Bille

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bille (Begriffsklärung) aufgeführt.
Bille
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Die Bille bei Sachsenwaldau

Die Bille bei Sachsenwaldau

Daten
Gewässerkennzahl DE: 5954
Lage Schleswig-Holstein und Hamburg, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Elbe → Nordsee
Flussgebietseinheit Elbe
Quelle Bei Linau
53° 38′ 52″ N, 10° 27′ 54″ O53.64777944444410.46494972222265
Quellhöhe 65 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung In Hamburg in die Elbe (Brandshofer Schleuse)53.54009055555610.0242733333332Koordinaten: 53° 32′ 24″ N, 10° 1′ 27″ O
53° 32′ 24″ N, 10° 1′ 27″ O53.54009055555610.0242733333332
Mündungshöhe m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 63 m
Länge 65 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 506,4 km²[1]
Abfluss[1] MQ
3,99 m³/s
Linke Nebenflüsse Schwarze Au, Brookwetterung
Rechte Nebenflüsse Trittauer Mühlenbach, Corbek, Ladenbek, Glinder Au, Schleemer Bach
Großstädte Hamburg
Mittelstädte Reinbek
Gemeinden Trittau, Aumühle, Wohltorf, Wentorf bei Hamburg
Schiffbar 5 km
von der Mündung bis zur „Roten Brücke“

Die Bille (slawisch biely = „weiß“, vergleiche den Flussnamen Biela) ist ein Nebenfluss der Elbe in Norddeutschland. Sie entspringt östlich der Hahnheide bei Trittau im Südosten Schleswig-Holsteins und mündet in Hamburg in die Unterelbe.

Die Bille hat eine Länge von 65 Kilometer, wovon 42 Kilometer durch Schleswig-Holstein verlaufen, der Rest durch Hamburg.

Verlauf[Bearbeiten]

Billequelle bei Linau
Die zum Mühlenteich aufgestaute Bille in Reinbek
Die Bille bei Bergedorf Ende des 18. Jahrhunderts
Staudamm Alte Holstenstraße
Historischer Kran am Serrahn Hamburg-Bergedorf
Unterlauf der Bille Ende des 18. Jahrhunderts
Billeufer Höhe Billstedt, nahe Moorfleeter Brücke. (September 2008)
Brandshofer Schleuse

Die offizielle Quelle der Bille liegt bei Linau, südlich von Sirksfelde und wird aus dem Koberger und dem Linauer Moor gespeist. In ihrem Oberlauf nimmt die Bille viele Bäche und Kleingewässer auf. Ab Grande, Kuddewörde bildet sie die Westgrenze des Sachsenwaldes. Bei Witzhave nimmt die Bille die Corbek auf, bei Aumühle die Schwarze Au, die weite Teile des Sachsenwaldes entwässert. Dann fließt sie durch Villengebiete in Wohltorf. In Reinbek ist die Bille zum Mühlenteich angestaut, an dessen Ufer das Reinbeker Schloss liegt.

Die Obere Bille, bis Bergedorf, bildet an vielen Stellen die Grenze zwischen den Kreisen Stormarn und Lauenburg, die wiederum der historischen Grenze zwischen den Siedlungsgebieten von Sachsen und Wenden entspricht (Limes Saxoniae). Dies hat an einigen Stellen zu der Bildung von Zwillingsgemeinden geführt, so gibt es beispielsweise einen lauenburgischen und einen stormarnschen Teil von Hamfelde und Köthel, ebenso wie Grande und Kuddewörde nur von der Bille getrennt sind, und die Grander Mühle eigentlich in Kuddewörde liegt.

Im Grenzbereich zwischen Aumühle und Krabbenkamp wurde der Fluss um 1845 auf einer Länge von mehreren 100 Metern beim Bau der Bahnstrecke Hamburg–Berlin um etwa 100 Meter nach Süden verlegt. Der alte Flussverlauf ist heute noch an einigen Fischteichen nördlich neben der Strecke zu erkennen.

