Bettwiesen

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Bettwiesen
Wappen von Bettwiesen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilenw
BFS-Nr.: 4716i1f3f4
Postleitzahl: 9553
Koordinaten: 720150 / 26224847.59.033337550Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 9° 2′ 0″ O; CH1903: 720150 / 262248
Höhe: 550 m ü. M.
Fläche: 3.8 km²
Einwohner: 1114 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 293 Einw. pro km²
Website: www.bettwiesen.ch
Karte
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Bettwiesen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Münchwilen des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Bettwiesen ist ein Strassendorf 4 Kilometer nördlich von Wil. Die Gemeinde liegt im Süden des Kantons Thurgau, dem Hinterthurgau, am Fusse des Braunauer Berges. Mit einer Fläche von 3,85 km² ist Bettwiesen nach Wilen und Rickenbach die drittkleinste Gemeinde im Bezirk Münchwilen. Der höchste Punkt auf dem Gemeindegebiet befindet sich auf 676 m ü. M. nahe der nordöstlichen Gemeindegrenze. Die tiefste Stelle liegt an der Grenze zu Lommis bei der Einmündung des Dorfbachs in den Kaabach.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bettwiesen besteht aus der Ortschaft Bettwiesen östlich der Bahnlinie entlang der Hauptstrasse zwischen Wil und Konstanz und den Weilern Anet, Stocken und Winkel westlich davon sowie einigen Einzelhöfen. Anet befindet sich auch westlich der Strasse zwischen Tägerschen und Münchwilen mit den Weilern Türn und Sedel. Türn gehört dabei auch heute noch zur Schulgemeinde Bettwiesen. Beide Weiler gehören heute aber heute nicht mehr zur Gemeinde Bettwiesen.

Flächennutzung[Bearbeiten]

88 ha der Landfläche Bettwiesens entfallen auf Wald, was einen Waldanteil von 22.9 Prozent ausmacht. 243 ha sind im Zonenplan als landwirtschaftliche Nutzflächen eingetragen und 53 ha als Siedlungsflächen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bettwiesen grenzt im Norden an die politischen Gemeinden Tobel-Tägerschen und Lommis, im Westen an Wängi, im Südwesten an Münchwilen und im Süden an Bronschhofen. Alle Gemeinden befinden sich im Thurgau mit Ausnahme von Bronschhofen, welches im Kanton St. Gallen liegt.

Flüsse und Gewässer[Bearbeiten]

Der Dorfkern von Bettwiesen liegt am Rande eines lokalen Grundwasservorkommens im Bachschutt des Dorf- oder Tobelbaches und mehrerer ihm zufliessender Seitenbäche. Zu letzteren gehören insbesondere der Schlossbach und der Aneterbach vom Abhang des wasserreichen Braunauer Berges (mit mehreren Quellwasserfassungen) und von "Schlössli" beim Weiler Winkel. Ende der Eiszeit befand sich hier ein Gletscherrandsee. Erhöht über diesen Bächen befand sich unter anderem die frühere Burg bzw. der Wohnturm der Edlen von Bettwiesen (bei "Schlössli") und die anfangs des 20. Jahrhunderts abgebrochene alte Kirche (südlich des Schulhauses). Allerdings sind heute die meisten Bach-Abschnitte wie die früher zahlreichen offenen Wassergräben im überbauten Gebiet eingedolt und nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar.

Der Dorfbach fliesst dabei vom Wald Oberhau oberhalb Bettwiesens in nordwestlicher Richtung durch das Gemeindegebiet zum Kaabach.

Geschichte[Bearbeiten]

840 wurde das Dorf zum ersten Mal als „Pettenwison“ (Wiese des Petto) urkundlich erwähnt. 1627 baute der damalige Abt des Klosters Fischingen ein Schloss. Das Schloss Bettwiesen thront noch heute über dem Dorf. An seinen Hängen wird ein Blauburgunder angebaut. Das Abtschloss des 17. Jahrhunderts mit Schlosskapelle, das sogenannte Untere "Schloss" und die Kirche sind bauliche Wahrzeichen von Bettwiesen.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Bettwiesen wurde dem Ort 1678 vom Kloster Fischingen verliehen. Das Kloster brauchte ein Wappen für das Dorf und übernahm deshalb das Wappen des schon lange erloschenen Adelsgeschlechts der Freiherren von Bettwiesen. Das Wappen von Bettwiesen ist horizontal geteilt. In der oberen Hälfte befinden sich auf weissem Grund zwei fünfblättrige Rosenblüten mit gelbem Kern. Die untere Hälfte des Wappens ist ein weisses, rautenförmiges Kissen auf rotem Grund.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[2]
Jahr Einwohner
1850 296
1880 299
1900 332
1930 436
1950 409
1960 565
1970 740
1980 747
1990 986
2000 1'016
Die katholische Kirche

Am 31. Dezember 2008 lebten in Bettwiesen 1'061 Einwohner. Davon sind 202 Personen Ausländer, was einem Ausländeranteil von 19 % entspricht.

Im vorwiegend protestantischen Kanton bildet das schon seit jeher wie der Hinterthurgau überwiegend katholisch geprägte Bettwiesen eine Ausnahme. Obwohl der Anteil der Katholiken durch Zuwanderung leicht abnimmt lag er bei der Volkszählung 2000 immer noch bei 55,8 %. Dahinter folgen Evangelisch-Reformierte mit 22,3 % und Moslems (8,5 %). 8,9 % der Einwohner bezeichnen sich als konfessionslos oder machen keine Angaben und der Rest entfällt auf andere Religionsgemeinschaften und Kirchen, wovon die christlich-orthodoxe Konfession mit 3,1 % Angehörigen den grössten Teil ausmacht.[3]

Politik[Bearbeiten]

Die Legislative bildet in Bettwiesen die Gemeindeversammlung. Die Gemeindeversammlung besteht aus allen volljährigen in Bettwiesen wohnhaften Schweizer Bürgern, wovon aber meist nur ein kleiner Teil seine Rechte wahrnimmt und auch tatsächlich zur Versammlung geht.

Der Gemeinderat repräsentiert die Exekutive und besteht aus vier Mitgliedern und einem Gemeindeammann. Der Gemeinderat wird jeweils für 4 Jahre an der Gemeindeversammlung im Majorzverfahren gewählt. Der Gemeindeammann ist Clemens Dahinden (Stand 2010).

Das Bezirksgericht, welches für Bettwiesen zuständig ist, hat seinen Sitz in Münchwilen. Das Friedensrichteramt befindet sich in Affeltrangen, es ist zugleich auch noch für die Gemeinden Lommis, Tobel-Tägerschen, Braunau, Schönholzerswilen und Wuppenau zuständig.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Laut der eidgenössischen Betriebszählung gibt es in Bettwiesen 33 gewerbliche, sowie 16 landwirtschaftliche Betriebe, in welchen 182 Personen arbeiten, davon 22,5 % in der Land- und Forstwirtschaft, 21,4 % im Industriesektor und 56 % im Dienstleistungssektor. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,2 %. 72,9 % der in der Gemeinde wohnhaften erwerbstätigen Einwohner sind Wegpendler.

Die Landwirtschaft hatte in Bettwiesen früher eine hohe Bedeutung, welche aber seit der Industrialisierung stetig zurückgeht. Heute wird in Bettwiesen vor allem Viehzucht betrieben. Zudem werden unterhalb des Schlosses Bettwiesen Blauburgunder-Reben angebaut.

In Bettwiesen gibt es heute vorwiegend KMUs. Die grössten Betriebe sind ein Baugeschäft und ein Metallverarbeitungsbetrieb. Von 1953 bis 1989 bestand auch heute noch markant im Ortsbild erkennbar eine grössere Verzinkerei nach dem Schmelztauchverfahren direkt gegenüber dem Bahnhof. Bis zur Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre bestanden in Bettwiesen auch mehrere Schifflistickereien.

Bettwiesen hat keinen Dorfladen. Diese Aufgabe teilen sich eine Metzgerei und ein Brotstand, der von einem Bäcker aus Matzingen betrieben wird. Früher existierte außerdem noch eine Käserei, welche vor allem für ihren Appenzeller und den Bettwieser Schlosskäse viele Preise erhielt. Sie brannte aber im Jahr 2004 vollständig ab. In Bettwiesen gibt es auch einige Spezialgeschäfte wie zum Beispiel ein Waffengeschäft oder ein Autospritzwerk. In der Gemeinde gibt es auch einige Handwerksbetriebe unterschiedlicher Grösse. So gibt es einen Holzbau, einen Spengler, einen Sanitär und ein Malergeschäft.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde verläuft die Hauptstrasse 16 zwischen dem Toggenburg und Konstanz. Die nächsten Autobahnanschlüsse der A1 liegen in Münchwilen und Wil und sind vier bzw. sechs Kilometer entfernt. Ausserdem verläuft durch Bettwiesen die Strasse zwischen Münchwilen und Tägerschen.

Bettwiesen liegt an der Bahnlinie Wil-Weinfelden, die von Thurbo betrieben wird. Jeweils zu den Stosszeiten am Morgen und Abend wird die Linie im Halbstundentakt bedient und sonst jede Stunde. In Wil und Weinfelden besteht Anschluss an das Inter-City-Netz der Schweiz.

Bildung[Bearbeiten]

In Bettwiesen gibt es eine Primarschule, wobei teilweise zwei Klassenstufen in einer Klasse geführt werden. Bettwiesen gehört zur Oberstufengemeinde Affeltrangen. Diese hat zwei Schulhäuser: Die Realschule befindet sich in Tobel und die Sekundarschule in Affeltrangen. Im Zuge der Umstellung auf Niveau-Unterricht, bei dem es keine zweigeteilte Oberstufe mehr gibt, werden die zwei Schulhäuser zwei gleichwertige Sekundarschulen bilden und die Bettwieser Oberstufenschüler dem Schulhaus Tobel zugeteilt.

Seit dem Bau der Kantonsschule Wil im Jahr 2004 können Schüler aus Bettwiesen dahin ins Gymnasium und müssen nicht mehr nach Frauenfeld, was eine erhebliche Zeitersparnis bedeutet.

Sport[Bearbeiten]

An sportlicher Infrastruktur bietet Bettwiesen eine Turnhalle und einen Allwetterplatz beim Schulhaus, einen 300m-Schiessstand und einen Fussballplatz. Ausserdem gibt es noch zwei privat betriebene Reithöfe.

In Bettwiesen gibt es mehrere Sportvereine. Den grössten Teil machen die verschiedenen Turnvereine aus; es gibt für die verschiedenen Altersgruppen und Geschlechter jeweils einzelne Vereine (TV, Damenriege, Frauenturnverein, Männerriege, Altersturnen, Jugendriege und Mädchenriege). Ausserdem gibt es noch die Schützengesellschaft Bettwiesen, welche zu den besten im Kanton gehört, und einen Fussballclub. Fussball ist bei Bettwieser Kindern die beliebteste Sportart, aber da der FC Bettwiesen keine Nachwuchsarbeit betreibt, spielen die meisten Kinder beim FC Tobel-Affeltrangen in Tobel.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Müller: Bettwiesen 840-1990, ein Gang durch seine Geschichte, 1993

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bettwiesen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Bevölkerungsentwicklung der Thurgauer Gemeinden (PDF; 27 kB)
  3. Statistik zur Religionszugehörigkeit in den Gemeinden im Thurgau (PDF; 36 kB)