Betje Wolff

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Betje Wolff

Betje Wolff, auch Elizabeth Bekker (Geburtsname) (* 24. Juli 1738 in Vlissingen; † 5. November 1804 in Den Haag) war eine bekannte niederländische Schriftstellerin.

Sie war verheiratet mit dem reformierten Prediger und Mundartdichter Adrian Wolff aus Beemster. Zunächst schrieb sie kleine satirische Arbeiten, später auch größere Werke. Aufsehen erregte gleich anfangs ihre Erzählung De menuet en de Dominées-Pruik, ein witziges und in seinen naiven Sittenschilderungen äußerst treffendes Werk.

Dann lieferte sie ernsthafte Gedichte, z. B.

Nach dem Tod ihres Gatten lebte sie in inniger Freundschaft mit der geistreichen Aagje Deken mit welcher sie auch während des sogenannten englischen Kriegs nach Frankreich zog und sich 1788 in Trévoux niederließ. Hier entstand ihre Liedersammlung Wandelingen in Bourgogne.

Im Jahr 1798 kehrten sie nach Holland zurück und nahmen ihren Wohnsitz in Den Haag, wo Wolff am 5. November 1804 starb. Aagje Deken starb am 14. November 1804. Die Bedeutung von Wolff für die holländische Literatur beruht nicht auf ihren Gedichten, sondern auf ihren Prosawerken, namentlich den Romanen, welche sie in Gemeinschaft mit Deken schrieb, und worin sie sich bemühte, der Schriftsprache die ungezwungene, natürliche Leichtigkeit der Unterhaltungssprache zu geben.

Beide Frauen sind als die Schöpferinnen des niederländischen Originalromans zu betrachten. Ihr Hauptwerk ist die De historie van mejuffrouw Sara Burgerhart (Haag 1782, 2 Bde.), die sich ebenso gegen die französische Romantik wie gegen die deutsche Sentimentalität wandte und ihren Wert ohne alles Haschen nach Effekt in einfacher, wohlmotivierter Darstellung und gediegener Charakteristik suchte.

Die folgenden Romane sind in demselben Geist gehalten, aber breiter und redseliger und geben der Neigung zum Moralisieren mehr Raum. Sie heißen:

  • Historie van Willem Leevend (Haag 1784–85, 8 Bde.);
  • Brieven van Abraham Blankaart (Haag 1787–89, 3 Bde.);
  • Cornelia Wildschut (Haag 1793, 6 Bde.).

Eine Anthologie aus ihren Werken nebst ihrer Biographie veröffentlichte Johannes van Vloten: Het leven en de uitgelezen werken van E. Wolff-B. (Schiedam 1866) und Lotse proza-stukken en brieven (Schiedam 1866).

Die niederländische Feministin Johanna Naber schrieb eine Biografie über Elizabeth Bekker (Betje Wolff).

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermina J. Vieu-Kuik: Keur uit het werk van Betje Wolff en Aagje Deken. Thieme, Zutphen 1967.

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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