Bihar
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Bihar - बिहार | |
|---|---|
| Status: | Bundesstaat |
| Hauptstadt: | Patna (1.754.000 Einwohner) |
| Fläche: | 94.163 km² |
| Einwohner: | 96.444.000 (2008) |
| Bevölkerungsdichte: | 1024 Einwohner je km² |
| Sprachen: | Hindi, Urdu (Amtssprachen)[1]; Bihari-Sprachen (Maithili, Bhojpuri, Magahi u. a.), Bengalisch, Santali, Englisch |
| Religionen: | Hinduismus (83,2 %), Islam (16,5 %), andere |
| Website: | gov.bih.nic.in |
| Karte | |
|
|
|
Bihar (Hindi: बिहार, Bihār [bɪˈhɑːr]) ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 94.163 km² und 96.444.000 Einwohnern (Stand 2008). Seine Hauptstadt ist Patna (पटना), das antike Pataliputra. Bihar gilt als ärmster und zugleich einer der instabilsten Bundesstaaten Indiens.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Bihar grenzt an die Bundesstaaten Uttar Pradesh (Westen), Jharkhand (Süden) und Westbengalen, sowie im Norden an Nepal.
Der Bundesstaat ist jedes Jahr von Monsunregenfällen betroffen, wodurch oft mehrere Millionen Menschen durch Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen werden.
[Bearbeiten] Größte Städte
(Stand: Volkszählung 2001)
| Stadt | Einwohner |
|---|---|
| Patna | 1.376.950 |
| Gaya | 383.197 |
| Bhagalpur | 340.349 |
| Muzaffarpur | 305.465 |
| Darbhanga | 266.834 |
| Bihar | 231.972 |
| Arrah | 203.395 |
| Munger | 187.311 |
| Chapra | 178.835 |
| Katihar | 175.169 |
| Purnia | 171.235 |
| Sasaram | 131.042 |
| Danapur | 130.339 |
| Saharsa | 124.015 |
| Hajipur | 119.276 |
| Dehri | 119.007 |
| Bettiah | 116.692 |
| Siwan | 108.172 |
| Motihari | 101.506 |
[Bearbeiten] Bevölkerung
Aufgrund von Schwangerschaftsabbrüchen bei weiblichen Föten kommen in Teilen Bihars pro 100 Jungen nur noch etwa 60 Mädchen zur Welt.
[Bearbeiten] Sprachen
| Sprachen in Bihar[2] | ||
|---|---|---|
| Sprache | Sprachfamilie | Anteil |
| Hindi | Indoarisch | 73,12 % |
| Maithili | Indoarisch | 14,27 % |
| Urdu | Indoarisch | 11,41 % |
| Bengalisch | Indoarisch | 0,53 % |
| Santali | Austroasiatisch | 0,47 % |
Die Amtssprache Bihars ist Hindi. Laut dem indischen Zensus von 2001 sprechen 73,1 % der Bevölkerung Bihars Hindi als Muttersprache. Tatsächlich handelt es sich aber größtenteils um Sprecher von Sprachen aus der Bihari-Gruppe (hauptsächlich Bhojpuri und Magahi). Diese nah mit dem Hindi verwandten Regionalsprachen werden von der indischen Regierung offiziell als Hindi-Dialekte gezählt. Maithili, das linguistisch ebenfalls zu den Bihari-Sprachen gehört, gilt dagegen seit 2003 nicht mehr als Hindi-Dialekt sondern als eigenständige Sprache und ist als eine von 22 Nationalsprachen Indiens anerkannt worden. In Bihar wird Maithili von 14,3 % der Bevölkerung gesprochen. Unter den Muslimen Bihars ist Urdu, die muslimische Variante des Hindi, mit 11,4 % verbreitet. Alle erwähnten Sprachen gehören der indoarischen Sprachgruppe an. Eine kleinere Gruppe von Stammesangehörigen (Adivasi) im Grenzebiet zu Jharkhand spricht die Munda-Sprache Santali, dessen Sprecher 0,5 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Englisch ist wie in ganz Indien als Verkehrs- und Bildungssprache allgegenwärtig.
[Bearbeiten] Religionen
83,2 % der Einwohner Bihars sind Hindus, 16,5 % gehören dem Islam an. Übrige Religionen (0,3 %) sind praktisch nicht präsent.
