Big (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Big
Originaltitel Big
Big Logo.png
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1988
Länge Kinoversion: 104 Minuten
Extended Cut: 130 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Penny Marshall
Drehbuch Gary Ross,
Anne Spielberg
Produktion James L. Brooks,
Robert Greenhut
Musik Howard Shore
Kamera Barry Sonnenfeld
Schnitt Barry Malkin
Besetzung

Big ist ein US-amerikanischer Spielfilm der Regisseurin Penny Marshall aus dem Jahr 1988. Die Fantasy-Komödie entstand nach einer Idee von Anne Spielberg, der Schwester Steven Spielbergs, und Gary Ross nach ihrem gleichnamigen Fernsehspiel. Erzählt wird die Geschichte eines Zwölfjährigen (gespielt von David Moscow), dem durch einen Jahrmarktsautomaten der Wunsch erfüllt wird, über Nacht erwachsen zu werden. Das „Kind im Manne“ (Tom Hanks) wird aber vom Großteil seines Umfelds nicht mehr wiedererkannt. Mit Hilfe eines Freundes (Jared Rushton) versucht sich die Hauptfigur in der komplizierten Erwachsenenwelt zurechtzufinden und macht kurzzeitig Karriere in der New Yorker Yuppie-Welt. Der seinerzeit von Publikum als auch Kritikern geschätzte Film, von den Gesellschaften Gracie Films und 20th Century Fox produziert,[1] verschaffte Tom Hanks den Durchbruch als Filmschauspieler.

Handlung[Bearbeiten]

Der 13-jährige Josh aus Cliffside Park, New Jersey ist in die schöne blonde Cynthia verliebt. Als er auf dem Jahrmarkt seine Schüchternheit überwindet und versucht sie anzusprechen und sich dabei besonders lässig gibt, weil er meint, dass er eine besondere Achterbahn mehrfach schon benutzt hat und es kein Problem sei, wird er gedemütigt. Nicht nur, dass Cynthia einen größeren und älteren Freund bei sich hat, Josh ist auch noch viel zu klein, als dass er jemals diese Achterbahn hätte benutzen dürfen. Enttäuscht und frustriert schlendert er über den Jahrmarkt bis er einen alten Spielautomaten mit den Namen Zoltar Speaks findet. Er wirft eine Vierteldollarmünze ein und wünscht sich, groß zu sein (Titel: „Big“). Als er am anderen Morgen erwacht, ist er ein erwachsener Mann im Alter von etwa 30 Jahren. Er versucht, seiner Mutter zu erklären, wer er ist, doch diese geht mit einem Küchenmesser auf ihn los, da sie ihn für einen Einbrecher hält, der ihren Sohn entführt hat.

Auch Joshs bester Freund Billy kann erst nicht glauben, dass Josh ein erwachsener Mann ist. Nachdem er allerdings überzeugt ist, hilft er ihm, besorgt etwas Geld, Kleidung und bringt ihn einem heruntergekommenen Hotel in New York City unter. Am nächsten Tag versuchen beide den Standort der Zoltarmaschine herauszufinden, um Josh zurückzuverwandeln. Da diese allerdings nicht auffindbar ist, wenden sie sich an die Städtische Verwaltung, um alle Informationen über Jahrmärkte herauszufinden. Dummerweise dauert die Bearbeitung vier bis sechs Wochen, wenn nicht gar noch länger. Da Billys Geld allerdings nicht so lange ausreicht, ist Josh gezwungen, sich einen Job zu suchen. In der Zeitung finden beide eine Jobanzeige für einen Sachbearbeiter bei MacMillan Spielzeug, den Josh nach überstandener erfolgreicher Bewerbung erhält. Durch Zufall trifft er den Gründer Mr. MacMillan einige Tage später im FAO Schwarz, dem ältesten Spielzeughaus Nordamerikas in der Fifth Avenue, Manhattan, und dieser ist absolut begeistert von Joshs kindlich naiver Art und dessen Enthusiasmus für Spielzeug. Nachdem beide auf dem großen Fussbodenklavier die Nummern Heart and Soul und Chopsticks gespielt haben, befördert MacMillan Josh zum Vizepräsidenten für den Bereich Produktentwicklung, sodass Josh den ganzen Tag spielen kann und dafür auch noch bezahlt wird.

