Billy Mills

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Billy Mills

Billy Mills (eigentlich: William Mervin Mills; * 30. Juni 1938 in Pine Ridge, South Dakota) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Langstreckenläufer und Olympiasieger.

Leben[Bearbeiten]

Billy Mills gehört zum Indianerstamm der Oglala-Lakota-Sioux und wuchs in der Pine-Ridge-Reservation auf. Mit zwölf Jahren wurde er Vollwaise. In seiner Jugend begann er zuerst mit Boxen, wechselte dann aber zur Leichtathletik und studierte an der University of Kansas.

Nach seiner Graduierung als Sportlehrer wurde er Leutnant des United States Marine Corps. Er gab das Laufen für eine Weile auf, kehrte dann aber wieder zurück und qualifizierte sich 1964 für die Olympischen Spiele in Tokio.

Der Favorit im 10.000-Meter-Lauf war der Australier Ron Clarke, der amtierende Weltrekordhalter. Ebenfalls favorisiert waren Pjotr Bolotnikow aus der Sowjetunion und der Neuseeländer Murray Halberg, Olympiasieger von 1960 über 5000 m. Mills war damals praktisch unbekannt. Seine Bestzeit war rund eine Minute langsamer als die von Clarke.

Das Rennen wurde von Clarke sehr schnell angegangen. Zwei Runden vor Schluss konnten nur zwei Läufer mit ihm mithalten, der Tunesier Mohammed Gammoudi und Mills. Er überholte beide auf der letzten Geraden und gewann das Rennen in einer Zeit von 28:24,4 Minuten, fast 50 Sekunden schneller als seine bisherige persönliche Bestleistung. Damit sorgte er für die größte Sensation an diesen Spielen.

Später lief Mills US-Rekorde über 10.000 Meter und über drei Meilen, sowie einen Weltrekord über sechs Meilen.

Billy Mills ist 1,80 m und wog in seiner aktiven Zeit 68 kg. Sein Leben wurde 1984 verfilmt (Running Brave, mit Robby Benson in der Hauptrolle). Zusammen mit Nicholas Sparks verfasste er 1990 das Buch Wokini oder Die Suche nach dem verborgenen Glück (Wokini. A Lakota Journey to Happiness and Self-Understanding).

Literatur[Bearbeiten]

  • Bill Mallon & Ian Buchanan: Quest for Gold.. New York City 1984, ISBN 0-88011-217-4
  • Ekkehard zur Megede: The Modern Olympic Century 1896–1996 Track and Field Athletics. Berlin 1999 (publiziert über Deutsche Gesellschaft für Leichtathletik-Dokumentation e.V.)

Weblinks[Bearbeiten]