[Bearbeiten] Geschichte
Bihar bildete im Mittelalter ein eigenes, mächtiges Reich und wurde 1525 dem Reich Delhi einverleibt, von diesem aber 1765 an die englisch-ostindische Kompanie abgetreten. Es entsprach damals seiner Lage nach dem alten Reich Magadha (mit der Hauptstadt Pataliputra), wo der Stifter des Buddhismus im 6. Jh. v. Chr. zuerst seine Lehre vortrug und das somit der älteste und lange Zeit hauptsächlichste Sitz der buddhistischen Religion war. Diesem Umstand verdankt die Landschaft ihre Bedeutung. Die schönsten Gebäude und religiösen Denkmäler zierten sie; später sind sie verfallen, und die von Schlinggewächsen überzogenen Ruinen konnten teilweise nur mit Mühe wieder aufgefunden werden, da der Brahmanismus, der hier seit dem 8. Jh. n. Chr. den Buddhismus verdrängte, alle Zeugen des Glanzes der früheren Religion vernichtete.
Zuvor Teil Bengalens, wurde das Gebiet des heutigen Bihar 1912 Teil der Provinz Bihar und Orissa. Im Jahr 1936 wurde das Gebietes Orissas herausgelöst.
Seit etwa 1990 regierte die Rashtriya Janata Dal (RJD) den Bundesstaat.
Der Bundesstaat Jharkhand wurde am 15. November 2000 aus dem südlichen Teil des bisherigen Bundesstaats Bihar herausgegliedert und somit selbständig.
Nachdem im Jahr 2005 nach den Wahlen im Bundesstaat weder die RJD auf der einen Seite noch die rivalisierende Koalition aus BJP und der regionalen Janata Dal die Mehrheit erlangen konnte und es beiden Lagern nicht gelang eine stabile Unterstützung der regionalen Lok Janashakti Party (LJP) zu erhalten, schlug das indische Kabinett eine zentrale Verwaltung Bihars vor.
Seit Jahren ist die Situation in Bihar von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Milizen verschiedener politischen Parteien, Privatarmeen der Großgrundbesitzer und maoistischen Rebellen geprägt.
[Bearbeiten] Naturkatastrophen
Ende August 2008 kam es nach wochenlangen Monsunregenfällen und einem großen Deichbruch am Oberlauf des Flusses Koshi [3]in Nepal zu großflächigen Überschwemmungen. [4] Durch die Überschwemmungen in über 1.600 Dörfern des Bundesstaates sind über 1,2 Millionen Menschen obdachlos geworden und hunderte Menschen umgekommen. [5] Indiens Premierminister Manmohan Singh bezeichnete die Überschwemmungen als "nationale Katastrophe" und mobilisierte über 5.000 Soldaten zur Evakuierung von über 90.000 Menschen. Er sagte Hilfslieferungen von 125.000 Tonnen Getreide und Finanzhilfen von umgerechnet ca. 155 Millionen Euro zu. [6]
[Bearbeiten] Politik
Der amtierende Chief Minister ist seit 24. November 2005 Nitish Kumar.
Siehe auch: Liste der Chief Minister von Bihar
[Bearbeiten] Wirtschaft
Bihar zählt zu den ärmsten indischen Bundesstaaten. Die Wirtschaft des Bundesstaates ist von Landwirtschaft geprägt.
[Bearbeiten] Quellennachweise
- ↑ Central Institute of Indian Languages: Language Use in Administration and National Integration
- ↑ Prozentuale Anteile nach der indischen Volkszählung von 2001
- ↑ spiegel.de - Fluten in Indien - Monsun-Katastrophe macht 1,2 Millionen Menschen obdachlos (Zugriff am 31. August 2008)
- ↑ afp.google.de - Millionen Inder von Wassermassen eingeschlossen (Zugriff am 28. August 2008)
- ↑ tagesschau.de - 1,2 Millionen Obdachlose durch Hochwasser in Indien (Zugriff am 2. September 2008)
- ↑ afp.google.de - Millionen Inder von Wassermassen eingeschlossen (Zugriff am 28. August 2008)
[Bearbeiten] Weblinks
Bundesstaaten: Andhra Pradesh | Arunachal Pradesh | Assam | Bihar | Chhattisgarh | Goa | Gujarat | Haryana | Himachal Pradesh | Jammu und Kashmir | Jharkhand | Karnataka | Kerala | Madhya Pradesh | Maharashtra | Manipur | Meghalaya | Mizoram | Nagaland | Orissa | Punjab | Rajasthan | Sikkim | Tamil Nadu | Tripura | Uttarakhand | Uttar Pradesh | Westbengalen
Unionsterritorien: Andamanen und Nikobaren | Chandigarh | Dadra und Nagar Haveli | Daman und Diu | Delhi | Lakshadweep | Puducherry

