Big Joe Turner

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Big Joe Turner, Hamburg 1974

Big Joe Turner (* 18. Mai 1911 in Kansas City, Missouri; † 24. November 1985 in Inglewood, Kalifornien; eigentlich Joseph Vernon Turner), war ein US-amerikanischer Boogie Woogie-, Blues- und Rock ’n’ Roll-Sänger.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Schon mit vierzehn Jahren nahm er mit seinem Gesang Einfluss auf die lokale Jazz-Szene in seinem Geburtsort. Mitte der 30er-Jahre lernte er den amerikanischen Boogie-Woogie Pianisten Pete Johnson kennen, mit dem er von da an gemeinsam auftrat. 1936 kam er erstmals nach New York, wo er Count Basie kennenlernte.

Joe Turner - Watch that jive

Am 23. Dezember 1938 entstanden zusammen mit Johnson seine ersten Songs in einem Swing-Konzert in der Carnegie Hall, nämlich Low Down Dog und It's All Right, Baby. Er wurde in jenem Jahr von John Hammond gefördert. Am 30. Dezember 1938 nahm er zusammen mit Pete Johnson dessen Komposition Roll 'em Pete auf (Vocalion #4607), es folgte am 30. Juni 1939 Cherry Red. Danach trat er mit verschiedenen Jazz-Größen wie Benny Goodman, Duke Ellington und Art Tatum auf. Im Jahr 1945 unterschrieb er einen Plattenvertrag bei National Records, wo er von Herb Abramson produziert wurde. 1951 wurde dann Ahmet Ertegün durch Abramson auf ihn aufmerksam und nahm ihn für Atlantic Records unter Vertrag. Als Folge davon entstand die Single Chains Of Love, die eine hohe Platzierung in den Rhythm-and-Blues-Charts erreichte und später von Pat Boone gecovert wurde. In den 50ern hatte er mehrere größere und kleinere Single-Hits, darunter Shake, Rattle and Roll, Flip, Flop & Fly und Corrine, Corrina, und spielte unter anderem mit Elmore James (TV Mama) und King Curtis. Insgesamt hielten sich die Erfolge zwar in Grenzen, doch sie reichten aus, um davon leben zu können.

In den 60er- und 70er-Jahren tourte Turner die meiste Zeit. Er nahm mit Jazz-Größen wie Dizzy Gillespie und Roy Eldridge Platten auf und spielte auch mit Axel Zwingenberger, mit dem er zudem zwei höchst erfolgreiche Alben aufnahm. Allerdings machten ihm Herzschwächen und Diabetes das Leben schwer. Seine letzten Aufnahmen entstanden zusammen mit Jimmy Witherspoon.

Big Joe Turner - Shake, Rattle And Roll

1983 wurde Big Joe in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

Am 24. November 1985 starb Big Joe Turner in Kalifornien an Nierenversagen. Zwei Jahre später wurde er posthum in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen[1].

Zwei seiner bekanntesten Lieder waren:

  • Honey Hush (1953) - Piano auf der Originalaufnahme: Fats Domino
  • Shake, Rattle and Roll (1954), die Aufnahme wurde 2001 in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

Diskografie[Bearbeiten]

Titel Label Jahr Anmerkungen
Flip, Flop & Fly Pablo 1989 Mit dem Count Basie Orchestra Liveaufnahmen Paris und Frankfurt 1972
The Trumpet Kings Meet Joe Turner OJC 1974 CD 1991 mit Dizzy Gillespie, Roy Eldridge, Harry Edison, Clark Terry
Tell Me Pretty Baby Arhoolie 1992 Aufnahmen aus den späten 1940er-Jahren mit Pete Johnson Orchestra
Boss of the Blues Original 1956 Reissue auf CD
Joe Turner's Blues Topaz Jazz 1997 Aufnahmen zwischen 1938 und 1946
Shake, Rattle And Roll Collectables 2004
Patcha, Patcha, All Night Long Pablo 1996 Joe Turner meets Jimmy Witherspoon
The Rhythm & Blues Years Atlantic Records 1986
Stormy Monday Pablo 1991 u. a. mit Pee Wee Crayton, Roy Eldridge, Dizzy Gillespie, Eddie „Cleanhead“ Vinson
Let´s Boogie All Night Long Vagabond Records LP 1978 Axel Zwingenberger Klavier, Torsten Zwingenberger Schlagzeug
Joe Turner Sings Kansas City Jazz Decca 1953
Big Joe Is Here Atlantic 1959
Joe Turner and the Blues Savoy 1960
Big, Bad & Blue: The Joe Turner Anthology Rhino Atlantic 1987
Blues Train Muse 1983 mit Roomful of Blues
Boogie Woogie Jubilee 1981 Aufgenommen im Haus Turners, mit Axel Zwingenberger,Roy Milton, Eddie „Cleanhead“ Vinson und Margie Evans
Shout, Rattle and Roll Proper 2003 4 CD-Box mit Aufnahmen aus den 1940er- bis zu den frühen 1950er-Jahren

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rock and Roll Hall of Fame Big Joe Turner in der Rock and Roll Hall of Fame

Weblinks[Bearbeiten]