Bet-Guvrin-Marissa-Nationalpark

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Der Bet-Guvrin-Marissa-Nationalpark (hebräisch: גן לאומי בית גוברין) ist ein israelischer Nationalpark im Süddistrikt Israels. Er umfasst eine Fläche von rund fünf Quadratkilometern.[1] Innerhalb dieses Gebiets liegen die Reste der beiden antiken Städte Eleutheropolis und Marissa. Bekannt ist der Nationalpark wegen seiner zahlreichen Höhlen, die von Besuchern betreten werden können.

Geographie[Bearbeiten]

Der Nationalpark liegt etwa 30 Kilometer östlich der Stadt Aschkelon im Tiefland Judäas unweit der Grenze zum Westjordanland. Das Gelände des Nationalparks ist eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft aus Kalkstein, die Höhen bis zu 400 Meter über dem Meeresspiegel erreicht.[1] Am nördlichen Ende des Nationalparks verläuft die Nationalstraße 35.[1]

Archäologische Erforschung des Gebiets[Bearbeiten]

Im Jahre 1900 begannen im Auftrag der Palestine Exploration Fund die beiden Archäologen Frederick J. Bliss und R. A. S. Macalister mit umfangreichen Ausgrabungen in Marissa. Ab 1902 erfolgte sodann die Untersuchung zweier sidonischer Grabhöhlen durch die Archäologen Hermann Thiersch und John Punnett Peters im Südosten des Tell Marissa. In den 1960er und 70er Jahren wurden weitere Untersuchungen u.a. durch den israelischen Geographen Yehoshua Ben Arieh durchgeführt. Unter Amos Kloner begannen 1989 weitere breit angelegte Ausgrabungen im Auftrag der Israelischen Antikenbehörde, die 2013 noch andauern.[2]

Sehenswürdigkeiten im Nationalpark[Bearbeiten]

  • Am Fuße des Tell Marissa liegt das sogenannte Columbarium, eine mutmaßliche Grabhöhle aus vorchristlicher Zeit, in die, ähnlich wie bei römischen Nekropolen, zahlreiche (mutmaßliche) Grabnischen eingelassen sind. Durch die insgesamt recht hohe Anzahl von mehr als 2.000 solcher Nischen, ähnelt das innere der Höhle einem Taubenschlag, weshalb die Höhle unter dem Namen Columbarium (lateinisch Taubenschlag) bekannt ist. Ob die Nischen wirklich für Bestattungen genutzt wurden, ist allerdings bislang umstritten.[3]
  • Im Weiteren befindet sich auf dem Gelände die sogenannte Badehöhle mit aus dem Fels gehauenen Wannen.[3]
  • Beliebt wegen ihrer prächtigen Grabmalereien, die u.a. zahlreiche Tierdarstellungen und mythologische Darstellungen beinhalten, sind die Sidonischen Grabhöhlen. Sie stammen aus dem 3. und 2. Jahrhundert vor Christus, als die Bewohner Marissas ihre Toten gewöhnlich in Grabnischen bestatteten. Die Malereien wurden 1993 restauriert.[2]
  • In unmittelbarer Nachbarschaft zur Nationalstraße 35 befinden sich einige Überreste des antiken Eleuteropolis, darunter ein römisches Amphitheater, das in byzantinischer Zeit als Marktplatz genutzt wurde, Reste einer Kreuzfahrerfestung und Teile eines römischen Badehauses.[4]
  • Auf dem Gebiet der ehemaligen Stadt Eleuteropolis ferner für Besucher zu besichtigen sind die Glockenhöhlen, die ihren Namen ihrer glockenähnlichen Form verdanken. Sie stammen aus byzantinischer bzw. früher muslimischer Zeit und dienten als unterirdische Steinbrüche. Die Glöckenhöhlen verfügen über zahlreiche Öffnungen an den Decken, durch die Tageslicht in das Höhlensystem eindringt.[2][3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c http://www.parks.org.il, aufgerufen am 22. Februar 2013.
  2. a b c Informationsflyer "Bet Guvrin-Maresha National Park" der Israel Nature And Parks Authority, verfasst von Amos Kloner.
  3. a b c Michel Rauch: Baedeker Reiseführer - Israel, Palästina; Ostfildern 2010, Seite 191 ff.
  4. http://www.yoav-exp.co.il/159325/1, aufgerufen am 22. Februar 2013.

31.61305555555634.898333333333Koordinaten: 31° 37′ N, 34° 54′ O