Biebertalbahn

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Dieser Artikel beschreibt die Biebertalbahn in Gießen. Die oft genauso genannten Bahnstrecken in Gelnhausen und bei Fulda finden Sie unter Spessartbahn bzw. Bahnstrecke Götzenhof–Wüstensachsen.
Gießen–Bieber
Streckenlänge: 9,5 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Maximale Neigung: 3,1 
   
-0,8 Gießen Personenbahnhof bereits 1899 für den
   
Personenverkehr wieder stillgelegt, Ladegleis
   
0,0 Gießen Kleinbahnhof 159 Meter
   
ehemals: Neustädter Tor
   
0,9 Lahnquerung
   
Gießen Hardtallee
   
2,4 Heuchelheim (Kr. Gießen)
   
Heuchelheim Mühlchen
   
3,1 Windhof
   
3,3 Zementröhrenwerk Sack & Junghardt
   
4,1 Kreuzung mit Kanonenbahn
   
4,1 Abendstern
   
4,4 Güterbahnhof Abendstern (Hessen) Abendstern
   
Brennkalk- und Ziegelfabrik
   
4,6 Landesgrenze Hessen-Darmstadt / Preußen
   
5,4 Krofdorf-Gleiberg Haltepunkt später hinzugefügt
   
6,7 Rodheim
   
Querung der Bieber (Lahn)
   
Querung Mühlgraben
   
7,8 Rodheim Nord
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8,4 Gleisanschluss Grubenfelder Königsberg und
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Friedberg (Länge: ca. 1 km)
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8,7 Bieber 198 Meter
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Querung der Bieber (Lahn)
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Querung Mühlgraben
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Gleisanschluss Kalksteinbrüche
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Verladestation im Kehlbachtal
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Gleisanschluss Kalksteinbrüche und Buderus
Die Bieberlies am Bahnhof Köbbinghauser Hammer in Plettenberg, 2007
Erster Fahrplan für den Personenverkehr 1898

Die Biebertalbahn war eine schmalspurige Kleinbahn mit Ausgangspunkt in der mittelhessischen Universitätsstadt Gießen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Strecke

Die 9,5 km lange Strecke Gießen–HeuchelheimAbendsternRodheimBieber war meterspurig angelegt und diente vor allem dem Transport von Kalkstein und Eisenerz. Aber sie fuhr auch im Personenverkehr. Es bestand eine Verbindung zum Güterbahnhof Gießen, wo ein Umladegleis vorhanden war.

Der Gießener Kleinbahnhof, Ausgangsbahnhof in Gießen, nachdem 1899 der ursprüngliche, 800 Meter südlich neben dem Staatsbahnhof gelegene Gießen Personenbahnhof stillgelegt worden war, lag am Neustädter Tor in der Nähe der Altstadt. Die Lahnbrücke, die kurz hinter dem Gießener Bahnhof folgte, war bereits eine Straßenbrücke, die die Bahn mitbenutzte. Auch der überwiegende Teil ihrer Trasse folgte der Rodheimer Landstraße. In Abendstern kreuzte die Bahn niveaugleich und signalgesichert die zweigleisige Kanonenbahn, was über eine aufwändige Weichenkonstruktion erfolgte: Für die Durchfahrt der Staatsbahnzüge wurden die Überfahrstücke der Kleinbahn weggeklappt.[1]

In Bieber gab es ein ein Kilometer langes Stichgleis zu einer Ladestelle im Kehlbachtal, die durch Seilbahnen mit den Grubenfeldern Königsberg und Friedberg verbunden war. Dort gab es auch Kalkbrüche.

[Bearbeiten] Geschichte

Die Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Gesellschaft (ADKG) errichtete die Bahn aufgrund sowohl einer preußischen als auch einer großherzoglich-hessischen Konzession von 1897 und eröffnete sie am 19. August 1898 für den Personenverkehr; der Güterverkehr folgte am 20. Oktober 1898. Im Zuge des Umbaus des Lenz-Konzerns, also der AG für Verkehrswesen (AGV), wurde die Vereinigte Kleinbahnen AG (VKA) 1927 Eigentümer der Bieberlies. Das Land Hessen erwarb sie 1953 und brachte sie 1956 in die Hessische Landesbahn GmbH ein.

Mit dem Ende der Erzförderung in der Grube Königsberg bei Bieber wurde der Verkehr zwischen Abendstern und Bieber am 30. April 1963 eingestellt. Der übrige Güterverkehr und der Personenverkehr lagen schon seit dem 14. April 1952 still.

Die als Ersatz eingerichtete Omnibuslinie gehört heute zur Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO).

[Bearbeiten] Relikte

Im Gebiet der Gemeinde Biebertal sind weite Teile des Bahndamm der Biebertalbahn noch heute erkennbar. Im Bereich der beiden Bieber-Querungen ist der Bahndamm mit Büschen überwuchert und die Brückenköpfe sind noch vorhanden. Weite Teile der Strecke Rodheim-Bieber und des Gleisanschlusses zu den Kalksteinbrüchen sind heute als Fuß und Radweg ausgebaut.

Eine der Dampflokomotiven, die Lok Nr. 60 (Henschel & Sohn, Kassel, Fabr.-Nr. 19979/1923, Bauart Cn2t) konnte vor der Verschrottung gerettet werden und wird inzwischen als Attraktion der Sauerländer Kleinbahn regelmäßig bei Plettenberg auf einer Museumseisenbahnstrecke eingesetzt.

[Bearbeiten] Wissenswert

Die Spessartbahn von Gelnhausen nach Lochborn verkehrte ebenfalls in einem Tal, das von einem Fluss mit dem Namen "Bieber" durchflossen wird. Auch für diese Bahn wurden umgangssprachlich die Begriffe "Biebertalbahn" und Bieberlies verwendet.

[Bearbeiten] Literatur

  • Eisenbahnatlas Deutschland. Ausgabe 2005/2006. Schweers + Wall, Aachen 2005, ISBN 3-89494-134-0.
  • Rainer Haus: Die Biebertalbahn. Ein Beitrag zur Montangeschichte des Lahn-Dill-Gebietes und Oberhessens. Verlag im Biebertal, Biebertal 1998, ISBN 3-9801447-9-8, (Bergbau und Bahnen 3).
  • Reichsbahndirektion Frankfurt (Main): Führer über die Linien des Bezirks der Reichsbahndirektion Frankfurt (Main). Druckerei der Reichsbahndirektion, Frankfurt am Main 1926, S. 137f.
  • Gerd Wolff, Andreas Christopher: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 8: Hessen. Eisenbahn-Kurier-Verlag, Freiburg 2004, ISBN 3-88255-667-6, S. 254ff.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Biebertalbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Abbildung in: Wolff & Christopher, S. 257.
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