Bestätigungsfehler

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Der Begriff Bestätigungsfehler (confirmation bias) bezeichnet in der Kognitionspsychologie die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu suchen und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen. Unbewusst ausgeblendet werden dabei Informationen, die eigene Erwartungen widerlegen (disconfirming evidence). Die betreffende Person unterliegt dann einer Selbsttäuschung oder einem Selbstbetrug. Die erste Theorie zu dieser kognitiven Verzerrung stammt von Peter Wason (1968).[1]

Positive Teststrategie[Bearbeiten]

Ein Element des Phänomens Bestätigungsfehler ist eine positive Teststrategie. Die Suche nach Daten, welche die eigene Hypothese bestätigen, wird intuitiv häufiger angewandt als die Suche nach Daten, die die eigene Hypothese falsifizieren würden. Ein berühmtes Experiment in diesem Zusammenhang ist die so genannte 2-4-6-Aufgabe von Peter Wason.

Das Phänomen des Bestätigungsfehlers ist unter anderem gut bei Schülern im naturwissenschaftlichen Unterricht beobachtbar. So planen diese ein Experiment öfter ohne den sogenannten Kontrollansatz (vgl. Kontrollgruppe). Beim Kontrollansatz wird in wissenschaftlichen Experimenten derjenige Faktor weggelassen, dessen Ursächlichkeit gerade untersucht werden soll (die unabhängige Variable). Da nur der Vergleich von beiden Ansätzen (mit und ohne die unabhängige Variable) eine Aussage über Ursache-Wirkung-Zusammenhänge zulässt, läuft ein solches Experiment ohne Kontrollansatz auf eine positive Teststrategie hinaus.[2]

Selektives Erinnern[Bearbeiten]

Wer bereits eine feste Meinung zu einem Thema hat, erinnert sich nach einer Diskussion darüber besser an die plausiblen Argumente für die eigene Position und an die unsinnigen Argumente für die gegnerische Position.[3][4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Cathcart Wason: On the failure to eliminate hypotheses in a conceptual task. In: Quarterly Journal of Experimental Psychology, Jg. 12 (1960), S. 129–140, ISSN 0033-555X.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Peter Wason: Reasoning about a rule. In: Quarterly Journal of Experimental Psychology, Jg. 20 (1968), S. 273–281, ISSN 0033-555X.
  2. Marcus Hammann u.a.: Fehlerfrei Experimentieren. In: Mathematisch-naturwissenschaftlicher Unterricht, Bd. 59 (2006), Heft 5, S. 292–299.
  3. Edward E. Jones, Rika Kohler: The effects of plausibility on the learning of controversial statements. In: Journal of Abnormal and Social Psychology, Bd. 57 (1959), S. 315–320, ISSN 0096-851X.
  4. K. Edwards, E. Smith: A disconformation bias in the evaluation of arguments. In: Journal of Personality and Social Psychology, Bd. 71 (1996), S. 5–24, ISSN 0449-2935.