Billy Hayes

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William „Billy“ Hayes (* 3. April 1947 in New York, USA) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur, dessen Geschichte den Film „12 Uhr nachts – Midnight Express“ inspirierte.

Als Student hatte Hayes im Jahre 1970 versucht, Haschisch über die türkische Grenze via Flugzeug nach Amerika zu schmuggeln und später zu verkaufen. Er wurde jedoch erwischt und in ein türkisches Gefängnis gesteckt – zuerst hieß es, dass er „nur“ vier Jahre dort bleiben müsse, später hieß es lebenslänglich. 1975 gelang ihm die Flucht nach Griechenland. Von dort aus gelangte er wieder in die USA.

Billy Hayes schrieb ein Buch über sein Erlebnis unter dem Titel 12 Uhr nachts – Midnight Express, aus dem im Jahre 1978 der gleichnamige Film wurde. In der Hauptrolle spielte der 1991 an Aids verstorbene Brad Davis, Regisseur war Alan Parker und das Drehbuch stammte von Oliver Stone.

Billy Hayes hat in einem Interview Oliver Stone und den Film scharf kritisiert. Er kritisiert unter anderem, dass seine zahlreichen türkischen Freunde in dem Film nicht vorkommen. Es stößt ihn ab, dass jeder Türke in diesem Film als bösartig dargestellt werde. Auch seinen Gefängnisaufenthalt sieht er positiver, als es im Film dargestellt wird. Er würde einen Gefängnisaufenthalt in der Türkei sogar einem in den USA vorziehen.

Hayes ist auch in der Unterhaltungsindustrie tätig. Ein Erfolg war „Southside“ – später in den USA veröffentlicht als „Cook & Bull Story“.

Hayes über die Verfilmung von Midnight Express[Bearbeiten]

Während der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1999 traf der türkische Werberegisseur Alinur Velidedeoğlu Billy Hayes zufällig. Es gelang ihm, mit Hayes ein Interview über die Verfilmung von Midnight Express zu führen. Hayes selbst zeigte sich über Teile der Verfilmung sehr enttäuscht, insbesondere über die negative Darstellung sämtlicher türkischer Charaktere und er bedauerte, dass das negative Bild der Türkei womöglich durch den Film herbeigeführt worden sei. Ferner erklärte er seine starke Zuneigung zur Türkei und insbesondere zu Istanbul. Da die Ermittlungen von Interpol wegen seiner Flucht fallen gelassen worden waren, wollte Hayes in die Türkei zurückkehren. Dennoch zögerte er aus Furcht, dass viele Türken ihn für das negative Bild ihres Landes verantwortlich machen würden.

Schließlich besuchte Hayes vom 14.–16. Juni anlässlich der zweiten Istanbul Konferenz für Demokratie und Weltsicherung 2007 die Türkei, die von der türkischen Nationalpolizei (TNP) und dem türkischen Institut für Polizeistudien (TIPS) organisiert wurde, um die negativen Implikationen seines Buches zu revidieren. Am 15. Juni 2007 hielt er eine Pressekonferenz, auf der er sich öffentlich beim türkischen Volk entschuldigte.

Weblinks[Bearbeiten]