markgröningen Hemmingen Gerlingen Kirchheim am NeckarKarte
Über dieses Bild
Gesamtansicht der Altstadt
Logo von Besigheim

Besigheim ist eine Kleinstadt im Landkreis Ludwigsburg etwa 25 km nördlich von Stuttgart. Seit 18. Oktober 2005 ist Besigheim staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Besigheim liegt 13 km nördlich von Ludwigsburg am Zusammenfluss von Neckar und Enz. Die Altstadt liegt malerisch auf einem lang gestreckten, steilen Hügel, auf drei Seiten umgeben von den beiden Flüssen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Besigheim besteht aus der Kernstadt Besigheim und der am 1. September 1971 eingemeindeten Gemeinde Ottmarsheim, einer nordöstlich gelegenen Exklave, bestehend aus dem Dorf Ottmarsheim, sowie dem bereits früher zu Besigheim gehörenden Weiler Husarenhof im Süden.[2]

Raumplanung[Bearbeiten]

Besigheim bildet zusammen mit der Nachbarstadt Bietigheim-Bissingen ein Mittelzentrum innerhalb der Region Stuttgart, deren Oberzentrum Stuttgart ist. Zum Mittelbereich des Mittelzentrums Bietigheim-Bissingen/Besigheim gehören die Städte und Gemeinden im Norden des Landkreises Ludwigsburg, im Einzelnen: Bönnigheim, Erligheim, Freudental, Gemmrigheim, Hessigheim, Ingersheim, Kirchheim am Neckar, Löchgau, Mundelsheim, Sachsenheim, Tamm und Walheim.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Besigheim im Jahre 1153 in einer Schenkungsurkunde, in der der Stauferkönig Friedrich I. Barbarossa die Schenkung der curtis Basincheim (Fronhof Besigheim) an den Markgrafen Hermann III. von Baden bezeugt. Der Name Besigheims leitet sich vom Namen eines Sippenhäuptlings Baso ab.

Die Verleihung des Stadtrechts und der Ausbau der Stadtmauer mit Errichtung der Stadttürme wird auf um 1200 datiert. Der genaue Zeitpunkt der Verleihung des Stadtrechts war bereits im 16. Jahrhundert in Vergessenheit geraten, die Türme jedoch waren spätestens bis 1220 errichtet und mit dem Auftreten von herrschaftlich badischen Vögten ab 1231 und Schultheißen ab 1257 kann ein bereits bestehendes Stadtrecht vorausgesetzt werden. Der historische Siedlungskern liegt in der Unterstadt, die Oberstadt ist vermutlich beim Ausbau zur Stadt planmäßig angelegt worden. Als Herrensitze entstanden in der Oberstadt das Steinhaus und in der Unterstadt ein Schloss. Ein Rat der Stadt wurde erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt.

Im Jahr 1463 wurde Besigheim von Baden an die Pfalzgrafen bei Rhein verpfändet, die die Stadt wiederum vorübergehend bis 1486 an Hans von Gemmingen unterverpfändeten. 1504 wurde die Stadt durch Herzog Ulrich von Württemberg im Rahmen des Vollzugs der kaiserlichen Acht gegen Pfalzgraf Ruprecht erobert, 1505 wurde Besigheim dann per Vertrag formell Ulrich zugesprochen.

