Bienstädt

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Bienstädt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bienstädt hervorgehoben
51.01722222222210.847777777778350Koordinaten: 51° 1′ N, 10° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Gotha
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Nesseaue
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 8,17 km²
Einwohner: 669 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99100
Vorwahl: 036208
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dr.-Külz-Str. 4
99869 Friemar
Webpräsenz: www.vg-nesseaue.de
Bürgermeisterin: Birte Kalmring (CDU)
Lage der Gemeinde Bienstädt im Landkreis Gotha
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Bienstädt ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Gotha und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Nesseaue.

Geografie[Bearbeiten]

Bienstädt liegt etwa 13 Kilometer (Luftlinie) nordwestlich der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt am Südostrand der Fahner Höhe. Höchste Erhebung ist ein Grenzpunkt auf dem Kamm der Fahner Höhe (405,3 m ü. NN), gefolgt vom Bienstädter Berg (385,2 m ü. NN) mit der dort befindlichen Bienstädter Warte. Geologisch zählt das Gebiet zur Erfurt-Formation des Keuper.

Durch die Bienstädter Flur verläuft die Wasserscheide von Weser und Elbe. Am Südostrand der Ortslage befindet sich das Quellgebiet des Weißbach, dieser mündet am nördlichen Stadtrand von Erfurt in die Gera. Der westliche Teil der Flur gehört zum Einzugsgebiet der Nesse und somit zum Stromgebiet der Weser. Die einst zahlreichen natürlichen Oberflächengewässer wurden als Folge der Melioration in Gräben umgeleitet. In einer Bodensenke in den Feldern östlich der Ortslage befindet sich der 1,6 ha große, abflusslose Haibacher See.[2]

Durch den Ort führt die L 1044, die den Ort nach Süden über Zimmernsupra und Ermstedt mit Gamstädt und der dort vorbeiführenden B 7 und nach Nordwesten mit der L 1027 verbindet, die von Molschleben kommt und über die Fahner Höhe nach Gierstädt leitet.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Friedenskirche
Bienstädter Warte

Nach Dobenecker erfolgte die Ersterwähnung von Bienstädt am 17. März 1252.[3] Die beiden im Herrschaftsgebiet der Grafen von Tonna/Gleichen liegenden Orte Beinstedt und Hofhusen (heutige Wüstung) werden auch 1263 erwähnt. Der Flurname am Ortsrand „Unter der Mühle“ bezieht sich auf eine 1731 erbaute ehemalige Windmühle.[4] Bienstädt gehörte zur Oberpflege der Herrschaft Tonna, welche ab 1677 als „Amt Tonna“ zum Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg gehörte.

Religion[Bearbeiten]

Zum Evangelisch-Lutherischen Pfarramt Bienstädt gehören die Kirchgemeinden Bienstädt, Gierstädt, Großfahner, Kleinfahner und Töttelstädt. Die Pfarrämter Bienstädt, Friemar und Molschleben bilden den Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeindeverband „Fahner Land“.

Hauptartikel: Friedenskirche Bienstädt

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus neun Mitgliedern. Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 wurden nur Kandidaten gewählt, die der CDU angehören. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,3 %.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die baufällig gewordene vorreformatorische Johanneskirche wurde in der Zeit von 1811 (Grundsteinlegung) bis 1814 (Einweihung) umgebaut. Sie erhielt beim Wiederaufbau den verheißungsvollen Namen Friedenskirche. Die Kirchgemeinde erneuerte das Kirchenschiff, nur der Turm blieb von der spätgotischen Vorgängerkirche erhalten. Mehrfache Plünderungen und Kriegslasten in den Wirren der napoleonischen Kriege verzögerten den Baufortschritt erheblich.
  • Die Bienstädter Warte zählte seit dem Spätmittelalter zum äußeren Befestigungssystem der Stadt Erfurt, 1411 war sie eine von 16 städtischen Warten. Die heute als Baudenkmal geschützte Ruine wurde auch nach einer ehemaligen Dorfstelle in ihrer Nachbarschaft Uffhusener Warte genannt. Der Turm hat einen quadratischen Grundriss mit 4,65 m Seitenlänge, die Warte ragte einst 18 Meter über den Erdboden empor, heute beträgt die Resthöhe noch etwa 6 m. Nach einem Brand im Jahre 1733, bei dem über 50 Häuser zerstört wurden, hat man den Bauern das Abfahren von brauchbaren Baumaterial von der zu dieser Zeit schon verfallenen Warte gestattet.[6][4]
  • An die Wüstung Offhusen im westlichen Teil der Flur erinnert noch die Offhauser Quelle. Die Schichtquelle im Oberen Muschelkalk füllt eine gefasste Mulde von 50 × 20 m. In einem Lehnbrief von 1485 des Siegmund, Graf von Gleichen erscheint Uffhausen noch als lebendes Dorf, in der Visitationsakte der Pfarrei Bienstädt von 1533 bereits als wustung Uffhußen.
  • In einem Eschenwäldchen am Bienstädter Berg befindet sich als Naturdenkmal eine etwa 22 m hohe Stieleiche (Quercus robur L.) mit einem Stammumfang von 4,16 m.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. a b  Thüringer Landesvermessungsamt (Hrsg.): Amtliche topographische Karten Thüringen 1:10.000. Ilm-Kreis LK Sömmerda, Kreisfreie Stadt Erfurt. In: CD-ROM Reihe Top10. CD 3, Erfurt 1999.
  3.  Otto Dobenecker (Bearb. und Hg.): Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae (1128–1266). Bd. 3, Fischer, Jena 1925. (Nr. 2009)
  4. a b Dr. August Beck: Geschichte des Gothaischen Landes, Band III, Teil I, 1875
  5. Thüringer Landesamt für Statistik
  6. Informationstafel am Turm
  7.  Reinhard Krause: Die Eiche am Bienstädter Berg. In: Das Volk. Erfurt 31. März 1983.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bienstädt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien