betterplace.org

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Dieser Artikel beschreibt die Online-Spenden-Plattform betterplace.org. Für das Elektromobilitäts-Unternehmen siehe Better Place.
betterplace.org
Betterplace.org Logo.svg
www.betterplace.org/de

betterplace.org ist eine offene Spenden-Plattform im Internet. In Deutschland als gemeinnützig anerkannte Organisationen, aber auch andere Organisationen und Individualprojekte, können auf der Webseite um Geld- oder Zeitspenden werben. Über betterplace.org als einen Kanal des Online-Fundraisings wurden seit der Gründung 2007 rund 10 Millionen Euro gespendet. 76.400 Nutzer und 9.716 Projekte sind bei betterplace.org angemeldet (Stand Dezember 2012).[1] Als Hilfe für das Erdbeben in Haiti 2010 sind 750.000 Euro über betterplace.org geflossen. Für die Opfer des Erdbeben und Tsunami in Japan wurden 500.000 Euro gespendet. Zur Bekämpfung der Hungersnot in Ostafrika wurden über betterplace.org 550.000 Euro Spenden gesammelt. [2]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

betterplace.org wurde im November 2007 in Berlin gegründet, unter anderem von Till Behnke, dem Jura-Professor Stephan Breidenbach und seiner Frau Joana Breidenbach sowie dem ehemaligen Geschäftsführer von eBay Deutschland, Jörg Rheinboldt. Betrieben wird betterplace.org durch die gemeinnützige Aktiengesellschaft gut.org [3]. Unter dem Dach der gut.org gehören ebenfalls betterplace lab und betterplace Solutions.[4] Zu den Aktionären gehört beispielsweise der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr, Bernd Kundrun. Im Beirat sitzen neben anderen Peter Eigen, Gründer von Transparency International, und der ehemalige Vorstandssprecher von Vattenfall Europe, Hans-Jürgen Cramer.

Funktionsweise[Bearbeiten]

betterplace.org fungiert als Vermittler zwischen Spendern, Organisationen und einzelnen Nutzern. Charakteristisch ist, dass man bei betterplace.org nicht in allgemeine Globalbudgets von Organisationen spenden kann, sondern nur für konkrete Bedarfe. Jede Organisation muss angeben, wofür sie wie viel Geld sammelt (beispielsweise 18 Euro für eine Schuluniform [5] oder 110 Euro für die einwöchige Pflege eines Elefantenwaisen [6]). Zu großen Organisationen, die auf betterplace.org vertreten sind, gehören beispielsweise UNICEF, das Deutsche Rote Kreuz, Bethel und das Deutsche Kinderhilfswerk.

Auch kleine, so genannte Graswurzelorganisationen, sind auf der Plattform vertreten und werben für Ihre Projekte. betterplace.org ist kostenlos und leitet die Spenden zu 100 Prozent an die Organisationen weiter.

Projekte können anzeigen, dass sie als gemeinnützig anerkannt sind, darüber hinaus erarbeiten sie sich ihre Reputation aber vor allem über ein Vertrauensnetzwerk, das so genannte Web of Trust.

Web of Trust[Bearbeiten]

Das Web of Trust ist bei betterplace.org ein Netzwerk von Nutzern, die auf der jeweiligen Projektseite in Form von Kommentaren schreiben, ob das Projekt vertrauenswürdig ist oder nicht. So genannte Fürsprecher schreiben, dass sie den Projektverantwortlichen, der das Projekt bei betterplace.org verantwortet, gut kennen und dass er vertrauenswürdig ist. Andere haben das Projekt schon einmal besucht und berichten dann von ihren Erfahrungen. Auch können Projekte mit Sternchen bewertet werden. Die Nutzer können auch öffentlich kritische Fragen stellen. Projekte, die regelmäßig transparent über ihre Aktivitäten berichten und eine große Zahl an Fürsprechern, Besuchern und Unterstützern um sich versammeln konnten, sind die erfolgreicheren Spendensammler.[7]

Finanzierungsmodell[Bearbeiten]

betterplace.org finanziert sich vor allem durch private Förderer. So hat Bernd Kundrun 2009 eine Million Euro an den Träger, die gut.org gAG, gespendet,[8] die bis April 2010 noch betterplace gemeinnützige Stiftungs-GmbH hieß. Außerdem generiert die gut gAG mit der betterplace solutions GmbH[9], einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft, Einnahmen. Betterplace solutions berät Firmen zu ihrer Corporate Social Responsibility und erarbeitet kostenpflichtige Firmenpräsenzen auf betterplace.org. Profite der Betterplace Solutions werden zu 100 Prozent an die Muttergesellschaft ausgeschüttet und für die Realisierung der gemeinnützigen Zwecke verwendet. Eine nennenswerte Zusammenarbeit besteht seit Dezember 2009 mit dem Kundenbindungsprogramm Payback (Bonusprogramm) in Form der so genannten Spendenwelt.

Kritik[Bearbeiten]

Der Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), Burkhard Wilke, bemängelt, dass der subjektive Erfahrungsaustausch zur Überprüfung der Projekte nicht ausreiche.[10] Bezüglich des Web of Trust kritisiert er außerdem, dass die Summe der Spendermeinungen nicht schlauer sein könne als bestehende Prüfsiegel. Das DZI gibt ein eigenes Spendensiegel heraus. Wilke sieht den neuen Ansatz aber auch positiv, weil er jüngere Menschen zum Spenden animiere.[11] Die detaillierte Darstellung der Bedarfe, die einerseits zu mehr Vertrauen führe, bringe aber auch einen erhöhten Verwaltungsbedarf mit sich.[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschäftsberichtder gut.org gAG 2012 (PDF; 7,5 MB), abgerufen am 31. Juli 2013.
  2. Geschäftsberichtder gut.org gAG 2011 (PDF; 3,9 MB), abgerufen am 31. Juli 2013.
  3. gut.org, abgerufen am 31. Juli 2013.
  4. Geschäftsbericht 2012. gut.org gemeinnützige Aktiengesellschaft. 20. Februar 2014
  5. "Schuluniform für Luciah Monicah Andulu". Projekt auf betterplace.org, abgerufen am 4. Mai 2010.
  6. "Aufzucht von Elefantenwaisen". Projekt auf betterplace.org, abgerufen am 4. Mai 2010.
  7. betterplace.org: Broschüre "betterplace works!", Artikel "Malen nach Zahlen" Broschüre als pdf
  8. Artikel bei meedia.de vom 2. Juli 2009
  9. betterplace Solutions, abgerufen am 30. Juli 2013
  10. Artikel im Tagesspiegel vom 2. April 2009
  11. Artikel im Stern vom 22. Dezember 2008
  12. Artikel mit Film auf rbb-online vom 25. Januar 2010
  13. Liste der Ashoka Stipendiaten 2008
  14. betterplace.org auf der Webseite von Deutschland – Land der Ideen, abgerufen am 31. Juli 2013
  15. http://www.leadacademy.de/2011/preistraeger.html