Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

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Wappen von Friedrichshain-Kreuzberg
Wappen von Berlin
Friedrichshain-Kreuzberg
2. Bezirk von Berlin
Bezirk Mitte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Bezirk Pankow Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Bezirk Spandau Bezirk Steglitz-Zehlendorf Bezirk Tempelhof-Schöneberg Bezirk Neukölln Bezirk Treptow-Köpenick Bezirk Marzahn-Hellersdorf Bezirk Lichtenberg Bezirk Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 30′ 0″ N, 13° 26′ 0″ O52.513.433333333333Koordinaten: 52° 30′ 0″ N, 13° 26′ 0″ O.
Fläche 20,34 km²
Einwohner 263.526 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 12.956 Einwohner/km²
Ausländeranteil 22,4[1] % (31. Dez. 2012)
Arbeitslosenquote 13,3[2] % (30. Apr. 2013)
Postleitzahl 10178, 10179, 10243, 10245, 10247, 10249, 10317, 10961, 10963, 10965, 10967, 10969, 10997, 10999
Vorwahl 030
Adresse der
Verwaltung
Frankfurter Allee 35/37
10247 Berlin
Website friedrichshain-kreuzberg.de
Durchschnittsalter 37,3 Jahre[1] (31. Dez. 2012)
(somit der Bezirk mit den jüngsten Einwohnern)
Gliederung
Bezirksschlüssel 02
Gliederung des Bezirks

2 Ortsteile

Politik
Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne)
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Peter Beckers (SPD)
Sitzverteilung (Bezirksverordnetenversammlung)
Grüne SPD Linke Piraten CDU
22 13 7 5 4
Sitzverteilung in der BVV
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B1 B5 B96 B96a
S-Bahn Berlin S1.svg Berlin S2.svg Berlin S25.svg Berlin S3.svg Berlin S41.svg Berlin S42.svg Berlin S5.svg Berlin S7.svg Berlin S75.svg Berlin S8.svg Berlin S85.svg Berlin S9.svg
U-Bahn Berlin U1.svg Berlin U2.svg Berlin U5.svg Berlin U6.svg Berlin U7.svg Berlin U8.svg

Friedrichshain-Kreuzberg ist der zweite[3] Verwaltungsbezirk von Berlin und zählt rund 265.000 Einwohner. Er entstand per 1. Januar 2001 durch Fusion des bis dato eigenständigen Ost-Berliner Bezirks Friedrichshain und des West-Berliner Bezirks Kreuzberg.

Der Bezirk gilt als alternativ, kreativ[4] und ist eine Hochburg linker Parteien, insbesondere der Grünen. Friedrichshain-Kreuzberg hat sowohl die jüngste Bevölkerung als auch mit rund 13.000 Einwohnern pro Quadratkilometer mit Abstand die höchste Bevölkerungsdichte aller zwölf Berliner Bezirke.

Ortsteile[Bearbeiten]

Friedrichshain-Kreuzberg ist einer von zwei Bezirken (neben dem Bezirk Mitte), die aus Teilen des ehemaligen Ost- und West-Berlin bestehen. Die beiden Ortsteile des heutigen Bezirks, Friedrichshain und Kreuzberg, sind durch die Spree voneinander getrennt. Die Oberbaumbrücke verbindet beide Altbezirke und ist damit zum Wahrzeichen des neuen Verwaltungsbezirks geworden, was im Bezirkswappen zum Ausdruck gebracht wird.

Beide Ortsteile gehören zu den Szenevierteln Berlins und erleben durch die hohe Nachfrage nach Wohnraum einen Strukturwandel in Form von Gentrifizierung. Da Kreuzberg und Friedrichshain seit der Fusion im Sprachgebrauch mitunter als Einheit betrachtet werden, haben sich Verkürzungen wie „Kreuzhain“ und „Xhain“ etabliert, insbesondere als Verweis auf das Nachtleben im Bezirk.[5][6]

Im Jahr 2014 wurde ein Tausch von Flächen mit dem benachbarten Bezirk Tempelhof-Schöneberg beschlossen.[7]

Ortsteil
und Ortslagen
Fläche
(km²)
Einwohner[8]
30. Juni 2014
Einwohner
pro km²
Lage
0201 Friedrichshain 9,78 122.956 12.572
Kreuzberg Freidrichshain BerlinBerlin Friedrichshain-Kreuzberg Friedrichshain.svg
Über dieses Bild
0202 Kreuzberg 10,40 151.674 14.584
Kreuzberg Freidrichshain BerlinBerlin Friedrichshain-Kreuzberg Kreuzberg.svg
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Eine Reihe von historischen Stadtteilbezeichnungen auf dem Gebiet des Bezirks, wie zum Beispiel Luisenstadt und Tempelhofer Vorstadt, leben in den Bezeichnungen der Grundbücher weiter.

In der Nähe der Alexandrinenstraße 12 im Ortsteil Kreuzberg liegt der geometrische Mittelpunkt Berlins. (Lage52.501413.4028)

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungspyramide des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg 2010
Bevölkerungsentwicklung im Bezirk
Friedrichshain-Kreuzberg 1999 bis November 2012 (Stand: vor Zensus 2011)
Jahr Einwohner
1999
  
248.600
2000
  
250.194
2001
  
251.769
2002
  
254.128
2003
  
255.958
2004
  
258.494
2005
  
261.811
2006
  
265.857
2007
  
267.919
2008
  
270.572
2009
  
268.839
2010
  
268.688
2011
  
274.386
2012
  
278.579

Zum 31. Dezember 2013 zählte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg 263.526 Einwohner auf einer Fläche von 20,2 Quadratkilometern.[9] Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei 12.956 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Strukturell unterscheiden sich beide Ortsteile insbesondere hinsichtlich ihrer Bevölkerungszusammensetzung. Im Jahr 2002 lag der Ausländeranteil gemäß Statistischem Landesamt Berlin bei 32,8 Prozent in Kreuzberg und bei 8,7 Prozent in Friedrichshain. Am 31. Dezember 2012 bezifferte sich der Ausländeranteil im gesamten Bezirk auf 22,4 Prozent.[1] Am Stichtag betrug der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund 37,6 Prozent.[1] Die Alterszusammensetzung der Bevölkerung unterscheidet sich deutlich. In Kreuzberg ist der Anteil der 35- bis 60-Jährigen höher, der Anteil der Jüngeren ist dementsprechend niedriger als in Friedrichshain. Im Bezirk wohnen vornehmlich junge Erwachsene. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung war am 31. Dezember 2012 mit 37,3 Jahren der niedrigste Wert aller Berliner Bezirke, womit Friedrichshain-Kreuzberg der Bezirk mit den jüngsten Einwohnern ist (zum Vergleich: Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat mit 46,1 Jahren die älteste Bevölkerung).[1] Die Arbeitslosenquote bezifferte sich am 30. April 2013 auf 13,3 Prozent.[2]

Die Fertilitätsrate lag 2007 bei 1,17, was sowohl unter dem Berliner Durchschnitt von 1,275 als auch unter dem Schnitt in Deutschland liegt.

Politik[Bearbeiten]

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2011[10]
Wahlbeteiligung: 57,8 %
 %
40
30
20
10
0
35,5
20,8
14,3
12,5
7,9
2,8
6,2
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006[10]
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,5
-4,8
+14,3
-4,0
-0,9
+1,3
-8,4

Bezirksbürgermeister[Bearbeiten]

Amtszeit Bezirksbürgermeister Partei
01. Januar 2001 – 31. Januar 2002 Bärbel Grygier PDS
01. Februar 2002 – 14. November 2006 Cornelia Reinauer PDS
15. November 2006 – 31. Juli 2013 Franz Schulz Grüne
seit 1. August 2013 Monika Herrmann Grüne

Bezirksstadträte und Abteilungen[Bearbeiten]

Bezirksstadtrat Partei Abteilung
Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin Grüne Familie, Gesundheit und Personal
Peter Beckers, stellv. Bezirksbürgermeister SPD Wirtschaft, Ordnung, Schule und Sport
Jana Borkamp Grüne Finanzen, Kultur und Weiterbildung
Knut Mildner-Spindler Linke Soziales, Beschäftigung und Bürgerdienste
Hans Panhoff Grüne Planen, Bauen, Umwelt und Immobilien

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg wurde am 7. Oktober 2003 durch den Senat von Berlin verliehen.

Wappen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg
Blasonierung:

„In silbernem Schild mit blauem Wellenschildfuß, belegt mit vier silbernen Wellenfäden, eine rote gezinnte Brücke, die durch zwei spitzbedachte und beknaufte Türme, die mit Zinnen, Zwischendächern, Simsen und schwarzen Schießscharten und Spitzfenstern bedeckt sind, in drei gleichmäßige Bögen unterteilt ist. Die beiden äußeren Bögen sind als Halbbögen dargestellt. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.“[11]

Beschreibung:

Das Wappen ist vom erst 1991 entworfenen Wappen des ehemaligen Bezirks Friedrichshain abgeleitet. Es zeigt mit der Oberbaumbrücke das verbindende Wahrzeichen des neugebildeten Bezirks auf der ehemaligen Grenze der vorherigen Bezirke. Das blaue Wellenband verweist auf die Spree, über die die Oberbaumbrücke führt, und wurde auch aus dem vorherigen Wappen übernommen, das es wiederum aus der blauen Tingierung des Wappens Stralaus entlehnte. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg unterhält aktuell zehn Städtepartnerschaften.

International[Bearbeiten]

NicaraguaNicaragua San Rafael del Sur, Nicaragua – seit Januar 1986
IsraelIsrael Kirjat Jam, Israel – seit 1990
PolenPolen Stettin, Polen – seit Juni 1996
TurkeiTürkei Kadıköy (Bezirk von Istanbul), Türkei – seit August 1996
BulgarienBulgarien Oborischte (Bezirk von Sofia), Bulgarien – seit Mai 1999

National[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Gemüseschlacht[Bearbeiten]

Seit 1998 findet auf der Oberbaumbrücke jedes Jahr eine als Demonstration angemeldete Gemüseschlacht zwischen Bewohnern der vormaligen Bezirke Kreuzberg und Friedrichshain statt. Sie ist eine parodistische Auseinandersetzung mit den diffusen Animositäten der Bewohner der beiden Ortsteile.

Wagenburg[Bearbeiten]

In der Revaler Straße befindet sich das Wagendorf Hänger & Laster, als Modell für alternative Lebensformen.[12]

Ort der Vielfalt[Bearbeiten]

Am 23. September 2008 erhielt der Bezirk den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Friedrichshain-Kreuzberg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Statistischer Bericht – Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2012 (PDF; 3,1 MB). Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 18. Juni 2013.
  2. a b Arbeitslosigkeits-Atlas – Arbeitslosigkeit in Berlin – Zahlen und Quoten in der Stadt und in den Bezirken. In : Berliner Morgenpost. Abgerufen am 18. Juni 2013.
  3. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel
  4. Friedrichshain-Kreuzberg – Kreativ und angesagt. Abgerufen am 13. Juni 2013.
  5. BVBI"Kreuzhain": ein junger Bezirk
  6. Xhain.net – Nachrichten aus Friedrichshain-Kreuzberg
  7. Gebietstausch mit Friedrichshain-Kreuzberg. In: Berliner Abendblatt, 28. Februar 2014. Abgerufen am 13. April 2014.
  8. Melderechtlich registrierte Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2014, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 30. September 2014 (PDF-Datei).
  9. Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 31. Dezember 2013 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 30. September 2014 (PDF-Datei).
  10. a b Die Landeswahlleiterin für Berlin
  11. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen
  12. Linke mögen keine Rollheimer mehr. In: Berliner Zeitung, 21. Februar 2009