Bien-Zenker

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BIEN-ZENKER AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005228100
Gründung 1906
Sitz Schlüchtern, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 455 (Dezember 2013)[2]
Umsatz 133,3 Mio. (2013)[2]
Branche Fertighausbau
Website www.bien-zenker.de
Stand: 31. Dezember 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

Das in Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis in Hessen ansässige Unternehmen Bien-Zenker AG produziert Fertighäuser in Deutschland und vertreibt diese in Deutschland, der Schweiz und in den Benelux-Ländern.

Neben der Produktion und dem Vertrieb von Fertighäusern, die über 90 Prozent der Gesamterlöse ausmachen, betätigt sich die Bien-Zenker AG im Bereich der Projektierung und Errichtung von Wohnanlagen und gewerblich genutzter Immobilien.[3] Letztere Aktivitäten sind in der Bien-Zenker Projektbau zusammengefasst.

Geschichte[Bearbeiten]

1906 gründete Heinrich Bien das Unternehmen als Zimmerei und Sägewerk in dem hessen-nassauischen Ort Birstein. Der Firmengründer stammt aus einer traditionsreichen Zimmererfamilie, deren Arbeiten schon 1791 in einem Kirchendokument in Untersotzbach aufgeführt sind. 1962 wurde das Unternehmen in eine oHG umgewandelt und begann mit dem Fertighausbau.

Nach der Umwandlung der oHG in eine Aktiengesellschaft 1983 erfolgte der Börsengang der Bien-Haus AG am 5. Mai 1994 im amtlichen Markt, der im Jahr 2007 mit der Wertpapierkennnummer (WKN) 522 810 in den regulierten Markt überführt wurde.[4] Seit 1998 ist das Unternehmen im General Standard gelistet.[5]

1995 wurde als Tochter für den Vertrieb von Ausbauhäusern die B.O.S.-Haus GmbH gegründet. B.O.S. kooperiert damals eng mit der Baumarkt-Kette OBI und der Bausparkasse Schwäbisch Hall.[6] Rückwirkend zum 1. Januar 2001 wurden sämtliche Geschäftsanteile an der B.O.S. Haus Vertriebsgesellschaft mbH von Obi und der Schwäbisch Hall Immobilien GmbH erworben und der Sitz der Vertriebstochter nach Hannover verlegt. Die Produktion der Fertighäuser erfolgte weiterhin durch die Bien Haus AG bzw. erfolgt durch die Bien-Zenker AG.[7]

Am 31. Dezember 1996 erfolgte die Übernahme der Geschäftsanteile der Zenker-Hausbau GmbH & Co., Michelstadt, und der Zenker Hausbau GmbH & Co., Veitsch, von der Philipp Holzmann AG durch die Bien-Haus AG.[8] Seit 1998 und 1999 gehören auch die 100-prozentigen Tochtergesellschaften in Ungarn und der Slowakei zum Unternehmen.

Im Jahr 1997 lag die Bien Haus AG gemessen am Umsatz von 341,8 Millionen DM (in heutiger Kaufkraft: 223 Millionen EUR), hinter WeberHaus (ca. 380 Millionen DM) und Kampa-Haus an dritter Stelle der deutschen Fertighausproduzenten.[6] Nach einem Umsatzeinbruch im Jahr 1999 rutschte die Bien Haus AG nach WeberHaus, Kampa-Haus und SchwörerHaus auf den vierten Platz der deutschen Fertighaushersteller.[9]

Das Jahr 2000 war weiter durch sinkenden Umsatz auf 310,5 Millionen DM geprägt. Auch die Zahl der fertiggestellten Häuser sank auf 1161.[10] Zeitgleich sah sich die Bien Haus AG nach Partnern um, die entweder bei Bien Haus einstiegen oder bei denen Bien Haus einsteigen könnte.[10]

Die Umsatzerlöse 2001 waren gegenüber dem Vorjahr weiter auf 137,7 Millionen Euro gesunken.[11] Im Dezember wurde die ELK Fertighaus AG aus dem niederösterreichischem Schrems neuer Hauptaktionär der Bien Haus AG.[12] Der von ELK Fertighaus AG gehaltene Anteil lag bei 30 Prozent; mit der Möglichkeit den Anteil auf die Mehrheit aufzustocken.[13] An der Börse zeichnete sich der Ausstieg von Bien Haus aus dem SMax ab, der 2001 auch vollzogen wurde.[14]

