Biblisch-Therapeutische Seelsorge

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Die Biblisch-Therapeutische Seelsorge (BTS) ist ein eingetragenes Warenzeichen. Es ist das Seelsorgekonzept der BTS Fachgesellschaft für Psychologie und Seelsorge.

Die BTS Fachgesellschaft für Psychologie und Seelsorge[Bearbeiten]

Die BTS Fachgesellschaft für Psychologie und Seelsorge ist eine gemeinnützige GmbH (bis 2000: Deutsche Gesellschaft für Biblisch-Therapeutische Seelsorge e.V.). Sie wurde von dem Erziehungswissenschaftler und Psychotherapeuten Michael Dieterich im Jahre 1987 mit weiteren Mitgliedern gegründet und wurde in der Anfangszeit von der Ludwig-Hofacker-Vereinigung unterstützt. Die Hauptaufgabe der BTS Fachgesellschaft für Psychologie und Seelsorge besteht in der Ausbildung von haupt- und ehrenamtlichen Seelsorgern zum "Lebens- und Sozialberater". Die BTS Fachgesellschaft für Psychologie und Seelsorge arbeitete bis zum Jahr 2006 auf akademischer Ebene mit der Gustav-Siewerth-Akademie und ab dem Jahr 2007 mit dem Europäischen Theologischen Seminar und der LEE-Universität (USA) zusammen.

Die BTS Fachgesellschaft ist außerdem im Zusammenhang mit dem angegliederten Institut für Psychologie und Seelsorge Herausgeber von Fachbüchern im Bereich von Seelsorge, Psychotherapie und Erziehung und bietet Online-Seelsorge an.

Die Gründung der BTS Fachgesellschaft war u.a. deshalb notwendig, weil die Vorgängerorganisation im Jahre 2000 im Zusammenhang mit dem Betrieb einer christlichen Fachklinik insolvent wurde. Als Folge dieser Insolvenz wurde die Seelsorgeausbildung in der Schweiz vom Bildungszentrum christliche Begleitung und Beratung - kurz bcb-Schweiz - übernommen und weitergeführt. Im Jahr 2007 feierte die BTS ihr 20jähriges Jubiläum und gehört zu den größten Anbietern von Seelsorgeausbildungen im deutschsprachigen Raum.

Glaubensgrundlagen[Bearbeiten]

Die therapeutische Arbeit stützt sich auf einige Prinzipien des christlichen Glaubens. Auf der Webseite der Gesellschaft sind unter anderem die folgenden genannt:[1]

  • Die Allmacht und Gnade Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes in Schöpfung, Offenbarung, Erlösung, Endgericht und Vollendung
  • Die göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung
  • Die völlige Sündhaftigkeit und Schuld des gefallenen Menschen, die ihn Gottes Zorn und Verdammnis aussetzen
  • Das stellvertretende Opfer des menschgewordenen Gottessohnes als einziger und ausreichender Grundlage der Erlösung von der Schuld und Macht der Sünde und ihren Folgen
  • Die Rechtfertigung des Sünders allein durch die Gnade Gottes aufgrund des Glaubens an Jesus Christus, der gekreuzigt wurde und von den Toten auferstanden ist
  • Das Werk des Heiligen Geistes, welcher Bekehrung und Wiedergeburt des Menschen bewirkt, im Gläubigen wohnt und ihn zur Heiligung befähigt
  • Das Priestertum aller Gläubigen, welche die weltweite Gemeinde bilden, den Leib, dessen Haupt Christus ist, und die durch seinen Befehl zur Verkündigung des Evangeliums in aller Welt verpflichtet ist
  • Die Erwartung der persönlichen, sichtbaren Wiederkunft des Herrn Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit zum Fortleben der von Gott gegebenen Personalität des Menschen zur Auferstehung des Leibes zum Gericht und zum ewigen Leben der Erlösten in Herrlichkeit.

