Beverungen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Beverungen
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Beverungen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 40′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Höxter
Höhe: 100 m ü. NN
Fläche: 97,84 km²
Einwohner: 14.801 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37688
Vorwahl: 05273
Kfz-Kennzeichen: HX
Gemeindeschlüssel: 05 7 62 008
Stadtgliederung: 12 Ortschaften
Adresse der Stadtverwaltung: Weserstraße 10–12
37688 Beverungen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Christian Haase (CDU)
Blick auf Beverungen in nördliche Richtung; im Vordergrund der Axelsee und die Weser
Blick auf Beverungen in nördliche Richtung; im Vordergrund der Axelsee und die Weser

Beverungen ist eine Stadt im Kreis Höxter im Osten von Nordrhein-Westfalen, Deutschland, und liegt an der Grenze zu Niedersachsen. In Beverungen, das sich auf etwa 98 km² Fläche erstreckt, leben rund 14.800 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Beverungen liegt am östlichen Rand von Ostwestfalen im Südteil des Weserberglandes auf der dem Solling gegenüberliegenden Seite der Weser, die hiesig als Grenzfluss von Nordrhein-Westfalen und Südniedersachsen verläuft und in die am südlichen Ortsrand die von Südwesten kommende Bever einmündet. Nach Teillandschaften hat die Stadt mit ihren östlichen, in Flussnähe befindlichen Ortschaften Anteil an der Holzmindener Wesertalung mit dem höhergelegenen Oberwälder Land im Westen.

Knapp 5 km (Luftlinie) ost-südöstlich von Beverungen befindet sich am nördlichen Rand der nordhessischen Stadt Bad Karlshafen bzw. am Südrand des Sollings das Dreiländereck Nordrhein-WestfalenHessenNiedersachsen.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Beverungen grenzt im Westen an die Städte Borgentreich und Brakel, im Norden an die Stadt Höxter (alle Kreis Höxter), im Osten an die Samtgemeinde Boffzen mit ihren Mitgliedsgemeinden Boffzen und Fürstenberg und dem Flecken Lauenförde (alle Landkreis Holzminden) und dem gemeindefreiem Gebiet Solling (beides Landkreis Northeim) sowie im Süden an die Städte Bad Karlshafen und Trendelburg (beide Landkreis Kassel).

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Nach § 3 Abs. 1 ihrer Hauptsatzung gliedert sich die Stadt Beverungen in folgende zwölf Bezirke/Ortschaften[1], die vor 1970 eigenständige Gemeinden im Amt Beverungen waren:

[Bearbeiten] Geschichte

Beverungen gehörte seit der Gründung zur weltlichen Herrschaft des deutschen Bistums Paderborn, ursprünglich im Herzogtum Sachsen. Ab dem 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Fürstbistum Paderborn (Hochstift) im Heiligen Römischen Reich, darin ab dem 16. Jahrhundert zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis. Beverungen gehörte zu den 23 paderbornischen Städten, die im Landtag vertreten waren. 1802/03 wurde das Hochstift vom Königreich Preußen besetzt. In napoleonischer Zeit war der Ort Teil des Königreiches Westphalen. Seit 1815 gehörte Beverungen endgültig zum Königreich Preußen, ab 1871 war es Teil des Deutschen Reiches. 1945–1949 war Beverungen Teil der britischen Besatzungzone, ab 1946 staatlich regiert vom Land Nordrhein-Westfalen bzw. ab 1949 auch durch die Bundesrepublik Deutschland.

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden die Stadt Beverungen sowie die elf Gemeinden Amelunxen, Blankenau, Dalhausen, Drenke, Haarbrück, Herstelle, Jakobsberg, Rothe, Tietelsen, Wehrden und Würgassen aus dem Amt Beverungen zum 1. Januar 1970 zur neuen Stadt Beverungen zusammengeschlossen.[2]

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Stadt Beverungen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Eine Änderung des Gebietsstandes ergab sich durch den Zusammenschluss der Stadt mit elf umliegenden Gemeinden zum 1. Januar 1970.

Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 und für 1987 um Volkszählungsergebnisse[3][4][5] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Zahlen für 1975, 1980 und 1985 sind geschätzte Werte und die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich ab 1867 sowie für 1946 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und ab 1987 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1818 1.592
1831 1.918
1837 2.017
1843 2.168
1849 2.144
1852 2.052
1858 1.902
1861 (3. Dez.) 1.863
Jahr Einwohner
1867 (3. Dez.) 1.754
1871 (1. Dez.) 1.659
1885 (1. Dez.) 1.868
1895 (1. Dez.) 1.983
1900 (1. Dez.) 2.173
1905 (1. Dez.) 2.352
1910 (1. Dez.) 2.534
1925 (16. Juni) 2.748
Jahr Einwohner
1933 (16. Juni) 2.924
1939 (17. Mai) 3.103
1946 (29. Okt.) 4.467
1950 (13. Sep.) 4.600
1961 (6. Juni) 4.839
1970 (27. Mai) 14.894
1975 (31. Dez.) 15.230
1980 (31. Dez.) 15.339
Jahr Einwohner
1985 (31. Dez.) 14.791
1987 (25. Mai) 14.791
1990 (31. Dez.) 15.240
1995 (31. Dez.) 15.703
2000 (31. Dez.) 15.594
2005 (31. Dez.) 14.923
2006 (31. Dez.) 14.801

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 32 Mitglieder, die sich gemäß dem Ergebnis der Kommunalwahl vom 26. September 2004 auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2004
Sitze
2004
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 56,0 18
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 26,1 8
FDP Freie Demokratische Partei 10,3 3
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 7,6 3
Gesamt 100,0 32
Wahlbeteiligung in % 62,9

Bürgermeister von Beverungen ist Christian Haase (CDU).

[Bearbeiten] Wappen, Banner, Flagge und Siegel

Der Stadt Beverungen ist vom Regierungspräsidenten in Detmold am 12. Oktober 1972 die Genehmigung zur Führung eines Wappens, eines Banners, einer Flagge und eines Siegels erteilt worden. (Hauptsatzung § 2)[1]

Beschreibung des Wappens:
In Blau drei 2 : 1 gestellte silberne (weiße) Lilien.

Beschreibung des Banners und der Flagge:
Von Weiß, Blau, Weiß, Blau im Verhältnis 1 : 1 : 1 : 1 längsgestreift mit dem Stadtwappen im blauumrandeten weißen Bannerhaupt.

Beschreibung des Siegels:
Umschrift oben: STADT. Umschrift unten: BEVERUNGEN. Siegelbild: Wappenschild, in dem der Inhalt des Stadtwappens in Umrissen wiedergegeben ist.

[Bearbeiten] Religionen

Beverungen ist traditionell mehrheitlich katholisch geprägt und gehört zum Erzbistum Paderborn.

[Bearbeiten] katholische Christen

  • St. Joh. Baptist-Kirche

Bereits im Mittelalter hatte Beverungen eine eigene Pfarrkirche, die jedoch aufgrund des Dreißigjährigen Krieges so stark beschädigt wurde, so dass diese vollständig abgerissen werden musste.

Im 17. Jahrhundert erfolgte der Bau der jetzigen St. Joh. Baptist-Kirche durch den aus Tirol stammenden Baumeister Marcus Weyrather.

Das Altarbild wurde vom Paderborner Kirchenmaler Johann Georg Rudolphi gemalt.

Das Pfarramt der Kirche, welches an der Weserstraße ansässig ist, unterhält zudem auch eine Bücherei mit ca. 6.000 Medien, eine Kleiderkammer und einen Eine-Welt-Laden, welcher freitagsnachmittags und samstags nach der Vorabendmesse geöffnet ist.

  • St. Peter und Paul-Kirche im Ortsteil Amelunxen

Im Ortsteil Amelunxen wurde vermutlich im 9. Jahrhundert die erste Kirche errichtet. Sie trug den Namen Georgskirche.

Als die Reformation allmählich Fuß fasste, gab es in Beverungen einen Streit zwischen Katholiken und Protestanten, wobei der Besitz der Kirche zwischen den Streitparteien stets hin- und herwechselte, bis sie letzten Endes vollständig den Protestanten zugesprochen wurde.

In den Jahren 1818 bis 1822 ließ Ferdinand von Lüninck, der letzte Corveyer Fürstbischof, eine neue Kirche für die Katholiken errichten.

Des weiteren bestehen noch katholische Kirchengemeinden in den Ortsteilen Blankenau (St. Joseph), Dalhausen (St. Marien), Drenke (St. Maria Magdalena), Haarbrück (St. Bartholomäus), Jakobsberg (St. Jakobus der Ältere), Wehrden (Hl. Familie und St. Stephanus) und Würgassen (St. Michael).

[Bearbeiten] evangelische Christen

  • Georgskirche

Die bereits vorgenannte Georgskirche wurde als eine katholische im romanischen Stil erbaut und im Jahre 1118 geweiht.

1651 wurde sie nach langem Streit evangelisch. Seitdem ist sie fester Bestandteil der evangelischen Kirchengemeinde im Beverunger Ortsteil Amelunxen.

Der verwilderte, 5000 m² große Pfarrgarten wurde neu angelegt und steht der gesamten Öffentlichkeit zur Verfügung. Ihm wurde der Name "Lebensgarten" verliehen.

  • ev. Kirchengemeinde Beverungen

Seit Juli 1854 besteht die evangelische Kirchengemeinde für Beverungen und die Ortsteile Dalhausen, Haarbrück, Herstelle, Jakobsberg und Würgassen.

Am Reformationstag des Jahres 1866 wurde die Kirche eingeweiht. 1967 wurde ein Umbau vollzogen.

Die Gemeinde umfasst gegenwärtig 2.500 Mitglieder. Die Kirche trägt den Namen "Kreuzkirche". Die Namensgebung wurde vom Pfarrer Neubauer, der viele Jahre in Beverungen gewirkt hat, betrieben.

[Bearbeiten] Zeugen Jehovas

  • Beverunger Königreichssaal

Im Templiner Weg befindet sich ein Königreichssaal der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas.

Die Predigten werden optional auch in russischer Sprache abgehalten.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Eine Bahnstation an der Kursbuchstrecke 356 (Sollingbahn) liegt im Nachbarort Lauenförde, heißt aber wegen der geringen Entfernung Lauenförde-Beverungen. Es besteht eine Anbindung im 2-Stunden Takt in Richtung Ottbergen und Bodenfelde; von Bodenfelde fährt der Zug entweder nach Northeim oder Göttingen. In Spitzenzeiten werden Verstärkerzüge eingesetzt, um einen 1-Stunden Takt zu gewährleisten. In Ottbergen besteht Anschluss in Richtung Altenbeken, Paderborn und Holzminden. Außerdem hat der Ortsteil Wehrden einen eigenen Haltepunkt auf der gleichen Strecke.

In Beverungen selber gibt es nur noch die stillgelegte Bahnstrecke Holzminden–Scherfede. Die Strecke wird seit den 80er Jahren im Personenverkehr nicht mehr befahren und diente zuletzt als rein strategische Verbindung der NATO. Um enge Straßenunterführungen zu erweitern, wurden die Brückenbauwerke in jüngster Zeit abgetragen. Die stillgelegte Strecke ist seitdem endgültig unbefahrbar.


[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

  • Stadthalle: Die Ende der 1970er-Jahre errichtete Stadthalle brannte am 26. Dezember 1996 bis auf die Grundmauern nieder und wurde in den folgenden Jahren wieder aufgebaut.
  • Kernkraftwerk Würgassen (stillgelegt): wird zur Zeit abgebaut.

[Bearbeiten] Bildung

Beverungen besitzt ein Schulzentrum mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium, das auch Schüler aus den angrenzenden Ortschaften Lauenförde in Niedersachsen und Trendelburg-Langental in Hessen besuchen. Neben den 4 Grundschulen in den Ortschaften Beverungen, Amelunxen, Herstelle und Dalhausen unterhält die Stadt Beverungen eine Förderschule mit den Schwerpunkten "Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung". Der Grundschule Beverungen ist eine offene Ganztagsschule (OGS) mit 50 Plätzen angegliedert. Die vorschulische Bildung erfolgt in ortsnahen Kindergärten in den Ortschaften Beverungen,Amelunxen, Dalhausen, Herstelle, Würgassen, Tietelsen und Wehrden. Träger der Einrichtungen sind die Stadt Beverungen, die kath. Kirche, die evangelische Kirche und eine Elterninitiative (Pusteblume - Beverungen).

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

In Beverungen findet alle zwei Jahre ein Schützenfest und jedes Jahr Karneval, in Zusammenarbeit mit dem Nachbarort Lauenförde statt.

Jedes Jahr findet zu Pfingsten das „Orange Blossom Special“ statt, ein Festival des im Ort beheimateten Musiklabels Glitterhouse, zu dem knapp 2000 Besucher aus ganz Deutschland kommen.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Literatur

  • Hermann-Josef Sander: Beverungen; in: Josef Drewes (Hg.): Das Hochstift Paderborn: Portrait einer Region; Paderborn 1997; S. 259–288. ISBN 3-506-95293-5


[Bearbeiten] Weblinks

Wiktionary
 Wiktionary: Beverungen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

[Bearbeiten] Quellen

  1. a b Hauptsatzung der Stadt Beverungen vom 9. November 2001 in der Fassung der 3. Änderungssatzung vom 23. Juni 2006
  2. § 2 Gesetz zur Neugliederung des Kreises Höxter vom 2. Dezember 1969
  3. Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 1966, S. 194
  4. Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 1964, S. 384–385
  5. Die Wohnbevölkerung in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens 1970. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 1972, S. 39–46
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