Eine leichte Trendkehre in der Umsatzentwicklung zeichnete sich im Jahr 2002 ab. In diesem Jahre wurde der Umsatz auf 153 Millionen Euro gesteigert und erreichte so fast den Umsatz aus dem Jahr 2000 vor der Euro-Umstellung.[11] Es wurden 1422 Fertighäuser fertiggestellt.[15] Auch im ersten Jahr der Umfirmierung von Bien Haus AG in Bien-Zenker AG, die Marke Bien-Zenker wurde im Jahr 2003 zum Unternehmensnamen,[11] konnte das Ergebnis aus 2002 fast erreicht werden. Es wurden 1456[15] Fertighäuser für 145 Millionen Euro[16] fertiggestellt und ein Gewinn von 2,2 Millionen Euro erzielt.[17]

Entgegen der 2002 beginnenden Steigerung der Umsatzerlöse wurde das Jahr 2004 mit einem massiven Einbruch der Umsätze begonnen. Nunmehr wurden für 129 Millionen Euro Fertighäuser verkauft, bei einem Verlust von 3,6 Millionen Euro.[17] Durch die Abschaffung der Eigenheimzulage zum 1. Januar 2006 gerieten auch die Umsatzerlöse von Bien-Zenker weiter unter Druck. Im Jahr 2007 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 4,7 Millionen Euro.[18] Die Auswirkungen der Weltfinanzkrise seit 2007 hat auch Bien-Zenker getroffen. Aufgrund massiver Rückgänge der Verkaufszahlen wurde deshalb das zweite Werk in Michelstadt geschlossen, das Unternehmen konzentrierte alle Aktivitäten auf das Stammwerk in Schlüchtern.[18]

Ein Kooperationsabkommen mit IKEA im Jahr 2010 sollte eine Ausweitung der Verkaufszahlen um bis zu 400[19] Fertighäuser bewirken.[20] Jedoch wurden bis 2012 gerade einmal acht Häuser des Typs BoKlok in Wiesbaden-Auringen gebaut.[21]

Am 12. August 2013 unterzeichneten die Elk Fertighaus AG und Adcuram Fertigbautechnik Holding einen Kaufvertrag über die 2.164.424 Anteile der Elk Fertighaus AG an der Bien-Zenker AG. Nach Prüfung des Kaufes durch das Bundeskartellamt konnte die Adcuram Fertigbautechnik Holding am 19. September 2013 über die Aktien verfügen.[22] Nach Unterzeichnung des Kaufvertrages veröffentlichte die Adcuram Fertighaustechnik Holding ein freiwilliges Übernahmeangebot.[23]

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Sägewerk entschied Bien-Zenker am 23. Mai 2013 einen Teil des Sägewerks in Birstein zum 31. Dezember 2013 stillzulegen. Dies betrifft nur den Teil des Rundholzsägebetriebs, die Weiterverarbeitung (Hobelwerk usw.) bleibt aufrechterhalten.[24]

Die Bien-Zenker AG beschließt im Juli 2013, sämtliche Geschäftsanteile an der Zenker Hausbau GmbH, Veitsch/Österreich, zu 90 % an die D.E.I.N.-Haus Holding GmbH, Wien, sowie zu 10 % an Herrn Erich Weichselbaum, Elk Fertighaus AG, Wien, zu verkaufen. Mit diesem Schritt zieht sich Bien-Zenker komplett aus Österreich zurück und konzentriert sich künftig verstärkt auf die Märkte in Deutschland, der Schweiz und in den Benelux-Ländern [25]

Bien-Zenker baut erstmals drei Musterhäuser in den Eigenheim-Ausstellungen Frechen, Poing (b. München) und Wuppertal in dem neuen Plus-Energie-Standard. Häuser, die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen. Die Adcuram Fertigbautechnik Holding GmbH leitet im Dezember 2013 die Konzernverschmelzung mit der Bien-Zenker AG ein. Sie ist nach eigenen Angaben mit ca. 88,53 % des Grundkapitals an der Bien-Zenker AG beteiligt. Ein Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre wird beschlossen [26]

Bien-Zenker hat im Konzern 2013 Umsatzerlöse von 133,3 Millionen Euro erzielt, geplant waren 126 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss im Konzern liegt 2013 bei 5,1 Millionen Euro (Prognose 3,5 Millionen Euro). Enthalten ist ein Entkonsolidierungsgewinn von 2,2 Millionen Euro, der wesentlich auf den Verkauf der Tochtergesellschaft in Veitsch/Österreich zurückzuführen ist [27]

Umsatzentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Umsatz
in Millionen DM bis 2001
in Millionen EUR ab 2001
1997 341,8[6]
2000 310,5[10]
2001 137,7[11]
2002 153,0[11]
2003 145,0[16]
2004 129,0[17]
2012 141,5[28]
2013 133,3[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur von und über Bien-Zenker im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

 Commons: Bien-Zenker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Organe der Gesellschaft. Bien-Zenker AG, abgerufen am 4. März 2014.
  2. a b c Bien-Zenker AG: Geschäftsbericht 2013. Abgerufen am 8. Mai 2014 (PDF).
  3.  Bien-Zenker AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2012. April 2013, S. 16 (PDF 2.4MB, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  4. Bien-Haus AG. Mitteilung gemäß Paragraph 15 WpHG. In: DGAP.de. 21. August 1996, abgerufen am 15. Oktober 2015.
  5.  Bien-Zenker AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2012. April 2013, S. 16 (PDF 2.4MB, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  6. a b c  Bien Haus verbessert das Ergebnis. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 104, 6. Mai 1998, ISSN 0174-4909, S. 28.
  7. Gebaut von Bien-Zenker. B.O.S.-Haus, abgerufen am 15. Oktober 2013.
  8.  Holzmann verkauft Zenker an Bien-Haus. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 296, 19. Dezember 1996, ISSN 0174-4909, S. 20.
  9.  Michael Roth: Die Zinsen spielen beim Hausbau nicht die wichtigste Rolle. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 247, 24. Oktober 2000, ISSN 0174-4909, S. 30.
  10. a b c  Bien-Haus AG erwartet steigenden Auftragseingang. In: Handelsblatt. 18. April 2001, ISSN 0017-7296 (HTML, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  11. a b c d e  Bien-Haus ist auf Erfolgskurs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 105, 7. Mai 2003, ISSN 0174-4909, S. 18.
  12.  Fertighausbranche leidet unter Überkapazitäten. In: Handelsblatt. 27. Januar 2002, ISSN 0017-7296 (HTML, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  13. Bien-Haus AG. DPAG.de, 23. November 2001, abgerufen am 15. Oktober 2013.
  14.  Unternehmen verlassen den Smax. In: Handelsblatt. 23. Oktober 2001, ISSN 0017-7296 (HTML, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  15. a b Bien-Zenker AG. Mitteilung gemäß §15 WpHG. DPAG.de, 5. Mai 2004, abgerufen am 15. Oktober 2013.
  16. a b  Fertighäuser bauen Marktanteil aus. In: Handelsblatt. 12. Mai 2006, ISSN 0017-7296 (HTML, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  17. a b c  Klima für den Fertigbau wird zunehmend rauer. In: Handelsblatt. 10. Juni 2005, ISSN 0017-7296 (HTML, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  18. a b  Insider-Barometer. Kaum noch Verkäufe. In: Handelsblatt. 14. Juli 2008, ISSN 0017-7296 (HTML, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  19.  Der Elch wird zum Hoffnungsträger für Elk. In: Handelsblatt. 26. April 2010, ISSN 0017-7296 (HTML, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  20.  Möbelriese verkauft Fertighäuser. In: Handelsblatt. 6. März 2010, ISSN 0017-7296 (HTML, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  21.  Niemand träumt vom Ikea-Haus. In: Handelsblatt. 19. April 2012, ISSN 0017-7296 (HTML, abgerufen am 15. Oktober 2013).
  22. Bekanntmachung über den Eintritt einer Bedingung. Adcuram Fertigbautechnik Holding, 13. September 2013, abgerufen am 15. Oktober 2013 (PDF 123kB).
  23. Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe eines Übernahmeangebots gemäß §10 Abs.1 und Abs.3 in Verbindung mit §§1 Abs.1, 29 Abs.1, 34 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG). Adcuram Fertigbautechnik Holding, 12. August 2013, abgerufen am 15. Oktober 2013 (PDF 64kB).
  24. Ad-hoc-Meldung 23. Mai 2013: Bien-Zenker schließt Teilbereich des Sägewerkbetriebes (PDF; 22,5 kB), abgerufen 15. April 2014.
  25.  Verkauf der Geschäftsanteile an der Zenker Hausbau GmbH, Veitsch/Österreich (PDF, 22 KB). (http://www.bien-zenker.de, abgerufen am 17. März 2014).
  26.  Konzernverschmelzung Bien-Zenker AG auf die Adcuram Fertigbautechnik Holding AG (PDF, 23 KB). (http://www.bien-zenker.de, abgerufen am 17. März 2014).
  27.  Umsatz und Ergebnis (PDF, 22 KB). (http://www.bien-zenker.de, abgerufen am 17. März 2014).
  28.  Bien-Zenker AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2012. April 2013, S. U2 (PDF 2.4MB, abgerufen am 15. Oktober 2013).