Biblioklasmus

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Unter Biblioklasmus (von griechisch „βιβλίον“ (biblíon) = „Buch“ und „κλᾶν“ (klan) = „zerbrechen“) versteht man die Zerstörung von Büchern.

Formen[Bearbeiten]

Die bekannteste Form des Biblioklasmus ist die öffentlich inszenierte Bücherverbrennung aus religiösen, ideologischen oder politischen Motiven.

Unter Biblioklasmus versteht man des Weiteren das Zerstören von Büchern durch das illegale Entfernen von bestimmten Drucken, Karten und Bildern aus Büchern durch Sammler (Bibliomanie).

Weniger aufsehenerregend als die Verbrennung ist das Einstampfen oder Makulatur von Werken zwecks Herstellung neuen Papiers. Dies kann ebenfalls politisch motiviert sein oder Folge eines Rechtsstreites, bei dem es z. B. um die Verletzung von Persönlichkeitsrechten geht. Zumeist hat es aber mit der Fehlerhaftigkeit der Drucke zu tun. Die Makulaturforschung versucht u. a. alte Werke zu rekonstruieren, die früher für Einbände neuerer Bücher zweckentfremdet wurden. Makuliert werden – nach Zustimmung des Autors – oft auch unverkäufliche Restauflagen.

In früheren Zeiten zerstörte man Schriftgut aus Mangel an Schreibmaterialien. Texte auf Pergamenten wurden oft abgeschabt und neu beschrieben (Palimpsest). Die „überschriebenen“ Texte können mit moderner Techniken vielfach wieder sichtbar gemacht werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mona Körte und Cornelia Ortlieb (Hrsg.): Verbergen – Überschreiben – Zerreißen: Formen der Bücherzerstörung in Literatur, Kunst und Religion. Berlin 2007, ISBN 978-3-503-09811-8.
  • Matthew Battles: Die Welt der Bücher: eine Geschichte der Bibliothek. Düsseldorf 2003, ISBN 3-538-07165-9.
  • Birgit Althaus: Das Buch-Wörterbuch: Nachschlagewerk für Büchermacher und Buchliebhaber. Erftstadt 2004, ISBN 3-89996-256-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Biblioklasmus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen