Billy Strayhorn

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Billy Strayhorn, fotografiert von Carl van Vechten am 14. August 1958

William „Billy“ Strayhorn (* 29. November 1915 in Dayton, Ohio; † 31. Mai 1967 in New York) war ein US-amerikanischer Jazzmusiker.

Billy Strayhorn wirkte seit 1939 bis zu seinem Tode als Mitglied, Arrangeur und Komponist in Duke Ellingtons Orchester. Strayhorn hatte eine klassische Ausbildung und spielte Klavier. Er bereicherte den Jazz um Instrumentalarrangements, wie sie in ihrer Raffinesse bis dahin im Jazz nur selten zu finden waren. Damit gilt er als einer der bedeutendsten Arrangeure des Jazz überhaupt.

Ellington und Strayhorn verband eine lebenslange, innige Freundschaft. Gelegentlich übernahm Strayhorn bei Schallplattenaufnahmen sogar Ellingtons Part des Pianisten. Berühmt sind auch die Duette Strayhorns und Ellingtons am Piano. Tonk z.B. ist ein witziges, modernes und sehr dynamisches Stück, das beide oft gespielt haben.

Strayhorn war für den Sound des Ellington-Orchesters prägend. So stammt die Komposition, Text und Arrangement des bekanntesten Stücks und der Erkennungsmelodie des Orchesters Take the A-Train nicht – wie oft fälschlicherweise angenommen – von Ellington, sondern von Strayhorn. Weitere bekannte Kompositionen Strayhorns sind Chelsea Bridge, Lotus Blossom und Lush Life. Er war gelegentlich auch als Pianist bei Ellington zu hören (Blues in Orbit) und veröffentlichte außerdem mehrere Schallplatten unter eigenem Namen. Unmittelbar nach seinem Tod nahm das Duke Ellington Orchestra das Tributalbum ...And His Mother Called Him Bill auf. Es enthält Strayhorns letzte Komposition "Blood Count" in der bewegenden Interpretation durch Johnny Hodges.

Nur wenig bekannt ist, dass Billy Strayhorn offen homosexuell war. Allerdings trat er – in einer diesbezüglich intoleranten Zeit und Umgebung – persönlich kaum ins Rampenlicht, sondern blieb meist im Schatten Duke Ellingtons. Im Jahr 1968, ein Jahr nach seinem Tod, wurde Billy Strayhorn von der National Academy of Recording Arts and Sciences (NARAS) mit dem Grammy Trustees Award für seine Leistungen für die Musik ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • James Lincoln Collier: Duke Ellington, Genius des Jazz, Hannibal, Wien, 1989, Knaur Taschenbuch 1990 (englisches Original „Duke Ellington“, Oxford University Press 1987)
  • David Hajdu: Lush Life: A Biography of Billy Strayhorn, Farrar, Straus, Giroux, New York 1996. ISBN 0-374-19438-6.
  • David Hajdu A jazz of their own, Vanity Fair, Mai 1999 (Verhältnis Ellington-Strayhorn)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]