Als er bei einer Sitzung teilnimmt, bei der neues Spielzeug vorgestellt wird, ist Josh der einzige, der sich über den Sinn des neuen Spielzeugs Gedanken macht. Paul Davenports Präsentation über die Neuausrichtung am Spielzeugmarkt gegenüber den Gobots und den Transformers zeigt einen Kampfroboter, der sich in ein Hochhaus verwandeln kann. Josh allerdings schlägt etwas spannenderes vor, wie einen Dinosaurier oder eine Spinne, und hat die Stimmen der Belegschaft sofort auf seiner Seite, während Pauls Vorschlag somit abserviert wird. Dies führt selbstverständlich dazu, dass Paul in Josh einen Konkurrenten sieht, der ausgeschaltet werden muss, weswegen er seine Geliebte, die junge ehrgeizige und aufstrebende Susan Lawrence auf ihn ansetzt, um herauszufinden, was Josh im Schilde führt. Doch diese entdeckt eher das freundliche und kindliche Gemüt Joshs und ist erst verwirrt. Erst als er von ihr verlangt, auch einmal Spaß zu haben, löst sie sich langsam aus der starren Haltung und entdeckt, dass Josh wirklich so ist, wie er ist und verliebt sich langsam in ihn.

Sie ermutigt ihn später auch, seine Spielzeug-Affinität zu nutzen, um diese in die Firma einzubringen. Vielleicht könne er ein neues Spielzeug erfinden, dass der Firma helfen könnte und Spaß brächte. Doch als Josh mitbekommt, welcher Arbeitsaufwand und welche finanzielle Bedeutung ein solches Projekt hätte, bekommt er starke Zweifel, dass er es alleine schaffen könnte. Erst als ihm Susan erneut gut zuredet, zeigt er sich bereit, einen digitalen Comic zu entwickeln, der je nach Nutzeranwendung mehrere unterschiedliche Geschichten aufbereiten kann. Diese Idee zu entwickeln führt jedoch zu sehr viel Arbeit, was ebenfalls dazu führt, dass Josh sein ursprüngliches Ziel, wieder Kind zu werden, aus den Augen verliert. Nur sein bester Freund Billy hat es nicht vergessen und versucht permanent Kontakt zu Josh aufzubauen, was ihm allerdings nicht gelingt. Als er dann von der städtischen Verwaltung noch den Aufenthaltsort des Zoltar-Automaten erfährt, nimmt er diese Informationen und reist eigenmächtig nach New York, um Josh frustriert die Papiere auf den Tisch zu knallen und um ihn zu sagen, dass er ihn nicht wiedererkenne. Josh sei kein Erwachsener, sondern immer noch ein Kind. Enttäuscht von Joshs Wandlung reist Billy anschließend wieder ab.

Doch Josh hegen immer mehr Zweifel, ob sein Erwachsenendasein genau das ist, was er sich wünscht. Er sieht auf dem Weg zur Arbeit spielende und unbeschwerte Kinder, während er Termindruck, Stress und jede Menge Verantwortung hat. Er wünscht sich diese Freiheit zurück, sodass er herausfindet, wo die Zoltar-Maschine steht. Während der Präsentation seiner Idee, die mit großem Wohlwollen aufgenommen wird, verlässt Josh diese nach wenigen Minuten einfach und Susan merkt, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Zuvor beichtete Josh ihr, dass er ein 13-jähriges Kind sei, was sie ihm nicht glaubte. Als sie sich ebenfalls entschuldigt, die Präsentation verlässt und Josh verfolgt, sieht sie, wie er zielstrebig zum Hafen fährt, zur Maschine geht und sich wieder wünscht, klein zu sein. Susan ist enttäuscht, aber Josh erklärt ihr, dass sie bisher der einzige Grund gewesen ist, dass er erwachsen sein wollte, während ihm tausend Gründe einfielen, warum er wieder ein Kind sein möchte. Er bittet sie, dass sie mit ihm komme, aber sie will nicht wieder 13 sein, aber vielleicht könne er sich in zehn Jahren noch einmal melden. Nachdem sie ihn nach Hause gefahren hat und ihn wehmütig aus dem Auto lässt, sieht sie, wie Josh sich zurückverwandelt hat und fährt traurig davon.

