betterplace.org

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Dieser Artikel beschreibt die Online-Spenden-Plattform betterplace.org. Für das Elektromobilitäts-Unternehmen siehe Better Place.
betterplace.org
Betterplace.org Logo.svg
www.betterplace.org/de
Sprachen Deutsch, Englisch

betterplace.org ist Deutschlands größte Spendenplattform im Internet. Soziale Projekte aus der ganzen Welt können auf der Webseite kostenlos Geld- und Zeitspenden sammeln. Ziel ist es, Menschen, die helfen wollen, direkt mit den Menschen und Organisationen zusammenzubringen, die Hilfe benötigen - weltweit. Dazu entwickelt betterplace.org digitale Werkzeuge, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden, so dass auch kleine Projekte Online-Fundraising betreiben können. Seit der Gründung 2007 wurden über die Plattform rund 17 Millionen Euro an über 10 000 soziale Projekte gespendet, davon 5,3 Millionen im Jahr 2013. [1] Aktuell sind bei betterplace.org mehr als 115.879 Nutzer und soziale Projekte aus 170 verschiedenen Ländern angemeldet (Stand August 2014). Besondere Wirksamkeit zeigt das Online Spenden im Katastrophenfall. So wurden beispielsweise nach dem Erdbeben in Haiti 2010 oder nach dem Taifun Haiyan auf den Philippinen jeweils 750.000 Euro gesammelt, die zu 100% an die Projekte weitergeleitet wurden. [2] [3]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

betterplace.org wurde im November 2007 in Berlin gegründet, unter anderem von Till Behnke, Moritz Eckert und der Anthropologin Joana Breidenbach. Betrieben wird betterplace.org durch die gemeinnützige Aktiengesellschaft gut.org [4]. Unter das Dach der gut.org gehören ebenfalls das betterplace lab, das digitale Trends im sozialen Sektor erforscht, sowie der Unternehmensbereich, die betterplace solutions.[5] Zu den Aktionären gehört beispielsweise der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr, Bernd Kundrun. Im Beirat sitzen neben anderen Peter Eigen, Gründer von Transparency International, und der ehemalige Vorstandssprecher von Vattenfall Europe, Hans-Jürgen Cramer.

Funktionsweise[Bearbeiten]

betterplace.org spricht eine jüngere und internetaffine Zielgruppe an. Das durchschnittliche Spendenalter bei betterplace.org liegt bei 38 Jahren. Dabei fungiert die Plattform als Vermittler zwischen Spendern, Organisationen und einzelnen Nutzern. Charakteristisch ist, dass man bei betterplace.org nicht in allgemeine Globalbudgets von Organisationen spendet, sondern nur für konkrete Bedarfe. Jede Organisation muss angeben, wofür sie wie viel Geld sammelt (beispielsweise 18 Euro für eine Schuluniform [6] oder 110 Euro für die einwöchige Pflege eines Elefantenwaisen [7]). Jedes Projekt der mehr als 10 000 Hilfsprojekte ist verpflichtet, seinen Bedarf transparent und konkret darzustellen und regelmäßig per Text, Foto und Video über die Fortschritte vor Ort zu berichten. Dabei kann jedes Projekt offen diskutiert und bewertet werden. Zu großen Organisationen, die auf betterplace.org vertreten sind, gehören beispielsweise UNICEF, das Deutsche Rote Kreuz, Bethel und das Deutsche Kinderhilfswerk.

Daneben bietet betterplace.org aber vor allem auch ganz kleinen Initiativen und so genannten Graswurzelorganisationen, eine Bühne um sichtbar zu werden und online Spenden zu sammeln. betterplace.org zeichnet sich dadurch aus, dass die Nutzung kostenlos ist und jede Spende ohne jeden Abzug zu 100 Prozent an die Organisationen weiterleitet wird.

Projekte können anzeigen, dass sie als gemeinnützig anerkannt sind, darüber hinaus erarbeiten sie sich ihre Reputation aber vor allem über ein Vertrauensnetzwerk, das so genannte Web of Trust.

