Bienenelfe

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Bienenelfe
Bienenelfe bei Playa Girón

Bienenelfe bei Playa Girón

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Gattung: Mellisuga
Art: Bienenelfe
Wissenschaftlicher Name
Mellisuga helenae
(Lembeye, 1850)

Die Bienenelfe (Mellisuga helenae), auch Kubaelfe, Hummel-, Bienen- oder Elfenkolibri genannt, gilt als die kleinste Kolibriart und kleinster Vogel weltweit; sie legt auch die kleinsten Vogeleier.[1] Daneben wird auch oft der Zwergkolibri (Mellisuga minima) als kleinste Art genannt.

Aussehen und Merkmale[Bearbeiten]

Bienenelfen messen von Schwanz bis Schnabel ca. 5–7 cm, in der Regel werden Weibchen größer als Männchen. Mit einem Gewicht von etwa 1,8 Gramm sind sie leichter als eine Straußenfeder. Sie haben einen Herzschlag von 300 bis 500 Schlägen pro Minute.

Die für Kolibriarten charakteristische Gefiederung weist bei Männchen und Weibchen der Bienenelfen Unterschiede auf. So ist das Gefieder des Männchens grün und das des Weibchens blau-grün gefärbt, die Farbe der Unterseite des Gefieders ist dagegen bei beiden hellgrau. Die Schwanzfederspitzen der Weibchen sind weiß gesprenkelt, während Männchen an der metallisch roten Färbung von Kopf und Kehle zu erkennen sind.[2]

Nahrung[Bearbeiten]

Die Bienenelfe ernährt sich ausschließlich von Nektar. Diesen saugt sie durch eine lange, an der Spitze gespaltene und strohhalmförmige Zunge auf, die doppelt so lang wie der dünne Schnabel der Bienenelfe ist. Dabei schwebt sie mit über 90 Flügelschlägen pro Sekunde in der Luft vor der Pflanze. Mit dem Nektar werden auch Pollen aufgenommen, die dadurch von Blüte zu Blüte transportiert werden. Somit hat die Bienenelfe eine wichtige Rolle in der Bestäubung von Pflanzen. Die Anzahl der besuchten und bestäubten Blüten kann bei 1500 Blüten pro Tag liegen.[2]

Vorkommen[Bearbeiten]

Verbreitungskarte

Die Art ist endemisch. Sie benötigt epiphyten- und lianenreiche Waldgebiete und kommt daher heute nur noch in einigen Regionen der Hauptinsel Kuba vor, u. a. in der Ciénaga de Zapata und auf der Guanahacabibes-Halbinsel. Auch auf Isla de la Juventud, die früher Isla de Pinos genannt wurde, ist die Bienenelfe präsent.[3]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Bienenelfe wurde 1844 vom deutschen Naturforscher Johann Christoph Gundlach entdeckt. Juan Lembeye beschrieb diese dann 1850 erstmals unter dem wissenschaftlichen Namen Orthorhynchus helenæ. Er verwendete hierzu ein Manuskript von Gundelach.[4] Erst später wurde die Art der Gattung Mellisuga Brisson, 1760 zugeordnet. Das Wort leitet sich von den lateinischen Worten »mel, mellis« für »Honig« und »sugere« für »saugen« ab.[5] Das Artepitheton ist Helen Booth, die Frau des kubanischen Plantagenbesitzers Charles Booth, der mit Gundelach befreundet war, gewidmet.[6]

Unterarten[Bearbeiten]

Im Moment sind keine Unterarten der Bienenelfe bekannt. Sie gilt als monotypisch.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bienenelfe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Bienenelfe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten]

  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  Juan Lembeye: Aves de la isla de Cuba. Bd. 1, Imprenta del Tiempo, Havanna 1850 (online, abgerufen am 25. Mai 2014).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. badische-zeitung.de: Die Bienenelfe legt die kleinsten Eier. Badische Zeitung, 15. April 2014. (20. April 2014)
  2. a b Bienenelfe. In: tierdoku.com. Abgerufen am 26. Juni 2012.
  3. Internet Bird Collection Bee Hummingbird
  4. Juan Lembeye, S. 70
  5. James A. Jobling, S. 249
  6. James A. Jobling, S. 187
  7. IOC World Bird List Hummingbirds