In Bergedorf wird die Bille seit 1208 aufgestaut. Der Staudamm befindet sich auf Höhe der Alten Holstenstraße. Bis 1939 wurde hier die herrschaftliche Kornwassermühle betrieben. Gleichzeitig wurde das aufgestaute Wasser für den Schlossgraben genutzt. Der Wasserstand der oberen Bille wird hier durch ein Wehr reguliert und durch den Serrahn benannten Bergedorfer Hafen entwässert.

Weiter fließt das Wasser der Bille seit 1443 durch den kanalisierten Schleusengraben bei der Krapphofschleuse in die Dove Elbe. Der ursprüngliche Flussverlauf wurde mit der Bergedorfer beziehungsweise Lohbrügger Innenstadt überbaut. In den Schleusengraben mündet aus Richtung Osten die Brookwetterung, die den nördlichen Teil der Vierlande entwässert.

Teile des Wassers des Schleusengrabens werden über die bachartige, teilweise verrohrte Kampbille zur Mittleren Bille geleitet, die ab Heckkaten dem ursprünglichen Flusslauf durch die Billwerder Marsch nach Tiefstack folgt und dabei einige der Gewässer der Umgebung, wie die Ladenbek und die Glinder Au, aufnimmt. Ab dem Zufluss der Ladenbek bis zur Unterquerung der Bundesautobahn 1 bildet die Bille den südöstlichen, südlichen und südwestlichen Rand des Naturschutzgebietes Boberger Niederung.

Der ab der Autobahn A1 als Untere Bille bezeichnete Flusslauf verzweigt sich in den Hamburger Stadtteilen Tiefstack und Billbrook, die sehr stark durch Gewerbe und Industrie gekennzeichnet sind, in verschiedene Kanäle und mündet letztlich bei der Brandshofer Schleuse in die Elbe.

Bauwerke[Bearbeiten]

In Billbrook wird die Bille von verschiedenen Brücken überquert, deren Geländerfarbe angeblich gewählt wurde, um den teilweise analphabetischen oder fremdsprachigen Beschäftigten in dieser Industrieumgebung die Orientierung zu erleichtern. Es sind dies (flussabwärts) die – Rote Brücke – Gelbe Brücke – Blaue Brücke – Braune Brücke – Grüne Brücke – Schwarze Brücke. Alte Karten zeigen jedoch, dass die Brückennamen wesentlich älter sind und ins 18. Jahrhundert zurückgehen.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Billetal[Bearbeiten]

Das Billetal zwischen Grander Mühle und Einmündung in den Reinbeker Mühlenteich steht seit 1987 unter Naturschutz. Dort haben sich inzwischen gefährdete Fischarten wie Äsche, Bachneunauge, Elritze[2] und Bachschmerle wieder angesiedelt. Bachforelle und Regenbogenforelle kommen relativ häufig vor. Im Uferbereich nisten seltene Vögel wie der Eisvogel. Zum Naturschutzgebiet gehört auch das Mündungsgebiet der Corbek.

Boberger Niederung[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Boberger Niederung liegt nördlich der Bille in Hamburg zwischen Bergedorf und Kirchsteinbek. Es erhielt 1991 mit einer Gesamtfläche von 350 Hektar seinen Schutzstatus.

Geologisch handelt es sich bei dem Gebiet um ein eiszeitliches Schmelzwasserrinnensystem, das am Südrand der Vereisungsgrenze der letzten Eiszeit entstanden ist.

In der Literatur[Bearbeiten]

Anne Alster, anne Elbe, anne Bill’
Doa kann jeden eenen moken, wat he will.“

ist der bekannte Anfang eines Hamburger Traditionsliedes auf Missingsch.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hartwig Fiege: Burgen und Schlösser an der Bille. In: Lichtwark-Heft Nr. 57. Hrsg. Lichtwark-Ausschuß, 1992. Siehe jetzt: Verlag HB-Werbung, Hamburg-Bergedorf, 2003. ISSN 1862-3549.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Elbe vom Wehr Geesthacht bis zur Mündung in die Nordsee (PDF; 6,4 MB); abgerufen am 22. April 2011
  2. umweltdaten.landsh.de (PDF; 935 kB); abgerufen am 22. April 2011