Marktplatz von Besigheim mit Rathaus

1520 fiel die Stadt an Habsburg, wie das gesamte Württemberg. Im Bauernkrieg wurde Besigheim 1525 von den aufständischen Bauern besetzt, ging 1529 wieder an Baden und 1595 durch Kauf endgültig an Württemberg.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es in Besigheim zu mehreren Pest-Epidemien, denen von 1606 bis 1633 rund 500 Einwohner zum Opfer fielen. Nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurden 1621 Schanzen aufgeworfen, jedoch kam es vorerst zu keinen bedeutenden Kampfhandlungen, sondern lediglich zu Einquartierungen und Durchzügen. Erst 1634 brach der Krieg über die Stadt herein, die bis 1648 mehrmals besetzt und geplündert wurde. Die Pest forderte außerdem in den Jahren 1634 bis 1648 weitere rund 1700 Opfer. Mehrere zum Amt Besigheim zählende Dörfer waren völlig entvölkert.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt zweimal 1688 und 1693 von französischen Truppen belagert, 1693 wurde dabei die untere Stadtburg mit Ausnahme des Turms zerstört. Auch im Spanischen Erbfolgekrieg (1700–1714) und im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740–1748) kam es zu kriegerischen Handlungen in Besigheim und die Franzosen waren im Rahmen der napoleonischen Kriege zwischen 1793 und 1815 nochmals mehrfach in der Stadt.

Bis 1938 war die Stadt Verwaltungssitz des Oberamtes Besigheim, das dann in den Landkreisen Ludwigsburg und Heilbronn aufging.

Religionen[Bearbeiten]

Besigheim ist seit der Reformation in der Markgrafschaft Baden um 1556 überwiegend evangelisch geprägt und hat auch heute eine evangelische Kirchengemeinde. Die Stadt ist zudem Sitz des Kirchenbezirks Besigheim der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und beherbergt eine Landeskirchliche Gemeinschaft. Aber auch eine römisch-katholische, eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Gemeinde sowie die Zeugen Jehovas sind im Ort vertreten.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 55,05 % (2009: 55,05 %)
 %
30
20
10
0
29,09 %
23,08 %
23,58 %
17,35 %
6,19 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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   4
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+2,32 %p
+1,54 %p
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Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Mitglieder (±0) des Gemeinderats folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

CDU 4 Sitze (–1)
FWV1 5 Sitze (±0)
BMU2 5 Sitze (+1)
SPD 3 Sitze (±0)
FDP 1 Sitz (±0)

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

1Freie Wählervereinigung Besigheim
2Bündnis Mensch und Umwelt

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Rot auf grünem Hügel eine zweitürmige, gezinnte silberne Burg mit offenem Tor.“ Die Besigheimer Stadtfarben sind Weiß-Rot.

Der Hügel auf dem Wappen stellt den breiten Berg dar, auf dem die Altstadt von Besigheim sitzt. Die rote Farbe um die Burg symbolisiert den Wein.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich Ay in Frankreich. Traditionell besuchen sehr viele Besigheimer die französische Partnerstadt während des Weinfestes „Fete Henry IV“.
  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Newton Abbot in England.
  • UngarnUngarn Bátaszék in Ungarn.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Besigheim ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Schalkstein des Bereichs Württembergisch Unterland im Weinbaugebiet Württemberg gehören. Größere ansässige Unternehmen sind:

  • Komet Group, Werkzeughersteller
  • Müller - die lila logistik, Spedition
  • Richard Fritz, Zulieferer der Automobilindustrie (Produktion am Hauptsitz Besigheim ab 2013 geschlossen)
  • Heinkel Process Technology, Zentrifugen

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 27 verläuft durch Besigheim. Seit 1991 wird der Durchgangsverkehr mit einem 178 m langen Tunnel unter der Altstadt hindurchgeleitet.[5]

Der Ort verfügt über einen Bahnhof an der Frankenbahn (Stuttgart–Würzburg). Es gibt ungefähr im Halbstunden-Takt Verbindungen mit RegionalBahn-Zügen in Richtung Stuttgart und in Richtung Heilbronn.

Der internationale Flughafen Stuttgart befindet sich im etwa 50 km entfernten Leinfelden-Echterdingen.