Hintergrund[Bearbeiten]

Regisseurin Penny Marshall hatte ursprünglich Warren Beatty für die Hauptrolle verpflichten wollen. Dieser hatte aber eine Gage von 7,5 Mio. US-Dollar verlangt.[2] Weil Tom Hanks mit dem Dreh der Filme Schlappe Bullen beißen nicht und Punchline - Der Knalleffekt beschäftigt war, sollte er als Erstbesetzung durch Robert De Niro ersetzt werden, der allerdings sein Gehalt von 6 Mio. US-Dollar (anderen Angaben zufolge soll er drei Mio. verlangt haben)[2] als zu niedrig empfand. De Niro ließ sich außerdem drei Monate Zeit, um über das Angebot nachzudenken.[2] Hanks erhielt später erneut die Möglichkeit den Film zu drehen, allerdings für ein Gehalt von zwei Mio. US-Dollar.[3][4][5] Um die Authentizität der Szenen zu gewährleisten, ließ Marshall alle Szenen mit Tom Hanks zuerst von David Moscow spielen, damit Hanks beobachten konnte, wie sich der Junge in den Szenen verhielt, um später das kindliche Verhalten besser imitieren zu können.[3]

Das Big-Piano[Bearbeiten]

Das Bodenpiano in FAO Schwarz

Eine der berühmtesten Szenen des Films ist die Tanzeinlage von Hanks und Loggia auf dem Fußbodenklavier im Kaufhaus FAO Schwarz. Laut Aussage von Robert Loggia standen für die berühmte Piano-Szene Tanzdoubles zur Stelle, falls beide nicht in der Lage gewesen wären, die Szene synchron zu spielen.[4] Diese Szene fand nicht nur Eingang in den Trailer des Films, sondern wurde auch häufig von der Popkultur übernommen, erwähnt und parodiert. So spielte beispielsweise Homer Simpson in der vierzehnten Folge der fünften Staffel, mit dem deutschen Titel Lisa kontra Malibu Stacy, der Simpsons ebenfalls auf einem Fußbodenklavier.[6]

Nachdem bereits 1968 das erste Fußbodenklavier mit acht Tasten, die unterschiedliche Töne von sich gaben, entwickelt wurde,[7] war es Remo Saraceni, der das im Film verwendete Piano 1976 entwickelte. Das Piano ist eigentlich ein Synthesizer und kostete bei Veröffentlichung des Films in der Ein-Oktaven-Version 3.500 US-Dollar und in der Drei-Oktaven-Version 15.000 US-Dollar. Nach eigenen Angaben wollte Saraceni dem Piano als konventionellem Instrument jede Ernsthaftigkeit und Strenge nehmen und es in ein verspieltes Instrument verwandeln, auf dem ein dreijähriger genauso herumspringen kann, wie ein 90-jähriger drüber laufen könnte (I wanted to take the piano, a conventional instrument that was invented by another Italian, and remove all its seriousness and austerity and make it an instrument that you can walk across, [...] I wanted to make technology playful and utilitarian at the same time. A 3-year-old can jump on the piano, and a 90-year-old man can walk on it.).[8]

Motiv des Rollentausches[Bearbeiten]

In Hollywood werde alle Jahre immer wieder unterschiedlichste Komödien mit dem Thema Rollentausch produziert und veröffentlicht. Die häufigsten Themen sind dabei neben dem Geschlechtertausch (Hot Chick – Verrückte Hühner) vor allen Dingen Tausch der Rollen, im Sinne von Vater und Sohn (Ich bin Du, Wie der Vater, so der Sohn), Mutter und Tochter (Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag, Ein ganz verrückter Freitag) oder anderen Verwandten der Familie, wie beispielsweise Großvater und Enkel (Endlich wieder 18). Ebenfalls wurden unterschiedliche Komödien über den Rollentausch zwischen Tier und Mensch gedreht (Ein Himmelhund von einem Schnüffler).

Bei Filmen, in denen der Rollentausch durch das unterschiedliche Alter ein und derselben Person gezeigt wird, werden zur Begründung des Rollentausches häufig Magie (17 Again – Back to High School, 30 über Nacht und Big) und selten Technologie (Eine verhängnisvolle Erfindung) angeführt. Ebenfalls ist der Rollentausch selten mit einer Zeitreise in die Vergangenheit (Peggy Sue hat geheiratet) oder in die Zukunft (30 über Nacht) verbunden.

Insgesamt waren zwischen 1987 und 1989 parallel zu Big mit Ich bin Du, Wie der Vater, so der Sohn, Endlich wieder 18, Eine verhängnisvolle Erfindung und Dream a Little Dream fünf weitere Filme mit demselben Grundthema erschienen. Dies führte dazu, dass einzelne Gerüchte zum Film über alternative Szenen kursierten, die allerdings lediglich Handlungsabläufe der anderen fünf Filme wiedergaben.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film kam am 3. Juni 1988 in die US-Kinos und konnte bereits am Startwochenende 8,2 Mio US-Dollar seiner 18 Mio US-Dollar Produktionskosten in 1132 Kinos wieder einspielen. Insgesamt kam der Film auf ein Einspielergebnis von 151,6 Mio US-Dollar, davon allein 114,9 Mio US-Dollar in den USA. Regisseurin Penny Marshall war damit die erste weibliche Regisseurin eines Film, der über 100 Mio. US-Dollar an den Kinokassen einspielte.[4]Big erreichte Rang zwei als höchste Platzierung der amerikanischen Kinocharts.[9] Zuvor hatten sich die ähnlich angesiedelten Filme Endlich wieder 18 und Wie der Vater, so der Sohn nicht am Markt durchsetzen können. Big, von 20th Century Fox auch in den Verleih gebracht,[1] war hinter Crocodile Dundee II der zweiterfolgreichste Sommerfilm. Mit über 60 Mio. US-Dollar in den ersten sechs Wochen gelang es der Komödie sich auch vor Rambo III zu platzieren.[10]

Seinen deutschen Kinostart feierte der Film am 29. September 1988 in Westdeutschland. Für die Ausstrahlung im deutschen Fernsehen hat die ProSiebenSat.1 Media die Rechte, weswegen der Film in den letzten Jahren abwechselnd auf ProSieben, Sat.1 und Kabel eins gezeigt wurde.[11]

Kritik[Bearbeiten]

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes
Kritiker [12]
Publikum [12]
Metacritic
Kritiker [13]
Publikum [13]
IMDb [4]

Der Film erhielt überragend positive Kritiken. So zählt die Internetseite Rottentomatoes von 53 gewerteten professionellen Kritiken 51 positive, was einem Wert von 96 % entspricht. Der Film wurde ebenfalls vom breiten Publikum mit positiven Reaktionen aufgenommen, denn gleichzeitig werteten 73 % von 370,601 Usern den Film positiv.[14] Dies wiederum wird vom Onlinefilmarchiv IMDb, einer weiteren Plattform, auf der normale User ihre Filmkritiken abgeben können, bestätigt, denn dort gaben 54,588 User dem Film durchschnittlich 7,2 von 10 möglichen Punkten. (Stand: 17. Mai 2011) Der vorwiegend auf Komödien festgelegte Tom Hanks feierte mit Big sowie Punchline - Der Knalleffekt seinen Durchbruch als Schauspieler,[15] was ihm den Weg zu ernsten Rollen ebnen sollte.[3]

Englischsprachige Kritik[Bearbeiten]

Janet Maslin lobte in der New York Times, dass Hanks schauspielerische Leistung markant sei und er durch seine offenen Augen, seine Aufgeregtheit und seine wunderbare Arglosigkeit im Film eine Freude sei (Mr. Hanks's performance, Big also has a distinct edge. Wide-eyed, excited and wonderfully guileless, Mr. Hanks is an absolute delight).[16]

James Berardinelli kam 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung ebenfalls zum Schluss, dass der Film immer noch lustig, süß und ein wenig nervös sei. Außerdem wirken die vermittelten Gefühle echt und würden nicht so krass dargestellt werden (The film is funny, sweet, and even a little edgy. It's also emotionally honest and almost never crass). Ebenfalls empfand er es als entspannend, dass es im Film keinen wirklichen Bösewicht gäbe (There are no true villains in the movie, which allows the plot to unfold in a natural, relaxed manner.), dass der Film fröhlich sei und sich nicht unbedingt dummen Lachern hingäbe (Although Big is generally lighthearted, it rarely plays for stupid laughs.).[3]

In der Washington Post lobte Hal Hinson, dass Hanks nicht nur ideal für die Rolle sei, sondern auch welches Potential in ihm inne wohne und dass er ein großartiger Schauspieler sein könnte (Hanks is just boyish enough (and just goofy-looking enough) to be the ideal actor for this role. And he shows us what a generous, likable performer he can be). Außerdem gefiel ihm, dass die Drehbuchautoren unterschiedliche Ebenen in den Film hineingeschrieben hätten. Da sei zum einen die Ebene, dass das Kind weg von seinen Eltern will, damit es in Ruhe spielen kann und die Ebene, dass Frauen sich immer wieder in das Kind im Manne verlieben könnten (The screen writers Gary Ross and Anne Spielberg have built several layers of fantasy into their script, and on one level the movie is a realization of every boy's wish to get away from his parents and do whatever he please [...] another dimension, and for women who've felt that they were in relationships with men whose emotional development hovered somewhere around the 12-year-old level).[17]

Big wurde vom American Film Institute im Jahr 2000 auf Platz der 42 der 100 Years...100 Laughs-Liste[18] und im Juni 2008 auf Platz 10 der besten Fantasy-Filme aller Zeiten gewählt.[19] Ebenfalls wurde der Film vom Empire-Magazin auf Platz 190 von den besten 500 Filmen aller Zeiten gewählt.[20]

Deutschsprachige Kritik[Bearbeiten]

Lothar R. Rust schrieb im Jahrbuch Film 1989: „Eine herrliche Komödie, sensibel inszeniert von einer der wenigen Hollywood-Frauen, Penny Marshall. Joshs Trip in die Zukunft und der sanfte Weg zurück bringt jedwelche Déjà-Vu Momente mit Witz, Pep und liebenswertem Brio.“[21]

Der film-dienst nannte Big den weitaus charmantesten und durchkomponiertesten aller Rollentausch-Filme der jüngsten Zeit und lobte das komödiantische Talent seiner Regisseurin Penny Marshall. Der Film wirke „komisch und rührend zugleich“. Der Zuschauer sehe eine Welt, „die technisch zwar hochentwickelt ist, emotional aber auf dem Stand des Steinzeitalters zu verharren droht“. Die Figur von Tom Hanks werde eher kontrapunktisch gegen die Karrieresucht im Wirtschaftsleben eingesetzt, während „die Rückbesinnung auf Gefühle als erstrebenswerte Alternative zu einem rücksichtslosen "Ellenbogen-Denken" angeboten“ werde.[22]

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bemerkte, dass eine Inhaltszusammenfassung von Big „schauderhaft neckisch und gemütvoll“ klänge, tatsächlich aber Regisseurin Penny Marshall alle „Fallgruben der Sentimentalität“ geschickt umginge und gelegentlich „eine Prise Gesellschaftskritik“ in den Film einschmuggle. Gelobt wurde Hauptdarsteller Tom Hanks, der es fertig bringe, dem Zuschauer das Kind im Manne in jedem Augenblick ahnen zu lassen, ohne dabei infantil zu wirken. Gleichzeitig hätte der Film in den USA eine hitzige Debatte über das „Kind in der amerikanischen Männerwelt“ ausgelöst.[23]

Das Lexikon des Internationalen Films sah in dem Film eine „flott inszenierte und glaubwürdig gespielte unterhaltsame Rollentausch-Komödie, die eine Lanze für das Kind im Manne und für echte Gefühle bricht.“

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt neun Auszeichnungen und war für elf weitere nominiert.[24] Hauptsächlich wurden Hauptdarsteller Tom Hanks, die Drehbuchautoren Gary Ross und Anne Spielberg, sowie der Film an sich berücksichtigt. So erhielt Big unter anderem:

Extended Cut[Bearbeiten]

Am 8. Mai 2007 veröffentlichte 20th Century Fox die Extended Version von Big, welche um 26 Minuten länger ist, auf DVD. Die BluRay-Veröffentlichung selben Inhalts erfolgte am 12. Mai 2009. Der Extended Cut wird in Deutschland Anfang 2014 veröffentlicht.

Neben einzelnen alternativen Szenen, wie die, in der Josh und Billy im Rohr hocken oder auf den Bus nach New York City warten, wurden bei mehreren Szenen einige Sekunden zusätzlich gezeigt, sowie einzelne Dialogszenen ergänzt. Intensiviert wurde die Geschichte um die vermeintliche Entführung Joshs mit der Polizei, die Beziehung zwischen Paul und Susan und der Versuch Billys, im Verlaufe des Films Kontakt mit Josh aufzunehmen. Allerdings sind auch neue Szenen enthalten, sodass man erfährt, wie Josh versucht, einen Frack zu kaufen, um auf der Firmenfeier zu glänzen, wie Susan am Anfang des Films widerwillig an einer Geburtstagsfeier der Belegschaft teilnimmt und die Familie von Billy wurde gezeigt. Auch Joshs Familie, insbesondere sein Vater, der vom Schauspieler Josh Clark verkörpert wird, erhielt mehr Platz. Clarks Szenen wurden aus der finalen Kinoversion komplett herausgeschnitten.

„Big“-Musical[Bearbeiten]

Big hatte 1996 als Musical nach dem Text von Richard Maltby Jr., dem Buch von John Weidman und der Musik von David Shire erstmals im Januar in Detroit seine Uraufführung, bevor es vom 8. April bis zum 13. Oktober 193 Aufführungen am Shubert Theater am Broadway erlebte.[25] Es wurde von der Kritik verrissen und blieb auch recht erfolglos. Trotzdem wurde es für vier Tony Awards nominiert, erhielt eine Theatre World Award-Nominierung und konnte von 10 Drama Desk Award-Nominierungen sieben Auszeichnungen abräumen. Erst nachdem das Musical erneut überarbeitet wurde und auf Tour ging, wurde es sowohl zu einem Publikumserfolg als auch von Kritikern geschätztes Musical.[26]

So schrieb Alvin Klein vier Jahre nach der Uraufführung in der New York Times, dass Big nicht länger als Misserfolg angesehen werden kann, denn es sei erfreulich gut (Big' cannot be cavalierly dismissed as a failed musical that was no match for a blockbuster movie. It is satisfyingly good -- and it was shortchanged.).[27]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b vgl. Company credits in der Internet Movie Database (aufgerufen am 18. Mai 2011).
  2. a b c vgl. O’Toole, Lawrence: NY CLIPS Hey doctor, tell me the prognosis. In: The Globe and Mail, 27. Februar 1987 (aufgerufen via LexisNexis Wirtschaft)
  3. a b c d James Berardinelli: Big auf reelviews.com vom 20. Juli 2009 (englisch), abgerufen am 17. Mai 2011
  4. a b c d Trivia zum Film auf imdb.com, abgerufen am 17. Mai 2011
  5. Informationen zum Film auf presseportal.de vom 17. Mai 2005 (deutsch), abgerufen am 17. Mai 2011
  6. Matt Groening: The Trivial Simpsons 2008 366-Day Calendar. Harper Collins Publishers, 2007, ISBN 0061231304.
  7. Vgl. Design News, 1988 (Fotokopie des Beitrages auf flickr.com, abgerufen am 17. Mai 2011)
  8. Elaine Louie A Piano You Can Walk On auf nytimes.com vom 29. September 1988 (englisch), abgerufen am 17. Mai 2011
  9. Big auf boxofficemojo.com, abgerufen am 17. Mai 2011.
  10. vgl. Big. In: Das große TV-Spielfilm-Filmlexikon (CD-ROM). Directmedia Publ., 2006. – ISBN 978-3-89853-036-1. S. 1419.
  11. Big auf ofdb.de, abgerufen am 17. Mai 2011
  12. a b [1] bei Rotten Tomatoes, abgerufen am 22. Oktober 2014
  13. a b [2] bei Metacritic, abgerufen am 22. Oktober 2014
  14. Big auf rottentomatoes.com, abgerufen am 17. Mai 2011.
  15. vgl. Tom Hanks. In: nternationales Biographisches Archiv 49/2010 vom 7. Dezember 2010 (aufgerufen via Munzinger Online).
  16. Janet Maslin: Review/Film; Tom Hanks as a 13-Year-Old, in 'Big' auf nytimes.com vom (englisch), abgerufen am 17. Mai 2011
  17. Hal Hinson ‘Big’ auf washingtonpost.com vom 3. Juni 1988 (englisch), abgerufen am 17. Mai 2011
  18. 100 Years...100 Laughs-Liste auf afi.com, abgerufen am 18. Mai 2011
  19. Top-10-Fantasy-Liste auf afi.com, abgerufen am 18. Mai 2011
  20. The 500 Greatest Movies Of All Time auf empireonline.com, abgerufen am 18. Mai 2011
  21. Lothar R. Just: Film-Jahrbuch 1989. Heyne, München, 1990 ISBN 3-453-03012-5>
  22. vgl. Kritik von R.-R. Hamacher im film-dienst 19/1988 (aufgerufen via Munzinger Online)
  23. Uthmann, Jörg von: Kind im Manne. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. August 1988, S. 21.
  24. vgl. Awards bei imdb.com (aufgerufen am 18. Mai 2011).
  25. Daten zum Musical von Big auf ibdb.com, abgerufen am 18. Mai 2011
  26. Hughes, David-Edward."Big Changes For Seattle's Big Premiere Tonight at the Paramount" playbill.com, February 17, 1998
  27. Alvin Klein: The Good News: 'Big' Is Back auf nytimes.com vom 20. August 2000 (englisch), abgerufen am 18. Mai 2011