Beuerberg

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Beuerberg von Südwesten
Klosterhof in Beuerberg

Beuerberg ist Ortsteil der Gemeinde Eurasburg im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Bis zur Gebietsreform 1978 war Beuerberg ebenso wie der Nachbarort Herrnhausen eine eigene Gemeinde.

Lage[Bearbeiten]

Das Pfarrdorf liegt im Loisachtal etwa 10 km südlich von Wolfratshausen und 6 km westlich von Königsdorf, auf einer Höhe von 607 m ü. NN, ca. 5 km östlich von der Südspitze des Starnberger Sees. Die Entfernung zur Autobahnausfahrt Beuerberg / Seeshaupt der A95 München - Garmisch beträgt 3 km.

Geschichte[Bearbeiten]

Beuerberg bestand schon im 10. Jahrhundert und ist wahrscheinlich noch wesentlich älter. Buriberg, Bürberg, Beilberg, Bayerberg und andere Namen trug es im Laufe seiner Geschichte.

Im Jahre 1121 wurde das Kloster der Augustiner-Chorherren gegründet. Weil es kaum dienende Brüder aufwies, mussten alle Arbeiten von den Beuerberger Hörigen und Dienstboten des Klosters verrichtet werden, so dass die Geschichte von Dorf und Kloster eng verbunden war.

Nach dem Einsturz der alten dreischiffigen Stiftskirche 1628 wurde diese von 1630 bis 1635 durch Baumeister Isaak Bader im Stil des Frühbarock neu erbaut.

1642 bis 1643 wurde als Pfarrkirche die kleinere Marienkirche errichtet, an ihrer Stelle stand schon vor dem Bau des Klosters eine kleine Kirche. 1778 bis 1791 erhielt sie ihre Spätrokoko-Ausstattung mit Altären und Stuckarbeiten von Tassilo Zöpf und Franz Doll.

In der Sendlinger Mordweihnacht 1705 kamen von den 1.100 getöteten aufständischen Bauern 24 aus Beuerberg.

1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die Klosterkirche (Stiftskirche) wurde Pfarrkirche.

1835 kamen Salesianerinnen (Schwestern von der Heimsuchung Mariä) nach Beuerberg, sie betrieben im Kloster eine Mädchenschule und später ein Müttergenesungsheim.

Im Gegensatz zum Deutschen Krieg 1866 und zum Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 verursachte der Erste Weltkrieg 1914 bis 1918 große Lücken in der männlichen Bevölkerung von Beuerberg.

1921 begann der Bau des Loisach-Isar-Kanals, der in Beuerberg aus der Loisach ausgeleitet wird. Fast an der gleichen Stelle gibt es einen kurzen Mühlbach mit dem Wasserkraftwerk Beuerberg.

Im Zweiten Weltkrieg verlor Beuerberg noch mehr seiner Männer und Söhne als im Ersten Weltkrieg und mehrere Höfe hatten gar zwei gefallene Brüder.

Ende April 1945 kamen ein Zugtransport und ein Todesmarsch von KZ-Häftlingen aus Dachau auch durch Beuerberg.

Ab 1959 war Beuerberg der südliche Endpunkt der Isartalbahn (mit Schienenbusverkehr), sie fuhr ursprünglich dampfbetrieben über Bichl bis nach Kochel. 1972 wurde sie ganz eingestellt, bis Wolfratshausen gab es nun die S-Bahn.

Am 1. Mai 1978 wurden Beuerberg und Herrnhausen im Rahmen der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Eurasburg eingegliedert.[1]

Pfarrkirche St. Peter und Paul

Kirchen[Bearbeiten]

Beuerberg hat drei Kirchen (alle katholisch): Außer der heutigen Friedhofskirche für Beuerberg und Herrnhausen ("Marienkirche") und der Pfarrkirche St. Peter und Paul, der ursprünglichen Klosterkirche, befindet sich im Klosterhofkomplex noch die kleine, 1846 erbaute Klosterkirche "Mariä Heimsuchung".

Bevölkerung[Bearbeiten]

  • Volkszählung 1906: Beuerberg 803, Herrnhausen 286 Einwohner.
  • Statistik 1933: Beuerberg 845, Herrnhausen 288 Einwohner.
  • Statistik 1939: Beuerberg 711, Herrnhausen 287 Einwohner.
  • 1950 hatten Beuerberg und Herrnhausen 1359 Einwohner, darunter wohl viele Flüchtlinge.
  • Volkszählung 1962: Beuerberg 843, Herrnhausen 387 Einwohner.

Verschiedenes[Bearbeiten]

Blasmusik zum Patrozinium

Alljährlich findet am Sonntag um den 29. Juni (Patrozinium St. Peter und Paul) ein großes Fest mit Prozession, Blasmusik und Budenmarkt statt. Am Sonntag darauf (oder eine Woche später) veranstaltet der Burschenverein seit 1969 sein traditionelles Inselfest.

Die Gebirgsschützenkompanie Beuerberg-Herrnhausen stellte 1958 das Gipfelkreuz auf ihrem Hausberg, dem Jochberg über dem Walchensee, auf.

1984 und 2002 richteten die Gebirgsschützen in Beuerberg den Patronatstag zu Ehren der Patrona Bavariae aus.

Von 1964 bis 1967 wurden fast alle Außenaufnahmen der fünf Filme der Lausbubengeschichten nach Ludwig Thoma in Beuerberg gedreht, in denen viele Beuerberger und Herrnhauser als Komparsen mitwirkten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm L. Steinberger: Dorf und Kloster Beuerberg, in: Unbekanntes Bayern. Entdeckungen und Wanderungen, Süddeutscher Verlag, München, 1955, Nachdruck 1976, ISBN 3-7991-5839-1
  • Peter Pfatrisch: Geschichte des regulirten Augustiner-Chorherrn-Stiftes Beuerberg, München 1876
  • Franz Xaver Staber, Georg Els: Pfarrchronik Beuerberg, Beuerberg 1894 bzw. 1980
  • Martin Kain e.a.: Hausnamen der Gütl und Höfe aus der Pfarrgemeinde Beuerberg, Beuerberg 2002
  • Georg Hohenwieser: Dorfg'schicht'n aus Beuerberg, Beuerberg 2003

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 568.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beuerberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.82799460388911.410846710278607Koordinaten: 47° 50′ N, 11° 25′ O