Gericht[Bearbeiten]

Besigheim verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Heilbronn und Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Mit dem Christoph-Schrempf-Gymnasium, der Maximilian-Lutz-Realschule, der Friedrich-Schelling-Schule (Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule), der in Ottmarsheim gelegenen Kreuzäcker-Grundschule und der Schule am Steinhaus (Förderschule) verfügt Besigheim über ein breites Schulangebot. Außerdem gibt es neun Kindergärten und eine städtische Musikschule, die im Steinhaus ihren Sitz hat.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Ver- und Entsorgung[Bearbeiten]

Stromversorgung[Bearbeiten]

Mit dem Bau des Enzkraftwerks Besigheim in den Jahren 1901/02 erhält die Stadt Strom und elektrisches Licht. Die Stromversorgung wurde von der Wilhelm Röcker GmbH & Co KG betrieben. Der Eigentümer verkaufte das Elektrizitätswerk Besigheim ab 1997 stufenweise an die Neckarwerke Elektrizitätsversorgungs-AG, Esslingen.[6] Heute wird das Stromnetz vom Nachfolgeunternehmen EnBW Regional AG betrieben.

Gasversorgung[Bearbeiten]

Die Erdgasversorgung wurde 1985 in der Kernstadt und 1989 im Stadtteil Ottmarsheim von den Technischen Werken der Stadt Stuttgart AG errichtet.[7] Heute wird das Erdgasnetz vom Nachfolgeunternehmen EnBW Regional AG betrieben.

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Die zentrale Wasserversorgung wurde 1897 aufgebaut.[8] Heute besteht die Wasserversorgung aus drei Versorgungszonen. Trinkwasser von der Bodensee-Wasserversorgung erhalten die Bereiche Schimmelfeld, Bülzen, Ingersheimer Feld, Husarenhof und Ottmarsheim. Die Besigheimer Wasserversorgungsgruppe beliefert die Weststadt sowie Neusatz, Schäuber und Löchgauer Feld. Mischwasser (Eigenwasser aus der Neckarhäldenquelle gemischt mit Bodenseewasser) wird in der Kernstadt sowie im Wörth verteilt.[9]

Abwasserentsorgung[Bearbeiten]

Die Kläranlage für die Kernstadt Besigheim wurde 1958 errichtet. Die Abwässer im Stadtteil Ottmarsheim werden in das Klärwerk in Neckarwestheim entsorgt.

Abfallentsorgung[Bearbeiten]

Die Abfallentsorgung wird von der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH (AVL) übernommen, einer 100 %-igen Tochtergesellschaft des Landkreises Ludwigsburg. Die AVL ist beauftragt, die Aufgaben zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen im Auftrag des Landkreises Ludwigsburg zu erfüllen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Altstadt und Marktplatz[Bearbeiten]

Blick in die Kirchstraße in Richtung Waldhornturm
Blick über die Altstadt zu Stadtkirche und Schochenturm

Besigheim bietet eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtbilder in Süddeutschland. Die hohen Stadtmauern wurden 1805 zwar auf die halbe Höhe abgetragen, es wurden Tortürme entfernt und Durchbrüche angelegt. Dennoch sind sie in ihrer Struktur fast vollständig erhalten.

Von der 1693 zerstörten und 1750 abgerissenen unteren Burg ist der mächtige Waldhornturm erhalten.

Den Gegenpol zu dieser Anlage bildet die obere Burg. Ihr Hauptturm, der 1220 errichtete, nach einem Turmwächter namens Schoch benannte Schochenturm, ist mit 36 m etwas höher als der Waldhornturm. Oben befindet sich eine Turmwärterwohnung. Das daneben stehende Steinhaus mit seinem imposanten, abweisend wirkenden Giebel ist über den Bogen des Stadttors mit dem Turm verbunden. Es ist der ehemalige Palas der Burg.