Web of Trust[Bearbeiten]

Im Mittelpunkt von betterplace.org steht die transparente Kommunikation zwischen Projektverantwortlichen und den Unterstützern, sowie das das Web of Trust: Ein Netzwerk von Nutzern, die auf der jeweiligen Projektseite in Form von Kommentaren schreiben, ob das Projekt vertrauenswürdig ist oder nicht. So genannte Fürsprecher schreiben, dass sie den Projektverantwortlichen, der das Projekt bei betterplace.org verantwortet, gut kennen und dass er vertrauenswürdig ist. Andere haben das Projekt schon einmal besucht und berichten dann von ihren Erfahrungen. Auch können Projekte mit Sternchen bewertet werden. Die Nutzer können auch öffentlich kritische Fragen stellen. Projekte, die regelmäßig transparent über ihre Aktivitäten berichten und eine große Zahl an Fürsprechern, Besuchern und Unterstützern um sich versammeln konnten, sind die erfolgreicheren Spendensammler.[8]

Finanzierungsmodell[Bearbeiten]

Dass betterplace.org 100% der Spenden weiterleiten kann, erklärt sich durch eine besondere Form der Finanzierung. betterplace.org wird durch private Förderer und strategische Partner getragen, die ihr soziales Engagement über die Plattform darstellen. So hat Bernd Kundrun 2009 eine Million Euro an den Träger, die gut.org gAG, gespendet,[9] die bis April 2010 noch betterplace gemeinnützige Stiftungs-GmbH hieß. Außerdem generiert die hundertprozentige Tochtergesellschaft, die betterplace solutions [10], Einnahmen. betterplace solutions berät Firmen zu ihrer Corporate Social Responsibility. Um das soziale Engagement von Unternehmen darzustellen ermöglicht betterplace solutions beispielsweise Spendenaktionen für Kunden oder Mitarbeiter, die Integration eigener Spenden- und Engagementportalen, Verdopplungsaktionen oder individuelle Projekte. Profite der betterplace solutions werden zu 100 Prozent an die Muttergesellschaft ausgeschüttet und für die Realisierung der gemeinnützigen Zwecke verwendet. Zusammenarbeit besteht beispielsweise mit SAP, Vodafone, der Wall AG oder dem Kundenbindungsprogramm Payback (Bonusprogramm) in Form der so genannten Spendenwelt. Ein geringer Teil der Einnahmen erfolgt durch die so genannte Mitspende, die jeder Spender im Rahmen eines Trinkgeldes an betterplace.org Spenden kann.

Kritik[Bearbeiten]

Der Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), Burkhard Wilke, bemängelt, dass der subjektive Erfahrungsaustausch zur Überprüfung der Projekte nicht ausreiche.[11] Bezüglich des Web of Trust kritisiert er außerdem, dass die Summe der Spendermeinungen nicht schlauer sein könne als bestehende Prüfsiegel. Das DZI gibt ein eigenes Spendensiegel heraus. Wilke sieht den neuen Ansatz aber auch positiv, weil er jüngere Menschen zum Spenden animiere.[12] Die detaillierte Darstellung der Bedarfe, die einerseits zu mehr Vertrauen führe, bringe aber auch einen erhöhten Verwaltungsbedarf mit sich.[13]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschäftsberichtder gut.org gAG 2013 (PDF; 7,5 MB), abgerufen am 15. August 2014.
  2. Geschäftsberichtder gut.org gAG 2011 (PDF; 3,9 MB), abgerufen am 31. Juli 2013.
  3. Geschäftsberichtder gut.org gAG 2013 (PDF; 7,5 MB), abgerufen am 15. August 2014.
  4. gut.org, abgerufen am 31. Juli 2013.
  5. Geschäftsbericht 2012. gut.org gemeinnützige Aktiengesellschaft. 20. Februar 2014
  6. "Schuluniform für Luciah Monicah Andulu". Projekt auf betterplace.org, abgerufen am 4. Mai 2010.
  7. "Aufzucht von Elefantenwaisen". Projekt auf betterplace.org, abgerufen am 4. Mai 2010.
  8. betterplace.org: Broschüre "betterplace works!", Artikel "Malen nach Zahlen" Broschüre als pdf
  9. Artikel bei meedia.de vom 2. Juli 2009
  10. betterplace Solutions, abgerufen am 30. Juli 2013
  11. Artikel im Tagesspiegel vom 2. April 2009
  12. Artikel im Stern vom 22. Dezember 2008
  13. Artikel mit Film auf rbb-online vom 25. Januar 2010
  14. Liste der Ashoka Stipendiaten 2008
  15. betterplace.org auf der Webseite von Deutschland – Land der Ideen, abgerufen am 31. Juli 2013
  16. http://www.leadacademy.de/2011/preistraeger.html