Bestimmungsschlüssel

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Unter einem Bestimmungsschlüssel versteht man ein System zur genauen Bestimmung oder Klassifizierung von Lebewesen, Mineralien oder Ähnlichem.

Formen[Bearbeiten]

Bei den traditionellen Schlüsseln handelt es sich um eine Abfolge von Fragen bzw. eine Aufzählung von Merkmalen, zu denen immer mindestens zwei mögliche Antworten angeboten werden. Solange weiterhin mehrere Bestimmungsergebnisse möglich sind, wird nach dem gleichen Verfahren weiter verzweigt. Je nachdem, ob genau zwei Möglichkeiten oder mehrere Alternativen bei der Entscheidung zur Verfügung stehen, werden dichotome und polychotome Schlüssel unterschieden. Die Fragen beziehen sich dabei ausgehend von den allgemeinsten Unterscheidungsmerkmalen auf immer detailliertere Eigenarten, bis zum Schluss keine Auswahl mehr möglich ist und beispielsweise ein Organismus in der Regel bis auf seine Art genau bestimmt ist. Die Verzweigungsstruktur der Fragen ähnelt einem Baum, der aber nicht notwendigerweise die systematischen Grenzen nachzeichnet. In der Tat handelt es sich um einen Entscheidungsbaum.

Darüber hinaus gibt es synoptische Schlüssel. Im Gegensatz zu den traditionellen Schlüsseln werden die Merkmale nicht der Reihe nach gegliedert abgefragt. Es handelt sich um eine Liste verschiedener Eigenschaften, nach denen die zu bestimmenden Objekte unterschieden werden können. Bei den unterschiedlichen Merkmalen sind sämtliche Möglichkeiten angegeben, die diese Eigenschaft besitzen können. So lässt sich bei der Kombination der einzelnen Merkmale und deren potentieller Ergebnisse beispielsweise auf eine Art oder eine kleine Gruppe von Arten schließen und andere ausschließen. Zur weiteren Unterscheidung der übrigbleibenden Alternativen können weitere Kriterien herangezogen werden, um auf die vorliegende Art zu schließen.

Oft lassen sich die zu bestimmenden Objekte mit den im synoptischen Schlüssel genannten Eigenschaften nicht sicher einteilen oder die Anzahl möglicher Ergebnisse verringert sich bei einigen Merkmalen nur geringfügig, weil z. B. eine große Zahl an Arten das Merkmal mehr oder weniger wahrscheinlich aufweisen kann. Aus diesem Grund finden synoptische Schlüssel oft in rechnergestützten Bestimmungsschlüsseln Anwendung.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ruedi Winkler: Methoden der Pilzbestimmung – Probleme und neue Wege. Auf: www.pilze.ch, 2008.