Die gotische Evangelische Stadtkirche befindet sich direkt neben dem Schochenturm. Vermutlich gab es an gleicher Stelle zuvor eine romanische Stadtkapelle, 1279 wurde erstmals urkundlich eine Kirche in Besigheim erwähnt, die spätestens 1484 dem Heiligen Cyriacus geweiht wurde. Besonderes Schmuckstück der vielfach renovierten und umgebauten Kirche ist der aus Lindenholz geschnitzte Hochaltar, eines der größten und künstlerisch bedeutendsten Werke dieser Art überhaupt. Er wurde zwischen 1520 und 1529 aufgestellt und hat die Zerstörungen durch die Franzosen 1693 überdauert. - Für die Kenntnis des mit Johann Valentin Andreae in Verbindung stehenden Bietigheimer Malers Conrad Rotenburger (1579–1633)[10] ist auch dessen 1611 gefertigtes Epitaph für die Familie des badischen Stiftsschaffners Mathias Henßler in der Besigheimer Stadtkirche bemerkenswert.

Vor dem Steinhaus steht seit 2011 eine Stauferstele, die daran erinnert, dass der spätere Staufer-Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Jahre 1153 dem Markgrafen Hermann III. von Baden den Herrenhof Besigheim schenkte.[11] Dieser war die Keimzelle für die Stadt Besigheim. Die Markgrafen von Baden waren treue Gefolgsleute der Staufer. Friedrich von Baden-Österreich wurde im Jahr 1268 zusammen mit Konradin, dem letzten Staufer, in Neapel hingerichtet.

Als Hauptachse der Stadt führt von der unteren Burg die Kirchstraße zur oberen Burg. Die Fachwerkhäuser entlang dieser Achse, im unteren Bereich eher einfach gestaltet, nehmen nach oben, bis zum Marktplatz hin, an Reichtum der Ausgestaltung zu. Verzierungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert schmücken das Fachwerk. Das Haus Nr. 24 ist durch plastische Renaissancemalereien, die nach historischem Vorbild rekonstruiert wurden, geschmückt.

Im Zentrum steht der Marktplatz mit dem Rathaus von 1459. Im Erdgeschoss dieses Rathauses sind römische Reliefplatten mit Szenen aus dem Mithras-Kult eingemauert. Aus der Renaissancezeit stammen Wandmalereien im Inneren, aus der Barockzeit die Stuckdecken, und aus dem 19. Jahrhundert die Rathausuhr und der Vorbau. Der alemannische Marktbrunnen mit dem Schildhalter, der das badische Wappen zeigt, erinnert an die badische Zeit.

Weitere bemerkenswerte Gebäude[Bearbeiten]

  • Das zur Neckarseite hin dominierende ehemalige Oberamtsgebäude von 1908. Ein weiteres heraus ragendes Gebäude zu dieser Seite hin ist ein hohes Gebäude mit Zierfachwerk, die Stadtschreiberei von 1686.
  • Der Fruchtkasten, gleichzeitig als Kelter genutzt, gehörte zu den Wirtschaftsgebäuden der unteren Burg und wird heutzutage für Veranstaltungen, insbesondere das alle zwei Jahre stattfindende Winzerfest, genutzt.
  • Das Amtsgericht, neben dem Rathaus an der Stadtmauer gelegen, beherrscht gemeinsam mit ihm die Enzseite der Stadt. Auf dem Rundbogentor ist das Gebäude mit 1685 datiert, ein Wappenstein im Inneren weist auf größere Umbauten im Jahr 1783 hin. Im Inneren enthält der Bau noch mittelalterliche Gebäudereste.
  • In der Nähe der Kirche sind eine Reihe von ehemaligen Pfründ- und Amtshäusern in sehr gutem Zustand erhalten, beispielsweise das Dekanat von 1774 in der Pfarrgasse 3 oder das Wohnhaus in der Pfarrgasse 10. Bemerkenswerte Beispiele von Ackerbürgerhäusen stehen in der Pfarrgasse 14 und in der Türkengasse 10.
  • Direkt unterhalb der Kirche stehen die Gebäude der ehemaligen Lateinschule, die heute als Sonderschule genutzt werden. Das größere der beiden Häuser, mit seinem Mansardenwalmdach, stammt aus dem 18. Jahrhundert.
  • Das Gebäude der Stadtapotheke am Marktplatz entstand 1628 durch den Umbau von zwei Gebäuden zu einem großen Geschäftshaus. Als Apotheke wurde das Gebäude 1661 eingerichtet.

