Bilingue Vasenmalerei

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Herakles auf dem Ruhebett, schwarzfigurige Seite einer Bauchamphora des Andokides-Malers, um 520/10 v. Chr., München, Antikensammlungen

Die Bilingue Vasenmalerei ist eine Sonderform der griechischen Vasenmalerei. In Anlehnung an das philologische Beispiel, das Zweisprachigkeit bedeutet, nennt man in der klassischen Archäologie attische Vasen, die im schwarzfigurigen wie auch im rotfigurigen Stil bemalt sind, Bilinguen. Es bezeichnet auch zugleich die Übergangszeit von der schwarzfigurigen zur rotfigurigen Vasenmalerei am im letzten Viertel des 6. und weniger dem Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr. Andere Bezeichnungen sind Bilingue Vasen oder schlicht Bilinguen.

Rotfigurige Seite derselben Vase mit demselben Thema

Nahezu Ausschließlich Bauchamphoren (des sogenannten Typus A) und Augenschalen wurden für die Bemalung von Bilinguen verwendet. In einigen Fällen zeigen beide Seiten der Amphoren in unterschiedlichen Stilen dasselbe Thema (so bei einer Bauchamphora des Andokides-Malers). Augenschalen weisen meist ein schwarzfiguriges Innenbild und eine rotfigurige Aussenseite der Schalen auf. Eine Ausnahme ist eine Schale des Andokides-Malers in Palermo[1]. Hier ist die Aussenseite jeweils zur Hälfte in beiden Stilrichtungen verziert. Neben dem Andokides-Maler sind vor allem Psiax (vor allem bei Bauchamphoren) sowie Epiktet und Oltos (Augenschalen) von Bedeutung. Meist werden die Zeichnungen in beiden Stilen vom selben Künstler ausgeführt. Umstritten ist dies jedoch vor allem im Falle des Andokides-Malers, dessen schwarzfiguriges Werk von manchen Künstlern dem Lysippides-Maler zugeschrieben werden, der wiederum von anderen Forschern mit dem Andokides-Maler identifiziert wird.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Archäologisches Museum, Inventarnummer V 650