Ausbildungsprogramm[Bearbeiten]

Das Ausbildungsprogramm beinhaltet die Vermittlung sowohl seelsorgerlicher als auch therapeutischer Kompetenzen. Seelsorgerlich bedeutet in dem Fall, Seelsorge, die eine biblische Anthropologie (Gen 2,7) zur Grundlage hat (Bibeltreue). Unter therapeutische Kompetenzen versteht man einen Gesamtüberblick über allgemeine Psychologie, Psychiatrie und die wichtigen gängigen Psychotherapieformen, wobei gezeigt wird, dass die eigentlich wirksamen Elemente der unterschiedlichen Therapieschulen auf Lernprozessen beruhen, die herausgearbeitet und beschrieben werden können. Theoretische Grundlage der BTS ist das Konzept einer "Allgemeinen Psychotherapie und Seelsorge", das davon ausgeht, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse von K. Grawe aus der Psychotherapieforschung im Sinne einer "2. Theoriegeneration" und die Spiritualität, wie sie die Bibel sieht, zusammengeführt werden können. Forschungsergebnisse vor dem Hintergrund der Studien von J.A. Durlak und M. Dieterich machen zudem deutlich, dass in vielen Fällen eine "halbprofessionelle" Ausbildung zu guten Erfolgen führen kann.

Das BTS-Ausbildungsprogramm steht allen offen. Eine besondere schulische Vorbildung wird nicht vorausgesetzt. In ca. 500 Lerneinheiten (davon ca. 20 % Supervision) werden dem Teilnehmenden die oben genannten Kompetenzen vermittelt. Die abgeschlossene Ausbildung wird mit einem Zertifikat als "Lebens- und Sozialberater (BTS)" bestätigt, welches den Teilnehmenden ermöglicht in den Gemeinden qualifizierte Hilfestellungen zu geben oder auch eine eigene Beratungspraxis zu eröffnen. Die Ausbildung ist im Vergleich mit anderen Angeboten preisgünstig. Sie berechtigt nicht zur Ausübung von "Psychotherapie", es werden jedoch Spezialkurse angeboten, die zur HPG-Prüfung führen. In Zusammenarbeit mit der LEE-University bzw. dem Europäischen Theologischen Seminar kann ab Herbst 2007 der akademische Grad eines "Master of Science in Counseling Psychology" erworben werden.

Lebens- und Sozialberatung ist keine Psychotherapie, die Kosten werden deshalb von den Krankenkassen nicht übernommen. Dennoch ist die Biblisch-Therapeutische Seelsorge in pietistischen, evangelikalen und charismatischen Kreisen beliebt und verbreitet. Auch wird die Ausbildung von einigen Landes- und Freikirchen als Aus- und Fortbildung anerkannt.

Kritik[Bearbeiten]

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Ekklesiogene Neurosen[Bearbeiten]

Eine zu einengende kirchliche Bindung und fanatische Religiosität kann die Ursache für Störungen und Erkrankungen sein. Der Begriff der ekklesiogenen Neurose fasst alle jene psychoneurotischen Erkrankungen zusammen, die durch Fehlformen der Frömmigkeit und Religion entstehen. [2]

Nicht wissenschaftlich begründet[Bearbeiten]

Die wissenschaftlich begründete Psychotherapie lehnt die Glaubensgrundlagen der BTS ab, denn die zentralen Begriffe der BTS, wie z.B. völlige Sündhaftigkeit und Schuld eines Menschen, das Erfordernis einer Vergebung sowie ein Glaube an eine ewige Verdammnis, sind anhand des christlichen Glaubens formuliert und stehen damit im Widerspruch dazu, wie es z.B. Sigmund Freud, Carl Gustav Jung oder Carl Rogers definiert haben oder definieren würde. Die überwiegende Mehrheit der wissenschaftlich tätigen Psychotherapeuten orientiert sich an diesen Gründervätern der Psychotherapie und würden daher die Definitionen der BTS für diese als Dogmen aufgestellten Grundannahmen ablehnen. Sie widersprechen dem humanistischen Weltbild.

Kritik evangelikaler Christen[Bearbeiten]

Seit ihrem Bestehen gibt es auch Stimmen aus den Landeskirchen sowie von manchen Freikirchen, die das Konzept der Biblisch-Therapeutischen Seelsorge negativ bewerten. Manche Vertreter des evangelikalen Christentums lehnen die BTS ab, weil sich ihrer Meinung nach Seelsorge und Psychotherapie diametral gegenüber stehen und miteinander nicht vereinbar seien. Für sie ist die BTS inakzeptabel, weil sie zwischen Psychotherapie, Seelsorge und Beratung keine scharfen Trennungslinien zieht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bts-ips.de
  2. Helmut Hark: Religiöse Neurosen. Ursachen und Heilung, Stuttgart 1984, S. 286f., S. 290