Besigheimer Skulpturenpfad[Bearbeiten]

Zum 850-jährigen Bestehen Besigheims entstand 2003 der Besigheimer Skulpturenpfad. Er führt vom Bahnhof über die Enz und den historischen Stadtkern bis zum Wasserkraftwerk am Neckar.

Mittelalterliche Badstube in der Vorstadt[Bearbeiten]

Im Rahmen von Stadtführungen ist seit 2005 die 1995 wiederentdeckte, nach archäologischen Grabungen restaurierte Badstube im Haus Vorstadt 3 wieder zugänglich. Im Besigheimer Häuserbuch erstmals 1463 erwähnt, wurde sie als Bannbadstube betrieben, in der die Besigheimer und Walheimer Bürger baden mussten, bis 1654 der Badebetrieb eingestellt wurde.

Das Bannrecht sicherte dem Anbieter von Dienstleistungen (in der Regel dem Grundherrn) die Monopolstellung: In Besigheim pachtete der Bader die Badstube für einen jährlichen Zins und verpflichtete sich, seine Dienstleistungen bereitzustellen. Um das Einkommen des Baders zu sichern, waren die Einwohner verpflichtet, die örtliche Badstube aufzusuchen, andernorts baden zu gehen war ihnen verboten. Eine ähnliche, durch die Herrschaft gesicherte Monopolstellung genossen beispielsweise Bannkeltern sowie Bannmühlen.

Außerhalb der Stadtmauer[Bearbeiten]

Charakteristisch für die Stadt am Fluss sind die Streichwehre von 1755 in der Enz. Direkt am Stauwehr Besigheim befindet sich ein ehemaliges Mühlengebäude, eine weitere historisch Mühle ist die ehemalige Schellenmühle von 1572 in der Vorstadt 72 direkt unterhalb der Stadtmauer. Am Neckar staut eines der 27 Stauwerke mit Schleusen den Fluss oberhalb der Enzmündung.

Auf der ehemaligen Stadtbefestigung am Ochsengraben oberhalb der Enz befindet sich auf einem Turmstumpf ein reizvolles sechseckiges barockes Häuschen, der Pfeiffersche Pavillon.

Etwas oberhalb der Stadt befindet sich ein mittelalterlicher Wachtturm, der Wartturm (Namensgeber für die nahegelegene Wartturmsiedlung), zuweilen auch Mehlsack genannt. In Sichtverbindung mit dem Schochenturm stehend, diente er der Überwachung des Zugangs von der verwundbarsten Seite, der Ingersheimer Höhe, so dass die Stadt gewarnt werden konnte, wenn aus dieser Richtung Feinde nahten.

Der Husarenhof auf der Höhe Richtung Ingersheim wurde 1735–1738 von Besigheimer Bürgern gegründet; benannt wurde er nach einem an diesem Unternehmen beteiligten Husaren.

Umgebung[Bearbeiten]

Der Ort liegt an der Württemberger Weinstraße und der Südroute der Deutschen Fachwerkstraße. Die nähere Umgebung Besigheims ist reizvoll durch die tief eingeschnittenen, steilen Flusstäler von Neckar und Enz, an deren Sonnenhängen intensiver Weinbau betrieben wird. Eine bekannte Weinlage und gleichzeitig ein beliebtes Wandergebiet sind die nahen Hessigheimer Felsengärten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Traditionell findet alle 2 Jahre (immer am dritten Wochenende im September von Freitag bis Montag) das Winzerfest statt. Dieses Weinfest, welches in den Gassen und Straßen und den historischen Weinkellern der gesamten Altstadt stattfindet, wird von den Besigheimer Vereinen veranstaltet. Höhepunkt ist der Festumzug, der immer sonntags stattfindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Felsengärten bei Besigheim, Aquarell von General Eduard von Kallee

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung standen[Bearbeiten]

  • Johann Ferdinand Seiz (1738 - 1793), 1766 - 1790 Diaconus (Zweiter Pfarrer) in Besigheim; Pietist; Schwiegersohn von Friedrich Christoph Oetinger, dem der in Besigheim wohnende Pfarrer Guntram Spindler bedeutende Veröffentlichungen gewidmet hat. Vgl. u. a. Guntram Spindler: Friedrich Christoph Oetinger. Prälat in Murrhardt, Theosoph, 1702-1782. In: Lebensbilder aus Schwaben und Franken, Bd. 16 (1986), S. 38 - 72.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Hofrat Dr. Karl Lang (1841–1930), Oberamtsarzt, Ehrenbürger seit dem 26. März 1887
  • Friedrich Schelling (1881–1979), Lehrer und Kirchenmusikdirektor, Ehrenbürger seit 1959
  • Werner Grau (* 1939), Bürgermeister von Besigheim von 1971 bis 1991, Ehrenbürger seit 2010

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Breining: Alt-Besigheim in guten und bösen Tagen, 254 Seiten, Besigheim 1926
  • Ulrich Gräf: Kunst- und Kulturdenkmale in Ludwigsburg. Theiss,Stuttgart 1986, ISBN 3-8062-0466-7, S. 42–56.
  • Autorenkollektiv (Gustav Bächler, Benning, Thomas Schulz u. a): Geschichte der Stadt Besigheim - von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart, , Besigheim 2003
  • Hansmartin Schwarzmaier und Peter Rückert (Hrsg.): Das Land am mittleren Neckar zwischen Baden und Württemberg (Herausgegeben zum 850jährigen Jubiläum der Stadt Besigheim), Oberrheinische Studien Bd. 24, Thorbecke, Ostfildern 2005, ISBN 3-7995-7824-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 379–381
  3. Landesentwicklungsplan 2002 Baden-Württemberg. http://www2.landtag-bw.de/dokumente/lep-2002.pdf
  4. http://www.wahlen.kdrs.de/AGS118007/118007g.htm
  5. GBI Gackstatter Beratende Ingenieure: Tunnel Besigheim, abgerufen am 25. Dezember 2012
  6. Universität Hohenheim, Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg: Wilhelm Röcker GmbH & Co. Bestand: Y 218.
  7. Ulrich Kett: 1845–1995. 150 Jahre Gasversorgung Stuttgart im Spiegel der Stadthistorie. Stuttgart 1995.
  8. Chronik der Stadt Besigheim. abgerufen am 23. Dezember 2012.
  9. Wasserversorgung der Stadt Besigheim: Zonenplan Wasserversorgung. Besigheim 2012.
  10. Vgl. Günther Bentele: Conrad Rotenburger, ein Bietigheimer Künstler aus der Zeit der Familie Hornmold. In: Himmelszeichen und Erdenwege. Johannes Carion (1499–1537) und Sebastian Hornmold (1500–1581) in ihrer Zeit, hrsg. vom Kultur- und Sportamt der Stadt Bietigheim-Bissingen, Stadtmuseum Hornmoldhaus. (Ubstadt-Weiher 1999), S. 155–192; ferner Conrad Rotenburger: Biblische Summarien. Nachdruck der Ausgabe Bietigheim, Hüttenloch, 1630. (Hrsg. vom Geschichtsverein Bietigheim-Bissingen e. V.) Bietigheim-Bissingen 2011.
  11. Besigheim 2011 auf stauferstelen.net. Abgerufen am 23. März 2014.
  12. Johannes Zehender (Decumanus) aus Besigheim (1564–1613)
  13. Kurzbiografie über Luisa Richter, abgerufen am 17. November 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Besigheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien