Bettina Wulff
Bettina Wulff (* 25. Oktober 1973 in Hannover als Bettina Körner) ist die Ehefrau des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff. Das Paar lebt seit Januar 2013 in Trennung. Wulff, die vor der Präsidentschaft ihres Mannes als angestellte Pressereferentin arbeitete, hat sich 2012 mit einer eigenen PR-Agentur selbstständig gemacht.
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Leben [Bearbeiten]
Ausbildung und Beruf [Bearbeiten]
Bettina Wulff wuchs als Tochter eines Bankangestellten in Großburgwedel auf. Sie hat einen älteren Bruder. 1993 legte sie das Abitur an der Leibnizschule Hannover ab. Von 1993 bis 2000 studierte sie Medienmanagement und angewandte Medienwissenschaften am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover.[1][2]
Ab 1998 arbeitete Wulff als PR-Assistentin für eine Internetagentur. Im Jahr 2000 wechselte sie zum Hannoveraner Automobilzulieferer Continental AG, wo sie bis 2009 als einer der Pressereferenten tätig war.[1]
Ab 2009 arbeitete Wulff halbtags als eine der Pressereferenten der Drogeriemarktkette Rossmann GmbH in Großburgwedel.[3] Nach der Wahl Christian Wulffs zum Bundespräsidenten am 30. Juni 2010 gab sie diese Tätigkeit auf.[4]
Nach dem im Februar 2012 erfolgten Rücktritt ihres Mannes vom Amt des Bundespräsidenten im Zuge der sogenannten Wulff-Affäre machte sie sich mit der neugegründeten eigenen PR-Agentur Bettina Wulff – Kommunikation selbstständig.[5] Bei den Sommer-Paralympics 2012 vertrat sie in diesem Rahmen das Medizintechnikunternehmen Otto Bock HealthCare.[6]
Öffentliche Pflichten und Ehrenämter [Bearbeiten]
Bettina Wulff war von 2008 bis September 2012 Schirmherrin der Stiftung Eine Chance für Kinder. Nach der Wahl ihres Mannes zum Bundespräsidenten übernahm sie zudem als Präsidentengattin von ihrer Vorgängerin Eva Luise Köhler verschiedene Schirmherrschaften, so die für das Müttergenesungswerk (ab September 2010), die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (ab 1. Oktober 2010) sowie für UNICEF Deutschland (ab 1. Dezember 2010).
Bettina Wulff fungierte außerdem bei offiziellen Empfängen als Gastgeberin im Schloss Bellevue und begleitete ihren Mann meistens bei dessen offiziellen Auftritten und Auslandsreisen.
Ihre Schirmherrschaft für das Müttergenesungswerk endete traditionsgemäß mit dem Ausscheiden ihres Mannes aus dem Amt des Bundespräsidenten und ging später an Daniela Schadt als Lebensgefährtin des neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck über.[7] Schadt wurde auch Wulffs Nachfolgerin bei deren Schirmherrschaften über UNICEF Deutschland (am 23. Mai 2012) und über die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (im Juli 2012).
Auseinandersetzungen um Persönlichkeitsrechtsverletzungen [Bearbeiten]
Anfang September 2012 reichte Bettina Wulff beim Landgericht Hamburg Klagen gegen Günther Jauch und auch gegen Google ein, nachdem in den Monaten zuvor bereits 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien Unterlassungserklärungen abgegeben hatten. Damit wehrt sie sich gegen seit 2006 kursierende Gerüchte, sie habe vor ihrer Ehe mit Christian Wulff im Rotlichtmilieu gearbeitet.[8] Der SZ-Redakteur Hans Leyendecker verwendete in diesem Zusammenhang den Begriff „Rufmord“. Das Gerücht sei 2006 von CDU-Kreisen in Hannover kolportiert worden, um ihrem Mann, dem damals amtierenden niedersächsischen CDU-Ministerpräsidenten, zu schaden.[9]
Wulffs Anwälte wollen bei Google nach eigener Darstellung insgesamt 51 Suchbegriffe aus der automatischen Vervollständigung entfernen und zusätzlich entsprechende Suchergebnisse löschen lassen. Nachdem zunächst berichtet wurde, dass darunter auch Verweise auf den mit ihr befassten deutschsprachigen Wikipedia-Artikel seien[10][11], wurden diese Berichte am 5. November von Wulffs Anwälten dementiert.[12] Im November 2012 löschte Google acht Suchresultate, die auf rechtswidrige Tatsachenbehauptungen verwiesen hatten, darunter drei Einträge des rechtsextremen Blogs kreuz.net.[13] Von ursprünglich mehr als 3.000 genannten Suchergebnissen seien nur diese acht aufgrund falscher Tatsachenbehauptungen rechtswidrig gewesen. In einer Stellungnahme betonte Google, dass die Löschung nicht im Zusammenhang mit Wulffs Klage gegen die Autovervollständigung beziehe.[14]
Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix griff den Fall auf dem Deutschen Juristentag im September 2012 in München auf und kommentierte, dass Wulff mit falschen Gerüchten belastet worden sei, für Verleumdungen per Mausklick gebe es keine Rechtfertigung. Er forderte grundsätzlich, die Autovervollständigungsfunktion notfalls abzuschalten, und verwies auf die Praxis der Firma in den USA, wo Google auf Wunsch von US-Konzernen, die nicht mit illegalen Tauschbörsen in Verbindung gebracht werden wollen, diese Funktion unterbinde. Dasselbe könne Google auch zum Schutz der grundgesetzlich verankerten Persönlichkeitsrechte leisten.[15] Dagegen kommentierte Friedrich Schmidt in der FAZ: „Ginge es im Rechtsstreit zwischen Bettina Wulff und Google wegen dessen Autovervollständigungsfunktion nach der Abteilung IT- und Kommunikationsrecht des Juristentages, trüge der Suchmaschinenbetreiber einen knappen Sieg davon: Eine hauchdünne Zwei-Stimmen-Mehrheit fand der Vorschlag, Betreiber von Suchmaschinen von einer ‚Haftung für Persönlichkeitsrechtsverletzungen, die von Suchergebnissen ausgelöst werden können‘, auszunehmen.“[16]
Unmittelbar nachdem die Gerüchte auch in der massenmedialen Berichterstattung aufgegriffen und in ihrer medialen Präsenz durch Wulffs ebenfalls stark beachtetes juristisches Vorgehen gegen deren Verbreitung noch verstärkt worden waren, veröffentlichte Wulff im September 2012 ihr autobiografisches Buch Jenseits des Protokolls, in dem sie diese ebenfalls zurückweist.[17][18][19]
Am 14. Mai 2013 verkündete der Bundesgerichtshof ein Urteil über die Autocomplete-Funktion in einem ähnlichen Fall (AZ VI ZR 269/12). [20] Dieses Urteil wirkt sich auch auf Bettina Wulffs Klage gegen Google aus. [21]
Privates [Bearbeiten]
Im Jahr 2003 wurde ihr erster Sohn geboren.
2006 lernte sie den damaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Christian Wulff, kennen, als sie als Pressereferentin für die Continental AG an einer Reise nach Port Elizabeth in Südafrika teilnahm, die sie auf eine Anfrage der niedersächsischen Staatskanzlei hin organisiert hatte.[22][1] Nach dessen Scheidung im Februar 2008 heirateten beide im März 2008. Ihren Sohn aus einer früheren Beziehung brachte Bettina Wulff mit in die Ehe, Christian Wulffs Tochter aus erster Ehe lebt bei der Mutter.[3] Im Sommer 2008 wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren. Anfang Januar 2013 trennten sich die Eheleute jedoch einvernehmlich.[23] Bettina Wulff lebt zusammen mit ihren beiden Söhnen auch nach der Trennung von ihrem Ehemann weiterhin in Großburgwedel.[24][25]
Veröffentlichungen [Bearbeiten]
- Zus. mit Nicole Maibaum: Jenseits des Protokolls. riva Verlag, München 2012, ISBN 978-3-86883-273-0.
Weblinks [Bearbeiten]
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Commons: Bettina Wulff – Sammlung von Bildern - Literatur von und über Bettina Wulff im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Bettina Wulff in der Internet Movie Database (englisch)
- Robert von Lucius: Bettina Wulff: Mit Glamour und Gemütlichkeit. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. Juli 2010
- Tobias Dorfer: TV-Kritik: Bettina Wulff bei Peter Hahne – Alles Alltag, oder? In: Süddeutsche Zeitung. 6. Februar 2011
- Elisabeth Binder: Die etwas andere First Lady. – Bettina Wulff stand für ein modernes Familienbild. In: Die Zeit. 19. Februar 2012
- Alfons Kaiser: Schweigen in Schwarz-Weiß. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 17. Februar 2012
- Rena Lehmann: Abgang der glamourösen First Lady. In: Rheinische Post. 17. Februar 2012
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c Bettina Wulff im Munzinger-Archiv, abgerufen am 10. September 2012
- ↑ Zur Person (Bettina Wulff). In: Stern Nr. 38/2012 vom 13. September 2012, S. 35.
- ↑ a b Sophie Albers: First Lady Bettina Wulff: Die große Blonde in den neuen Schuhen. stern.de, 4. Juli 2010, abgerufen am 10. September 2012.
- ↑ Friederike Ott: First Lady Bettina Wulff: Lächeln für Deutschland. Spiegel Online, 13. Juli 2010, abgerufen am 10. September 2012.
- ↑ Bettina Wulff gründet PR-Agentur. Focus, Nr. 37/2012, abgerufen am 10. September 2012.
- ↑ Bettina Wulff verabschiedete deutsche Paralympics Techniker nach London. Website der Firmengruppe Otto Bock, abgerufen am 10. September 2012.
- ↑ Die Schirmherrin. Die First Lady und das Müttergenesungswerk. Website des Müttergenesungswerks, abgerufen am 10. September 2012.
- ↑ Dirk Johannes Andresen: Wer will ihr schaden? Bettina Wulff: Geschichte eines Rufmordes in: Hamburger Morgenpost vom September 2012
- ↑ Hans Leyendecker, Ralf Wiegand: Notruf – In der CDU Niedersachsens gibt es ein Gerücht, das Internet bläst es auf: Arbeitete Bettina Wulff im Rotlichtmilieu? Seit Jahren geht das so. Nun wehrt sich die Frau des ehemaligen Bundespräsidenten. Die Geschichte einer Verleumdung. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 208, 8./9. September 2012, S. 3. (Online-Kurzfassung: Hans Leyendecker, Ralf Wiegand: Klage gegen Google und Jauch. Bettina Wulff wehrt sich gegen Verleumdungen. Süddeutsche.de, 7. September 2012, abgerufen am 10. September 2012.)
- ↑ Holger Schmale: Bettina Wulff gegen Google: Die Mühen der Wulffs In: fr-online.de vom 5. November 201.
- ↑ Handelsblatt-Bericht: Acht Einträge entfernt: Google löscht Suchergebnisse zu Bettina Wulff In: handelsblatt.de vom 5. November 2012.
- ↑ dapd-Bericht: Google: Bettina Wulff will 51 Google-Einträge löschen lassen In: derwesten.de vom 5. November 2012.
- ↑ Google löscht Suchresultate zu Bettina Wulff. Spiegel Online, 4. November 2012, abgerufen am 4. November 2012.
- ↑ Zeit-online Bericht: Verlinkung: Google löscht einige Bettina-Wulff-Einträge In: zeit.de vom 4. November 2012.
- ↑ Jost Müller-Neuhof: Persönlichkeitsrecht: Juristen wollen Netz-Konzerne zum Grundrechtschutz verpflichten In: zeit.de vom 4. November 2012.
- ↑ Friedrich Schmidt: Juristentag in München: Rechtsraum Internet In: faz.net vom 20. September 2012.
- ↑ (dpa/dapd): „Jenseits des Protokolls": Das Bettina-Wulff-Buch ist auf dem Markt. Hamburger Abendblatt, 10. September 2012, abgerufen am 10. September 2012.
- ↑ (jok): Auszüge aus Wulffs Buch in „Bild“. „Ich habe nie als Escort-Lady gearbeitet“. Spiegel Online, 10. September 2012, abgerufen am 10. September 2012.
- ↑ Ulrich Exner: Rotlicht-Gerüchte: Bettina Wulff – Eine Frau kämpft um ihren Ruf In: welt.de vom 8. September 2012.
- ↑ http://juris.bundesgerichtshof.de
- ↑ sueddeutsche.de: [1]
- ↑ Bettina Wulff: Jenseits des Protokolls. München, 2012, S. 21 – 27.
- ↑ Die Welt: Christian und Bettina Wulff haben sich getrennt, abgerufen am 7. Januar 2013
- ↑ Christian und Bettina Wulff trennen sich Süddeutsche Zeitung Online, abgerufen am 7. Januar 2013
- ↑ http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/wulff1465.html
Elly Heuss-Knapp | Wilhelmine Lübke | Hilda Heinemann | Mildred Scheel | Veronica Carstens | Marianne von Weizsäcker | Christiane Herzog | Christina Rau | Eva Luise Köhler | Bettina Wulff | Gerhild Gauck bzw. Daniela Schadt
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wulff, Bettina |
| ALTERNATIVNAMEN | Körner, Bettina (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche PR-Beraterin, frühere Schirmherrin des Müttergenesungswerks und Ehefrau des zehnten deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff |
| GEBURTSDATUM | 25. Oktober 1973 |
| GEBURTSORT | Hannover |